Lustiges Zeug schreiben und kleine Wesen zeichnen

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LUSTIGES ZEUG SCHREIBEN UND KLEINE WESEN ZEICHNEN

 

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich das Buch „Krebs ist wenn man trotzdem lacht“ der Autorin Sabine Dinkel rezensiert. Obwohl wir uns gar nicht persönlich kennen, ist mir Frau Dinkel irgendwie ans Herz gewachsen und ich freue mich, wenn ich dazu beitragen kann, sie selbst und das was sie macht, noch viel mehr Menschen vorzustellen. Außerdem hatte ich noch die ein oder andere Frage.  So ist dieses schöne Interviewgespräch entstanden.

Das Thema „Hochsensibilität“ kommt darin übrigens nicht vor, es gab so viele andere Dinge, die ich gerne wissen wollte … denn manchmal, wenn man voneinander weiß, dass man hochsensibel ist, ist das auch gar nicht mehr so interessant 😉

Sabine, wie bist du auf die Idee gekommen, einen Ratgeber für Menschen mit Krebserkrankungen zu schreiben?

Nach meiner Schockdiagnose war ich händeringend auf der Suche nach Lesestoff, der mich tröstet und ermutigt. Doch bei den meisten Ratgebern hab ich mich zu 95 % gegruselt.

Ich hatte die Wahl zwischen furchterregenden Erlebnisberichten, esoterischen Heilsversprechen, religiösem Klimbim, Ernährungs-Gedöns, Verschwörungstheorien, schonungslosen medizinischen Abhandlungen oder kämpferischen “Tschakka-Büchern”.

Nix, wo meine Seele “Hier!” schrie oder Lesehunger ausgelöst wurde. Ganz im Gegenteil: ich wurde immer ängstlicher und frustrierter.

Da dachte ich: “Das geht so nicht! Ich will beweisen, dass es auch anders geht. Und zwar mit Humor und alltagstauglichen Praxistipps.

Du hast also das Buch geschrieben, das du zum Zeitpunkt deiner Diagnose selbst gern gelesen hättest …?

Ja, genau, denn ich wollte damals so gerne liebevoll an die Hand genommen werden. Daher war mir wichtig, das Buch so zu schreiben, als würde ich einer frisch an Krebs erkrankten Freundin ermutigend zur Seite stehen. Und ihr erklären, wie sie während und nach der Therapie gut für sich sorgen kann.

Hat sich durch den Schreibprozess für dich selbst etwas an der Gesamtsituation verändert?

Durch das Schreiben hat sich mein Denken nochmal positiv verändert. Mir wurde nochmal sehr bewusst, was ich da in den letzten Monaten eigentlich alles gestemmt hatte und dass ich in den Krisen zuvor - Burnout, Krebserkrankung meiner Mutter, Verlust beider Eltern im Abstand von nur einem Jahr, Auflösung des Elternhauses - eine fette Portion Resilienz gewonnen hatte.

Und dass mir zu einem großen Prozentsatz Humor und ein spielerischer und bewusster Umgang mit Sprache dabei geholfen haben. So nenne ich Beispielsweise meine Erkrankung Schnieptröte, meine Angst Hildegard oder mein Rezidiv Bauchfellflöhe. Das klingt nicht so bedrohlich und baut auch kommunikative Brücken zu den Gesunden. Die trauen sich eher, mit mir über Flohkati und Flohrian zu sprechen als über Metastasen.

Zusätzlich gebe ich nur Empfehlungen weiter, die absolut praxisnah und von mir auf Herz und Nieren geprüft sind. Sie müssen niedrigschwellig sein und dürfen nicht noch zusätzlich für Mühsal sorgen und zu hohe Anforderungen stellen.

Ich finde es nämlich total nervig, dass in vielen Ratgebern - zusätzlich zum ohnehin komplett auf den Kopf gestellten Alltag - auch noch verflixt viele Ratschläge lauern, für die man erst richtig ackern muss. Dazu gehören für mich z. B. das viel propagierte Meditieren zu lernen, sich brav ins Fitness-Studio zu schleppen oder die komplette Ernährung umzustellen. Das sind zusätzliche Anforderungen, die nach so einer Diagnose nicht gerade sexy klingen und auch Gesunden ständig um die Ohren geballert werden. Dabei geht es doch auch anders!

Beim Schreiben des Ratgebers ist mir nochmal bewusst geworden, dass ich zu 100 % hinter dem Geschriebenen stehe. Und das gibt mir ein echt gutes Gefühl. Zudem fühle ich mich innerlich “aufgeräumt”.

Das hat mir an deinem Buch so gut gefallen! Es hat mir sofort eingeleuchtet, dass, wenn ich keinen Hunger habe, ich mich freuen kann, wenn der Appetit auf ein Stück Kuchen kommt, und es besser ist, dann ein Stück Kuchen zu essen als gar nichts …

Du hast deine Erfahrungen mit der Erkrankung ja auch noch in einem zweiten Buch verarbeitet …

Richtig. Unmittelbar nach meiner Diagnose war ich so gefrustet, dass ich nicht wusste, wohin mit meinen Ängsten und Kümmernissen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich natürlich noch überhaupt keinen Gedanken daran, jemals ein zweites Buch zu schreiben. Ich fing aus purer Verzweiflung an, kleine tragikomische Comics zu zeichnen.

Im Krankenhaus bekamen die Schwestern irgendwann mit, was ich da zeichnete. Es wurde geschmunzelt und gekichert, die Comics herumgereicht – und man ermunterte mich, damit weiterzumachen. So merkte ich, dass ich mit den Zeichnungen einfach viel besser erklären konnte, was “Krebs haben” eigentlich bedeutet und dass es trotz Krankheit ganz viele Gelegenheiten zum Lachen gibt.

In den Comics steckt halt auch ein gewisser Unterhaltungswert, der es den Gesunden viel leichter macht, Berührungsängste abzubauen und so mit mir in Kontakt zu bleiben. Es kommen z. B. auch Freunde, Bekannte und Schwestern darin vor, die sich diebisch darüber freuen, wenn sie sich darin als Comic-Figur entdecken. Mein Mann liebt zum Beispiel die Tolle, die ich ihm immer zeichne. ;o)

Die tolle Resonanz beflügelte mich, damit weiterzumachen.

Über 15 Monate habe ich Comics gezeichnet und dazu kleine Erlebnisberichte auf Facebook geschrieben. Und die gibt es jetzt als professionell gestaltetes eBook (ca. 180 Seiten) mit dem Titel “Meine Arschbombe in die Untiefen des Lebens”. Sozusagen ein Einblick in mein Tagebuch oder hinter die Kulissen.

Sabine, dein Comic-Tagebuch ist sehr persönlich, du lässt uns hautnah mitfiebern. Sind dir nie Bedenken gekommen diesbezüglich?

Oh doch, ich hatte viele Bedenken, gerade WEIL es so persönlich ist! Ich hatte ja auch lange Zeit überhaupt nicht daran gedacht, damit mal “so richtig” rauszugehen. Erst die permanente Ermutigung durch Freunde und meine Facebook-Community hat mich aufgerüttelt, eine Veröffentlichung überhaupt in Erwägung zu ziehen. Und so hab ich mich dann eines Tages tatsächlich zur Veröffentlichung entschlossen und das eBook mit Hilfe eines kleinen Teams professionell umgesetzt.

Ich finde es echt toll, dass du das machst und uns teilhaben lässt! Und eben weil das so ist, bewirkst du bei mir auch in einem gewissen Sinne eine Form von Heilung - letztes Jahr ist meine Mutter an ALS gestorben und ich fand es immer so furchtbar, dass sie sich so für ihre Krankheit geschämt hat, obwohl es da gar nichts zu schämen gibt … Ich kann es nicht genau erklären, aber es gibt einen Zusammenhang zwischen dem, wie meine Mutter mit ihrer Krankheit umgegangen ist und dem, wie du damit umgehst … irgendwie hebst du das, was ich mit meiner Mutter erlebte habe, ein Stück auf … Vielen, vielen Dank dafür! Das wollte ich dir immer schon mal sagen 😉 Ich kann mir ziemlich gut vorstellen, dass es noch ganz viele unter deinen FollowerInnen gibt, denen dein offensiver Umgang mit der Schnieptröte etwas schenkt …

Das mit deiner Mutter tut mir wirklich sehr leid. Besonders berührt mich ihre Scham für die Erkrankung. Ich kenne diese Scham ebenfalls von meiner Mutter, die sich auch für ihre Erkrankung (Hirntumor) geschämt hat. Somit kann ich auch sehr gut nachempfinden, wie es dir als Tochter gegangen sein muss. Sowas zu erleben macht so unfassbar traurig.

