Manche hochsensiblen Menschen haben besonders spannende Tätigkeitsfelder für sich
gefunden. Katharina Welan hat mit ihrer Arbeit bei mir spontan eine Saite zum Klingen gebracht und darum freue ich mich sehr, dass Katharina einem Interview mit mir zugestimmt hat.

Katharina, du arbeitest als Kinesiologin mit hochsensiblen Menschen. Bitte erzähle den LeserInnen doch einmal, was Du genau machst …

Als Kinesiologin sehe ich mich als eine Art „Dolmetscherin“ des Körpers. Jede Erfahrung, die man macht (schon als Embryo), ist auch eine Körpererfahrung und somit im Körper, in den Nervenzellen gespeichert. Das ist nichts Esoterisches, sondern das Körpergedächtnis ist z.B. in der Neurologie und Psychologie Forschungsgebiet. Der Psychoneuroimmunologe Joachim Bauer hat darüber das Buch „Das Gedächtnis des Körpers“ geschrieben.

Meine KlientInnen kommen mit einem Problem zu mir. Das kann körperlich, emotional oder mental sein. Mittels des Armlängenreflexes kann ich erkennen, wann der Körper Stress empfindet und wann nicht. Diesen Effekt nutze ich als Kinesiologin, um die Ursachen des Problems mit Hilfe von „Ja/Nein“-Fragen in die Bewusstheit zu holen. Dabei entstehen häufig Aha-Effekte und Dinge werden aus einer neuen Perspektive gesehen.

Wie läuft das genau ab?

In einem Vorgespräch klären wir gemeinsam, wo genau die Problemstellung liegt bzw. was die Klientin/der Klient ändert möchte. Dieses Problem oder das Ziel – beides stresst! – wird bewusst eingespeichert: Nun weiß der Körper, um welche Erfahrungen, Erinnerungen es geht. Durch eine komplexe Fragenmethodik und Assoziationen der Klientin/des Klienten werden nun Erinnerungen wach. Erst wenn alle relevanten Erinnerungen und Erfahrungen bewusst gemacht wurden, zeigt der Körper keinen Stress mehr an. Dann folgt eine Balancierung durch Farbbrillen, Klanggabeln, Kristalle, Düfte, Karten und/oder eine geführte Ressourcenmeditation.

Ab diesen Zeitpunkt liegt es in der Verantwortung der KlientInnen etwas zu ändern, denn sie haben nun die Wahl: möchte ich weiter im alten Muster verbleiben (was ja bisher auch in irgendeiner Form Sinn machte) oder möchte ich nun die Veränderung leben. Das besprechen wir genau im Nachgespräch. Damit sich meine KlientInnen daran erinnern, dass sie ab jetzt auch anders handeln können, bekommen alle einen Schmeichelstein am Ende der Sitzung mit.

Ich bin selbst hochbegabt, extravertiert hochsensibel und vielinteressiert (Scanner) und bin mir daher bewusst, mit welchen Herausforderungen wir im täglichen Leben konfrontiert sind. Ich möchte hochsensible Menschen dabei unterstützen, ihr wahres Potenzial zu leben, um wirkliche Lebensfreude und Leichtigkeit empfinden zu können und eine gute Resilienz zu entwickeln.

Katharina, das finde ich sehr spannend. Du bietest aber auch noch besondere Workshops an. Worum geht es da?

innere-kind-puppe-gestaltenDa geht es um Innere-Kind-Puppen! Während meiner Ausbildung gab es auch ein Modul zum Thema „Erwachsen&Sein“, wo es um das Innere Kind ging, besonders darum, Verständnis für die Bedürfnisse des Inneren Kindes zu entwickeln und sich ihm anzunähern und zu versöhnen. Als Vorbereitung mussten wir uns eine Puppe besorgen, die unserem Inneren Kind entspricht. Ich habe ganz Wien abgesucht und auch im Internet viel recherchiert, doch ich fand keine Puppe, die mir gefallen hat. Da habe ich beschlossen, mir selbst so eine Puppe zu basteln. Ich habe im Internet nach Vorlagen gesucht und wurde auf verschiedenen Seiten fündig. So habe ich mir zusammengesucht, was ich braucht. In liebevollen Stunden, insgesamt über 40!,  entstand langsam mein „Kathrinchen“.

Ich empfand diesen Prozess des Gestaltens meines kleinen Inneren Kindes als sehr heilsam und auch das Reden, Spielen und sich Kümmern um die Puppe – also um mich – schaffte für mich eine völlig neue Beziehung zu mir selbst.

