Haben Sie schon einmal von Nicholas Carr gehört oder von dem Artikel „Is google making us stupid?“ Der Artikel erschien bereits

2008 in der amerikanischen Zeitschrift „The Atlantic“. Ich bin erst kürzlich in der Bibliothek über Nicholas Carr gestolpert, als mir beim Herumstöbern das Buch „Wer bin ich, wenn ich online bin … und was macht mein Gehirn solange?“ in die Hände fiel. Klang spannend, fand ich, und packte es auf meinen Stapel. Spannend war es in der Tat und darüberhinaus noch außerordentlich erhellend. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich sicher bin, dass es mein Leben ein Stück weit verändern wird.

Carrs Worte haben mich nachdenklich gemacht

In seinem Buch geht es darum, wie das Internet in den 20 Jahren seiner Existenz nicht nur uns selbst verändert hat, sondern auch unsere Art zu denken und zu handeln. Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht. Allerdings ist mir kürzlich beim Korrekturlesen (was in der Regel am Bildschirm erfolgt) aufgefallen, dass es mir zunehmend schwerer fällt, den Texten zu folgen, ich öfter anfange herumzuzappeln und aufzustehen, nur um etwas anderes zu machen und für kurzfristige Entlastung zu sorgen. Auch dass ich Fotos mit dem Handy grundsätzlich nur noch im Querformat mache, damit ich sie gegebenfalls irgendwo auf meinem Blog oder in anderen sozialen Netzwerken posten kann, hatte ich schon bemerkt.

Ohne Zweifel ist das Internet für mich ein Segen

Natürlich ist am Internet genial, dass es mir Zugang gibt zu Informationen, die ich früher so nicht hätte finden können. Außerdem hat das Internet für mich verschiedene Abhängigkeitsverhältnisse ganz nachhaltig aufgelöst, z. B. dass ich jetzt nicht mehr als Angestellte in einem Büro sitzen muss, sondern meine Arbeitgeber mich online über verschiedene Plattformen finden können. Auch mein EFT-Angebot für hochsensible Menschen kann von allen deutschsprachigen (na ja, anderen natürlich auch) Menschen mit Internetanschluss gefunden und genutzt werden (man kann sehr gut auch online klopfen!). Darüberhinaus ist es für mich eine riesengroße Entlastung, dass ich nun nicht länger von Ärzten und ihren festgelegten Meinungen über Symptome und Krankheiten abhängig bin. Früher habe ich mich da oft ausgeliefert gefühlt, vor allen Dingen, wenn ich behandelt wurde wie eine Hypochonderin, weil ich Schmerzen schon fühlte, noch bevor ein körperliches Problem richtig ausgebrochen war … Heute lasse ich mir nicht mehr alles erzählen, ich recherchiere selbst und suche mir im Idealfall auch meine Behandler selbst aus … ohne das Internet wäre das gar nicht möglich gewesen.

Unser Gehirn verändert sich ständig

dank seiner Neuroplastizität. Was mir aber noch nie in den Sinn gekommen ist, ist mich zu fragen, WIE sich das Gehirn durch die Nutzung des Internets verändert. Wie es scheint, nicht wirklich zum Guten. Wir stecken unglaublich viel Energie in den Umgang mit dem Medium selbst. Informationen kommen nur noch in Bruchstücken - was dazu führt, dass wir selbst auch nur noch Bruchstückinformationen suchen. Durch die permanente Ablenkung durch Hyperlinks werden wir unkonzentrierter, unsere Fähigkeit, uns auf längere Texte zu konzentrieren, nimmt ab (wird vielleicht auch noch gefördert dadurch, dass das Lesen am Computer einfach keine gemütliche Tätigkeit ist und die mit dem Lesen von Büchern verbundene Selbstversunkenheit einfach aushebelt). Artikel werden nur noch überflogen, man lässt sich weniger auf Texte ein. Dauernd buhlen Banner und anderes um unsere Aufmerksamkeit. Nicholas Carr berichtet in seinem Buch über Studien, aus denen hervorgeht, dass Texte, die andere Medienformate mit einbeziehen, eindeutig zu einer Abnahme der Konzentration führen. Außerdem ist eine der schrecklichen Nebenwirkungen des Internets, dass wir verlernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, da wir über alles benachrichtigt werden. Ganz schöner Stress.

Da schrillten bei mir die Alarmglocken

Ganz plötzlich ist mir klar geworden, was für Auswirkungen das auf mich als hochsensibler Mensch hat. (Zwar nutze ich die Technik und bin ihr dankbar für die Möglichkeiten, die sie mir bietet, das zu tun, was ich tue und Menschen zu erreichen, die ich ohne Internet nicht erreichen könnte. Ein Technikfreak bin ich aber nicht. Für mich ist Technik nur ein Mittel zum Zweck. Mir ist schon klar, dass mein Computer mein Fenster zur Welt ist, aber dass dort nicht das wirkliche Leben ist. Das findet mit Klientinnen statt,  in meiner Beziehung, beim Zusammensein mit Freunden, im Garten oder sonstwo. Ich versuche schon, nicht allzuviel Zeit in sozialen Netzwerken zu verbringen (auch wenn man dort sehr nette Menschen kennenlernen kann!) Ich freue mich, wenn ich den Computer mal ausmachen kann und weiß, dass jetzt computerfreie Zeit kommt … ) Aber

was ist mit Handys?

Handys sind für mich eine Art Miniaturinternet - obwohl ich dieses selbst auf dem Handy fast nicht nutze, weil ich die Schrift meistens nicht lesen kann und mich das Herumhantieren nervt. Ich glaube, dass mein Smartphone mich verändert und zwar nicht zum Guten. Dabei gehöre ich schon zu den Leuten, die diese Technik nur wenig nutzen, ich habe nur eine App zu meinem Email-Account.

Aber ich verstand plötzlich, wie sehr mich mein Handy stresst und wie sehr es mein Leben bestimmt. Wie unruhig ich werde, wenn sich mal längere Zeit keiner meldet und wie erleichtert, wenn dann eine Nachricht kommt, auch wenn es nur ein Campact-Aufruf ist oder ein Newsletter. Daraufhin habe ich sofort zwei Sachen gemacht: ich habe das Benachrichtigungslicht ausgeschaltet und den Ton. Das hat sofort gewirkt. Seitdem bin ich ziemlich entspannt. Natürlich gucke ich immer wieder mal, ob Nachrichten eingegangen sind, aber mit einer eher neugierigen Einstellung, mit viel weniger Stress … Die Tage, so habe ich mir vorgenommen, will ich auch noch mal aufräumen in meinen Newslettern und nur die behalten, die ich wirklich lese …

Darüberhinaus will ich verstärkt etwas tun, womit ich schon angefangen habe: wieder mehr Bücher lesen. Nicht nur Sachbücher, sondern mehr in Geschichten versinken, gemütlich aufs Bett oder den Sitzsack gekuschelt und die Welt einfach aussperren.

Wie geht es Ihnen mit den neuen Medien? Haben Sie vielleicht noch Tipps für einen gelasseneren Umgang damit? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare!

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

 

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

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Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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