Meine Eltern sind typische “Kriegskinder” und haben mir ein sehr bedrohungsfokussiertes Denken vorgelebt. Jedes Hindernis wurde schnell zu einem Drama und stets nur die negativen Aspekte gesehen. So als hätten meine Eltern in Krisen zusätzlich noch eine schwarze Brille aufgesetzt. So wurde das Doofe dummerweise immer doofer.

Das hat mich sehr geprägt und unfassbar belastet – doch zum Glück eine Art Gegenbewegung bei mir ausgelöst. Denn ich weiß ja aus eigener Erfahrung, wie lähmend und deprimierend ein bedrohungsfokussiertes Denken auch für das Umfeld ist. So wollte ich nie werden! Sowas wollte ich nie auslösen!

Ich setze mir zwar auch keine rosarote Brille auf - das wäre angesichts meiner Erkrankung auch nicht stimmig – aber zumindest eine gelbe. Die lässt alles in viel freundlicher erscheinen und hilft mir dabei, Lösungen und Chancen zu erkennen. Probleme und Stolpersteine werden von der Brille zumindest für eine Weile herausgefiltert.

Damit warst und bist du auf jeden Fall sehr erfolgreich und inspirierend! Was für ein Gefühl hast du selbst denn nach der Veröffentlichung (bislang gibt es den Comic ja nur online)? Gibt es Pläne für eine Veröffentlichung des Comics in Buchform?

Ich habe jetzt nach der Veröffentlichung das Gefühl, endlich noch freier zu sein. Freier von alten Denkmustern “Sowas macht man nicht, das ist peinlich!”, “Das geht niemanden was an!” oder “Wer bitte schön will denn schon freiwillig etwas was über deine grauslige Erkrankung lesen?”.

Die Rückmeldungen waren bisher alle total positiv und wohltuend. Der Comic wird täglich mehrmals heruntergeladen. Was mein Herz besonders hüpfen lässt: nicht nur Erkrankte oder Zugehörige lesen den Comic oder den Ratgeber. Sondern auch Gesunde!

Sich freiwillig mit einer solchen Erkrankung zu beschäftigen erfordert aus meiner Sicht viel Mut und Neugier, denn man könnte seine Lesezeit schließlich auch mit lustigeren Büchern verbringen. Wenn dann so schöne Rückmeldungen kommen, freut mich das immer wieder besonders.

Oh ich kann dir versichern, dass es kein Stück peinlich ist … Aber es wäre doch auch ein tolles Buch, gerade wegen der Comics. Online lassen die sich nicht so richtig gut lesen. Gibt es etwas, was gegen eine Veröffentlichung als Buch spricht?

Sehr gerne würde ich das Buch auch gedruckt anbieten. Daher habe ich das Buch auch gleich vom Layout so gestalten lassen, dass es prinzipiell sofort gedruckt werden könnte.

Gegen eine Veröffentlichung als Buch spricht momentan, dass ich keinen Kopf habe, mir einen Verlag zu suchen oder es im Selbstverlag herauszubringen. Auch weiß ich derzeit nicht, welche weiteren Kosten damit für mich verbunden wären.

Hätte mein kleines Team aus Designern, Lektor, technischem Support, PR mir nicht zu einem Großteil deren Dienstleistungen (Layout, Covergestaltung, Lektorat) geschenkt, hätte ich das Projekt finanziell gar nicht umsetzen können. Doch wenn mein Buch nicht nur inhaltlich sondern auch grafisch überzeugen soll, will ich einfach Profis an meiner Seite. Die LeserInnen sollen ja was für ihr Geld bekommen.

Und mit der der Qualität von Books on Demand bin ich überhaupt nicht zufrieden. Alle Bücher, die ich mir selber via BOD bestellt habe, wellen sich unmittelbar nach dem Auspacken und sehen dadurch schnell krumm und schief aus. Meistens wird beim Papier oder dem Karton nicht die Laufrichtung beachtet oder bei der Oberflächenveredelung des Kartons geschlampt. Das gefällt mir einfach nicht. Und die Bücher haben ja trotzdem ihren Preis - da soll wenigstens die Qualität stimmen.

Noch dazu: ein Buch in einem Verlag herauszubringen dauert im Durchschnitt 1,5 bis 2 Jahre bis zur Veröffentlichung. Die Zeit habe ich nicht. Ich will JETZT etwas bewegen!

Ja, da hast du natürlich recht. Aber du hast dafür entschieden, ihn online einfach so oder gegen Spende zum Download anzubieten, weil …?

… ich mich so über die Rückmeldungen freue!

Wenn mir die LeserInnen zurückmelden, dass sie sich an manchen Stellen “schibbelig” gelacht haben, bin ich happy. Manche sagen, sie mussten auch zwischendrin weinen, wobei ich noch nie nachgefragt habe, an welchen Stellen eigentlich.

Gleichwohl lasse ich die Leser nie allein mit ihrem Kummer. Entweder sie dürfen auf der übernächsten Seite schon wieder erleichtert aufatmen oder ich nehme sie bei den gruseligen Passagen wohlmeinend an die Hand. Mein Mann hat den Comic schon mehrfach gelesen, obwohl er all das miterlebt hat und nicht wirklich Lust auf „Flashbacks“ hat. Doch der Comic ist halt so gestaltet, dass selbst ich mich traue, da immer wieder reinzuspicken.

Kurzum: Mit dem Comic kann ich anderen Mut machen und kläre nebenbei über die Erkrankung auf. Noch dazu - für mich mit das Wichtigste - kann ich mit meinen Bildern und Geschichten Menschen zum Lachen zu bringen und so die Krankheit ihres Stigmas berauben. Das ist ein bisschen so, wie bei einer deftigen Tragikomödie. Ein bisschen Drama gehört schon dazu.

Krebs wird dadurch zwar nicht sexy, aber so gruselig wie er mal war, ist er zum Glück schon lange nicht mehr. Und mit einer Portion Ulk lässt sich auch der größte Mist besser ertragen, siehe Trump. Satiriker leben davon!

Das stimmt. Für mich war die überraschendste Erkenntnis in allem, was du schreibst, dass Gesundheit vollkommen relativ ist, also, dass auch, wenn eine vollständige Heilung (bzw. das, was im Allgemeinen darunter verstanden wird) nicht geschieht, das Leben trotzdem gut sein kann. In diesem Zusammenhang fände ich es natürlich spannend zu erfahren, was für dich ein erfülltes Leben ausmacht …?

Ja, das ist ein Aspekt, der auch mir erst jetzt so richtig bewusst geworden ist. Man denkt im ersten Augenblick, alle chronisch Kranken müssten permanent unglücklich sein, was ja totaler Quatsch ist. Ich habe so lebensfrohe Vorbilder, die täglich von Morbus Chron, MS oder ALS gepiesackt werden, die vor allem auch Gesunde mit ihrem Lebensmut anstecken. Das ist doch faszinierend!

Was mein jetziges Leben schön macht sind vermeintlich einfache Dinge:

  • Appetit haben und das essen und trinken können, was ich möchte.
  • Morgens ausschlafen können und zwei Stunden Zeit zum wach werden haben.
  • Vormittags nach Möglichkeit keine anstrengenden Termine wahrnehmen müssen.
  • Lustiges Zeug schreiben und kleine Wesen zeichnen.
  • Die Natur in Mecklenburg oder Dänemark genießen.
  • Spannende und schön geschriebene Romane lesen.
  • Abends Serien auf Netflix inhalieren.
  • Mich mit Wärmflasche, Hunden und Mann in eine flauschige Decke mummeln.
  • Nachts gut zu schlafen und bunt zu träumen.
  • Lachen!
  • Ich liebe es, neue Menschen kennenzulernen - selbst wenn es “nur” virtuell ist. Und Menschen zu helfen, denen es gerade nicht so gut geht.Und nicht zu vergessen:
    All die warmherzigen und lustigen Menschen um mich herum, vor allem mein Mann und meine fröhlichen Hundedamen. Das alles erfüllt mich und geht auch mit chronischer Schnieptröte! Und coachen kann ich damit sogar auch noch.

Sabine, glaubst du eigentlich an eine höhere Kraft?

