Blogparade: hochsensible Superhelden

Es ist mir durchaus bewusst, dass sehr, sehr viele hochsensible Menschen sich überhaupt nicht mit Krimis beschäftigen, weder in Buch-, noch in Filmform. Oft ist damit ja eine gewisse Form der Gewalttätigkeit oder schwer auszuhaltender Spannung verbunden (die je nach Produzent, Autor oder Sender noch besonders gepusht wird), die Gift für unsere empfindlichen Gemüter bedeutet. Aber Krimis haben auch für viele hochsensible Menschen etwas äußerst Anziehendes. Deswegen möchte ich nun endlich einmal diese schon lange gehegte Blogparaden-Idee umsetzen.

Was macht Krimis eigentlich so attraktiv?

Kriminalliteratur hat es offenbar schon immer gegeben, allerdings eher vereinzelt, z. B. König Ödipus von Sophokles, der Verbrecher aus verlorener Ehre von Friedrich Schiller, Fräulein Scuderi von E.T.A. Hoffmann, oder aus den Papieren eines Criminalbeamten von Adolf Müllner. Der 1860 erschienene Roman Die Frau in Weiß von Wilkie Collins gilt heute als Grundstein der modernen Kriminalliteratur (sehr spannendes Buch übrigens).

Dass sich Kriminalliteratur (die sich schon bald in verschiedene Untergattungen aufspaltete), sich einer immer größeren Beliebtheit erfreute, mag daran liegen, dass die Welt zu dieser Zeit immer chaotischer und unüberschaubarer wurde. Die industrielle Revolution führte zu einer tiefgreifenden Veränderung der Lebensverhältnisse der Menschen, später kamen der erste und zweite Weltkrieg dazu. Das Lesen (oder das Ansehen) eines Krimis ist immer äußerst befriedigend - als LeserIn oder ZuschauerIn bleibt man niemals unbeteiligt und ist immer aktiv an der Aufklärung des Falles beteiligt. Die größte Befriedigung mag daran liegen, dass es sich hier in der Regel um eine abgeschlossene Geschichte handelt, in der durch die Aufklärung eines Falles wieder eine Ordnung hergestellt, dem Chaos und der Bedrohung etwas entgegengesetzt wird. Wenn das nicht verführerisch ist!  Ist Ihnen schon aufgefallen, dass es im Augenblick fast nur noch Krimis im Fernsehen gibt ? Jedenfalls habe ich den ganz entschiedenen Eindruck, dass es so ist …

Ein Rätsel zu lösen macht einfach Spaß, eins meiner liebsten Spiele ist und bleibt Cluedo („Ich verdächtige Fräulein Ming in der Bibliothek mit dem Kronleuchter …“), ich habe sogar einmal eine französische Deluxe-Edition aus Frankreich besessen, mit mehr Gästen, mehr Räumen, mehr Waffen, so dass man sich mit einer Partie einen ganzen Nachmittag lang beschäftigen konnte.

Hochsensible Eigenschaften sind gefragt

Auf jeden Fall finde ich, dass bei der Aufklärung der Verbrechen in Krimis viele Eigenschaften nützlich sind, die wir mit Hochsensibilität verbinden können: die Fähigkeit Querverbindungen herzustellen, zum Beispiel. Die gründlichere Verarbeitung von Reizen. Idealismus. Ein Interesse an Menschen und den Willen, seine Arbeit in ihren Dienst zu stellen. Das Erspüren von Zuständen bei anderen. Gründlichkeit. Nicht loslassen können und wollen, bis der Gerechtigkeit Genüge getan ist … Bestimmt gibt es noch viel mehr, was mir gerade nicht einfällt. Einen Krimi zu sehen, mit einer Ermittlerfigur, die ich als hochsensibel einstufen würde, gibt mir ein ganz besonders befriedigendes Gefühl von Eingebundensein in einen großen Zusammenhang - vielleicht kennen Sie dieses Gefühl ja?