Katharina, das klingt wirklich herrlich! Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das ein sehr schöner Weg ist, sich dem Inneren Kind anzunähern.

Ich biete jetzt das 2. Jahr „Do-It-Yourself“-Workshops an, bei denen die TeilnehmerInnen einen Tag lang ihre eigene, individuelle Puppe gestalten können. Ich stehe natürlich mit Rat und Tat zur Seite und stelle auf Wunsch auch das passende Gewand zur Verfügung. Es ist so wundervoll zu sehen, wie die TeilnehmerInnen (ja –es waren auch schon zwei Männer mit dabei!), tief in diesen Prozess eintauchen und sehr konzentriert an ihren Puppen arbeiten.

Viele hochsensible Menschen haben ja meist erstmal einen recht steinigen Weg hinter sich, bevor sie die eigene Hochsensibilität erkennen und beginnen, auszuleben. Meinst Du, dass für HSP die Beschäftigung mit dem eigenen Inneren Kind ganz besonders sinnvoll ist?

Aus meiner Praxis weiß ich, dass ganz viele meiner hochsensiblen KlientInnen schon in der Kindheit negative Glaubenssätze verinnerlicht haben. Sehr häufig sind das Glaubenssätze wie: „Ich bin es nicht wert“, „Ich kann mich auf meiner Wahrnehmungen nicht verlassen“, „Ich bin nicht gut genug“, „Niemand liebt mich, so wie ich bin“ oder auch „Das Leben ist anstrengend“. Auch das Gefühl, nichts aus eigener Kraft ändern zu können und sich als Opfer zu fühlen, kann schon in der Kindheit Wurzeln geschlagen haben. Doch wie schon Milton Erickson bzw. Erich Kästner gesagt haben „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit“. Denn als Erwachsener habe ich die Möglichkeit, mich diesem verletzten inneren Kind zu nähern, mich anzufreunden, ihm zuzuhören, es zu umarmen und ihm die Liebe, das Verständnis, das Vertrauen und den Rückhalt zu geben, den man als Kind vielleicht vermisst hat. Man nimmt dadurch wieder zu seinen eigenen Gefühlen Kontakt auf. Die ständige Furcht zurückgewiesen zu werden und nicht willkommen zu sein, nimmt nach und nach ab. Und so nimmt man Schritt für Schritt wieder sein Leben in die eigenen Hände, übernimmt die Verantwortung über die eigenen Gefühle, Gedanken und Handlungen. Man wird nun tatsächlich er-wachsen – man wächst und entfaltet sich in sein ureigenes Wesen.

Sehr schön formuliert! Wann wird denn dein nächster Workshop stattfinden?

Das nächste Mal kannst du am Samstag, den 26. November 2016, an einem Workshop teilnehmen und deine eigene Innere-Kind-Puppe gestalten.

Mitzubringen ist die Bereitschaft, einen Tag lang die eigene Puppe in Handarbeit zu gestalten. Ganz schafft man das einem Tag nicht, für die restlichen Haare muss man sich noch ca 2-4 Stunden zu Hause Zeit nehmen. Keine Angst – das ist alles ganz einfach und es sind keine Nähkenntnisse in irgendeiner Form notwendig. Bisher hat noch jeder und jede eine tolle Puppe gemacht!
Infos und Anmeldung hier: http://www.wunderbareswesen.at/event/diy-gestalte-deine-innere-kind-puppe/

Eine letzte Frage:  Hast Du Kathrinchen auch ein Haus gebaut? Oder wo lebt es nun?

Das Kathrinchen hat  mich fast ein Jahr lang 24h-7 Tage pro Woche begleitet, auch in den Urlaub oder beim Einkaufen war sie mit. Seit dem hat sie einen Platz hier bei mir am Schreibtisch, manchmal wird sie auch in der Praxis gebraucht. Ein eigenes Häuschen hat sie nicht, aber einen ewigen Platz in meinem Herzen!

Vielen Dank für das Interview, liebe Monika!

Danke dir, liebe Katharina! Ich hoffe, dass dieses Angebot von vielen hochsensiblen Menschen angenommen wird!

Hier gibt es mehr Informationen über den Workshop für die Innere-Kind-Puppe

Bild: Katharina Welan

 

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

Fordern Sie  hier Ihre Klopfanleitung an
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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

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Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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