HOCHSENSIBILITÄT

Ein seltener Gast:
das grundlose Glück

Monika Richrath

Heute ist einfach alles perfekt. Die Sonne scheint, es ist warm (aber nicht zu warm), Frühling liegt in der Luft und ich fühle mich einfach super. Ich bin freudig und energiegeladen und kann mich nur mit Mühe davon abhalten, über die Straße zu hüpfen. Ich lächele wildfremde Menschen an, wildfremde Menschen lächeln erfreut zurück. Ich könnte die ganze Welt umarmen …

Was ist passiert?

Kein Sechser im Lotto, keine Heirat, Schwangerschaft, Erbschaft, volles Seminar oder sonstige erfreuliche Nachricht oder Erfolgsbotschaft.

Einfach nur … grundloses Glück

Das letzte Mal, als das grundlose Glück mich ereilte, ist schon ein paar Wochen her. Aber da ist mir aufgefallen, dass das grundlose Glück schon seit Jahren nicht mehr bei mir zu Gast war. An die letzte Gelegenheit erinnere ich mich deswegen so gut, weil ich es im Rahmen eines Klopfseminars vor zwei Jahren als positiven Anker benutzt hatte.

Wie es immer so geht, ich hatte überhaupt nicht gemerkt, dass es sich verabschiedet hatte aus meinem Leben. Vielleicht war das insgesamt gesehen auch kein besonderes Wunder, denn 2015 war ein Jahr, das ganz und gar im Zeichen der ALS-Erkrankung meiner Mutter stand und es nicht allzuviel zu Lachen gab. Natürlich war ich trotzdem hin und wieder glücklich, aber

überglückliche Fraudas grundlose Glück ist nun einmal ein ganz besonderer Zustand

in dem ich Lust habe, die ganze Welt zu umarmen, Friedlichkeit und Freundlichkeit versprühe, vital bin, mein Körper sich wohl fühlt. Aber es ist noch mehr.

Es ist das Gefühl, richtig zu sein.

Für mich als hochsensibler Mensch ist dieses Gefühl ganz besonders wertvoll, denn den Großteil meines Lebens habe ich sehr gehadert mit mir selbst, meiner Hochsensibilität, bzw. den Eigenschaften, die meine Hochsensibilität ausmachen und widerspiegeln. Heute weiß ich natürlich, dass ich richtig bin. Aber es wirklich auch zu spüren, mit jeder Faser meine Körpers, ist nach wie vor etwas Besonderes für mich.

Es ist das Gefühl zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Das Gefühl, dass alles miteinander verbunden ist. Das Gefühl, dass alles gut ist, so wie es ist. Was nichts anderes bedeutet, dass ich mein Leben akzeptiere in genau der Form, die es gerade hat. Dass ich dankbar bin, für das, was ich habe.

Grundloses Glück ist offenbar eine Art erweiterter Bewusstseinszustand

wird mir eben beim Schreiben klar. Denn im Zustand des grundlosen Glücks gibt es keine Begrenzungen und Beschränkungen. Dann liegt die ganze Welt vor mir, mit ihren vielen verlockenden Möglichkeiten, die wie Diamanten funkeln. In diesem Zustand bin ich auch in der Lage, viel weiter zu denken und vermutlich auch auf einer höheren Ebene Veränderung zu bewirken, einfach nur, indem ich jegliche Bewertung der Welt und mir selbst aufgebe.

