Wie stehen Sie eigentlich zu Weihnachten? Ist es für Sie tatsächlich das Fest der Liebe oder lehnen Sie den damit verbundenen Konsum-Terror ab?

Heute morgen kam mir ganz spontan in den Sinn, dass Weihnachten für hochsensible Menschen eine echte Herausforderung darstellt. Nicht nur, dass sie sich in der Vorweihnachtszeit mit zusätzlichem Geschenke-Einkauf-Stress auseinander setzen müssen. Weihnachten bedeutet auch, dass sie meistens mit sehr viel mehr Menschen auf engem Raum zusammen sind (eventuell sind sie nicht einmal bei sich zu Hause), möglicherweise müssen sie auch noch stundenlang herum reisen. Wenn sie Kinder haben, müssen sie zusätzlich deren Aufregung aushalten - und dass hochsensible Kinder bei Aufregung schlicht durchdrehen können, kennen Sie vielleicht selbst schon aus eigener leidvoller Erfahrung.

Zu Weihnachten holt uns die Vergangenheit oft wieder ein, ganz zwangsläufig, wenn wir uns in unsere Herkunftsfamilie begeben. Alte Muster werden lebendig, Gefühle bekommen neue Nahrung und müssen mühsam wieder weggepackt werden, damit der Frieden nicht gestört wird. Dies muss uns nicht einmal wirklich bewusst sein, es passiert die ganze Zeit, ob wir es wahrnehmen oder nicht.

Sich allerdings von Weihnachten fern zu halten ist genauso stressig. Man kann dem kaum ausweichen, zumal die ersten Weihnachtsartikel in diesem Jahr schon ungewöhnlich früh in den Supermärkten auftauchten. War es wirklich schon im August? In meiner Stadt steht der Weihnachtsmarkt an einem so zentralen Platz, dass ich große Umwege in Kauf nehmen müsste, wollte ich ihn nicht einmal sehen. Und erst der Stress beim Ausdenken von Umwegen!

Nun war ich selbst lange Jahre die totale Weihnachtsverweigerin. So habe ich stets versucht, Weihnachten mit dem ganzen drumherum zu ignorieren, fühlte mich aber trotzdem in gewisser Weise immer ausgeschlossen. Kein Tag im Jahr ist so wie Heiligabend, mit dieser besonderen Ruhe. Alle waren irgendwo. Nur ich nicht. Ich gehörte nirgendwo hin. Allein mit diesen Gedanken, das war Stress pur. Nach den Weihnachtsfeiertagen war ich früher in der Regel völlig erschöpft.

In letzter Zeit macht sich bei mir jedoch eine veränderte, entspannte Einstellung Weihnachten bemerkbar. Nun gut, Familientreffen an Heiligabend bleiben tabu, das soll auch so bleiben. An den übrigen Feiertagen sehe ich meine Familie gern. Auch bin ich davon abgerückt, gar keine Geschenke zu machen, denn das ein oder andere Geschenk ist doch ganz unerwartet bei mir gelandet. Anstatt durch Läden zu hetzen, werde ich aber lieber selbst kreativ tätig. Die allergrößte Überraschung ist jedoch, dass sich in diesem Jahr bei mir eine freudvolle, friedliche Weihnachtsstimmung breit macht, die ich einfach nur genieße. Woran das liegt, vermag ich gar nicht genau zu sagen. Fest steht aber, dass die konkrete Auseinandersetzung mit meiner Hochsensibilität dazu beigetragen hat, die bewusste Wahrnehmung von: Was stresst mich? Was ist unerträglich? Was tut mir gut?

Wie verbringen Sie Weihnachten? Wie gehen Sie mit dem Stress um? Können Sie sich Auszeiten nehmen und welche? Diese Fragen interessieren mich und die anderen LeserInnen dieses Blogs vermutlich auch.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bewusste Feiertage, ein schönes Fest und einen wunderbaren Rutsch ins neue Jahr!

Herzlichst, Ihre Monika Richrath

Sie wollen lernen, wie man klopft?

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und zwei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

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