Hochsensibilität und Karneval muss sich keinesfalls ausschließen. Meine Erfahrung ist, dass es unter Beachtung einiger Vorsichtsmaßnahmen auch als HSP gut gelingen kann, durch das närrische Treiben zu kommen: Dazu gehören z. B. der Besuch von kleinen Veedelszügen (für nicht ReinländerInnen: Karnvals-Umzüge, die in einzelnen Stadtvierteln stattfinden), bei denen sich zwangsläufig die Besucherzahl in Grenzen hält, Vermeidung der Innenstadt am Rosenmontag, mit einer großen Gruppe von nicht zum Lärmen neigenden FreundInnen unterwegs sein, für gute Getränke und Verpflegung unterwegs sorgen etc. pp. Gute Erfahrungen eigentlich, auf die ich mit meiner Hypersensitivität weiter bauen wollte.

Vielleicht haben Sie schon mal vom Kölschen Grundgesetz gehört? Von § 5 „Nix bliev wie et wor“ fühle ich mich gerade sehr betroffen. Seit Wochen macht sich bei mir eine Beklemmung breit, wann immer ich an einem für Karneval geschmückten Geschäft vorbeikomme. (Und glauben Sie mir, hier im Rheinland bereitet man sich sehr akribisch schon Wochen im Voraus auf die Karnevalszeit vor.) Für mich fühlt sich das an wie: Du kannst dem nicht entgehen. Dazu tragen die weiteren Vorbereitungen ein Übriges bei: Z. B.wurde in ca. 50 Meter Luftlinie von meiner Wohnung entfernt ein riesiges Zelt aufgebaut und auch schon mal ein bisschen Karneval geübt. (Das geht hier - außer am Aschermittwoch - immer!) Au weia. Zumindest weiß ich jetzt, dass ich einen Notfallplan brauche. Zum Glück liegt der Wald direkt vor der Haustür.

Da ich im Augenblick rundherum ziemlich angeschlagen bin, fremdele ich ganz schön und fühle mich am wohlsten wenn ich entweder allein, zu zweit oder in kleinem Kreis bin und ruhigen, unaufgeregten Tätigkeiten nachgehe. Wenn ich mich mir in einem Pulk von Menschen vorstelle, viele gröhlend, trötend, besoffen und lärmend, bekomme ich einen richtigen Schreck. Ich habe durchaus einige Ängste, die mit diesem entfesselten Karnevalsmob zu tun haben. Im Zug sieht es oft so aus, als gingen Dinge gerade nur eben so gut, wenn z. B. kleine Kinder zwischen den Wagen auf die Straße huschen um etwas aufzuheben, oder wenn Pferde in dem ganzen Tohubawohu extrem nervös werden und nur gerade so eben gebändigt werden können. Ich sehe das alles und es macht mich extrem nervös …

Meine Teilnahme am Karneval in den letzten Jahren war daher immer wie ein kleiner Triumph: Ich hatte meine hochsensible Komfortzone verlassen und es war gut gegangen. Es ist nicht ganz leicht und einfach für mich, jetzt wieder einen Schritt zurück zu machen und zu sagen, ich bin gerade einfach zu empfindlich für soviel Radau und Schluss. Ein bisschen fühlt es sich schon an wie eine Niederlage (obwohl ich dieses Wort normalerweise nicht benutze). Als Supersensible habe ich aber doch so viel gelernt in den letzten Jahren: Meine Bedürfnisse haben unbedingten Vorrang vor allem anderen, erst recht vor schrägen Gedanken … und wer weiß, vielleicht bin ich im nächsten Jahr ja auch wieder dabei …

Wie gehts Ihnen im und mit dem Karneval? Wie immer freue ich mich über Ihre Rückmeldungen und habe eine kleine Umfrage zu dem Thema erstellt.

Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.