Nicht so, dass ich sie gut in Worte fassen könnte.

Ich zucke beim Wort “Spiritualität” zusammen, bin weder religiös verzückt noch esoterisch angehaucht. Das macht es für mich nicht gerade einfacher, mir da ein eigenes Bild zu machen.

Meine Erkrankung bringt mit sich, dass ich wohl leider nicht in die Fußstapfen von Johannes Heesters trete. Daher bin ich gerade dabei, mir etwas für „das Danach“ zu erarbeiten. Das mache ich zusammen mit meiner Lebens- und Sterbeamme Claudia Cardinal. Sie hilft mir dabei, immer wieder ans Leben anzudocken, und mich parallel dazu auf “die andere Seite” vorzubereiten.

Derzeit habe ich die Hausaufgabe, das Wünschen zu üben. Ich schreibe mir dazu z. B. eine Zeitlang abends Wünsche in ein Notizbüchlein. Dazu gehören z. B. solche wie “Ich habe Appetit und freue mich auf das, was ich esse.”, “Ich bekomme bis Jahresende 20 schöne Rezensionen auf Amazon” oder “Ich bin geheilt”.

Und da bereits diese Übung so schöne erste Früchte trägt, fange ich an, eine eventuelle “höhere Kraft” in Erwägung zu ziehen. Und diese immer wieder herauszufordern und zu testen. So werde ich immer mutiger und erlebe sehr wundersame Dinge.

Mal gucken, was ich noch so ergibt.

“Lebens- und Sterbeamme” klingt toll. Das hat mir schon in deinem Buch sehr gut gefallen. Und sich “aktiv auf die andere Seite vorbereiten” klingt unglaublich stark. Ich finde, so etwas könnten wir alle gebrauchen, egal, wie nah oder fern dieser Augenblick ist …

 Sabine, gibt es irgendetwas, was du gerne noch sagen möchtest?

Neulich sagte meine liebste und langjährigste Freundin zu mir: “Seitdem du Krebs hast, wirkst du viel lebensfroher.” An diesem Satz kaue ich immer noch herum – im positiven Sinne. Das bringt mich zu dem Schlusssatz:

Liebe Leute,
bitte wartet nicht erst auf eine doofe Diagnose, um wertzuschätzen, was es alles an schönen Dingen und Momenten in eurem Leben gibt. Und holt euch unbedingt professionelle Hilfe, wenn euch die wirklich existenziellen Themen des Lebens um die Ohren fliegen. Ihr tut es für euch - und für die Lieben die euch lieben. Es ist schlimm für euer Umfeld, wenn ihr euch nicht helfen lasst, um wieder selbstwirksam zu werden. Verharrt nicht in der Opferhaltung!

„Glück ist auch eine Überwindungsprämie.“ (Jens Corssen, Psychologe)

Das ist ein schönes Schlusswort! Vielen Dank Sabine für deine Geduld (mir scheint, ich habe dich ganz schön gelöchert …)

Sehr gerne. Ich fühle mich überhaupt nicht gelöchert. Dank deiner spannenden Fragen fühle ich mich schon wieder herrlich geklärt. Ich danke dir für dein ehrliches Interesse.

 

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

Lernen Sie kostenlos, wie Sie Stress, Erschöpfung und Blockaden aus der Hochsensibilität auflösen

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

Blogparade: Hochsensible Superhelden

Blogparade: Hochsensible Superhelden

 

 

 

 

 

Blogparade: hochsensible Superhelden

Es ist mir durchaus bewusst, dass sehr, sehr viele hochsensible Menschen sich überhaupt nicht mit Krimis beschäftigen, weder in Buch-, noch in Filmform. Oft ist damit ja eine gewisse Form der Gewalttätigkeit oder schwer auszuhaltender Spannung verbunden (die je nach Produzent, Autor oder Sender noch besonders gepusht wird), die Gift für unsere empfindlichen Gemüter bedeutet. Aber Krimis haben auch für viele hochsensible Menschen etwas äußerst Anziehendes. Deswegen möchte ich nun endlich einmal diese schon lange gehegte Blogparaden-Idee umsetzen.

Was macht Krimis eigentlich so attraktiv?

Kriminalliteratur hat es offenbar schon immer gegeben, allerdings eher vereinzelt, z. B. König Ödipus von Sophokles, der Verbrecher aus verlorener Ehre von Friedrich Schiller, Fräulein Scuderi von E.T.A. Hoffmann, oder aus den Papieren eines Criminalbeamten von Adolf Müllner. Der 1860 erschienene Roman Die Frau in Weiß von Wilkie Collins gilt heute als Grundstein der modernen Kriminalliteratur (sehr spannendes Buch übrigens).

Dass sich Kriminalliteratur (die sich schon bald in verschiedene Untergattungen aufspaltete), sich einer immer größeren Beliebtheit erfreute, mag daran liegen, dass die Welt zu dieser Zeit immer chaotischer und unüberschaubarer wurde. Die industrielle Revolution führte zu einer tiefgreifenden Veränderung der Lebensverhältnisse der Menschen, später kamen der erste und zweite Weltkrieg dazu. Das Lesen (oder das Ansehen) eines Krimis ist immer äußerst befriedigend - als LeserIn oder ZuschauerIn bleibt man niemals unbeteiligt und ist immer aktiv an der Aufklärung des Falles beteiligt. Die größte Befriedigung mag daran liegen, dass es sich hier in der Regel um eine abgeschlossene Geschichte handelt, in der durch die Aufklärung eines Falles wieder eine Ordnung hergestellt, dem Chaos und der Bedrohung etwas entgegengesetzt wird. Wenn das nicht verführerisch ist!  Ist Ihnen schon aufgefallen, dass es im Augenblick fast nur noch Krimis im Fernsehen gibt ? Jedenfalls habe ich den ganz entschiedenen Eindruck, dass es so ist …

Ein Rätsel zu lösen macht einfach Spaß, eins meiner liebsten Spiele ist und bleibt Cluedo („Ich verdächtige Fräulein Ming in der Bibliothek mit dem Kronleuchter …“), ich habe sogar einmal eine französische Deluxe-Edition aus Frankreich besessen, mit mehr Gästen, mehr Räumen, mehr Waffen, so dass man sich mit einer Partie einen ganzen Nachmittag lang beschäftigen konnte.

Hochsensible Eigenschaften sind gefragt

Auf jeden Fall finde ich, dass bei der Aufklärung der Verbrechen in Krimis viele Eigenschaften nützlich sind, die wir mit Hochsensibilität verbinden können: die Fähigkeit Querverbindungen herzustellen, zum Beispiel. Die gründlichere Verarbeitung von Reizen. Idealismus. Ein Interesse an Menschen und den Willen, seine Arbeit in ihren Dienst zu stellen. Das Erspüren von Zuständen bei anderen. Gründlichkeit. Nicht loslassen können und wollen, bis der Gerechtigkeit Genüge getan ist … Bestimmt gibt es noch viel mehr, was mir gerade nicht einfällt. Einen Krimi zu sehen, mit einer Ermittlerfigur, die ich als hochsensibel einstufen würde, gibt mir ein ganz besonders befriedigendes Gefühl von Eingebundensein in einen großen Zusammenhang - vielleicht kennen Sie dieses Gefühl ja?

Ich selbst habe Krimis übrigens nicht immer gemocht. Es gab immer wieder Phasen, in denen ich mich ganz bewusst weigerte, mir Filme anzusehen, in denen andere Menschen umgebracht werden, bzw. mir dieser düstere Blick auf die Welt entschieden missfällt. Irgendwann werde ich aber immer wieder schwach …

Allerdings hat sich mittlerweile herausgestellt, dass ich nicht alles mag. Alles, was aus Skandinavien kommt, genieße ich mit äußerster Vorsicht (Man kann sich ja schon fragen, ob die Menschen in Skandinavien gehirntechnisch vielleicht anders gestrickt sind, offenbar gibt man sich dort besonders viel Mühe, Kriminalfilme besonders krass und verstörend darzustellen). Englische Krimis mit deutschen Schauspielern gehen auch nicht. Deutsche Krimis sehe ich übrigens nur ganz ganz selten, die finde ich auch zu brutal.

Im Laufe der Zeit hat sich herauskristallisiert, dass es doch ganz bestimmte Krimis und Krimiserien gibt, die mir richtig gefallen und

mein empfindliches Nervenkostüm nicht über Gebühr beanspruchen,

so dass die positiven Aspekte des Rätselns und Nachdenkens sich entfalten können. Zum Beispiel sehe ich sehr gerne alle Donna Leon Verfilmungen, die spannend sind (aber nicht allzu sehr) und bei denen man viel von Venedig sehen und erfahren kann.

hochsensible Ermittler nehmen alles unter die LupeMeine Superhelden und -heldinnen

Es gibt natürlich auch Krimis, bei denen der Fokus ganz anders gesetzt ist, weniger auf dem Verbrechen, als auf den psychologischen Motiven dafür. In diesem Sinne mag ich die Serie Cold Case wahnsinnig gern, Action- und Brutaloszenen fehlten dort völlig und es wurden häufig bestimmte gesellschaftliche Probleme aus den unterschiedlichsten Epochen thematisiert. Detective Lilly Rush und ihr Team gingen dabei meistens sehr feinfühlig und empathisch ans Werk. Für mich ist die Figur von Lilly Rush ganz definitiv hochsensibel. Ganz besonders gelungen fand ich, dass häufig die „Verbrecher“ auch dargestellt wurden, wie sie zur Zeit des Verbrechens waren und es gab in jeder Folge den Aspekt der Entwicklung, die Menschen im Laufe ihres Lebens durchlaufen und der Tragik aufgrund von falschen getroffenen Entscheidungen. Natürlich stand der Gerechtigkeitsaspekt  dabei ganz weit oben, wenn die Täter ihrer Strafe zugeführt wurden, aber dies enthielt auch immer etwas sehr Versöhnliches … Gelegentlich ist diese Serie noch im Fernsehen zu sehen, auf DVD scheint sie aufgrund von musikrechtlichen Problemen nicht erhältlich. Für mich jedenfalls ein totales Highlight in der Krimilandschaft - etwas Vergleichbares habe ich bislang nicht gesehen.

Mittlerweile bin ich den britischen Krimis verfallen

Das hat verschiedene Gründe. Zum einen fühle ich mich auf der Insel auf gewisse Weise emotional einfach zu Hause (ich glaube, in einem früheren Leben muss ich dort irgendwo gelebt haben), zwei wunderschöne Urlaube, in denen ich in Schottland, Cornwall und dazwischen herumgereist bin, haben sich mit ihrer Landschaft in mein Gehirn gefräst um niemals wieder mehr vergessen zu werden. Schon, wenn ich ein Setting in einem britischen Krimi sehe, weiß ich, es gibt diese unglaublich malerischen Dörfer, ich habe sie selbst mit meinen eigenen Augen gesehen. Es gibt auch diese etwas schrulligen Menschen mit sonderbaren Festen und skurilen Wettbewerben …

Dazu kommt noch, dass auf der Insel die Ermittler jeweils ihre spezielle Stadt haben, in der sie ermitteln. Es ist natürlich toll, viel von einer Stadt zu sehen, die mir selbst total gut gefällt. Von daher mag ich Case Histories sehr gerne (Edinburgh) und Inspektor Barnaby, dessen Fälle zwar in einer fiktiven Stadt spielen, aber an verschiedenen Orten gedreht wurden, die für mich durchaus repräsentativ sind. Für mich steht hier definitiv weniger das Verbrechen an sich im Vordergrund, sondern eher die eher augenzwinkernde Darstellung schrulliger Menschen mit schrulligen Leidenschaften - aber einige Folgen fand ich dann doch sehr gruselig und musste oft weggucken.

Jetzt habe ich aber zwei neue Lieblinge: die eine ist die Serie Lewis, weil sie in Oxford spielt und dies eine Stadt ist, die unter meinen Top5 toller Städte weltweit rangiert. Außerdem habe ich dort einen Charakter ausgemacht, der sich später als hochbegabt entpuppen wird und der zu meinem absoluten Liebling avanciert ist. DS Sergent Jim Hathaway ist kein Mann großer Worte, hat aber Theologie studiert und war schon auf dem Weg ins Priesteramt, als er sich entschloss, die Ausbildung abzubrechen und bei der Polizei einzusteigen. Er kann und weiß einfach alles … was mich bei jedem anderen Charakter nerven würde, bei ihm aber nicht … agiert immer vorausschauend und ist für mich die Verkörperung der guten hochsensiblen Eigenschaften schlechthin.

Ebenfalls in Oxford spielt die neue Serie Der junge Inspektor Morse, die etwas mit der Serie Lewis zu tun hat, denn Inspektor Morse war der Vorgesetzte von Lewis und ist eine eigenständige Figur (Die Romanvorlagen stammen beide von Colin Dexter). Der junge Inspector Morse spielt Mitte der 60er Jahre, als Morse sein Studium hinschmeißt und zur Polizei geht. Er ist ein wirklich zarter Charakter, der ungeheure Schwierigkeiten und Stress mit den rauen Sitten bei der Polizei hat und eigentlich immer seinen Job schmeißen will. Und natürlich hat er völlig eigene Ermittlungsmethoden, die sich von denen der anderen Beamten unterscheiden. Ich finde ihn einfach herrlich … Aktuell läuft die Serie sonntags um 18:45 auf ZDFneo. Kleiner Nachtrag: Beim Schreiben dieses Beitrages war mir nicht bewusst, dass diese Folgen meist als Doppelfolgen laufen. Achten Sie auf Sendezeiten ab ca. 17 Uhr.

Weibliche Ermittlerinnen

Es gab ein wunderbares weibliches Ermittlungsteam in der britischen Fernsehlandschaft: Scott & Bailey. Allerdings sehr modern, daher eher auch mit vielen Gewaltszenen und meistens erst so später Stunde ausgestrahlt, dass ich mich nie richtig hineinfinden konnte …

Und natürlich finde ich die Ermittlerin Kate Beckett aus Castle einfach wunderbar. Nicht nur für ihre nüchterne Art und ihren scharfen Verstand - ich gebe zu, ich bin eine heimliche Bewunderin ihrer coolen Outfits … Allerdings gehört Castle in diese Ermittler-Aufzählung eigentlich nicht so richtig hinein, weil mich an dieser Serie weniger die Kriminalfälle interessieren (zumal die Serie ja auch amerikanisch ist), sondern eher die Interaktion zwischen der Ermittlerin und dem Schriftsteller …

So, jetzt sind Sie gefragt! Mögen Sie Krimis? Welche Charaktere in Büchern und Filmen gefallen Ihnen besonders oder bewundern Sie? Warum? Kennen Sie Charaktere, die hochsensible Eigenschaften in absolute Vorzüge und Alleinstellungsmerkmale verwandeln? Wie gehen Sie mit der Gewalt in Kriminalliteratur und Filmen um?  Oder: wie müsste ein Ermittlercharakter oder ein Krimi gestrickt sein, damit er Ihnen gefällt? Vielleicht fällt Ihnen dazu ja noch etwas ganz Anderes ein.

So nehmen Sie an dieser Blogparade teil:

Veröffentlichen Sie auf Ihrem Blog einen Blogartikel zu diesem Thema, weisen Sie auf diese Blogparade hin und setzen Sie einen Link auf diese Seite. Senden Sie den Link zu diesem Artikel in den Kommentaren. Die Blogparade läuft bis zum 31. Januar 2018.

Ich freue mich auf Ihre Einsendungen und bin schon sehr gespannt!

Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

 

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

Lernen Sie hier die Basics der Klopfakupressur

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

Krebs ist wenn man trotzdem lacht – eine Rezension

Krebs ist wenn man trotzdem lacht – eine Rezension

GESUNDHEIT BÜCHER

KREBS IST
WENN MAN TROTZDEM LACHT
EINE REZENSION

Foto: Ruth Frobeen

Ich muss zugeben, als ich das erste Mal das Buch der Autorin Sabine Dinkel „Krebs ist, wenn man trotzdem lacht“, in den Händen hielt, bin ich innerlich ein bisschen zurückgezuckt vor dem Titel, der mir ganz plötzlich etwas anstößig erschien. Ich las weiter „Wie ich von heute auf morgen Krebs hatte und wieder zu neuem Lebensmut fand“ und riss ich mich zusammen (schließlich wollte ich dieses Buch unbedingt rezensieren. Beherzt schlug ich die erste Seite auf und begann zu lesen.

Schon im ersten Kapitel begann ich zu kichern.  Sabine Dinkel hat einfach einen ganz unnachahmlichen Schreibstil, unglaublich komisch, ein bisschen schnoddrig, ehrlich, selbstironisch und voller Humor. Bei alledem ist „Krebs ist, wenn man trotzdem lacht“ eigentlich

ein unglaublich informativer Ratgeber,

den man gerne allen Menschen mit doofen Krankheiten in die Hand drücken möchte, weil er eine sehr aufrührerische und mitreißende Energie hat. Und das alles, ohne die LeserInnen mit Samthandschuhen anzufassen. Nein, Sabine Dinkel hat eine andere Taktik: neue Begriffe müssen her: der Krebs wird zur Schnieptröte, die Krebs-Diagnose zur Doof-Diagnose, Metastasen zu Doofmanns-Gehilfen, die Chemo zur Schorle grün-weiß …

Die Autorin wurde eines Tages selbst ganz überraschend mit der Diagnose Eierstock-Krebs konfrontiert. Die vorhandene Literatur fand sie viel zu runterziehend, ungeeignet für die in dieser Zeit so ungemein wichtige moralische Unterstützung. Also schrieb sie selbst nach einer Zeit der Eingewöhnung auf „Planet Schnieptröte“ das Buch, das sie zum Zeitpunkt der Diagnose gerne gehabt hätte.

Inhaltlich ist das Buch wunderbar organisiert

Zum einen geht es sehr viel um Organisatorisches und auch wenn das ein wenig drüsch klingt, fand ich einiges davon geradezu revolutionär: zum Beispiel, dass man sich ein richtiges Helferteam zusammenstellt, das nur zum Teil aus medizinischem Fachpersonal besteht. Dazu gehören z. B. auch Freunde, Verwandte und Bekannte, die z. T. auch bestimmte Aufgaben übernehmen können wie sich um Haustiere kümmern, Blumen gießen usw.

Oder dass man sich die Zeit nimmt, Fachmediziner zu suchen, mit denen man sich wohl fühlt, ebenso wie Psychoonkologen (den Begriff hatte ich noch nie zuvor gehört). Oder wie man seine Unterlagen sortiert, mit medizinischem Fachpersonal umgeht usw.

Letzten Endes geht es darum, dass man diese organisatorischen Fragen bewusst im Sinne des eigenen Wohls regelt, anstatt sich einfach nur irgendwie durchzuwurschteln und sich mit den Gegebenheiten abzufinden.

Das allerwichtigste ist aber:

Wie gehe ich mit mir selbst um?

Wie begegne ich dem Krankheitsstress, was kann ich tun, um trotzdem den Kopf oben zu halten, mich selbst nicht aufzugeben, wie und wohin kann ich meine Gedanken steuern (denn das geht!), was kann ich für mich tun, wenn unangenehme Dinge anstehen, vor denen ich mich vielleicht fürchte, wie Behandlungen, Operationen, Gespräche usw. Was ist, wenn Metastasen auftreten? Wie kann ich souverän bleiben oder meine Souveränität zurückbekommen?

„Lachen kann einem die schlechte Laune verderben“

Alleine, wenn ich diesen Spruch angucke, muss ich kichern. Humor ist für die Autorin ein Schutzfaktor erster Klasse und Humor zieht sich durch das Buch von der ersten bis zur letzten Zeile. Ich bin sicher, ich habe noch nie einen so lustigen Ratgeber gelesen. Und das liegt nicht daran, dass ich keine primär Betroffene bin, denn ich komme im Freundes- und Bekanntenkreis immer häufiger mit Krebs in Berührung.

Apropos Freundes- und Bekanntenkreis: Auch für Angehörige, Familie und Freunde gibt es ein Kapitel, das ich extrem hilfreich fand. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es sein kann damit umzugehen, Angst zu haben, etwas Falsches zu sagen, nicht genug Unterstützung zu bieten usw.

Beim Humboldt Verlag gibt es übrigens wunderbares Promomaterial, das Sie bestellen und weiterverteilen können , z. B. das Krebs Bullshit Bingo auf dem blöde Sprüche stehen wie „Man sieht es dir gar nicht an“ oder „Ach, das haben ja heutzutage so viele“, „Krebs ist doch auch eine Chance!“ usw.

Das Buch ist äußerst zielgruppenfreundlich gestaltet

Da das „Chemobrain“ einem schon mal das Gehirn vernebeln kann, so dass nicht sehr viel Konzentration vorhanden ist, ist der Text in sehr viele kleine Häppchen unterteilt, mit Sprüchen von MitpatientInnen und anderen Autorinnen garniert, so das das Buch wirklich sehr einfach zu lesen ist. An der Aufmachung des Buches ist mir auch das ausgewählte Papier ganz besonders aufgefallen, es ist schwer und glatt und schön anzufassen.

Alles in allem habe ich bei der Lektüre allerhand gelernt. Zwar weiß ich aus eigener Erfahrung, dass körperliche Gesundheit ein relativer Zustand ist, habe aber beim Lesen dieses Buches gemerkt, dass ich noch korrekturwürdige Überzeugungen habe, was Krebserkrankungen angeht. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Lesen Sie das Buch am besten selbst und /oder verschenken Sie es großzügig.

Von Sabine Dinkel werden Sie auf diesem Blog sicherlich noch mehr hören. Ein Interview mit der hochsensiblen Autorin ist in Arbeit 😉

Übrigens hat Frau Dinkel ihre Erfahrungen mit der Krebserkrankung auch in einem Comic verarbeitet, den Sie im Internet herunterladen können. Hier geht es zu Meine Arschbombe in die Untiefen des Lebens.

Hier geht es zum Blog von Frau Dinkel - und weil sie sehr aktiv ist in den sozialen Netzwerken, können Sie ihr gerne folgen unter den folgenden Links:

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P.S. Meine Vorbehalte wegen des Titels haben sich übrigens im Null Komma nichts aufgelöst. Wenn Sie das Buch lesen, werden Sie verstehen, warum.

Sabine Dinkel
Krebs ist, wenn man trotzdem lacht
Wie ich von heute auf morgen Krebs hatte und wieder zu neuem Lebensmut fand
humboldt Verlag, ISBN 978-3-86910-412-6
19,99 EUR

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Seminar: Besser umgehen mit Hochsensibilität

18.-19.11.17

Notzing, Erding

Anmeldeschluss: 16. Oktober 2017

 

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

Lernen Sie hier die Basics der Klopfakupressur

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

Dieser Schmerz ist nicht meiner – eine Rezension

Dieser Schmerz ist nicht meiner – eine Rezension

HOCHSENSIBILITÄT

Dieser Schmerz ist
nicht meiner – 
Eine Rezension

 

 

 

MONIKA RICHRATH

Auf dieses Buch habe ich richtig lange warten müssen. Seit das Erscheinen der deutschen Übersetzung in der Facebook Klopfkongress-Gruppe angekündigt wurde, war mir klar, dieses Buch möchte ich lesen und auf meinem Blog rezensieren, denn ich bin sicher, dass viele von Ihnen etwas damit anfangen können. Ich denke, gerade wir als hochsensible Menschen sind besonders empfänglich für die Erlebnisse unserer Vorfahren, die für uns unverständlich bleiben, so lange wir nicht wissen, wo sie herkommen.

Wie wir uns mit dem seelischen Erbe unserer Familie aussöhnen

lautet der Untertitel dieses vor kurzem erschienenen Buches, das sich mit den Folgen von Familientraumata über Generationen hinweg beschäftigt. Wenn wir unter unerklärlichen Ängsten oder sonderbaren Verhaltensweisen leiden, im Leben keinen Erfolg haben, immer wieder an Grenzen stoßen, die wir scheinbar nicht überwinden können, kann dies an einem Familientrauma liegen, das in uns weiterlebt, obwohl es uns nicht selbst zugestoßen ist. Ich habe erst vor relativ kurzer Zeit begonnen, mich mit

Familienforschung

zu beschäftigen, aber sehr schnell gemerkt, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte nicht nur äußerst spannend ist, sondern auch viele heilende Aspekte in sich birgt (mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass es das Verhältnis zu unseren Eltern verändern kann, wenn wir uns auf die Suche nach Hochsensibilität in unserer Familie machen). Von meiner Mutter habe ich eines Tages erfahren, dass der Vater meines Vaters an Multipler Sklerose litt. Unmittelbar nachdem meine Mutter mir dies erzählt hatte, spürte ich eine Veränderung in meinem Körper, wo sich im unteren Rückenbereich etwas löste - als seien mir sozusagen Steine vom Rücken gefallen.

