Sehen Sie gerne andere Menschen an?  Mir ist das den Großteil meines Lebensextrem schwergefallen. Als Kind war ich ausgesprochen schüchtern - obwohl ich heute, mit der Lebenserfahrung der Erwachsenen, eher eine Art Sozialphobie vermute. In den 60er/70er Jahren waren solche Begrifflichkeiten allerdings noch nicht allgemein zugänglich, ebenso wenig wie Psychotherapie. Auch den Begriff „Hochsensibilität“ gab es noch nicht.

Zwar wurde mein Verhalten von anderen geduldet, wurde mir doch von Anfang an vermittelt, dass es nicht in Ordnung sei, andere Menschen nicht anzusehen, wenn man mit ihnen spricht. Alleine diese Tatsache zeigte ja schon, dass ich „nicht in Ordnung“ war, irgendwas stimmte mit mir nicht, alle anderen konnten das doch auch. Warum ich nicht? Ich kannte über Jahrzehnte hinweg niemanden, der sich ähnlich verhielt wie ich.  Als ich alt genug war, um über Gründe und Ursachen nachzudenken, habe ich oft darüber nachgegrübelt - einen Grund habe ich nicht gefunden. Auch als Erwachsene übrigens nicht.

Eher vage empfand ich, dass es mich oft überforderte, anderen Menschen direkt ins Gesicht zu sehen, vor allen Dingen, wenn ich sie nicht kannte. Erst als mir jemand bei einem Date mein Verhalten spiegelte (eigentlich nur, um sich auf mich einzustimmen) habe ich verstanden, dass mein Verhalten für andere schwer ist. Ja, es ist furchtbar mit jemandem zu sprechen, der einen nicht ansieht. Ich weiß nicht, was die Person fühlt. Ich selbst fühle mich dann auch unsichtbar, weil mein Gegenüber sich weigert, mich wahrzunehmen. Man bewegt sich auf schwankendem Boden, nichts ist greifbar.

Eine Erklärung war das aber immer noch nicht. Nachdem ich herausgefunden hatte, dass ich hochsensibel bin, kam dieses Thema wieder relativ schnell aufs Tapet. Konnte ich hier eine Ursache finden? War ich einfach bloß überfordert durch meine Hypsersensitivität? Fürs erste war ich zufrieden mit der Feststellung, dass ich Blicke einfach nicht aushalten konnte - und fühlte mich bestätigt, als ich in hochsensiblen Internetforen auf einige andere hypersensitive Menschen stieß, denen es ähnlich ging.

Heute ist es für mich unmöglich zu rekonstruieren, wie die Veränderung sich vollzog. Sicher ist, sie hatte damit zu tun, dass ich die EFT Klopftechnik für mich entdeckte und nun fleißig jeden Tag meine 10 Minuten klopfte. (Dieses Thema habe ich übrigens niemals bewusst bearbeitet.) Es ist schon  verblüffend, dass es eine ganze Zeit dauerte, bis mir bewusst wurde, dass meine Angst, anderen ins Gesicht zu sehen, vollkommen verschwunden war! Auch wenn dieser Wandel sich schon vor einigen Jahren vollzogen hat, ist es für mich doch immer noch ein kleines Wunder, dass ich heute Seminare, Workshops und Vorträge vor Menschengruppen halten kann, ohne dabei eintausend Tode zu sterben.

Mittlerweile habe ich davon überzeugt, dass mein Verhalten mit einer Angst zu tun hat, gesehen und erkannt zu werden, also mit einer Angst vor Ablehnung und letztlich einem Mangel an Selbstliebe.

Wie ist es mit Ihnen? Kennen Sie diese Angst? Haben andere „unverständliche“ Verhaltensweisen Ihnen das Leben schwer gemacht? Ich freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

 

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

Sie wollen lernen, wie man klopft?

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

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