Am liebsten möchte ich meine Zähne in den Plastikgriff meines Einkaufskorbs schlagen. Warumgeht es hier einfach nicht weiter? Was machen die Menschen vor mir eigentlich? Bezahlen heute alle mit Kreditkarten?

Sie haben es sicher erraten, ich stehe am Supermarkt in der Kasse und muss warten. In ganz banalen Situationen warten zu müssen kann ich überhaupt nicht ertragen. Am allerwenigsten im Supermarkt. In einer Schlange an der Kasse stehen zu müssen ruft bei mir allerhand Emotionen auf den Plan, die ich durchaus mit meiner Hochsensibilität in Verbindung bringe, da mein Freiheitsbedürfnis in dieser Situation stark eingeschränkt wird und ich mich häufig Grenzverletzungen aussetzen muss. Wie immer, wenn Gefühle im Spiel sind, wirkt meine Empfindsamkeit wie ein Brennglas, das alle vorhandenen Emotionen intensiviert. 5 Emotionen/Zustände habe ich beim heutigen Kassestehen identifiziert:

1. Absolute Machtlosigkeit

Im Grunde genommen ist das Schlangestehen Kontrollverlust pur, ich kann nichts unternehmen um das Schlangestehen zu beschleunigen, ich bin eingezwängt zwischen mehreren Menschen und muss warten, bis alle ihre Körbe und Wagen auf das Band gepackt und bezahlt haben (was wegen des immer häufigeren Einsatzes von Kreditkarten auch immer länger dauert). Nur wenig Handlungsoptionen bleiben da offen: entweder fluchtartig das Geschäft verlassen oder mich weigern, jemanden vorzulassen.

2. Bedrängnis

Zu der Machtlosigkeit gehört auch, dass ich mich häufig bedrängt fühle in Schlangen. Menschen, die hinter mir stehen, rammen mir ungeduldig ihre Wagen in die Fersen oder kommen mir auf andere Weise so nah, dass ich ihre Körper wie eine große massige Gegenwart in meinem Rücken spüre (wenn es ganz schlimm kommt, sogar ihren Atem) - Bedrohung pur. Das Blödeste ist, dass ich in einer solchen Situation schwerlich zu einem fremden Menschen sagen kann „Können Sie bitte etwas Abstand halten?“ Ich habe das einmal getan. Alles was daraufhin passierte, war, dass mehrere Menschen hinter mir begannen, sich über mich lustig zu machen. Aber immerhin habe ich eine Notfalltaktik entwickelt, die hilft. In so einem Fall mache ich nun einen Schritt zur Seite, wenn die räumlichen Gegebenheiten es zulassen, so dass die Person nicht mehr direkt hinter mir steht. Zumindest gibt es nun keinen unerwünschten Körperkontakt mehr - wozu ich durchaus den Atem einer fremden Person in meinem Nacken zähle.

3. Kollektive Schlangenhass-Energie

Vor ein paar Tagen war ich beim Bio-Metzger meines Viertels. Der Metzger ist derzeit ohne Verkaufshilfe und bedient seine Kunden allein. Dort kann es ohne weiteres passieren, dass ich 20 Minuten warten muss, bis ich an die Reihe komme, weil die meisten Menschen im Gegensatz zu mir viel einkaufen. Dort macht mir das Schlangestehen nichts aus. Es ist ein bisschen wie in meiner Kindheit. Man wartet eben, bis man dran ist. Da freue ich mich über die Musik im Radio und stehe herum, habe nicht das Gefühl, meine Lebenszeit zu vergeuden. Gestern wurde mir dann schlagartig klar, dass es an den Menschen in der Schlange liegt, jedeR, der/die in diesem Geschäft einkauft, weiß, dass er/sie dort vielleicht warten muss, nimmt dies jedoch von vornherein in Kauf. Im Supermarkt ist es aber einfach anders. Dort will niemand Schlange stehen, es herrscht eine allgemeine Ungeduld, die ich vermutlich mit meinen feinen Antennen sofort aufnehme.

4. Meine eigene Ungeduld

Ungeduld ist vielleicht meine größte Schwäche. Zum Teil ist sie sicherlich anerzogen (den Antreiber „Beeil dich“ habe ich ganz bestimmt von meiner Mutter übernommen), aber ich bin eben auch kein ruhiger oder phlegmatischer Mensch. Bei mir geht immer alles schnell. Ich stehe auf und bin fertig. Andere Menschen nervt das manchmal. Und mich nervt es, wenn ich immer warten muss. Was letzten Endes wieder zu tun hat mit der unter Punkt 1 erwähnten Machtlosigkeit. Es erscheint mir dann so, als könne ich mein eigenes Tempo nicht leben. Ich bin mir aber schon bewusst, dass es hier für mich noch sehr viel Verbesserungsbedarf gibt. Vielleicht sollte ich alle auferzwungenen Wartemomente als glückliche Momente des zur-Ruhe-kommens betrachten? Wer weiß, wo ich hinkäme, wenn ich mir tempomäßig völlig selbst überlassen bliebe?

5. Rücksicht

Zurück zur Kasse. Da stehe ich in einer Schlange, die sich wie ein Wurm durch den halben Supermarkt windet (was die Kassiererin nicht sehen kann wegen der vielen herumstehenden Waren). Eigentlich wäre es ein leichtes, einfach mal darum zu bitten, eine weitere Kasse aufzumachen. Ich tue es aber nur ganz, ganz, ganz selten. Und das hat definitiv mit meiner Hochsensibilität zu tun: Ich weiß, wie es sich für mich anfühlt, bedrängt zu werden, das ist Stress pur. Und darum möchte ich die Kassiererin nicht bedrängen und halte lieber meine eigene Bedrängnis aus …

Wie halten Sie es an der Kasse? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ich freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Bis bald! Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

P.S. Bitte vergessen Sie nicht, dass bis zum 12. Februar das Gewinnspiel mit Ihren Rauhnachterfahrungen läuft. Ich freue mich auf Ihre Einsendungen!

Bild: Pixabay

 

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

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Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig