Was mich am Klopfen begeistert

Was mich am Klopfen begeistert

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Klopfparade „Was begeistert dich am Klopfen“ von Michaela Thiede teil, und freue mich sehr, dass dies eine gute Gelegenheit ist, zu erzählen, wie ich eigentlich zum Klopfen gekommen bin.

Meine erste Begegnung mit der Klopfakupressur

hatte ich schon ganz früh, Anfang der 90er Jahre, als die Klopftechnik noch in den Kinderschuhen gesteckt hat. Dort wurde sie mir im Rahmen eines Qi Gong Kurses von der Lehrerin als chinesische Klopftechnik vorgestellt. Ich war sofort elektrisiert. Ich wusste sofort: DAS IST MEIN DING! Vielleicht weil ich mich nach dem Klopfen sofort besser fühlte als vorher.

Aber wie es so geht, damals hatte ich noch Schwierigkeiten mit Gruppen und ich glaube, es war das einzige Mal, dass ich diesen Kurs überhaupt besucht habe.

Ein paar Jahre später

brachte mir eine Freundin freudestrahlend eine Anleitung aus dem Internet mit, die sie mir überreichte mit den Worten: „Ich habe gedacht, das ist etwas für dich.“ Eine Klopfanleitung, wie sich herausstellte. Ich war hocherfreut und probiere das eine Zeitlang aus, vergaß es dann aber wieder.

Noch ein paar Jahre später, als ich selbst in einer emotionalen Notsituation steckte, kam mir das Klopfen wieder in den Sinn und ich suchte mir selbst eine Anleitung im Netz. Irgendwas habe ich aber nicht richtig gemacht, ich hatte nicht den erhofften Erfolg. Aber da ich verstanden hatte, dass

das Klopfen für mich richtig ist,

habe ich mich dann zu einem Kurs angemeldet um es jetzt wirklich richtig zu lernen. Das war 2009. Seitdem klopfe ich.

An der Klopfakupressur begeistert mich vieles

Ganz oben auf meiner Liste steht die Effektivität. Ich selbst habe in meinen ersten 1–3 Jahren (zugegebenermaßen fast täglichen Klopfens) mehr Veränderung erreicht als in 20 Jahren Psychotherapie. Noch dazu mit sehr viel weniger Aufwand, denn ich habe im ersten Jahr nie mehr als zwei Sätze geklopft und in der Folge nie mehr als einen Satz. Dabei bin ich übrigens geblieben.

An der Klopfakupressur gefällt mir ansonsten vor allem, dass sie

so unglaublich flexibel ist,

dass man sich sein Klopfritual so einrichten kann, wie es einem gefällt. Ich betrachte schon das Einrichten selbst als eine Art Akt der Selbstliebe.

Für hochsensible Menschen, die ja tendenziell eher auf andere schauen, als sich selbst, ist es also eine sehr gute Sache, sich zu überlegen, was ihnen gefällt, und wie sie den Klopfvorgang für sich gestalten wollen, so dass sie sich damit wirklich wohl fühlen. Welche Formulierung soll im Einstimmungssatz (Setup) verwendet werden? Welche Art der Abkürzung? Gibt es Punkte, die unangenehm sind? Wie wirkt das Klopfen auf mich und gibt es eine Tageszeit für mein Klopfritual, mit dem ich für mich das meiste herausholen kann?

Die Flexibilität bezieht sich auch noch auf andere Dinge, z. B. dass man das Klopfen

je nach Situation unterschiedlich anwenden kann,

z. B.

  • in einer ganz akuten Stress-Situation zur sofortigen Beruhigung
  • oder zur Bewältigung einer schwierigen Lebenssituation
  • oder zum Auflösen von Blockaden, Schmerzzuständen oder Belastungen aus der Vergangenheit, die sich bin die Gegenwart auswirken
  • oder für thematische Arbeit (wie ich das ja für Hochsensibilität anbiete).

Außerdem finde ich es grandios, dass ich das Klopfen

so gut für hochsensible Menschen anpassen kann.

Es gibt ja einiges im normalen Klopfprotokoll, was für hochsensible Menschen eher schwierig ist:

zum Beispiel die Stress-Skala.

Immer wieder höre und erlebe ich, dass der Umgang mit der Stress-Skala für hochsensible Menschen hochgradig stressig ist. Das kann an dem Bemühen liegen, immer alles ganz genau richtig machen zu wollen. Perfekt eben. Oder daran, dass man sich schlecht entscheiden und festlegen kann … was dann so schwierig ist, dass man lieber gar nicht klopft. Jedenfalls ist dies eine Hürde, über die hochsensible Menschen dann oft nicht hinwegkommen, dann eben nicht klopfen, obwohl sie merken, dass das Klopfen für sie angenehm ist.

Daher verwende ich die Stress-Skala meistens nicht, um diese Hemmschwelle zu entfernen.

Es geht ja auch anders.

Sowieso gilt beim Klopfen für hochsensible Menschen, dass

weniger mehr ist.

Und viel nicht zwangsläufig viel hilft.

Obwohl man sich ja sagen könnte, das wirkt jetzt so gut, ich klopfe jetzt ganz, ganz viele und löse alle meine Themen sofort auf. Ich kann Sie nur inständig bitten, das nicht zu tun, sich selbst zuliebe.

Dies betrifft ebenfalls die Dauer. Ich selbst habe schon gehört, dass manche Klopfcoaches grundsätzlich nur zweistündige Sitzungen machen. Das wäre für mich unvorstellbar. Nicht nur für meine Klient*innen, sondern auch für mich selbst. Was meine Klient*innen angeht, ist manchmal schon eine Stunde zuviel und es geht nicht länger als 30 Minuten. 15 Minuten habe ich auch schon gehabt.

Wenn ich noch länger nachdenken würde, fielen mir bestimmt noch andere Beispiele ein, aber fürs erste habe ich meiner Begeisterung für die Klopfakupressur genug Raum gegeben.

Vielleicht haben Sie ja Lust, bei der Blogparade von Michaela Thiede mitzumachen.

Auf jeden Fall freue ich mich, wie immer über Ihre Kommentare hier.

Von Herzen,
Ihre
Monika Richrath

Bild von John Hain auf Pixabay

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

In meinem kostenlosen E-Mail Kurs lernen Sie, wie Sie besser mit Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität umgehen können.

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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Move it!?!

Move it!?!

Es ist natürlich immer ein wenig fragwürdig, zu behaupten, dass hochsensible Menschen dies und das tun, weil nicht immer alles auf alle zutrifft. Aber eine Beobachtung, die ich gemacht habe ist, dass hochsensible Menschen sehr, sehr häufig viel zu viel in ihrem Kopf sind und viel zu wenig in ihrem Körper.

Dies bedeutet zum Beispiel, sehr wenig Verbindung zum eigenen Körper zu haben, körperliche Empfindungen wenig wahrzunehmen (geschweige denn sie benennen und lokalisieren zu können), un das kann selbst dann gültig sein, wenn Sie unter chronischen Schmerzen leiden. So ein Fibromyalgie-Schmerz kann ja praktisch überall gleichzeitig sein.

Ich selbst kenne beides ja selbst nur zu gut und kann sogar sagen, dass ich eine sehr lange Zeit eine regelrechte Aversion dagegen hatte, mich überhaupt mit Methoden zu beschäftigen, bei denen es darauf ankommt, in den Körper hineinzuhorchen und zu spüren, was dort vor sich geht.

Feldenkrais war mir ein Gräuel

und machte mich ungeduldig und gereizt. Auch dem Bodyscan konnte ich nichts Gutes abgewinnen. Heute vermute ich, dass diese Haltung vermutlich darin begründet war, dass ich die Beschäftigung mit meinen eigenen körperlichen Empfindungen irgendwie als bedrohlich empfunden habe. Und ich wusste ja auch gar nichts damit anzufangen.

Im Laufe des Lebens habe ich bis zu einem bestimmten Punkt

in Sachen Körperwahrnehmung vor allem eines gelernt:

das interessiert niemanden. Die Ärzte am wenigsten. Wenn es unerklärlich ist, dann ist es eben „psychosomatisch“. Was ja immer den Beigeschmack von „eingebildet“ hat/hatte.

Dabei war die Übelkeit, die mich z. B. jahrelang begleitet hat (egal, was ich aß, trank oder was ich machte) für mich durchaus sehr präsent. Aber weil kein Arzt (wirklich kein einziger) das jemals richtig ernst nahm, habe ich aufgehört, meine eigenen Empfindungen auch ernst zu nehmen, sie einfach hingenommen als unerklärlich und unheilbar und versucht,

meinen Körper so weit wie möglich zu ignorieren

und vergessen. Der machte ja sowieso nichts als Ärger.

Bis ich eines Tages

mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren wurde

und von der Bahre aus direkt auf dem OP-Tisch gelandet bin. 30 Minuten später wäre vielleicht zu spät gewesen, habe ich später erfahren. Und am Tag vorher war ich noch bei meiner Ärztin gewesen und hatte sie angefleht, mir ein Mittel gegen Magenschmerzen zu geben, die zu diesem Zeitpunkt ziemlich schlimm waren. Sie hat dann ein Rezept herausgerückt – ohne mich zu untersuchen. Sie hatte mich längst aufgegeben.

Warum erzähle ich Ihnen das?

Bestimmt nicht um Ihnen Angst zu machen. Vielmehr ist mir an diesem Tag klar geworden, dass ich in diesen Schlamassel geraten bin, weil ich mich einer Sache schuldig gemacht habe: ein Verbrechen gegen mich selbst sozusagen:

Ich hatte mich und meinen Körper vergessen.

Für mich war dieser Moment des dem-Tod-von-der-Schüppe-springens definitiv

ein Wendepunkt.

Ich habe da verstanden, dass alles was ich tue (oder eben auch nicht tue) Konsequenzen für mich selbst hat. Und dass ich, wenn ich leben will, meinen Körper nicht vergessen darf.