In der Zwischenzeit ist meine Mutter gestorben und ich habe begonnen, meine Familiengeschichte aufzubereiten. Das ist alles andere als ein Klacks und geht immer nur in ganz kleinen Schritten. Zwischendurch brauche ich sehr viel Zeit um das Erfahrene zu verdauen.

Ich habe unerhörtes Glück

Die Ehe meiner Eltern bestand im wesentlichen aus Abwesenheiten. Diesem Umstand verdanke ich die erfreuliche Tatsache, dass es viele Briefe gibt, anhand derer ich die Vergangenheit meiner Familie rekonstruieren kann. Und ohne jetzt auf die Einzelheiten eingehen zu wollen, kann ich doch sagen: nichts ist so, wie ich geglaubt habe. Mir ist außerdem schon seit längerem klar, dass ich mich unbedingt mit meinem schon in den 1970er Jahren gestorbenen Vater auseinandersetzen muss. Vor dieser Auseinandersetzung habe ich mich lange Zeit gedrückt. Vielleicht hat mich deshalb das Thema von Mark Wolynn so angesprochen.

Ich weiß, ich schreibe das oft (aber es ist jedesmal wahr!), aber dieses Buch wird mein Leben verändern. Vielleicht sogar auf den Kopf stellen, wer weiß.

Wir sind mit unserer Familie über Generationen hinweg verbunden

und daran ändert sich auch nichts, wenn wir diese Verbindung oder einzelne Familienmitglieder ablehnen. Es kann vorkommen, dass wir heute Traumata ausleben, die andere Menschen vor uns erlebt haben, wie die Eltern oder sogar auch die Großeltern oder andere Personen im Familienverband. Ich denke, dass für uns als hochsensible Kriegskinder und Kriegsenkel es besonders wichtig ist, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, weil es vermutlich kaum eine Familie gibt, die nicht in irgendeiner Art und Weise von den Spätfolgen des zweiten Weltkriegs betroffen ist. Gerade für meine Generation der Kriegsenkel ist es besonders schwierig, denn entweder wollen die Eltern nicht über das reden, was sie im Krieg erlebt haben oder sie reden die ganze Zeit darüber. Das Fatale daran ist: wir müssen nicht einmal etwas wissen über die Traumata unserer Vorfahren, damit sie unser Leben lenken und bestimmen.

Hier kommt Mark Wolynn mit seinem Buch ins Spiel

Er möchte uns LeserInnen dabei unterstützen, unser Leben heute zu verbessern, indem wir herausfinden, was mit unseren Ahnen geschehen ist und ihnen und uns dabei helfen, sich damit auszusöhnen. Seine Vorgehensweise dabei ist bestrickend einfach und genial.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt:

in Teil I. (Das seelische Erbe unserer Familie) geht es um allgemeine Grundlagen, wie z. B. die Auswirkung von Stress auf gegenwärtige und künftige Generationen. Es geht darum, was passiert, wenn unser Fluss der Lebenskraft unterbrochen wird, und was diesen Fluss unterbricht.

Lt. Wolynn sind vier Themen dafür verantwortlich:

  1. Verschmelzung mit einem Elternteil
  2. Ablehnung eines Elternteils
  3. Bruch in der frühen Bindung mit der Mutter
  4. Identifikation mit einem anderen Mitglied unseres Familienverbandes

Immer wieder gibt es kleine Übungen zur Vertiefung des Gelesenen, die es ziemlich in sich haben, zum Beispiel soll man sich vorstellen, die Eltern oder eine Elternenergie vor sich zu haben und sich vorzustellen, dass von den Eltern eine lebensspendende Kraft zu einem fließt. Wie viel davon ankäme? Von meinem Vater bekam ich in meiner Vorstellung schlappe 5 %. Die 100 % konnte ich übrigens auch mit meiner Mutter nicht voll machen. Höchst aufschlussreich …

In Teil II. „Die Erforschung unserer Schlüsselsprache“ geht es darum, wie wir herausfinden können, welche Traumata in unserer Familie leben. Auch hierzu gibt es Übungen. Mark Wolynns Konzept ist zwar einfach (im Sinne von nicht kompliziert), aber absolut schlüssig. Mir war zwar immer klar, dass das Thema meiner Familie „Bindung“ ist, aber ich habe noch ganz neue Ideen bekommen, über eine Sache, die mich im Grunde genommen seit meiner Kindheit verfolgt. Nun frage ich mich, ob das wirklich meins ist?

Am meisten war ich auf Teil III gespannt „Die Verbindung wieder herstellen“. Mark Wolynn weist uns eindringlich darauf hin, dass immer dann, wenn wir jemanden aus unserer Familie ablehnen, wir uns selbst ablehnen. Ja, die Ablehnung kann sogar dazu führen, dass wir keinen Erfolg im Leben oder mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Die Vorschläge, die der Autor uns hierzu macht, sind sehr einfach umzusetzen, ich für meinen Teil weiß jedoch schon, dass es ein längerer Prozess werden wird - den ich auch gerne in Angriff nehmen möchte, ohne stets die Rezension im Hinterkopf haben zu müssen. Denn ich betrachte mich im Grunde genommen als eine vaterlos aufgewachsene Person. Ein einziges, wie ich finde, herzzerreißendes Foto gibt es für mich, auf dem ich mich mit meinem Vater verbinden kann: mein Vater auf dem Schoß einer Nonne in einer Kinderbewahranstalt. Immer, wenn ich dieses Foto ansehe, könnte ich weinen. Mein erster Plan ist es, Fotos von meinen Eltern als Babies auf kleine Leinwände abziehen zu lassen und diese aufzuhängen und mit ihnen zu sprechen. Mir ist schon ein wenig mulmig, meinen Vater nach 40jähriger Abwesenheit wieder „in mein Leben zu lassen“, aber ich bin sicher, dass Mark Wolynn recht hat. Meine Mutter ist als Energie übrigens seit ihrem Tod so präsent in meinem Leben, wie sie es zu Lebzeiten nie war …

Die Schlüsselsprache von Beziehungen

Ein Kapitel von Dieser Schmerz ist nicht meiner fand meine ganz besondere Aufmerksamkeit und Begeisterung. Ich finde, dieses Kapitel sollten alle Menschen lesen, die in irgendeiner Form Schwierigkeiten in Beziehungen haben, unter Bindungsängsten, Bindungsschwierigkeiten usw. leiden. Hier erfahren Sie nämlich warum. Mark Wolynn beschreibt sehr anschaulich „21 unsichtbare Dynamiken, die sich auf Beziehungen auswirken können“. Es ist einfach etwas ganz anderes, zu wissen, in meiner Familie ist das und das passiert oder mir ist das und das passiert und zu lesen und zu verstehen, welche Auswirkungen das auf unsere Beziehungen haben kann. Dazu passt die sehr wunderbare Übung einen Vergleich zu ziehen zwischen der aktuellen Beziehung und einem Muster der Familiengeschichte. (Das sind übrigens Elemente, die auch in den Klopfakupressur-Sitzungen mit meinen KlientInnen häufig zum Tragen kommen). Sicherlich ist es sehr nutzbringend, wenn Sie die Erkenntnisse aus diesem Buch zum Klopfen verwenden, um sich weitezuentwickeln.

Die Schlüsselsprache des Erfolgs

Auch das 13. Kapitel hat mir außerordentlich gut gefallen. Von den 21 Fragen zum Thema Erfolg hätte ich schon 10 mit ja beantworten können … In

die Schlüsselsprache als Medizin

geht es schließlich darum, wie wir selbst Traumata in unserem Körper heilen können, mit ganz einfachen Gesten und Gedanken, z. B. indem wir zu uns selbst sagen „ich bin hier“, oder „ich tröste dich“, „ich bin bei dir“ usw.

Mein Fazit

Ein wirklich tolles Buch, dem ich eine große und breite Aufmerksamkeit wünsche. Sachlich und trotzdem liebevoll nimmt Mark Wolynn uns Leser an die Hand, damit wir diesen notwendigen Schritt der Aussöhnung ohne Angst beginnen. Ich für meinen Teil bin sicher, dass ich das Buch noch öfter lesen werde und es in meinem Bücherschrank einen festen Platz bekommt.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Haben Sie auch etwas aus Ihrer Familie übernommen, das Sie gerne loswerden möchten?

