Aufgrund meiner Erfahrungen ist mein Verhältnis zu Ärzten ziemlich gestört. Ich kann auf einen sehr reichen Erfahrungsschatz zurückblicken: angefangen bei dem Frauenarzt, der mir als junge Frau eine Therapie nach der Sprechstunde

anbot, über Ärzte, die mich frech anlogen („Nein, das Medikament enthält keine Laktose“), mich wie eine Hypochonderin behandelten (da wusste ich noch nicht, dass ich hochsensibel bin), völlig desinteressiert waren (schon wieder eine Psychosomatikerin!), mir einfach Dinge absprachen („Das können Sie nicht erlebt haben!“) bis hin zu der Ärztin, die ganz flappsig zu mir sagte „Magendurchbruch, das können ja jeder sagen …“, als ich nach dem Magendurchbruch (an dem ich fast gestorben wäre) in ihrer Praxis auftauchte.

Ärzte sind ja auch nur Menschen. Aber wir neigen dazu, ihnen aufgrund ihres Wissens Macht und/oder Autorität zu verleihen. Ein Arzt, der Sie trotz Ihrer Erschöpfung nicht krankschreiben will, hat vermutlich auch nur gelernt, dass „schlappmachen“ nicht gilt … Ärzte haben auch nur Meinungen, die zu ihrem jeweiligen Glaubensbild passen.

Letzte Woche kam ich so ein wenig in Bedrängnis. Hatte ich mich gerade für die von Dr. Wilson empfohlenen Nahrungsmittelergänzungen entschieden, so sprach sich Dr. Agus ganz entschieden dagegen aus. Wem soll ich denn nun glauben, fragte ich mich zunächst verwirrt. Dr. Agus selbst verdanke ich es, dass ich mich dafür entschied. In seinem Buch „Leben ohne Krankheit“ fand ich ein paar sehr revolutionäre Gedanken. Dr. Agus meint, dass Ärzte eigentlich selbst völlig im Dunkeln tappen. Es gibt zwar jede Menge Studien, die jeweils etwas belegen, aber es gäbe meistens auch Studien, die zu anderen Ergebnissen kämen. Im Grunde genommen wüsste man meistens nicht, warum Medikamente so und nicht anders wirken, weil noch zu wenig über die biologischen Zusammenhänge im Körper bekannt sei. Einen Arzt sähe man nur ein paarmal im Jahr, wie könne der denn etwas über den eigenen Körper wissen? Er bekomme ja immer nur eine Momentaufnahme zu sehen. Darüberhinaus wird in der Schulmedizin ja immer nur den einen betroffenen Körperteil behandelt, ohne den Körper als Gesamtsystem zu betrachten. Das fand ich wirklich erhellend.

Dr. Agus schlägt vor, dass wir selbst unseren Körper am besten kennenlernen können (er nennt das „die eigene Körpermetrik kennenlernen“). Dies bedeutet nichts anderes, als sich selbst gut zu beobachten und darüberhinaus auch Aufzeichnungen zu führen. Für uns als hochsensible Menschen ist so etwas ohnehin günstig, weil wir oft viel zu wenig in unseren Körpern sind und sie nicht genug wahrnehmen. Wir sind für unseren Körper verantwortlich, nicht der Arzt. Dazu gehört z. B. auch, dass man sich nach Arztbesuchen Kopien der Befunde geben lässt, damit man über die gleichen Informationen verfügt wie die behandelnden Ärzte. Ich habe mich jedenfalls dazu entschieden, es einmal mit Nahrungsergänzungsmitteln zu versuchen und bislang habe ich den Eindruck, dass es mir das gut tut.

Viele Ärzte haben nach wie noch nie etwas von Hochsensibilität gehört und wissen damit nichts anzufangen. Natürlich wäre es ein sehr guter Schritt, sich bei seinem Arzt als HSP zu outen. Darüberhinaus ist es aber unbedingt sinnvoll, sich an den Bedürfnissen des eigenen Körpers zu orientieren. Wenn Sie hochsensibel sind, kann das auch schon mal bedeuten, dass Sie sich ärtztlichen Anweisungen entgegensetzen.

Vor kurzem hatte ich einen Termin zur Darmspiegelung. Dafür muss man am Tag vorher ein greuliches Zeug trinken. Eine Flasche morgens, eine Flasche abends. Nun hatte mir neulich eine hochsensible Bekannte erzählt, dass es ihr nach den beiden Flaschen so schlecht ging, dass sie nirgendwo mehr hingehen konnte, erst recht nicht zu ihrer Darmspiegelung. Darum habe ich die zweite Flasche gar nicht erst getrunken, weil ich im Laufe des Tages das Gefühl bekam: das war genug. Am Tag selbst war ich zunächst ein wenig nervös und unsicher, ob ich in der Arztpraxis erwähnen sollte, dass ich die zweite Flasche nicht getrunken hatte? Ich habe mir dann aber vorgestellt, dass darum ein totaler Aufriss gemacht wird und meinen Mund gehalten. Es fiel nicht weiter auf. Gut gemacht 🙂
Wie sind Ihre Erfahrungen mit Ärzten? Was haben Sie Schönes und Schreckliches mit Ärzten erlebt? Ich freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.
Herzlichst, Ihre
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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

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