Das hat allerdings nicht zu einer grundlegend anderen Einstellung meinem Körper gegenüber geführt. Eher zu mehr schlechtem Gewissen mir selbst gegenüber. Denn so oft war ich nicht in der Lage, die für meinen Körper richtigen und Notwendigen Maßnahmen umzusetzen: Wenn ich nur daran denke, dass es Jahre gedauert hat, bis ich wirklich bereit war, das Konzept MILCHFREI mit allen Konsequenzen umzusetzen – glutenfrei war ein Klacks im Vergleich – winde ich mich innerlich.

Zum Glück höre ich nie auf zu lernen. Ich glaube, ich habe schon an anderer Stelle vom HEAL-Summit erzählt, dem ich 2018 gefolgt bin. Dabei habe ich etwas besonders Schönes gelernt:

DEIN KÖRPER IST NICHT DEIN FEIND.

Dies war jedenfalls die übereinstimmende Aussage fast aller namhaften Referenten. Auch

dass es so etwas wie Autoimmunkrankheiten gar nicht gibt.

Sondern, dass alles, was der Körper macht (und scheine es uns auch noch so unverständlich) nur deshalb geschieht, weil der Körper uns vor anderen Dingen schützen möchte, die er als schlimmer erachtet.

Für mich war das eine unglaubliche Erleichterung.

Es bedeutete auch so etwas wie Verantwortung abzugeben. Mein Körper weiß viel mehr als ich und ich kann seiner Weisheit vertrauen. Das war die riesengroße erleichternde Lernerfahrung, die sich für mich daraus ergeben hat. Und – danach war ich dann auch in der Lage, wirklich weitgehend milchfrei zu leben. Auch wenn ich auf den heißgeliebten Käse verzichten muss, bedeutet gerade dieser Verzicht ein sehr großes Stück Lebensqualität mehr.

Von daher ist eine wirklich sinnvolle Maßnahme zur Verbesserung des eigenen Lebens die Zuwendung zum eigenen Körper.

Den eigenen Körper wichtig zu nehmen

bedeutet so viel für uns. Von daher kann ich Ihnen nur wärmstens empfehlen, sich irgendetwas zu suchen, was Ihnen die Möglichkeit gibt, regelmäßig mit Ihrem Körper in Kontakt zu treten, irgendwas, was Ihnen ein gutes Körpergefühl vermittelt.

Eigentlich sollte dieser Beitrag sich mit Tanzen beschäftigen, aber offensichtlich wollte etwas ganz Anderes heraus … das Tanzen hebe ich mir für später auf …

Was gibt Ihnen ein gutes Körpergefühl? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bild von Yerson Retamal auf Pixabay

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

In meinem kostenlosen E-Mail Kurs lernen Sie, wie Sie besser mit Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität umgehen können.

Monika Richrath

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Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

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Das hat meinen Nebennieren wirklich geholfen

Das hat meinen Nebennieren wirklich geholfen

Seit Jahren plage ich mich mit einer Nebennierenschwäche herum, schlucke brav Energy Xtra und anderes. Ohne, dass sich großartig etwas verändert hätte  – mein Gefühl war eher, dass ich alles „in Schach“ halte.

Einmal hatte ich schon versucht, das Energy Xtra auf die Hälfte zu reduzieren, nur um dann in die sattsam bekannte Schlappheit zurückzufallen.

Ehrlich gesagt, war ich die Nahrungsergänzungen usw. leid. Sollte ich bis ans Ende meiner Tage in dieser Situation gefangen bleiben? Das wollte ich einfach nicht und ich habe mich zu Jahresbeginn zu einem radikalen Schritt entschlossen. So habe ich etwas gefunden, was mir wirklich geholfen hat.

Die Nebennierenrinde

spielt eine äußerst wichtige Rolle im Stoffwechsel des Körpers. Sie sorgt u. a. für die Ausschüttung von Cortisol in Stresssituationen. Das Cortisol wiederum soll den Blutzuckerspiegel erhöhen, Fette und Proteine aktivieren um für Glukosenachschub zu sorgen. Außerdem soll es die Immunreaktion, Herzschlag, Blutdruck, und Zentralnervensystem koordinieren, damit der Körper adäquat auf die Stressreaktion reagieren kann. So weit so gut, jedenfalls, was die Aufgaben gesunder Nebennieren angehen.

Wenn Sie meinen Artikel Hochsensibilität und Nebennierenschwäche gelesen haben, wissen Sie ja schon (vielleicht sogar aus eigener Erfahrung), dass ein zuviel an ständiger Cortisolausschüttung – wie es bei Hochsensibilität häufig der Fall ist, wegen des erhöhten Stressaufkommens – zu

einer Ermüdung der Nebennierenrinde

führt. Letzten Endes wird dann in Stresssituationen weniger Cortisol ausgeschüttet, als tatsächlich benötigt wird. Das hat Konsequenzen. An den Blutzuckerspiegel wird weniger Cortisol ausgeschüttet, werden weniger Fettsäuren für die Leber bereitgestellt. Auch die Produktion von Aminosäuren vermindert sich. Dies führt dazu, dass die Umwandlung von Glykogen (gespeicherter Blutzucker), Aminosäuren und Fettsäuren in Blutzucker ebenfalls leidet. Darum gibt es einen erhöhten Bedarf an Blutzucker in der Zelle, ebenso wie einen erhöhten Bedarf an Glukose, die aber nicht verfügbar ist. So entsteht

zellulärer Stress.

So entsteht auch die Lust auf Süßes, denn jedesmal, wenn wir etwas essen, steigt der Blutzucker und wir fühlen uns sofort besser. Wenn wir etwas Süßes essen ganz besonders. Aber danach fällt der Blutzucker wieder, (nach etwas Süßem geht es besonders abwärts) und das ganze Spiel geht von vorne los. Ich habe gelesen, dass Menschen mit Niebennierenschwäche häufig an Unterzuckerung leiden.

Ich bin ja schon sehr lange an dem Ernährungsthema dran. Eine ganze Weile habe ich es auch mit der Ernährung nach Anthony William probiert, aber nur mit mäßigem Erfolg.

Jedenfalls habe ich festgestellt, dass es bei mir unglaubliche Widerstände gibt, nahrungstechnisch adäquat für mich zu sorgen. Gute Ansätze halte ich meistens nur sehr kurze Zeit durch. Ich muss nur ein klitzekleines Bisschen aus dem Takt geraten und alles gerät aus dem Gleichgewicht. Zum Beispiel, wenn ich mittags unterwegs bin, habe ich keine Lust mehr zu kochen, wenn ich wieder zuhause bin und esse dann doch lieber eine Tüte Chips. Meistens fühlt sich das dann auch richtig an. Dagegen bin ich

vollkommen machtlos.

Bild von Ulrike Mai auf Pixabay

Als hätte ich keinen Willen und keine Kontrolle über meinen Körper. Nach allem, was ich jetzt weiß, hat dies sicherlich mit meinem Blutzuckerspiegel zu tun, der abstürzt oder abgestürzt ist und sofort Nachschub braucht. Und ich habe auch begriffen, dass ein einmaliger Absturz dazu führen kann, dass der ganze Tag ein einziger Absturz wird, weil mein Körper offenbar das Gefühl hat, dass da ein Loch irgendeiner Art ist, dass einfach nicht gestopft werden kann. Es kann natürlich auch sein, dass wenn ich mal mit dem Chips essen angefangen habe, es dann auch ein paar Tage dauert, bis ich sie total eklig finde. Das kommt unweigerlich auch irgendwann.

Darum habe ich mich zu einem

radikalen Schritt

durchgerungen. Denn nicht nur Dr. Wilson („Grundlos erschöpft“*),  sondern auch Anthony William („Mediale Medizin“*) empfehlen:

viele kleine Mahlzeiten über den Tag.

Anthony William geht sogar so weit, eine Nahrungsaufnahme alle 1,5 bis 2 Stunden zu empfehlen. Und das, wo der allgemeine Trend in Richtung Fasten geht, bzw. das sogenannte Intervallfasten von vielen Menschen propagiert wird, bei dem man nur 2 Mahlzeiten täglich zu sich nimmt. Es kann sein, dass das für viele Menschen richtig ist.

Wenn Sie aber an einer Nebennierenschwäche leiden, sollten Sie bedenken, dass Unterzuckerung selbst für den Körper neuen Stress auslöst. Ich habe immer gewusst, dass Fasten für mich überhaupt gar nichts ist, und dass es mir sowieso besser geht mit fünf kleinen Mahlzeiten am Tag, egal, was andere sagen. Aber alle zwei Stunden etwas zu essen ist eine ganz andere Nummer. Das läuft auf mindestens 7–8 kleine Mahlzeiten am Tag hinaus. Mich packte ehrlich gesagt schon bei der bloßen Idee die schiere Verzweifelung, wie ich das wohl umsetzen könnte.

Das klingt krass.

Und das ist es auch. Sie können sich denken, dass dies verbunden ist mit einer ziemlich umfassenden Verpflichtung an sich selbst. Es bedeutet, dass Essen eine Zeitlang die allerwichtigste Sache überhaupt ist und alles andere in den Hintergrund tritt. Mir kam manchmal der Vergleich mit Tieren in den Sinn, die den ganzen Tag mit der Nahrungssuche beschäftigt sind. Wie auch immer, die Aktion erforderte

eine längere und gründliche Vorbereitung

Ich habe mir dafür auch passenderweise eine besondere Zeit ausgesucht, nämlich im Urlaub, als es weder Kliententermine, noch Aufträge usw gab und ich mich ganz und gar dieser Angelegenheit hingeben konnte. Ich habe

  1. mir eine Liste gemacht mit kleinen Snacks die ich essen könnte und sie an den Kühlschrank geheftet. Bei der Gelegenheit, wollte ich Anthony William noch einmal eine Chance geben und mich möglichst AW-konform ernähren. Das war schon nicht so einfach, weil ich Rohkost nur in kleinen Mengen vertrage. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, eine Selleriestangen roh zu knabbern … Zur Inspiration habe ich ein paar Tage Kochbücher gewälzt.
  2. Für ein ausreichendes Nahrungsangebot gesorgt. Das ist in meinem Fall entscheidend gewesen. Ich bin eine ziemlich anspruchsvolle Esserin und für mich ist es wichtig, stets verschiedene Nahrungsangebote zur Auswahl zu haben.Ich habe sehr viele Soupies gegessen, ganz einfache Gemüsesuppen, im Kühlschrank stand immer ein Salat, der sich auch ein paar Tage halten konnte, z. B. geraspelte rote Beete mit geraspelter Birne, ich hatte immer einen Vorrat an Süßkartoffelwaffeln, die sich im Nullkommanichts auftauen lassen. Ich habe eine eigene Variation eines süßen Snacks von Anthony William kreiert, der sich auch auf Vorrat herstellen und im Tiefkühlfach aufbewahren lässt, und ich entwickelte im Laufe der Zeit auch einigen Einfallsreichtum, was kleine Mahlzeiten angeht. Lecker ist z. B. eine halbe Avocado mit Rucolapesto. (Mittlerweile ist mir klar, dass letzteres nicht AW-konform ist, weil viel zu fett. Aber egal, zu diesem Zeitpunkt hat mich nur interessiert, was geht für mich.)