Ihre
Monika Richrath

„Dieser Schmerz ist nicht meiner„, Kösel, 2017, ISBN 978-3-466-34655-4 € 17,99

 

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

Lernen Sie hier die Basics der Klopfakupressur

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

Hochsensibilität und die berufliche Selbständigkeit – Eine Rezension

HOCHSENSIBILITÄT BÜCHER

Hochsensibilität und die berufliche Selbständigkeit
- Eine Rezension

MONIKA RICHRATH

„Zarte Mimose in einer Gemeinschaft übermächtiger Grizzlybären“

„Wie sich ein Sensibelchen selbständig machte und seine Lösung für das hochsensible Berufsleben fand“ lautet der Untertitel des frisch erschienenen Buches von Sandra Tissot. Ich gebe zu, ich habe mich wahnsinnig gewunden über dem „Sensibelchen“ gleich auf der Titelseite. Ich musste mir vermehrt vor Augen führen, dass viele Bewegungen auf der Welt Begriffe, die eigentlich Beschimpfungen waren, umgewandelt haben in starke, selbstbewusste Bezeichnungen - allerdings bezweifele ich ein wenig, dass dies mit dem Begriff „Sensibelchen“ auch so funktionieren wird …

Aber nun zum Buch selbst. Für meine Begriffe füllt es unbedingt eine Lücke in der Literatur für und/oder über hochsensible Menschen, da diese häufig eine Affinität zur beruflichen Selbständigkeit besitzen. Frau Tissot zeigt uns, dass es hierbei um weit mehr geht, als nur um die Gestaltungsmöglichkeiten einer Tagesstruktur, die sich besser an hochsensible Bedürfnisse anpassen lässt.

„Zarte Mimose in einer Gemeinschaft übermächtiger Grizzlybären“

Wie ließe sich das besser verdeutlichen als durch das Erzählen der eigenen Biografie? Im ersten Teil nimmt die Autorin uns mit in ihren Büroalltag als Marketingleiterin eines von Männern dominierten Softwareunternehmens.  Dort fühlt sie sich wie eine „zarte Mimose in einer Gemeinschaft übermächtiger Grizzlybären“. Schon bald wird ihr klar,  dass sich die vermeintlichen Sicherheitsaspekte ihres guten Jobs mehr und mehr als Illusion erweisen. Das dringend benötigte dicke Fell will einfach nicht anwachsen. Allein das Klingeln des Telefons versetzt den ganzen Körper in Alarmbereitschaft, ganz zu schweigen von der grundsätzlichen Reizüberflutung durch das Arbeitsumfeld.

Darüberhinaus muss sie als Marketingleiterin die Sekretärin und Telefonistin geben, kann aber weder ihre eigentlichen Fähigkeiten auf dem Marketinggebiet, noch ihre sozialen Fähigkeiten zum Wohle der Firma einsetzen, weil sie immer wieder von ihrem Vorgesetzten ausgebremst wird.

Ihre Frustration am Arbeitsplatz nimmt zu

Immer mehr fühlt sie sich durch das vordefinierte Arbeitsumfeld eingesperrt, abhängig und fremddefiniert. Die unternehmerischen Fehlleistungen ihres Chefs muss sie mit ausbaden - durch sinnlose Arbeit und unbezahlte Überstunden. Bis sie an ihre körperlichen Grenzen stößt und eine Autoimmunerkrankung entwickelt: eine massive Überfunktion der Schilddrüse namens Morbus Basedow. Sie lässt sich operieren und die Schilddrüse entfernen. Danach ist alles anders. Ihr wird klar:

das Leben ist endlich

Zunächst kehrt sie in ihren Arbeitsalltag zurück, merkt dann aber immer häufiger, dass es so nicht geht, dass sie einfach aufhören möchte, jeden Tag zur Arbeit zu fahren, weil es von ihr erwartet wird.

Befreiungsschlag

Langsam wächst in ihr der Wunsch nach einer beruflichen Selbständigkeit. Darum geht es im zweiten Teil. Frau Tissot zeigt uns, was notwendig ist, und nimmt uns mit auf aberwitzige Gänge bei einer gewissen Agentur,  zum Gewerbeamt usw.

Der dritte Teil des Buches befasst sich mit der unternehmerischen Realität

Was bedeutet es, als hochsensibler Mensch beruflich selbständig zu sein? Welche Vorteile und Trümpfe bringe ich mit, was ist eher hinderlich oder schwierig? Denn nun ist nicht alles eitel Sonnenschein. Ganz im Gegenteil. Neue Herausforderungen warten, die man nun wirklich selbst bewältigen muss, wie z. B. die Kundenakquise. Stressbewältigung bleibt nach wie vor ein großes Thema (Selbständige neigen dazu, in der Selbständigkeit wesentlich mehr zu arbeiten als in einem 0815-Job), nun aber in Selbstverantwortung.

Frau Tissot befasst sich in diesem dritten Teil besonders mit einigen Themen. Zum Einen räumt sie auf mit dem Begriff der Super-Mom (die sowohl berufliche Selbständigkeit, als auch Kindererziehung etc. spielend managt), zum anderen weist sie uns auf zwei äußerst wichtige Dinge hin: die Familie und der Halt, den sie uns bieten kann (wenn wir unser Leben mit unserem Partner/unserer Partnerin dementsprechend einrichten) und „das Glück“. Zuerst habe ich ein bisschen gestutzt bei der Auflistung der vielen Glückszitate, aber es funktioniert, mich haben sie jedenfalls glücklich gemacht … Frau Tissot erklärt anschließend anhand dieser Zitate, warum bestimmte Dinge für Hochsensible unabdingbar sind. Das ist sehr schön gemacht.

Sehr gut gut gefallen haben mir ebenfalls die klare Struktur des Buches und die vielen Fragen, die die LeserInnen sich nach jedem Unterkapitel stellen können. Wenn Sie also mit dem Gedanken liebäugeln, sich selbständig zu machen, ist „Hochsensibilität und die berufliche Selbständigkeit“

ein äußerst nützlicher Ratgeber,

in dem Sie sich mit Fragen auseinandersetzen können, die sich durch die Hochsensibilität ergeben und die Sie so vermutlich nicht in anderen Ratgebern zur Existenzgründung finden werden. Mein persönliches Plus an diesem Buch war die Auseinandersetzung mit meiner eigenen Vergangenheit als Arbeitnehmerin - und die Erkenntnis, dass sowohl Fremdbestimmung als auch Sinnlosigkeit (mit der ich als Arbeitnehmerin häufig zu tun hatte) die beiden Elemente sind, die mich als hochsensibler Mensch auf dem normalen Arbeitsmarkt wirklich ausgehöhlt haben …

Ich hoffe, ich konnte Ihr Interesse wecken, ohne allzuviel über den Inhalt zu verraten, lesen Sie am besten selbst.

Wie geht es Ihnen als hochsensibler Mensch in der Selbständigkeit? Welche besonderen Tipps haben Sie für andere?  Wie immer freue ich mich von Ihnen zu hören.

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

Hochsensibilität und die berufliche Selbständigkeit
Sandra Tissot
Dielus
ISBN 978-3-9817975-6-5
19,99 €

 

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

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Die von mir angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

„EFT Klopftechnik für Hochsensible“ – Buchbesprechung mit Selbstversuch

KLOPFAKUPRESSUR - HOCHSENSIBILITÄT

„EFT Klopftechnik  für Hochsensible“
Buchbesprechung mit Selbstversuch

BEATE FELTEN-LEIDEL

Am Anfang Bedenken: Als ich gebeten wurde, ein Buch über EFT für Hochsensible zu rezensieren, hielt ich das für gar keine gute Idee. Hochsensibel bin ich zwar (und wie!), aber ich glaube nicht an „so was“. Klopfsätze formulieren? Meridianpunkte mit den Fingerspitzen beklopfen? Was soll das? Dabei kommt man sich doch bestimmt total „bekloppt“ vor!

Eine Verfechterin der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bin ich auch nicht, obwohl mir Qi Gong einmal in einer schwierigen Lebensphase tatsächlich nachhaltig geholfen hat. Zu Beginn des Unterrichts haben wir uns damals übrigens auch immer „abgeklopft“, und dieses „Abklopfen der Energiebahnen“ fühlte sich gleichzeitig entspannend und belebend an. Akupunktur dagegen, ein anderer Stützpfeiler der TCM, bewirkte bei mir eher das Gegenteil. Ich fühlte mich danach stundenlang wie ein pulsierendes kreiselndes menschliches Nadelkissen, obwohl die Dinger längst nicht mehr in mir steckten. Für Akupunktur ist meine Haut offenbar viel zu hochsensibel.

