Alles, was wir erleben, hinterlässt Spuren im Körper. So hat meine Hochsensibilität dazu beigetragen, dass ich ein Souvenir einer äußerst unglücklichen Liebesgeschichte

mit mir herumtrage, in die ich einmal fünf Jahre lang verwickelt war. Unglücklich nicht einmal in dem Sinne, dass meine Gefühle nicht erwidert wurden. Nein, das Unglück lag darin, dass die andere zumindest äußerlich gebunden war und unsere Verbindung (denn Beziehung konnte man das wahrlich nicht nennen) nur im geheimen existierte. Konkret bedeutete das, dass nichts aus- und angesprochen werden durfte, sonst gab es sofort einen Rückzug von der anderen Seite. Hochsensibel, wie ich bin, habe ich mich relativ schnell auf die andere eingestellt, intensiv gefühlt und meine Liebe und meinen Frust immer brav runtergeschluckt. Ich wusste ja, dass die andere mich liebte. Und irgendwann, vielleicht im dritten Jahr, hatte ich plötzlich einen dicken Kloß im Hals, der nie mehr wegging. (Ich habe natürlich allerhand versucht, wurde sogar an der Schilddrüse operiert deswegen - vergeblich.)

Den Kloß habe ich heute noch, obwohl ich mittlerweile so daran gewöhnt bin, dass ich oft gar nicht mehr wahrnehme, dass mir das Schlucken schwer fällt. Heute, wo ich Bescheid weiß über Hochsensibilität, Stress und was er alles im Körper anrichten kann, bin ich felsenfest davon überzeugt, dass das Kloßgefühl aus dieser unglücklichen Liebe entstanden ist. Meine Fähigkeit, meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche vollkommen denen anderer unterzuordnen verbinde ich direkt mit meiner Hypsensitivität, ebenso der Wunsch, dafür zu sorgen, dass es anderen gut geht.

Natürlich habe ich in der Zwischenzeit sehr viel dazugelernt. Meine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern ist kein Problem mehr. Allerdings hat sich bislang meine Blockade im Hals leider nicht von selbst aufgelöst (wie ich insgeheim gehofft hatte). Dafür ist aber etwas anderes passiert. In meinem Freundeskreis wird öfter mal gesungen und es werden für runde Geburtstage, Hochzeiten etc. Ständchen geprobt. Das gab mir die Gelegenheit, festzustellen, dass mir singen gefällt. Allerdings ist es lange Zeit bei der Idee geblieben, regelmäßig zu singen. Alleine bei der Vorstellung, bei einer Vorstellung für einen Chor vorsingen zu müssen, sträubten sich mir die Nackenhaare …

Singen soll gesund und glücklich machen. Beim Singen werden verschiedene Neurotransmitter (Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Oxytocin und Endorphine) ausgeschüttet und mit einer Senkung des Testosteron- und Cortisolspiegels werden Stress und Aggressionen abgebaut. Vielleicht haben Sie ja auch von dem Chorprojekt „Der Chor der Unglücklichen“ gehört, der mittlerweile der „Chor der Glücklichen“ heißt …

WIE gesund singen ist, habe ich mittlerweile selbst erfahren, denn ganz plötzlich bekam ich am Ende des letzten Jahres die Gelegenheit, regelmäßig zu singen. Erstaunlich, wie das Leben so spielt! Mein Blogbeitrag über die Wassergymnastik hatte auch etwas damit zu tun. Das Zauberwort heißt „Heilsames Singen“. Nun singe ich also mehr oder weniger regelmäßig alle zwei Wochen kleine Kraftlieder in den verschiedensten Sprachen, die ich an Ort und Stelle lerne und danach auch wieder vergessen kann, mache dazu ein bisschen Musik mit Rhythmusinstrumenten und fühle mich dabei unglaublich wohl. Nach dem ersten Mal war ich wie elektrisiert und hatte am nächsten Tag viel mehr Energie! Die allergrößte Überraschung war jedoch, dass ich mich manchmal dabei ertappe, dass ich einfach so den Mund aufmache und sage, was ich denke, ohne mir vorher Gedanken darüber zu machen, wie das wohl ankommen mag. Welch eine Befreiung! Mittlerweile lechzen sowohl Körper und Seele nach dem nächsten Singtermin …

Falls ich Ihnen den Mund jetzt wässrig gemacht habe: hier ist die Seite von singen-bonn.de mit weiterführenden Informationen. Sehr spannend finde ich auch Singende Krankenhäuser e.V.! Und falls Sie nicht aus dem Köln-Bonner-Raum kommen finden Sie hier die Kontaktadressen von Singleitern, die zu den singenden Krankenhäusern aus dem deutschsprachigen Raum gehören.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

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