Es hat nur zwei Tage gedauert, dann habe ich gemerkt:

Ich habe mehr Energie!

Noch etwas ist mir aufgefallen: Ich muss tatsächlich alle 1,5 Stunden etwas essen. Mir ist außerdem gedämmert, dass das verfügbare Zeitfenster zwischen dem Bedürfnis, etwas zu essen und dem Absturz verdammt eng ist. Vielleicht sogar nur eine Sache von Minuten. Aber ich habe sehr viel weniger Energiecrashs als vorher. Das steht schon mal fest.

Nach 30 Tagen fiel mir auf, dass

mein Energielevel unglaublich angestiegen ist

und dass diese Maßnahme mehr gebracht hat als alles andere. Offenbar können die Nebennieren sich einfach nicht regenerieren, weil sie dauernd mit dem Stress durch die Unterzuckerung beschäftigt sind. Sehr interessant, auch zu sehen, dass das mit der Unterzuckerung für den Körper totale Priorität hat. Und wenn dieser Stress weg fällt, können die Nebennieren sich vielleicht selbst regenerieren. Es könnte natürlich auch eine Rolle gespielt haben dabei, dass ich im Januar sehr viel Zeit und Muße hatte, mich ausschließlich um mich selbst zu kümmern.

Darauf habe ich mich entschieden, bis auf das Schilddrüsenhormon und die von Anthony William empfohlene Basisversorgung alle Nahrungsergänzungen abzusetzen, die ich zu diesem Zeitpunkt genommen habe – und das waren nicht wenige. Aber ionisiertes Zink habe ich mir besorgt. 

Vom Verstand her würde ich sagen, dass das abrupte Absetzen nach einer sehr schlechten Idee klingt. Davon würde ich jedem jederzeit abraten. Ausschleichen wäre sicher immer die bessere Alternative. Aber ich habe (vielleicht auch durch das häufige Essen) nun ein ganz anderes Verhältnis zu meinem Körper. Von daher habe ich einfach meinem sehr starken Impuls vertraut. Manchmal ging es mir richtig schlecht. Vor allen Dingen am Anfang hatte ich häufig das Gefühl, dass die Bauchspeicheldrüse sehr unzufrieden ist (um es mal lapidar zu sagen). Gelegentlich hatte ich das komische Gefühl, mein Körper fällt auseinander. Ich habe trotzdem weitergemacht. Nach ein paar anstrengenden Tagen oder Wochen, in denen mein Körper sich scheinbar neu organisieren musste, fühlte sich mein Körper vollkommen anders an.

Bitte lassen Sie mich sagen, wenn Sie das nachmachen wollen,

liegt es in Ihrer eigenen Verantwortung.

Ich rate Ihnen nicht dazu oder ermutige Sie auch nicht. Und natürlich kann bei Ihnen auch etwas Anderes herauskommen, nicht nur, was das Absetzen irgendwelcher Nahrungsergänzungen usw. angeht. Das funktioniert möglicherweise nicht bei allen gut. Jeder Körper ist ja anders.

Das ist übrigens bei mir auch

noch nicht das Ende vom Lied.

Ein paar Monate später bin ich mit einer Nachjustierung beschäftigt. Ich will das Konzept der Nahrungsmittelaufnahme in ganz kleinen Intervallen noch einmal aufnehmen. Ich habe das Gefühl, ich brauche das noch mal. Heute habe ich mir Staudensellerie gekauft und probiere jetzt mal die Selleriestange zusammen mit der Dattel als Snack …

In letzter Zeit bekomme ich so viele tolle wertvolle Informationen. Z. B. habe ich irgendwo gelesen, dass

unsere Fähigkeit, wie gut wir für uns sorgen können,

natürlich immer etwas damit zu tun hat, wie gut für uns als Kind gesorgt worden ist. Während ich diesen Artikel schreibe, ist mir eingefallen, dass ich als Baby nach der Geburt eine Gedeihstörung hatte. Meine Mutter musste also jeden zweiten Tag mit mir immer extra ins Krankenhaus fahren, wo ich besondere Nahrung erhielt. Dabei ging meistens der ganze Tag drauf und dann noch mit zwei weiteren Kleinkindern im Schlepptau … Das kam in der speziellen Familiensituation sicher nicht sehr gut und wird eine extra Anstrengung für meine Mutter gewesen sein … Damit werde ich mich noch einmal explizit mit klopfen beschäftigen …

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare. Haben Sie schon einmal probiert, sehr häufig etwas zu essen? Und wie ist es Ihnen damit gegangen?

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bild von Ronny K auf Pixabay

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

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Der Geldmangel-Notfall

Der Geldmangel-Notfall

Eigentlich hatte ich nach meiner langen Artikelserie „Was hinter Armut steckt“ im Februar gedacht, dass ich das Mangel-Thema erst einmal zu den Akten legen und mein Leben genießen könnte …

Aber weit gefehlt!

Viel schneller, als mir lieb war, musste ich mich erneut mit diesem unliebsamen Thema auseinandersetzen. Es gibt natürlich keinen direkten Bezug zur Hochsensibilität, außer der des enormen Stresses der Situation.

Der Auslöser war die Steuererklärung für das vergangene Jahr, die ich in diesem Jahr zum ersten Mal überhaupt von einer Steuerberaterin habe erstellen lassen. Ich hatte in meiner Naivität noch gedacht, vielleicht ist ja evtl. eine Rückzahlung drin? Statt dessen läuft es vermutlich auf eine Nachzahlung von mehreren Tausend Euro hinaus. Ich konnte es gar nicht glauben. Ein paar Tausend Euro!

Nachdem ich verstanden habe, dass ich nicht träume, sondern dass diese Zahl vor mir dort wirklich steht,

wurde ich von Stresshormonen überflutet.

Mir brach der Schweiß aus. Ich versank in Existenzängsten. Ich dachte Dinge wie:

  • „Jetzt ist alles aus.“
  • „Ich muss aufgeben!“
  • „Wie soll ich das bezahlen?“
  • „Das schaffe ich NIEMALS!“

Vielleicht würde ich es auch schaffen, aber dann hätte ich gar keine Reserve mehr und ohne Reserve könnte ich auch nicht weitermachen … Ich brauchte doch meine Reserve! Auch die anvisierte Einbauküche rückt in unerreichbare Ferne …

Es hat mich richtig geschüttelt. Als hochsensibler Mensch muss ich Ihnen ja nicht erzählen, was für ein Programm da in mir ablief … Den ganzen restlichen Tag lang. Und weil Stress die unangenehme Eigenschaft hat, den Blickwinkel zu verengen, so dass nur noch ein Tunnelblick übrig bleibt, habe ich an diesem Tag auch gar nichts Anderes mehr wahrgenommen. Jedenfalls habe ich keine Erinnerung mehr daran, was an diesem Tag sonst noch war. Nur

das Gefühl existenzieller Bedrohung

kann ich sofort wieder abrufen.

Am nächsten Tag fiel mein Blick auf das Buch „Switch Words“, das auf meinem Sofa immer in Griffnähe liegt. Richtig, da war doch diese Switchword-Kombination zum Anziehen von Geld! Das habe ich gleich mal intensiv vor mich hingesagt. Im Laufe des Tages bekam ich dann einen größeren Lektoratsauftrag.

Mir wurde klar, dass, selbst, wenn ich meine Reserve hergeben muss, ich eine neue Reserve aufbauen kann. So ist es eben mit dem Geld, es geht mal auf, mal ab. Aber solange ich lebe, geht es eben auch immer weiter. Ich bin nicht ausgeliefert. Ich kann durchaus etwas unternehmen, selbst wenn ich die Forderung nicht ändern kann.

Am schlimmsten ist nämlich die Angst

Die Angst alles zu verlieren. Das Gefühl existenzieller Bedrohung. Das Gefühl ausgeliefert zu sein.

Das Problem ist:

Angst unterbricht den natürlichen Geldfluss

Man zieht ja immer das in sein Leben, was man ausstrahlt. Wenn ich nun nur doch denke: „Ich schaffe das niemals, ich werde immer im Mangel leben“, dann wird genau das passieren. Ich selbst habe den Großteil meines Lebens ja so gelebt, aber habe zum Glück ja mittlerweile gelernt und erfahren, dass es auch anders geht. Und dass das viel mit Energie und eigenen Glaubenssätzen zu tun hat.

Geldmangel löst Stress aus

Bild: Robert Kneschke

Also habe ich eine

Geldmangel-Notfalldatei Mitklopfdatei (MP3)

erstellt für künftige Geldmangel-Notfälle. Die habe ich ein paar Tage lang geklopft. Danach war ich in der Lage, der Steuerberaterin ihre Unterlagen zurückzuschicken und mir zu überlegen, wie ich mit der Situation umgehen soll. Interessanterweise hat

sich mein Blickwinkel für die Situation vollkommen verändert.