Geduld und Eigeninitiative erforderlich

Inzwischen habe ich das Buch von Monika Richrath gelesen, und bin positiv überrascht. Es ist kein „normales“ Buch, das man in einem Rutsch liest. Es ist eher ein Arbeitsbuch, das den Leser mit vielen „Satz-Übungen“ immer wieder auffordert, sich kritisch, aber liebevoll mit eigenen Verhaltensweisen, Denkmustern, erlernten Lehrsätzen, Befindlichkeiten, Körperempfindungen, „Schwachpunkten“ zu beschäftigen, aber auch die Stärken nicht zu vergessen. Im Mittelpunkt stehen dabei in der Tat die speziellen Problembereiche von Hochsensiblen. Allerdings wird vom Leser einiges an Eigeninitiative erwartet. Vor allem Disziplin und Geduld. Man sollte die Übungen nämlich am besten so häufig und regelmäßig durchführen, dass sie einem in Fleisch und Blut übergehen. Das dauert ein paar Tage. Leider fühlt man sich dabei genau so „bekloppt“ wie ich befürchtet hatte. Jedenfalls zunächst. Als mein Mann mich zufällig „beim Klopfen“ überraschte, reagierte er höchst erheitert, was ich gut nachvollziehen kann. Hätte ich auch. Ich machte trotzdem weiter. Schließlich versichert Monika Richrath immer wieder in ihrer sympathisch beruhigenden Art, dass sich ein (positiver) Effekt meist erst nach zwei Wochen einstellt. Okay. Zwei Wochen würde ich ja wohl durchhalten! Also fleißig klopfen, auch wenn es sich noch so „komisch“ anfühlt. Und das zwei- bis viermal am Tag, bei mir morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen. Heimlich und ungestört. Glücklicherweise verschwindet irgendwann das „alberne“ Gefühl. Aber erst nach ungefähr einer Woche. Danach geht es ganz leicht.

Katze mit EFT Klopftechnik für Hochsensible

Traumproblem und Überraschungsgäste

Da ich mit meiner Hochsensibilität in recht gutem Einvernehmen lebe, wusste ich zunächst gar nicht, welchen „Testbereich“ ich für mich wählen sollte. Schließlich entschied ich mich für ein gerade mal wieder akutes „Störfeld“. Seit Jahren ärgere ich mich darüber, dass ich von einer Person träume, mit der ich schon seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr habe. Im Moment war es wieder mal besonders schlimm, und das nervte. Ich habe im Laufe der Jahre so gut wie alles versucht, um diese lästige Person „loszuwerden“, Rituale, Autosuggestion, luzides Träumen, sogar mehrere Therapiesitzungen, alles ohne Erfolg. Mein Klopfsatz lautete: „Obwohl ich so oft von K. träume, bin ich frei und ohne Groll“.  Das klopfte ich fortan zwei Mal täglich.  Merkwürdigerweise setzte die Wirkung fast sofort ein, seit dem Tag, an dem ich zum ersten Mal meinen Satz aussprach, ist  die lästige K. mir nicht mehr erschienen. Das ist jetzt vier Wochen her. So lange war sie noch nie abwesend! Als hätte mich die genaue Ausformulierung und das gedankliche Loslassen tatsächlich endlich befreit. Doch das ist nicht alles! Zu meiner Verblüffung ersetzte sie mein traumschaffendes Unterbewusstsein mit einem Riesenaufgebot von faszinierenden Ersatzdarstellern.  Sogar Audrey Hepburn, Barack Obama und Harrison Ford (in jungen Jahren) haben mich inzwischen im Traum besucht. Eindrucksvoll. Ich genieße es.

Um den Schlaf gebracht – ob das wohl klappt?

Klopfproblem 2 war bedeutend schwieriger. Seit einiger Zeit kann ich auffallend schlecht schlafen. Ich fürchte, dass mich die momentane Weltpolitik in Angst versetzt und um die Nachtruhe bringt. Immer wieder schrecke ich auf und finde nur schwer zurück in den Schlaf. Sogar mit Ersatzdarstellern und ohne die Auftritte von K.! Ich überlegte mir daher einen zweiten Klopfsatz: „Auch wenn ich diese Schlafstörungen habe, akzeptiere ich mich voll und ganz.“ Lange tat sich nichts. Aha, das funktioniert also nicht! Nach ein paar Tagen fielen mir „spontan“ allerlei Dinge auf, die ich unbedingt ändern sollte. Das Handy bekam Schlafzimmerverbot. Der Wecker mit den grellen Leuchtziffern wurde so gestellt, dass ich ihn nicht mehr sehen kann. Ich kaufte mir neue Ohrstöpsel, die richtig schön dicht sind und alles ausblenden. Mir fiel ein, dass ich eine Handcreme habe, die angenehm nach Orangen duftet. Damit creme ich mir jetzt abends die Hände ein und finde es sehr entspannend. Inzwischen schlafe ich schon etwas besser. Ob es an der neuen Schlafhygiene liegt oder am Klopfen, weiß ich nicht. Aber ohne die Ausformulierung des Klopfsatzes hätte ich mein nächtliches Umfeld wahrscheinlich nicht geändert, denn mir war vorher nicht bewusst, was mich nachts so alles stresst. Mal sehen, wie es weiter geht. Den Traumsatz habe ich seit zwei Wochen nicht mehr „gebraucht“, K. bleibt weiterhin verschwunden, und die Überraschungsgäste besuchen mich trotzdem noch. Die Schlafstörungen werde ich versuchsweise noch eine Weile beklopfen. Vielleicht tut sich da ja auch noch was?

Aufbau und Intention des Buchs

Das Buch ist gut und verständlich aufgebaut. Am Anfang steht die persönliche Einleitung der Autorin, in der sie beschreibt, wie nachhaltig EFT ihr eigenes Leben verändert hat.  Es folgen kleine Kapitel über Stress, eine genaue Einführung in die EFT-Klopftechnik und ein Kapitel über HS mit einer Checkliste „Symptome Hochsensibilität“. Gut lesbar und für Hochsensible sowohl informativ als auch interessant sind auch die Anfänge der einzelnen Kapitel (etwa zu Stress, Erschöpfung, dem Gefühl, „anders“ zu sein, zu Abgrenzung, Loslassen, Beziehungsprobleme und chronischen Krankheiten.) Immer wieder gibt es Fallgeschichten aus Monika Richraths Coaching Praxis und umfangreiche Tabellen mit vielen verschiedenen Sätzen aus diversen HS-Problembereichen, die individuell ergänzt werden können. Hier ist sicher für jeden etwas dabei. Selbst wenn man diese Teile nur liest und nicht „beklopft“, wird einem vieles bewusst, das man vielleicht ändern oder weniger kritisch betrachten sollte. Ziel ist ein liebevoller, verständnisvoller Umgang mit den besonderen (gelegentlich durchaus lästigen) Eigenheiten der Hochsensibilität, dem eigenen Körper, unterdrückten und vernachlässigten Gefühlen, Anforderungen, Überforderung, Belastungen, Reizüberflutung, Ängsten und Stress. Wer sich unsicher ist, ob er auch alles „richtig“ macht, hat die Möglichkeit, die Autorin zu kontaktieren und nachzufragen (sie reagiert sehr schnell und hilft einem geduldig weiter) oder sich ihre Videos im Internet (zu denen im Text Links aufgeführt werden) anzusehen. Am Ende des Buchs gibt es noch ein kleines Kapitel mit besonderen Tipps und Tricks. Monika Richraths Stil ist freundlich und einfühlsam, immer ermutigend, nie aufdringlich oder belehrend, und man merkt, dass sie von dem, was sie vermittelt, zutiefst überzeugt ist. Mir hat das Klopfexperiment wider Erwarten gefallen, und ich werde es genau wie meine Kurzmeditationen (mit denen ich mich am Anfang auch ziemlich schwer tat) sicher auch in Zukunft nutzen.

Beate Felten-Leidel

Beate Felten-Leidel

Autorin

ist freie Schriftstellerin und literarische Übersetzerin und lebt mit ihrem Mann und ihren Katzen in Köln. Sie hat selbst ein autobiografisches Buch über Hochsensibilität geschrieben.“

Webseite

Autorenseite Amazon

Autorenseite Psychiatrie Verlag

 

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