Im Grunde genommen versuche ich schon seit Jahrzehnten, mein aus dem Gleichgewicht geratenes Körpersystem durch gute Ernährung wieder ins Lot zu bringen. Nach dem Magendurchbruch Mitte der 90er Jahre

habe ich mich sieben Jahre lang vegan ernährt, zu einer Zeit, wo kaum jemand wusste, was das ist. Davon hat mich eine TCM-Ernährungsberaterin wieder abgebracht und darüber bin ich heute noch froh.

Schon vor Jahren hatte ich von irgendwoher den Impuls bekommen, mich doch glutenfrei zu ernähren. Erstmal hatte das keine großartigen Auswirkungen auf mich, eher vage war mir bewusst, dass ich mich etwas besser fühlte. Die glutenhaltigen ersetzte ich damals durch sog. glutenfreie Erzeugnisse - ein böser Fehler: die meisten Sachen sind aus Mais und machen dick - ich nahm ordentlich zu. Außerdem bekam ich eines Tages einen furchtbaren Ekel vor dem frischen glutenfreien Brot, das ich mir für teures Geld in einer Bäckerei gekauft hatte. Das war es also auch nicht. Da ich gemerkt hatte, dass mir Dinkel besser zu bekommen schien als Weizen, versuchte ich fortan, nur noch Dinkelprodukte zu essen (was mal mehr, mal weniger gut klappte). Ich probierte es mit viel Vollkorn, „Vegan for fit“, aber von der Rohkost nahm ich noch weiter zu. Das ist eben nichts für jeden. Ich brauche warmes Essen, gerne drei bis fünf mal am Tag …

Ich glaube nicht, dass eine Assoziation von Hochsensibilität und Mangel sehr weit hergeholt ist. Mangelgefühle haben mich jedenfalls den Großteil meines Lebens begleitet. Als hochsensibler Mensch fand ich es besonders unbefriedigend, keinen „anständigen“ Zugang zu gutem Essen zu haben, weil ich weiß, wie ungeheuer wichtig gute Ernährung ist. Es gibt kaum etwas Schöneres für mich als das wunderbare Gefühl, mich satt und genährt zu fühlen. Dann ist alles gut.

In diesem Jahr bin ich nun extrem unzufrieden mit meiner allgemeinen körperlichen Verfassung: zwei Autoimmunkrankheiten (Hashimoto und Fibromyalgie), viel Schmerzen, viel Erschöpfung, viel Gewicht - ich fühlte mich schwer und unbeweglich. Alles war anstrengend. Nichts schmeckte mir. Da kam eines Tages meine Partnerin mit einem jener bewusstseinsverändernden Bücher an. Der Titel lautete „Dumm wie Brot“. Im Anschluss daran habe ich noch den Spiegel-Bestseller „Weizenwampe“ verschlungen und war sofort bekehrt (Beide Bücher wurden übrigens von Wissenschaftlern geschrieben).

Es ist eigentlich ganz einfach: heutzutage essen wir nicht mehr den ursprünglichen Weizen, sondern eine stark gentechnisch veränderte Form (die kürzere Halme hervorbringt und ertragreicher ist). Das Gliadinprotein aus der Familie der Glutene ist heute in allen modernen Weizensorten enthalten, soll süchtig machen und Appetit und Kalorienaufnahme steigern. (Ich hatte das zwar noch nie vorher gehört, konnte es jedoch sofort annehmen. Ich muss mir nur ein schönes Brot mit bemehlter Kruste vorstellen und beobachten, wie ich darauf reagiere.) Gliadin ist aber nicht nur suchtauslösend und appetitanregend, es kann auch Reizdarmsymptome auslösen, Wassereinlagerungen und Ödeme verursachen, Diabetes beeinflussen und zu neurologischen Problemen führen. Es gibt Studien, die belegen sogar einen Zusammenhang von Weizenkonsum mit dem Auftreten von Diabetes, Alzheimer und Autismus usw.

Interessanterweise war ich selbst zu genau diesem Zeitpunkt auf verschlungenen Wegen auf die „Paleodiät“ (Steinzeitdiät) gestoßen. http://www.paleo360.de/ (Paleo ist gluten,- und laktosefrei, viel Fett, wenig Kohlenhydrate, viele Eier, Fleisch, Fisch und Gemüse, alles sehr einfach und lecker.) Ich probierte ein paar Frühstücksrezepte aus und war begeistert. Jetzt hatte ich die Impulse, die ich brauchte um auf weizen- und glutenfrei umzusteigen. Darüber habe ich schon in dem Beitrag „Vollkommen erschöpft“ geschrieben. Zunächst passierte nicht viel, außer das ich wieder dieses vage Gefühl hatte, mich besser zu fühlen. Zuerst musste ich auch noch einen Umweg machen - der sich hinterher aber als der direktere Weg herausstellte: Ich brauchte ganz unbedingt das Gefühl, wirklich ALLES essen zu dürfen, wenn ich auf Brot etc. verzichte, deswegen habe ich mir ein paar Tage lang öfter mal etwas aus „Raw vegan baking“ gegönnt. Extrem nusslastig - und - Sie ahnen es schon, ich nahm natürlich nicht ab. Allerdings bekam ich vor einigen Wochen nun das Gefühl, es ist jetzt genug mit den selbstgemachten Bio-Köstlichkeiten. Ich habe mir das Paleo Kochbuch gekauft und koche nach einem Mehrtagesplan, mit ganz erstaunlichen Resultaten.

Zunächst ging es mir erstmal richtig schlecht wegen der Entgiftung. Ich war zwei Wochen lang sogar zu erschöpft, um einen Blogbeitrag zu schreiben! Es ging gar nichts mehr. Aber das ist nun vorbei. Ich merke, dass ich mehr Energie habe. Nicht immer, aber immer öfter (neulich sogar mal einen ganzen Tag). Heute morgen bin ich aufgewacht und hatte sofort Lust, mich zu bewegen. Ich bin vor dem Frühstück aus dem Haus gegangen um eine kleine Runde Nordic Walking zu machen! Ich merke, dass sich in meinem Körper etwas verändert. Schmerzen habe ich im Augenblick nur noch gelegentlich - auf jeden Fall dann, wenn ich versehentlich etwas esse, was Weizen enthält (Sie glauben gar nicht, wo überall Weizen drin is!).

Es ist für mich ein kleines Wunder, dass ich nach Jahren des Umherirrens nun endlich etwas gefunden habe, was funktioniert. Denn das ist fast das Wunderbarste: Ich muss mich überhaupt nicht anstrengen und kasteien, sondern bin in der Lage meine Entscheidung leichten Herzens konsequent umzusetzen …

Wie geht es Ihnen mit Essen? Ist Essen für Sie mit Stress verbunden? Welche Lösungen haben Sie für sich gefunden? Ich freue mich, wenn Sie Ihre Geschichte mit uns teilen.

Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

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