Die Bedrohung ist weg. Statt dessen sehe ich das ganze jetzt als eine Herausforderung, wie eine etwas schwierige Aufgabe, die ich bewältigen muss. Ich habe mich schon mehrfach dabei ertappt, dass ich vor mich hin sage: „Ich schaffe das!“ und ich habe mittlerweile überhaupt keinen Zweifel mehr daran, dass es so sein wird. Ich darf nur keine Angst haben …

Ich habe ein nettes Orakel mit dem Spruch „Wenn das Leben dir Zitronen anbietet, mache Limonade draus.“ 

Darum biete ich Ihnen die Geldmangel-Notfall-Mitklopfdatei für Ihre Mangel-Notfälle für kleines Geld an. Sie können Sie immer wieder hören und klopfen, wenn Sie sie brauchen. Bei mir war es sicherlich auch nicht das letzte Mal 😉

Darum geht es in der Mitklopfdatei:

  • Ängste wegen der Mangelsituation auflösen
  • Sich für einen anderen Umgang mit dem Thema öffnen
  • sich dafür öffnen, Mangel-Glaubenssätze loszulassen und durch bessere Glaubenssätze zu ersetzen
  • neues Geld anziehen.

Falls Sie sich nun fragen:

warum ich die Datei nicht einfach verschenke?

  • Lt DSGVo darf ich keine sog. „Freebies“ mehr im Austausch gegen E-Mail-Adressen verschicken.
  • Im Zuge der Bearbeitung meiner eigenen Glaubenssätze habe ich mich ein für alle Mal dafür entschieden, das ich es verdiene für meine Arbeit bezahlt zu werden (außerdem habe ich 2 kostenlose Angebote zum Lernen der Klopfakupressur)
  • Diese Datei kostet viel weniger als meine anderen Audiodateien
  • Es ist wichtig, in die persönliche Weiterentwicklung zu investieren (bei mir war dies der erste Schritt aus dem Geldmangel heraus!)

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie auf der Shop-Seite in die Kommentare schreiben, in welcher Form Geld für Sie gekommen ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen entspanntes Empfangen.
Ihre
Monika Richrath

Bildnachweise: Pixabay

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

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Auch alte Wunden können heilen – eine Rezension

Auch alte Wunden können heilen – eine Rezension

Auf dieses Buch habe ich lange und ungeduldig gewartet. Dass ich es erst jetzt besprechen kann, hat mit eigenen unerwarteten Entwicklungen in meinem Leben zu tun, die mir seit letztem Jahr vor die Füße fallen. So habe ich den Erscheinungstermin des Buches verpasst, obwohl ich Dami Charf schon eine ganze Weile folge …

Auch alte Wunden können heilen ist für hochsensible Menschen besonders interessant

*

Um es gleich vorweg zu nehmen: Für mich ist „Auch alte Wunden können heilen“

DAS Buch des Jahres 2019.

Weil es eine Erklärung liefert für mein ganzes Leben. Und wenn Sie hochsensibel sind (wovon ich jetzt mal ausgehe, da Sie diesen Artikel auf meinem Blog für hochsensible Menschen lesen), könnte es auch IHR Buch des Jahres werden. Auch wenn der Begriff „Hochsensibilität“ kein einziges Mal fällt. Warum also? Ich hatte ja geschrieben, dass ich Dami Charf schon eine Weile folge, immer wieder habe ich auf Ihrem Blog herumgestöbert, einige ihrer zahlreichen Videos verteile ich sogar im Netz weiter, weil sie mir so gut gefallen. Irgendwann habe ich ihr mal geschrieben und angefragt, ob sie nicht Lust hat, einen Gastbeitrag für meinen Blog zum Thema Trauma und Hochsensibilität zu schreiben. Dazu kam es damals leider nicht, weil sie mit dem Buch beschäftigt war. Schließlich veröffentlichte sie einen Videoclip, in dem sie erklärte, dass ihrer Meinung nach

Hochsensibilität durch Trauma

ausgelöst wird. Damals war ich irgendwie empört – selbst, wenn für mich auch damals schon durch die Arbeit mit meinen hochsensiblen Klient*innen ein gewisser Zusammenhang offensichtlich war. Nun, nach der Lektüre weiß ich, was sie gemeint hat damit.

„Auch alte Wunden können heilen“

ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil geht es um frühe Verletzungen und wie sie sich auf unser Leben auswirken, im zweiten Teil geht es um die 5 Lernaufgaben, die wir im Leben haben und im dritten Teil geht es um die Integration traumatischer Erfahrungen. Dabei geht es im wesentlichen weniger um Schocktraumata, die sich auf einmalig auftretende Ereignisse beziehen, sondern um sog. Entwicklungstraumata, die sich auf immer wiederkehrende Ereignisse im Zusammenhang mit Bindung beziehen und permanenten Stress auslösen. Dabei geht es z. B. darum, in welchem Bindungsmuster wir aufgewachsen sind, wie die Interaktion zwischen uns und unseren Eltern oder Beziehungspersonen ausgesehen hat, welche emotionale Färbung sie hatte usw. Ganz wichtig ist, dass es sich dabei häufig um Erfahrungen handelt, die aus dem vorsprachlichen Bereich kommen und schon sehr früh die Art und Weise prägen, wie wir uns und die Welt wahrnehmen. Von unseren Erfahrungen hängt es ab, wie gut wir später mit

den 5 Lernaufgaben zurechtkommen:

  1. Sicherheit und Willkommensein
  2. Bedürfnisse und Sattwerden
  3. Hilfe annehmen können
  4. Selbstständigkeit und Verbundenheit
  5. Liebe und Sexualität.

Für mich war

die überraschendste Erkenntnis

diese: wenn Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach problematisch sind, können die betroffenen Menschen

nicht im Leben ankommen,

sie haben dann vielleicht ihr ganzes Leben lang das Gefühl, fremd und ANDERS zu sein, empfinden sich als einsam und wertlos. Aber es geht noch weiter: Babies, die nicht wirklich willkommen geheißen wurden, gleich nach der Geburt, oder kurz danach alleine gelassen wurden oder vielleicht schmerzhafte Erfahrungen machen mussten,

ziehen sich aus ihrem Körper zurück.

Sie landen weder in sich selbst richtig, noch in der Welt. Darum gibt es später so häufig ein Problem mit Grenzen. Und darum spüren viele der Betroffenen andere Menschen viel besser als sich selbst … Kommt Ihnen das bekannt vor? Auf mich hat jedenfalls fast alles gepasst wie die Faust aufs Auge und ich habe mich beim Lesen fast ununterbrochen gewunden.

Das Buch ist sehr angenehm geschrieben. Ich fand praktisch in jedem Satz Weisheit und Erkenntnis. Nebenbei erfährt man eine Menge spannender Dinge, z. B.:

Was ist Neurozeption?

Was geschieht bei Dissoziation? Welche Symptome weisen auf ein Trauma hin? usw. Ganz besonders hat mir gefallen, dass Dami Charf auch immer wieder kleine Dinge aus ihrem Leben erzählt, das ist äußerst sympathisch und authentisch. Der Untertitel des Buches lautet: „Wie Verletzungen aus der Kindheit unser Leben bestimmen und wie wir uns davon lösen können.“ Eins ist sicher:

Das geht nur über den Körper.

Darin sind sich Traumaforscher offenbar einig. Das Vermeidenwollen von Schmerz führt zur Abspaltung des Körpers und zu Anspannung. Dies führt aber leider langfristig zu einer Abkopplung von Lebendigkeit überhaupt.

Es gilt sich die Lebendigkeit zurückzuerobern.

Durch bewusste Körperwahrnehmung über alle Sinne z. B. Das klingt nach einem langen und mühseligen Prozess, aber nach allem, was ich über Traumaforschung bisher erfahren und gelernt habe, gibt es keinen anderen Weg. Klopfen, bzw. die Klopfakupressur ist übrigens auch eine Form der Körperarbeit.

Mein einziger Kritikpunkt 

für dieses Buch liegt in seinem Ende. Nirgendwo erklärt Dami Charf genau, wie die Methode Somatic Experiencing, mit der sie arbeitet, eigentlich aussieht. Das zu wissen wäre auf jeden Fall interessant gewesen. Und ich hatte das Gefühl, dass sie selbst sich in diesem letzten Kapitel zurückzieht, irgendwie verschwindet, das fand ich auch schade, aber eher für die Autorin.

Trotzdem empfehle ich Ihnen das Buch ganz uneingeschränkt. Ich bin sicher, Sie werden den größtmöglichen Nutzen für ihr Leben daraus ziehen …

Wie ging es Ihnen beim Lesen dieses Buches? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße, Ihre Monika Richrath

Bild von congerdesign auf Pixabay 

Dami Charf:
Auch alte Wunden können heilen
Wie Verletzungen aus der Kindheit unser Leben bestimmen und wie wir uns davon lösen können
Kösel-Verlag
ISBN 978-3-466-34695-0
20 €

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

In meinem kostenlosen E-Mail Kurs lernen Sie, wie Sie besser mit Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität umgehen können.

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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*Bei den Links, die mit einem * gekennzeichnet sind,  handelt es sich um Partnerlinks. Wenn Sie auf diesen Link klicken und über diesen Link einkaufen, erhalte ich von Ihrem Einkauf eine Provision. Für Sie verändert sich der Preis nicht.

Eine Frage der Identität

Eine Frage der Identität

Haben Sie eine Vorstellung davon, mit welcher Identität Sie durchs Leben gehen, bzw. Sie angenommen haben? Da Sie hier auf einem Blog für hochsensible Menschen sind, wäre es gut möglich, dass Sie sich als hochsensiblen Menschen identifizieren. (Ich tue es jedenfalls definitiv).

Aber was heißt das eigentlich?

Heißt das, dass Sie sich als Seelenflüster*in sehen, oder doch eher als scheues Reh  oder als einsamer Wolf? Als Lastenträger*in, als Schaman*in oder Heiler*in, als jemand mit Superkräften oder als jemand, der von Gott und der Welt verlassen wurde?