Ich selbst habe Krimis übrigens nicht immer gemocht. Es gab immer wieder Phasen, in denen ich mich ganz bewusst weigerte, mir Filme anzusehen, in denen andere Menschen umgebracht werden, bzw. mir dieser düstere Blick auf die Welt entschieden missfällt. Irgendwann werde ich aber immer wieder schwach …

Allerdings hat sich mittlerweile herausgestellt, dass ich nicht alles mag. Alles, was aus Skandinavien kommt, genieße ich mit äußerster Vorsicht (Man kann sich ja schon fragen, ob die Menschen in Skandinavien gehirntechnisch vielleicht anders gestrickt sind, offenbar gibt man sich dort besonders viel Mühe, Kriminalfilme besonders krass und verstörend darzustellen). Englische Krimis mit deutschen Schauspielern gehen auch nicht. Deutsche Krimis sehe ich übrigens nur ganz ganz selten, die finde ich auch zu brutal.

Im Laufe der Zeit hat sich herauskristallisiert, dass es doch ganz bestimmte Krimis und Krimiserien gibt, die mir richtig gefallen und

mein empfindliches Nervenkostüm nicht über Gebühr beanspruchen,

so dass die positiven Aspekte des Rätselns und Nachdenkens sich entfalten können. Zum Beispiel sehe ich sehr gerne alle Donna Leon Verfilmungen, die spannend sind (aber nicht allzu sehr) und bei denen man viel von Venedig sehen und erfahren kann.

hochsensible Ermittler nehmen alles unter die LupeMeine Superhelden und -heldinnen

Es gibt natürlich auch Krimis, bei denen der Fokus ganz anders gesetzt ist, weniger auf dem Verbrechen, als auf den psychologischen Motiven dafür. In diesem Sinne mag ich die Serie Cold Case wahnsinnig gern, Action- und Brutaloszenen fehlten dort völlig und es wurden häufig bestimmte gesellschaftliche Probleme aus den unterschiedlichsten Epochen thematisiert. Detective Lilly Rush und ihr Team gingen dabei meistens sehr feinfühlig und empathisch ans Werk. Für mich ist die Figur von Lilly Rush ganz definitiv hochsensibel. Ganz besonders gelungen fand ich, dass häufig die „Verbrecher“ auch dargestellt wurden, wie sie zur Zeit des Verbrechens waren und es gab in jeder Folge den Aspekt der Entwicklung, die Menschen im Laufe ihres Lebens durchlaufen und der Tragik aufgrund von falschen getroffenen Entscheidungen. Natürlich stand der Gerechtigkeitsaspekt  dabei ganz weit oben, wenn die Täter ihrer Strafe zugeführt wurden, aber dies enthielt auch immer etwas sehr Versöhnliches … Gelegentlich ist diese Serie noch im Fernsehen zu sehen, auf DVD scheint sie aufgrund von musikrechtlichen Problemen nicht erhältlich. Für mich jedenfalls ein totales Highlight in der Krimilandschaft - etwas Vergleichbares habe ich bislang nicht gesehen.

Mittlerweile bin ich den britischen Krimis verfallen

Das hat verschiedene Gründe. Zum einen fühle ich mich auf der Insel auf gewisse Weise emotional einfach zu Hause (ich glaube, in einem früheren Leben muss ich dort irgendwo gelebt haben), zwei wunderschöne Urlaube, in denen ich in Schottland, Cornwall und dazwischen herumgereist bin, haben sich mit ihrer Landschaft in mein Gehirn gefräst um niemals wieder mehr vergessen zu werden. Schon, wenn ich ein Setting in einem britischen Krimi sehe, weiß ich, es gibt diese unglaublich malerischen Dörfer, ich habe sie selbst mit meinen eigenen Augen gesehen. Es gibt auch diese etwas schrulligen Menschen mit sonderbaren Festen und skurilen Wettbewerben …

Dazu kommt noch, dass auf der Insel die Ermittler jeweils ihre spezielle Stadt haben, in der sie ermitteln. Es ist natürlich toll, viel von einer Stadt zu sehen, die mir selbst total gut gefällt. Von daher mag ich Case Histories sehr gerne (Edinburgh) und Inspektor Barnaby, dessen Fälle zwar in einer fiktiven Stadt spielen, aber an verschiedenen Orten gedreht wurden, die für mich durchaus repräsentativ sind. Für mich steht hier definitiv weniger das Verbrechen an sich im Vordergrund, sondern eher die eher augenzwinkernde Darstellung schrulliger Menschen mit schrulligen Leidenschaften - aber einige Folgen fand ich dann doch sehr gruselig und musste oft weggucken.