Denn im grundlosen Glückstaumel bin auch ich viel größer und schöner, Halt, das ist nicht richtig, merke ich beim Schreiben. Ich denke, es ist andersherum. Im Zustand des grundlosen Glücks kann ich die Dinge in ihrer Schönheit und Großartigkeit wahrnehmen. Alle Beschränkungen fallen von mir ab, vor allen Dingen alle limitierenden, kleinlichen Glaubenssätze über mein Äußeres und Inneres. Dann bin ich einfach. Gut und wertvoll, funkelnd eben. Ein Zustand, den ich gerne öfter erleben würde, habe ich mir beim letzten Anfall grundlosen Glücks gedacht. Nun kann man diesen äußerst angenehmen Zustand leider nicht herbeirufen, aber mir fiel bei dieser Gelegenheit ein, dass ich früher tatsächlich ziemlich häufig grundlos glücklich war, und das, obwohl meine Kindheit und Jugend insgesamt eine sehr schwierige Zeit für mich war, ich im Grunde genommen keine wirklichen Herzensbindungen an andere Menschen hatte, oder die, die ich hatte, nicht als Herzensbindung wahrnehmen konnte (im Gegenteil, außerhalb meiner Familie machten mir die meisten Menschen Angst).

Trotzdem verfügen Kinder offenbar über besondere Bewältigungsstrategien, denn es gab viele Glücksmomente - die ich vielleicht oft auch mit mir alleine erlebte. Ich erinnere mich z. B. dass meine Haut nach einem Tag an der Sonne wahnsinnig gut roch, und ich den ganzen Abend lang immer wieder an meinem Arm schnupperte, trunken vor Glück über meinen guten Geruch … Es gab viele solche kleinen Glücksinseln und es gab vor allen Dingen sehr viel grundloses Glück.

Nach Sonne kommt Regen …

Trotz Leid und Elend war das Leben insgesamt viel leichter, weil es  eher in Phasen verlief, als in Augenblicken. Eine Zeitlang hatte ich eine gute Phase und dann kam eine schlechte, die aber immer getragen war von der Zuversicht, dass es danach wieder gut werden würde. Wann dieses Gleichgewicht gekippt ist, vermag ich nicht mit Genauigkeit zu sagen. Ich vermute Anfang/Mitte 20, als die ersten Liebesbeziehungen kamen, die für einen so unsicheren und schüchternen Menschen wie mich äußerst schwierig waren. Wenn ich aber so in mich hineinspüre, dann ist sofort sonnenklar, dass meine erste Beziehung zu einer Frau auf mein zerbrechliches Gleichgewicht heruntergedonnert ist, wie der Zementblock in ein Fisch namens Wanda auf einen bedauernswerten Hund … Ich möchte das jetzt nicht weiter auswalzen, sicher ist aber, es gab einen entscheidenden Wendepunkt, an dem Stress, Depressionen und Erschöpfung die Überhand gewannen und das grundlose Glück begann, sich rar zu machen und mich nur noch dann und wann besuchte.

Ehrlich gesagt, war ich ganz schön schockiert, festzustellen, dass es Jahre her war, dass ich mich so gefühlt habe - und das, ohne es zu merken …

Eigentlich hatte ich gehofft, ich könnte an dieser Stelle auf ein paar wissenschaftliche Publikationen zurückgreifen, aus denen hervorgeht, was das grundlose Glück auf biochemischer Ebene im Körper bewirkt, aber nichts, nada. Die Wissenschaft schweigt dazu, scheint es. Die Einträge, die meine Suchmaschine zum Begriff „grundloses Glück“ ausspruckt, sind: Werbung, Werbung und wieder Werbung, mit sonderbaren Einträgen zwischendurch wie „mein Mann ist grundlos unglücklich“ …

Mir ist beim Schreiben dieses Blogeintrages wieder eingefallen, dass ich vor einigen Jahren ja das grundlose Glück als Anker beim Klopfen benutzt habe und habe seitdem immer wieder einmal in mich hineingehorcht und mich dieses Ankers erinnert, und einfach mal geklopft, dass ich schon lange nicht mehr grundlos glücklich war.  Sie können es mir glauben oder auch nicht, aber daraufhin ist wirklich etwas passiert - ich wurde nicht grundlos glücklich, aber mein Körper begann innerlich zu strahlen, so dass ich zumindest einen Teil der grundlosen Glückserfahrung zurück habe. Das finde ich sehr schön.

Wie geht es Ihnen? Kennen Sie grundloses Glück? Haben Sie eine andere Bezeichnung dafür? Wie oft sind Sie grundlos glücklich? Wie immer, freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

 

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Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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