Ganz bewusst habe ich übrigens hier auch mal sehr positive Ausprägungen aufgeschrieben von Dingen, bei denen Hochsensibilität äußerst nützlich ist. Ich finde es ziemlich befremdlich, dass immer dann, wenn ich Artikel veröffentliche, in denen es um die guten Seiten der Hochsensibilität geht, sie viel weniger gelesen werden als „Leidensartikel.“ Das finde ich ganz schön bitter. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob hochsensible Menschen besonders gerne leiden – aber ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass es vermutlich eher eine Identitätsfrage ist, bzw.

was man damit verbindet.

Fragen Sie fünf HSP, was Hochsensibilität für sie bedeutet, Sie bekommen sieben verschiedene Antworten – mindestens.

Was bedeutet „Identität“ eigentlich?

Das Wort kommt aus dem Lateinischen, vonīdem ‚derselbe‘, ĭdem ‚dasselbe‘. Der Duden bezeichnet damit 1. „die Echtheit einer Person oder Sache; völlige Übereinstimmung, mit dem was sie ist, oder als was sie bezeichnet wird“, 2. „als ‚Selbst‘ erlebte innere Einheit der Person.“

Wenn Ihnen das zu kompliziert erscheint, probieren Sie mal, Sätze über sich selbst zu formulieren, die beginnen mit „Ich bin der/die …“, so können Sie Ihren Identitäten auch auf die Spur kommen.

Identität als Zugehörigkeit

Da viele, viele hochsensible Menschen sich häufig ausgegrenzt, unverstanden, isoliert fühlen, und große Erleichterung erleben, wenn sie überhaupt (vielleicht erstmals) von dem Konzept der Hochsensibilität erfahren, liegt es absolut auf der Hand, die Identität einer hochsensiblen Person anzunehmen. Ich glaube übrigens, dass das kein bewusster Prozess ist. Vielleicht geschieht das schon in dem Augenblick, in dem einem bewusst wird, dass man „dazugehört“. Ich selbst bilde da absolut keine Ausnahme. Bestimmt vergesse ich niemals die zehn Zentner Steine, die von meiner Seele fielen im Moment der Erkenntnis. Das war wie eine Erlösung. Ich bin gar nicht so schräg und seltsam, es gibt Gründe dafür …Gründe, die nicht in meiner Macht stehen …!

Vom sozialen und emotionalen Standpunkt aus gesehen ist es auch notwendig, dass wir uns mit anderen Menschen verbinden. Wir brauchen andere Menschen, wir brauchen Verbindung. Ohne können wir nicht leben. Wir brauchen ebenfalls unbedingt Verständnis und das Gefühl, angenommen zu werden.

Keiner versteht Sie?

Wenn niemand Sie verstehen kann in Ihrem sozialen Umfeld, weil Ihre erlebte Wirklichkeit sich so krass von denen der anderen unterscheidet, wäre es eine supergute Idee, sich Gleichgesinnte zu suchen. Sie wissen nicht wo Sie diese Menschen finden können? Auf der Seite von hochsensibel.org finden Sie jede Menge Adressen von Gruppen etc. Ein paar Stunden unter Gleichgesinnten zu verbringen kann sich durchaus wie „Angekommen“ anfühlen. Dennoch sollten Sie da einfach nicht stehenbleiben. Wenn es keine

bewusste Auseinandersetzung mit der Hochsensibilität

gibt, wird es langfristig auch keine Veränderung geben. Dabei bringt Hochsensibilität jede Menge Lebensaufgaben mit sich, die in Angriff genommen werden wollen, wenn sich etwas zum Positiven verändern soll. Und wenn man das nicht anfängt, kann man in einer

Identitätsfalle

feststecken bleiben (Dies ist natürlich meine persönliche Meinung).  Wobei dies natürlich davon abhängt, was Sie eigentlich mit Ihrer hochsensiblen Identität verbinden? Nach allem, was ich so in den sozialen Netzwerken sehe und erlebe, leider eher meistens Dinge, die als „negativ“ erlebt werden. Das Problem dabei ist, dass, wenn wir einmal eine Identität angenommen haben, diese oft an uns klebt wie eine zweite Haut, die wir uns scheuen loszulassen.

In längeren Klopfakupressur-Coachings kommen wir nach ein paar Sitzungen häufig an den Punkt, wo es darum geht, eine Identität loszulassen, z. B. eine Identität als jemand, der sich niemals abgrenzen kann oder Dinge tut, die nur seinem eigenen Vergnügen dienen usw. Das ist äußerst angstbesetzt, weil man sich schon so mit der angenommenen Identität identifiziert, dass man das Gefühl hat, ohne sie sei man nichts mehr.

Ein Beispiel: jemand, der vielleicht unbedingt abnehmen will, schafft das nicht, weil er oder sie das Gefühl hat, dass von ihm/ihr nichts übrigt bleibt, wenn er/sie die Identität als dicker Mensch aufgibt … diese Angst vor Identitätsverlust ist ein sehr starker Motor, der uns von vielem abhält und kann sehr viel Stress erzeugen. Dabei haben wir ganz sicherlich sehr viele Identitäten. Und diese sind keinesfalls so festgeschrieben, wie wir glauben.

Meine Frage an Sie:

können Sie Ihre hochsensible Identität verändern?

Oder erweitern? Oder muss alles so bleiben wie es ist? Können Sie sich erlauben, jemand anderer zu werden (vielleicht eine andere Identität anzunehmen) und trotzdem hochsensibel zu bleiben? Können Sie sich vorstellen (ganz ketzerisch), dass es irgendwann in Ihrem Leben vielleicht mal gar keine Rolle mehr spielt ob Sie hochsensibel sind oder nicht?

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten. Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bild von cocoparisienne auf Pixabay

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Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

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5 wunderbare Methoden zum schnellen Stressabbau

5 wunderbare Methoden zum schnellen Stressabbau

In der Hochsensibilität verfängt man sich gerne in Stressspiralen. Nachfolgend finden Sie 5 ganz einfache „Tricks“, die Sie im Handumdrehen beruhigen können. Ich habe mich zu verschiedenen Kursen und Programmen angemeldet und sehr viel neues Wissen hat den Weg zu mir gefunden. Dies gebe ich supergerne an Sie weiter. 

1. Power Posing

Bestimmt ist Ihnen bekannt, dass sich die innere Verfassung auf das Körperbild und die Haltung auswirkt. Aber wissen Sie auch, dass das umgekehrt genauso gut geht, also die Haltung die Ausschüttung von Hormonen und damit die Verfassung beeinträchtigt?

Die Sozialpsychologin Amy Cuddy, Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Harvard Business School, hat ein bahnbrechendes Experiment unternommen: Frau Cuddy und ihr Team haben sich mit verschiedenen Körperhaltungen beschäftigt, so genannten High-Power Posen (die man auch als „geöffnet“ bezeichnet) und Low-Power Posen (geschlossen). Eine High-Power Pose ist es z. B. die Füße überkreuz auf den Schreibtisch zu legen und die Hände hinter den Kopf, oder die Arme in die Hüfte zu stemmen. Bei der Low-Power-Pose macht man sich kleiner, faltet sich zusammen, krümmt vielleicht den Rücken.

Im Versuch wurde jedem der 42 Probanden eine Speichelprobe entnommen und sowohl die Testosteron- als auch die Cortisol-Werte gemessen. Dann sollten die Personen entweder eine High-Power Pose oder eine Low-Power-Pose einnehmen. Und zwar zwei Minuten lang. Anschließend wurde ihnen wieder eine Speichelprobe entnommen und noch einmal die Testosteron- und Cortisolwerte gemessen.

Von dem Ergebnis waren die Forscher*innen selbst überrascht. Es stellte sich nämlich heraus, dass die High-Power Pose das Testosteronlevel um 20 % erhöht und den Cortisolspiegel um 25% gesenkt hatte! (Das Experiment ging übrigens noch ein bisschen weiter und beschäftigte sich mit der Risikobereitschaft. Die stieg durch das Power-Posing ebenfalls).

Frau Cuddy meint, dass diese Pose ganz besonders sinnvoll ist, wenn man weiß, dass man in Situationen kommt, in denen man bewertet wird. Sehen Sie sich das Video dazu an (es ist deutsch untertitelt), ich finde es wunderbar und auch berührend, wenn Frau Cuddy über ihre eigenen Erfahrungen spricht.

Nachdem ich mir dieses Video angesehen habe, war ich eine Zeitlang so geflasht, dass ich meinen Arbeitstag am Schreibtisch grundsätzlich damit begonnen habe, aber in der Fülle der vielen Informationen, die immer auf mich zukommen, habe ich es doch glatt wieder aus den Augen verloren. Ein Fehler, wie mir scheint 😉

2. So tun als ob

In Situationen, wo man eigentlich weg möchte, aber nicht weg kann, könnte es hilfreich sein, so zu tun, als ob man weg läuft. Drücken Sie die Zehen des rechten Fußes in den Boden und gleichzeitig die Ferse des linken Fußes, dann die linken Zehen und die rechte Ferse. Machen Sie das mehrmals und überprüfen Sie hinterher, ob sich die Anspannung gebessert hat.

Alternativ können Sie auch beide Füße fest in den Boden stemmen und die Anspannung einen Moment halten und dann wieder loslassen. Mehrmals wiederholen und nachspüren, ob sich Ihre grundsätzliche Anspannung verbessert hat. Wenn nicht, wiederholen Sie die Übung mehrmals.

3. Atmen

Mir hat jemand diese Art der Atmung gezeigt, die ich sehr spannend und effektiv finde. Ich konnte leider nirgendwo herausfinden, wie sie heißt: Atmen Sie ein und legen Sie beim Einatmen die Zunge locker hinter die oberen Zahnreihen. Beim Ausatmen legen Sie die Zunge locker hinter die unteren Zahnreihen. Das entspannt unglaublich.

Von jemand anderem habe ich noch die Information bekommen, dass die obere Zahnreihe eher mit Stress verbunden ist und die untere Zahnreihe mit Entspannung. Seitdem versuche ich immer wieder im Laufe des Tages, meine Zungenspitze hinter die unteren Zahnreihen zu legen, das ist sehr schön und nach einigen Tagen habe ich fast das Gefühl, dass die Zunge nun eher unten liegt als wie vorher oben. Eine richtige Errungenschaft also!