Jetzt habe ich aber zwei neue Lieblinge: die eine ist die Serie Lewis, weil sie in Oxford spielt und dies eine Stadt ist, die unter meinen Top5 toller Städte weltweit rangiert. Außerdem habe ich dort einen Charakter ausgemacht, der sich später als hochbegabt entpuppen wird und der zu meinem absoluten Liebling avanciert ist. DS Sergent Jim Hathaway ist kein Mann großer Worte, hat aber Theologie studiert und war schon auf dem Weg ins Priesteramt, als er sich entschloss, die Ausbildung abzubrechen und bei der Polizei einzusteigen. Er kann und weiß einfach alles … was mich bei jedem anderen Charakter nerven würde, bei ihm aber nicht … agiert immer vorausschauend und ist für mich die Verkörperung der guten hochsensiblen Eigenschaften schlechthin.

Ebenfalls in Oxford spielt die neue Serie Der junge Inspektor Morse, die etwas mit der Serie Lewis zu tun hat, denn Inspektor Morse war der Vorgesetzte von Lewis und ist eine eigenständige Figur (Die Romanvorlagen stammen beide von Colin Dexter). Der junge Inspector Morse spielt Mitte der 60er Jahre, als Morse sein Studium hinschmeißt und zur Polizei geht. Er ist ein wirklich zarter Charakter, der ungeheure Schwierigkeiten und Stress mit den rauen Sitten bei der Polizei hat und eigentlich immer seinen Job schmeißen will. Und natürlich hat er völlig eigene Ermittlungsmethoden, die sich von denen der anderen Beamten unterscheiden. Ich finde ihn einfach herrlich … Aktuell läuft die Serie sonntags um 18:45 auf ZDFneo. Kleiner Nachtrag: Beim Schreiben dieses Beitrages war mir nicht bewusst, dass diese Folgen meist als Doppelfolgen laufen. Achten Sie auf Sendezeiten ab ca. 17 Uhr.

Weibliche Ermittlerinnen

Es gab ein wunderbares weibliches Ermittlungsteam in der britischen Fernsehlandschaft: Scott & Bailey. Allerdings sehr modern, daher eher auch mit vielen Gewaltszenen und meistens erst so später Stunde ausgestrahlt, dass ich mich nie richtig hineinfinden konnte …

Und natürlich finde ich die Ermittlerin Kate Beckett aus Castle einfach wunderbar. Nicht nur für ihre nüchterne Art und ihren scharfen Verstand - ich gebe zu, ich bin eine heimliche Bewunderin ihrer coolen Outfits … Allerdings gehört Castle in diese Ermittler-Aufzählung eigentlich nicht so richtig hinein, weil mich an dieser Serie weniger die Kriminalfälle interessieren (zumal die Serie ja auch amerikanisch ist), sondern eher die Interaktion zwischen der Ermittlerin und dem Schriftsteller …

So, jetzt sind Sie gefragt! Mögen Sie Krimis? Welche Charaktere in Büchern und Filmen gefallen Ihnen besonders oder bewundern Sie? Warum? Kennen Sie Charaktere, die hochsensible Eigenschaften in absolute Vorzüge und Alleinstellungsmerkmale verwandeln? Wie gehen Sie mit der Gewalt in Kriminalliteratur und Filmen um?  Oder: wie müsste ein Ermittlercharakter oder ein Krimi gestrickt sein, damit er Ihnen gefällt? Vielleicht fällt Ihnen dazu ja noch etwas ganz Anderes ein.

So nehmen Sie an dieser Blogparade teil:

Veröffentlichen Sie auf Ihrem Blog einen Blogartikel zu diesem Thema, weisen Sie auf diese Blogparade hin und setzen Sie einen Link auf diese Seite. Senden Sie den Link zu diesem Artikel in den Kommentaren. Die Blogparade läuft bis zum 31. Januar 2018.

Ich freue mich auf Ihre Einsendungen und bin schon sehr gespannt!

Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

 

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

Lernen Sie hier die Basics der Klopfakupressur

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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