4. Havening

So gehts: Sorgen Sie dafür, dass Sie ein paar Minuten lang ungestört sind und setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl. Denken Sie kurz an die Sache, die Sie verändern möchten. Dann überkreuzen Sie die Arme vor dem Körper, legen die Hände auf die Schultern und streichen mit den Händen die Arme nach unten bis zu den Händen oder Fingerspitzen. Sie können auch die Handinnenflächen streichen. Im Video unten macht Anja Strassner den Ablauf vor.

 

Variante: Sie könnten dabei zum Beispiel auch eine Affirmation aussprechen, mit der Sie sich wohl fühlen.

5. Klopfakupressur

Da ich ja Klopfakupressur-Coach bin empfehle ich Ihnen natürlich auch immer das Klopfen. Es ist nach wie vor meine Nummer Eins Methode gegen Stress. Dabei müssen Sie nicht einmal einen Satz klopfen: Manchmal gibt es ja so viele Themen, dass man nicht weiß, wo man beginnen soll. Oder man ist einfach total überfordert. Da gibt es zwei Möglichkeiten: 

  1. Sie klopfen einfach leer. Sie lassen das Set-up, den Einstimmungssatz einfach weg und klopfen alle Punkte durch von der Augenbraue bis zur Handkante (oder welchem Ablauf Sie auch immer folgen), und wenn Sie am Ende angekommen sind, fangen Sie einfach wieder von vorne an. So lange, bis Sie sich besser fühlen. Das nennt man leerklopfen. Hier finden Sie eine Anleitung, die Sie mitmachen können. Die Bilder wechseln automatisch nach einer gewissen Zeit. Sie können aber auch die Pfeiltasten benutzten oder auf die Punkte am Anfang oder Ende klicken um von vorne zu beginnen.

Augenbraue innen

Neben dem Auge

Unter dem Auge

Unter der Nase

Auf dem Kinn

Am Schlüsselbein

Unter dem Arm

Am Daumen

Am Zeigefinger

Am Mittelfinger

Am kleinen Finger

Serienpunkt

Handkante

Ausatmen nicht vergessen

2. Sie klopfen nur die Notfallpunkte. Wie das geht, können Sie in diesem Video sehen.

Probieren Sie die Methoden doch einmal aus und schreiben in den Kommentaren, welche Erfahrungen Sie dabe gemacht haben. Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße, Ihre

Monika Richrath

Bildnachweise: Bild von Johannes Plenio auf Pixabay (Beitragsfoto), privat

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Monika Richrath

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Was passiert eigentlich während einer Klopfsitzung?

Was passiert eigentlich während einer Klopfsitzung?

Man kann sehr gut alleine klopfen, aber im Coaching erreicht man einfach mehr. Als Außenstehende*r scheint es manchmal offenbar unverständlich, wie sehr sich die Arbeit alleine von der Arbeit mit Begleitung unterscheidet. Dies liegt nicht nur daran, dass man grundsätzlich für sich selbst immer ein bisschen blind ist, sondern auch daran, dass man im Coaching Räume betritt, die beim Klopfen allein einfach verschlossen bleiben. Daher stelle ich Ihnen in meinem Blogbeitrag der Woche den Ablauf einer Coachingsitzung vor (mit dem Einverständnis der Betroffenen). Dieser beruht auf einer Sitzung, die tatsächlich stattgefunden hat, allerdings habe ich den Namen und einige Einzelheiten verändert.

Die Beschreibung gibt natürlich nur einen groben Verlauf der Sitzung wieder (eine Sitzung dauert ca. 60 Minuten), reicht aber, um Ihnen eine Idee davon zu geben, was in einer Klopfakupressursitzung geschieht – und auch davon, was in der Zusammenfassung in etwa stehen wird, die Sie nach der Sitzung von mir erhalten.

Nur zum Verständnis vorab: Wir beginnen mit einem Klopfsatz, der dann einige Runden lang mit verschiedenen Aspekten beklopft wird. Im Verlaufe des Klopfens fällt dem/der Klient*in entweder etwas ein oder ich stelle eine Frage, die zu einem neuen Klopfsatz führt usw.

Natürlich haben alle Klient*innen die Möglichkeit, jederzeit eigene Worte zu sagen, der Großteil meiner Klient*innen ist jedoch damit überfordert, weswegen ich häufig vorspreche und beim Aspekteklopfen die Ausdrücke und Erlebnisse oder Gefühle verwende, die mir die entsprechenden Klient*innen vorher mitgeteilt haben. Der Verlauf der nachfolgenden Sitzung ist natürlich sehr stark gekürzt.

Marianne ist eine Frau in den 40ern, die in einer kleinen Stadt im Ruhrgebiet lebt, die sie als schmutzig und einengend empfindet. Sie ist sehr unzufrieden mit ihrem Leben, weil sie sich ihrer Meinung nach immer nur im Kreis dreht. Sie hat bereits verschiedene Therapien hinter sich gebracht, die jedoch keine Heilung oder Erleichterung gebracht haben. Manchmal wurde sie auch als untherapierbar bezeichnet. Es besteht eine starke Überempfindlichkeit, z. B. gegen Gerüche, Lärm und Reizüberflutung, andere Menschen machen sie nervös.

Sie hatte mich irgendwie im Internet gefunden und beschlossen, der Klopfakupressur eine Chance zu geben, weil es so anders schien als alles, was sie bislang versucht hatte. Diese erste Sitzung fand telefonisch statt. Zunächst gab es aber eine Hürde zu überwinden, denn obwohl sie das Klopfen gerne ausprobieren wollte, fand sie es sehr seltsam, fast fragwürdig. Daher haben wir zuerst den Satz geklopft  „Auch wenn mir das alles komisch vorkommt, öffne ich mich für die Möglichkeit, mich darauf einzulassen.“

Nach einer Weile sagte sie, dass sie immer die Zähne zusammenbeisse und nicht weiter wisse. Aber sie sei so unzufrieden mit sich und ihrem Leben …

Daraufhin haben wir den Satz geklopft „Auch wenn mich eine große Unzufriedenheit plagt, akzeptiere ich mich, mit allem was ist.“

Ich wollte dann wissen, womit sie alles unzufrieden ist? Sie sei so alleine bin und habe überhaupt keine Freunde im Alltag, sie empfinde sich als unlebendig und mache zu wenig, dabei habe sie unwahrscheinlich viel Energie, ihre künstlerischen Potentiale könne sie überhaupt nicht verwerten, dabei habe sie so viele Ideen, könne diese aber kaum umsetzen oder etwas daraus machen. Dabei habe sie jede Menge Zeit und sei total gestresst, weil sie das nicht geregelt kriege. Ständig verliere sie sich im eigenen Nichtstun und wüsste nicht weiter. Außerdem würde sie sich für die eigene Unfähigkeit total verurteilen – ständig und überall.

Daraufhin haben wir den Satz geklopft „Auch wenn ich mich dafür verurteile, dass ich nichts geregelt kriege, akzeptiere ich mich mit allem, was ist.“

Nach einer Weile fiel ihr ein, dass vor ein paar Tagen der Todestag ihrer Mutter war. Ihr ist aufgefallen, dass sie im Vergleich zu früheren Jahren jetzt schon viel ruhiger war an diesem Tag. Aber sie habe oft Angst, so zu werden, wie ihre Mutter.

Daher haben wir den Satz geklopft „Auch wenn ich Angst habe, so zu werden, wie meine Mutter, akzeptiere ich mich mit allem, was ist.“

Ich wollte dann wissen, inwiefern sie sich wie ihre Mutter empfindet? Sie sagte, dass sie sich ebenfalls wie ihre Mutter aufrege über Dinge, die andere tun, dass sie andere auch kritisiere. Sie habe ebenfalls Schwierigkeiten mit Beziehungen und lebe asexuell. Wie ihre Mutter litte sie auch unter Depressionen.

Meine nächste Frage war, was sie denn von ihrer Mutter unterscheide? Grundsätzlich empfindet sie sich als wesentlich positiver als ihre Mutter, sie sei in der Lage, nicht alles negativ zu sehen und sie könne Probleme angehen.

Allerdings habe sie eine Blockade im Kopf, sie denke eben oft, dass sie etwas nicht könne. Sie sei so kreativ und würde gerne Bilder malen und ausstellen. Das wäre die Richtung, die sie ihrem Leben gerne geben würde, es würde ihr so Spaß machen zu dekorieren, aber sie habe keine Ahnung, wie sie das anstellen sollte, tatsächlich in diese Richtung zu gehen. Sowieso könne sie nicht gut für sich selbst sorgen. Es sei ihr bewusst, dass sie viel zu oft zuhause sei, sie wolle raus aus ihrem Gefängnis. Sie wolle gerne mehr draußen sein, aber das sei schwierig, wegen der Menschen draußen. Oft sei es schwierig überhaupt die Nähe der Menschen um sie herum auszuhalten, auch wenn die eigentlich gar nichts von ihr wollten.

Als nächstes haben wir den Satz geklopft „Auch wenn ich aus meinem Gefängnis ausbrechen möchte, akzeptiere ich mich mit allem, was ist.“

Was würde sie tun, wenn sie die Möglichkeit hätte, aus ihrem Gefängnis auszubrechen? „Tanzen, singen, einen Mann umarmen, mehr Leichtigkeit, Leben, Spaß haben mit anderen, ohne über Probleme zu reden, verreisen, alleine Sachen machen, endlich mal Nähe und Berührung zulassen, mir was Tolles ansehen, umziehen, mich irgendwo engagieren, ich könnte im Garten arbeiten, das würde mir Spaß machen.“

Anschließend haben wir den Satz geklopft: „Auch wenn ich all diese Einschränkungen habe, öffne ich mich für die Möglichkeit, meine Einschränkungen loszulassen.“

Von da aus sind wir langsam ins Reframing gegangen, ich habe als Handlungsimpuls vorgeschlagen, mehr rauszugehen und sich zu bewegen. Wir haben geendet mit den Worten „Ich bin wertvoll und ich verdiene Sicherheit.“

Für den Klopfsatz zuhause, den sie in den nächsten 14 Tagen klopfen sollte, haben wir uns auf den Satz geeinigt: „Auch wenn ich aus meinem Gefängnis ausbrechen will, öffne ich mich für neue Möglichkeiten.“ Diesen Satz sollte Marianne 14 Tage lang klopfen und zwar täglich 2 Runden den ersten Satzteil und 2 Runden den zweiten Satzteil.

Außerdem schlug ich vor, dass sie so oft wie möglich den wunden Punkt reiben und dabei sagen sollte „Ich liebe und akzeptiere mich, mit allem was ist.“

Für die kommende Woche haben wir ein Telefonat vereinbart.

Im Telefonat sagte sie mir, sie habe direkt in der Nacht nach der Sitzung einen Traum gehabt, in dem alles o.k. gewesen sei. Sie habe bemerkt, dass sie sehr viele Menschen kennen lerne, aber die Kontakte nicht aufrecht erhalten könne.

Das Klopfen fiel ihr sehr schwer. Beim Satzklopfen bestand so viel Unsicherheit, ob dies nun richtig sei, dass es zu neuem Stress führte. Ich habe daher vorgeschlagen, das Satzklopfen vorerst einmal beiseite zu lassen und nur die Sache mit dem wunden Punkt so oft wie möglich am Tag zu machen.

Ich wollte wissen, ob nach der Sitzung etwas Ungewöhnliches passiert sei, ob es irgendein Ereignis gegeben habe, das anders verlaufen sei als sonst? Das gab es. Eigentlich wollte sie einkaufen gehen (was in der Regel mit sehr viel Stress verbunden sei wegen der vielen Menschen in den Geschäften), statt dessen sei sie aber allein in ein indisches Restaurant gegangen. Dort habe gerade die Familie der Inhaber an einem Tisch zusammengesessen und gegessen. Sie wurde eingeladen, sich dazu zu setzen und mitzuessen. Dieser Einladung sei sie gefolgt und habe eine äußerst nette Zeit mit dieser Familie verbracht. Marianne selbst bezeichnete diese Begegnung als „außergewöhnliche soziale Interaktion“ und entschied sich, die Sitzungen fortzusetzen.

Falls Sie nun neugierig geworden sind auf das Klopfen, empfehle ich Ihnen meinen Onlinekurs, mit dem Sie kostenlos die Basics der Klopfakupressur erlernen können. Dies ist die beste Möglichkeit, herauszufinden, ob Ihnen das Klopfen gefällt.

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße, Ihre Monika Richrath

Bildnachweis: Maike Mentzel

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Meine Buch-Auslese aus Leipzig

Meine Buch-Auslese aus Leipzig

Nun ist die Leipziger Buchmesse schon fast einen Monat her – die Zeit verfliegt wie immer unglaublich schnell. Wenn ich nicht am Stand stand habe ich es sehr genossen, durch einige Hallen zu streifen um nach spannendem Stoff für meine Leser*innen zu suchen.

Eine ziemlich interessante Erfahrung war dabei für mich, dass viele der Standmenschen, die ich konkret auf mein Anliegen angesprochen habe, überhaupt nichts mit dem Begriff „Hochsensibilität“ anfangen konnten. Bevor das jedoch alles nicht mehr aktuell ist, stelle ich Ihnen hier drei Bücher vor, die ich von der Buchmesse für Sie mitgebracht habe.

*

Die Ali: Sich das Leben nehmen

Die Ali hatte ihren Stand genau gegenüber von unserem. Ich hatte also mehr als genug Zeit, auf diesen Titel zu gucken. Meine Neugier war sofort geweckt, vor allen Dingen, weil ich zuerst nur das Wort Guide lesen konnte, aber nicht den ganzen Untertitel How (not) to-Guide. Das wird doch nicht etwa …? Nein, es ist keine Anleitung, wie man sich selbst umbringt … Ziemlich schnell habe ich mich aufgemacht um zu ergründen, was es mit diesem äußerst provokaten (aber so genial gewählten!) Titel auf sich hat. „Die Wahrheit über Assessment Center“ wäre nicht halb so aufregend gewesen und hätte (zumindest mich) nicht so neugierig gemacht.

In dem Buch geht es um den Alltag und die Lebensrealität von Unternehmensberatern. Dieser Alltag wird wunderbar erklärt in kleinen Kapiteln, die schlaglichtartig bestimmte Bereiche dieses Lebens beleuchten und dazu passende Titel tragen, wie z. B. „der Kunde“, „der Pitch“, „der Kandidat“, „im Hotel“ usw.

So erfahren wir, wie das atemlose Leben hipper junger Menschen aussieht, die immerzu unterwegs sind,  zwar viel, viel Geld verdienen, aber kaum Gelegenheit haben, es auszugeben, die praktisch aus dem Koffer leben, auch noch mitten in der Nacht Unterlagen für das  Assessment Center am nächsten Tag ausdrucken müssen usw. Für die es das größte ist, im Flanellhemd und Jeans irgendwo in Ruhe mit jemandem etwas trinken zu dürfen. Die sich selbst in diesem wahnwitzigen Tempo verlieren, und alles, was ein liebens- und lebenswertes Leben ausmachen könnte (meiner Meinung nach). Es gibt auch sehr traurige Stellen in diesem Buch, wo ich mal tief schlucken musste, um den Kloß in meinem Hals loszuwerden.

Das Buch ist wie eine Art Taifun, in dem man beim Lesen etwas verloren geht, die Atemlosigkeit wie ein mitreißender Sog. Ich kenne dieses Beraterleben an sich nicht. Im Hintergrund lief aber die ganze Zeit bei mir die Erinnerung an den Film Toni Erdmann, in dem dieses Leben sehr anschaulich beschrieben wird. Die Ali, selbst Unternehmensberaterin, kennt dieses Leben zur Genüge. Darum ist es ja so schrecklich. Sie weiß, wovon sie schreibt.

Nachdem ich das Buch ausgelesen habe, habe ich vor allen Dingen eins gefühlt: Erleichterung, verbunden mit dem sehr intensiven Gefühl, davongekommen zu sein. Die Arbeitswelt und ihre Anforderungen hinter mir gelassen und etwas Eigenes gefunden zu haben.

Übrigens gefällt mir an dem Buch auch, dass die Ali es sich selbst gewidmet hat … Nur etwas hat meiner Meinung nach gefehlt: dass wir nichts darüber erfahren, wie die Protagonistin sich ihr Leben zurückgegeben hat, das hätte mich auch interessiert …

Die Ali
Sich das Leben nehmen
Books on Demand
ISBN: 9783749409266
8,99 €

 

 

Pimm van Hest/Saafras De Bruyn: Überall und irgendwo

*

Dieses Buch ist mein ganz besonderes Fundstück. Von irgendwoher kam mir plötzlich die Idee, mir auch Kinderbücher anzusehen, denn ich weiß ja von meinen Klient*innen, dass diese häufig selbst hochsensible Kinder haben und sich vermutlich freuen über eine Buchempfehlung für ihre Kinder.  Ich finde aber, dass dieses Buch auch ganz wunderbar geeignet ist für Erwachsene, die Angst vor dem Tod haben und/oder mit der eigenen Vergänglichkeit hadern. Überall und irgendwo beschäftigt sich auf spielerische und leichte Weise mit dem Thema Tod,  Trauer, Vergänglichkeit und Ewigkeit.

Die Geschichte: Yolandas Mama ist gestorben. Bei der Beerdigung merkt sie, dass die Erwachsenen offenbar nicht darüber sprechen wollen. Aber sie vermisst ihre Mama sehr. Felsenfest ist sie davon überzeugt, dass ihre Mama irgendwo sein muss. Sie will sie unbedingt finden. Und sie will mit anderen Menschen über ihre Mama sprechen. Also macht sie sich auf die Suche. Zuerst geht sie zu ihrem kleinen Bruder, der mit Mama zu sprechen scheint, wenn er mit seinem Bär redet, Papa erklärt ihr, dass er ihre Mama in all den Dingen findet, die ihn umgeben, … jedes Familienmitglied hat einen eigenen Weg, mit der Trauer umzugehen und ist bereit ihn mit Yolanda zu teilen, so dass Yolanda schließlich herausfindet, wo sie ihre Mama finden kann.

Die einfachen und kindgerechten Texte des Kinderbuchautors Pimm van Hest werden wundervoll ergänzt von den Bildern der belgischen Zeichnerin Saafras De Bruyn. Dabei ist ein Buch herausgekommen, dass wie die Trauer selbst ist: schön, melancholisch, voller Hoffnung, voller Liebe, traurig und auch nicht traurig …

Pimm van Hest/Saafras de Bruyn
Überall und irgendwo
Alibri
ISBN 978-3-86569-258-0
16,00 €

Gabriel Palacios: Wer tut dir gut?

*

Dieses Buch ist für mich mit einer ausgesprochen angenehmen Gesprächserfahrung der Leipziger Buchmesse verbunden. Als ich am Stand mein Anliegen vorgetragen habe, bekam ich einmal nicht ein ratloses Gesicht zu sehen, sondern ein verständiges Nicken, gepaart mit „Doch, da habe ich etwas für Sie“, ohne dass ich wieder hätte umständlich erklären müssen, was für hochsensible Menschen interessant sein könnte (Denn mit der Reizüberforderung kann man in solchen Augenblicken nicht kommen …) Das hat mich sehr gefreut, auch der Titel klang interessant. „Ja, das nehme ich gerne mit.“

Mit dem Buch selbst habe ich mich allerdings sehr schwer getan. Dabei klingt der Untertitel „Wie du lernst, Menschen richtig einzuschätzen“ sehr verlockend.

Von diesem scheinbar sehr bekannten, sehr jungen Hypnotiseur namens Gabriel Palacios hatte ich noch nie gehört. Das hat man davon, wenn man immer in einer Art Elfenbeinturm sitzt … Seine Geschichte ist allerdings sehr interessant …

Ein paar Gedanken haben mir sehr gefallen: zum Beispiel, dass einen die falschen Menschen davon abhalten glücklich (und vielleicht damit auch erfolgreich) zu sein, also, dass manche Menschen uns davon abhalten, unsere eigene Größe zu entdecken und zu leben. Wundervoller Gedanke 🙂 Schön erklärt auch, warum wir immer wieder bestimmte Menschen mit bestimmten Verhaltensmustern in unser Leben ziehen.

Wie kann man diese Menschen nun von sich fernhalten? Zunächst geht es darum die Menschen in verschiedene Typen einzuteilen, als da wären: das Lamm, der Wolf, die Biene, der Hund, das Reh, das Rhinozeros, das Chamäleon und die Schlange. Als erstes sollen wir dazu einen Selbsttest zu machen um den eigenen Charaktertyp herauszufinden: den MKPI-Test (Modell der kolorierten Persönlichkeits-Instanzen). Dort erleide ich schon den ersten Schiffbruch, bin gleichermaßen Biene, Reh und Lamm mit einer Spur Rhinozeros und Chamäleon, was soll mir das sagen (Ich selbst hätte mich eher bei der Schlange, dem Hund oder auch dem Wolf zugeordnet)? Ausgeschlossen, dass ich mich selbst in Bezug setze zu einer anderen Person, um deren Charaktereigenschaften mit mir zu vergleichen …

Etwas mehr Glück habe ich mit dem Energietest, der mich immerhin als rot-grünen Energiemenschen ausweist, aber auch hier scheitere ich bereits an der Vorstellung, andere daraufhin zu beobachten, zu welchem Menschentypus sie gehören könnten.

Im weiteren Verlauf des Buches erklärt Gabriel Palacios die Typen noch genauer, auch hier geht es wieder darum zu beobachten, welche Worte verwendet werden, wie gesprochen wird, wie die Handsprache ist etc. Alles erinnert mich an meinen NLP-Kurs und an meine Coachingausbildung vor ein paar Jahren.

Ab Seite 179 geht es dann endlich darum, wie wir lernen können uns zu schützen. Auf knapp 20 Seiten steht also das eigentlich Wichtige. Der Autor stellt uns ein paar Übungen vor, anhand derer wir Menschen, die uns nicht gut tun, aus unserem Leben verabschieden können (sehr angetan bin ich von der Vorstellung, Menschen in das schwarze Nichts dahinter zu schieben und die Tür einfach zu schließen!) Im Rahmen einer Hypnose stelle ich mir dies sehr effektiv vor, alleine durch die Kraft meiner Gedanken bin ich eher ein wenig skeptisch. Bislang habe ich noch nicht die Muße gefunden, diese Übung wirklich in Ruhe durchzuführen. Das positive Ankersetzen für danach ist jedenfalls definitiv keine neue Erfindung des Autors, sondern eine sehr übliche NLP-Praxis.

So kommt es, dass ich nach der Lektüre dieses Buches nicht voll motiviert, sondern eher verwirrt bin. Ich glaube, ich mache dann doch lieber weiter wie bisher oder suche einen anderen Weg. Eigentlich frage ich mich nach der Lektüre des Buches eher, ob ich Menschen überhaupt einschätzen muss …

Gabriel Palacios
Wer tut dir gut?
Allegria
ISBN 978-3-7934-2404-8
18,00 €

Haben Sie selbst noch irgendwelche wunderbaren Fundstücke auf der Leipziger Buchmesse entdeckt? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

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Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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Ein ganz normaler Arbeitstag

Ein ganz normaler Arbeitstag

In der letzten Woche konnte ich leider vollkommen ungeplant keinen Blogbeitrag veröffentlichen. Die Leipziger Buchmesse hat dann letzten Endes doch ihren Tribut von der Hochsensibilität und der völligen Reizüberflutung verlangt. Es war eine tolle Zeit, ich habe spannende Begegnungen gehabt, nette Menschen kennengelernt und es aus vollen Zügen genossen, aber hinterher gab es eine Art „Shutdown“ und ich musste mich erst einmal halbwegs regenerieren.

Dieser Blogbeitrag geistert schon lange in mir herum. Ich habe einfach einmal aufgeschrieben, wie mein ganz normaler Arbeitsalltag aussieht, was ich tun möchte eigentlich und was ich tatsächlich dann tue. Vielleicht haben Sie einen Wiedererkennungseffekt beim Lesen …

08:00 Uhr

Heute sitze ich früh an meinem Arbeitsplatz. Mein Programm ist ziemlich voll: 3 Sitzungen stehen auf dem Programm, aber es gibt noch jede Menge Kleinkram abzuarbeiten. Die erste Sitzung beginnt um 09:00 Uhr.

Als erstes will ich meinen letzten Blogbeitrag noch weiter bei Facebook posten. Kann mir aber nicht versagen, zuerst meine E-Mail aufzumachen. Da wartet ein kleiner Auftrag auf mich. Runterladen – fertig. Als nächstes öffne ich meine Webseite. Zuerst mal den Cache löschen. Da wartet auch ein Kommentar, der freigegeben und beantwortet werden will. Außerdem soll ich das Theme und ein Plugin aktualisieren.

08:20

Am Samstag will ich ausgehen, dafür brauche ich eine Streifenkarte. Meine Schreibtischschublade habe ich schon durchsucht, aber vielleicht sehe ich einfach im alten Portemonnaie in der Abstellkammer nach? Da ist die Streifenkarte nicht. Zurück an den Schreibtisch.

Ich mache Facebook auf. Auf meiner Startseite ist ein Post, der mich spontan anspringt. Soll ich den jetzt wirklich angucken? Außerdem eine Benachrichtigung, dass jemand Geburtstag hat. Ich entscheide mich in beiden Fällen dagegen, diesen Impulsen nachzugeben und arbeite brav meine Posting-Liste ab. Ach g+ gibts ja nicht mehr, also löschen aus der Liste. Mir fällt auf, dass meine Liste für diesen Tag sehr kurz ist, vielleicht sollte ich die mal aktualisieren, bestimmt habe ich mich zu Gruppen angemeldet, die noch gar nicht in meiner Liste sind. Heute habe ich aber keine Zeit dazu.

08:30

7 Posts später. Ich kann es mir nicht versagen, schnell eine Benachrichtigung anzuklicken. Jemandem gefällt meine Seite. Eigentlich sollte ich mal alle Verlage anschreiben, von denen ich was von der Buchmesse mitgenommen habe. Wo ist die Streifenkarte? Mir fällt noch ein anderer Ort ein, wo die Karte sein könnte, ich gehe in mein Schlafzimmer und sehe in eine Mappe, in der sich verschiedene Dinge befinden. Die Streifenkarte ist dort nicht. Aber ich finde ein paar alte Prospekte, die umgehend ins Altpapier wandern. Also muss ich wohl doch mal die Schublade ausräumen.

08:38

Die Schublade ist halbleer. Brauche ich eigentlich meine alten Zykluskalender noch? Da entdecke ich die Streifenkarte. Wusste ich es doch, dass sie dort ist, wo sie hingehört. Langsam wird es Zeit, mich auf meine Sitzung vorzubereiten. Erst mal meine Nahrungsergänzungen nehmen, Wasser für Tee aufsetzen in der Küche. Ich habe Kopfschmerzen. Das Telefon muss ich auch noch ausstellen. Wieder ins Wohnzimmer, wo ein Tiegel Tigerbalm steht. Hoffentlich klopfe ich mir das jetzt nicht versehentlich irgendwo hin … Apropos wohin, das muss auch noch sein, den Tee aus der Küche abholen, mir Lippen und Hände eincremen. Das Protokoll der letzten Sitzung lesen.

08:49

Wo ist der Spitzer? Während ich um mich sehe, fällt mein Blick auf ein Kurzprotokoll, das ich offensichtlich noch nicht verschickt habe. Da liegen noch zwei Quittungen, die ich noch kurz in meine Ausgabenliste eintragen könnte. Ich könnte eigentlich nochmal kurz lüften vorher. Schnell mache ich noch die Datei mit der Ausgabenliste auf. Mist, die ist noch nicht für April eingerichtet. Also wieder zu. Dabei fällt mein Blick auf eine Datei, die ich nicht dauernd vor Augen haben will, schnell in den Papierkorb verschieben. Jetzt ein paar Minuten ruhig sitzen und atmen. Jetzt noch das Mikrofon anstellen und die Webcam aus der Verkleidung befreien. Ein Klick und es geht los …

10:10

Die Sitzung ist beendet. Erstmal brauche ich ein großes Glas Wasser. Vielleicht sollte ich noch mal das Fenster aufmachen? Erstmal laufe ich ein bisschen unmotiviert in der Wohnung herum, bis mir einfällt, dass Fremdenergien ausleiten auf jeden Fall eine gute Idee ist. Das lemurische Heilzeichen liegt im Schlafzimmer. Danach kann ich mich an den Schreibtisch setzen und mit der Zusammenfassung der Sitzung anzufangen.

10:32

Das Telefon klingelt, ich muss aufstehen und führe ein kurzes Gespräch.

11:35

Da ist eine Nachricht, dass ich einen Job abrechnen kann. Wunderbar.

10:45

Das Protokoll ist endlich fertig. Jetzt noch die neuen Termine in den Kalender eintragen, das Protokoll verschicken – fertig. Ich habe Hunger. Erstmal eine Banane essen. Was jetzt? Eigentlich sollte ich mal einkaufen gehen. Ich habe mir noch nicht überlegt, was ich heute essen will. Oder schreibe ich Rechnungen? Ach Mist, da wartet ja noch dieser Lektoratsauftrag. Erstmal koche ich mir eine neue Tasse Tee. Mir fällt ein, dass ich auch noch ein paar Rechnungen bezahlen muss. Und ist die Überweisung von Paypal eigentlich auf meinem Konto? Schnell mal checken. Ja. Eigentlich wäre es doch gut, die Überweisungen jetzt zu machen, wo alles auf ist. Erst mal in die Küche, den Tee holen. Dann rufe ich mich zur Ordnung. Das Online-Banking kann warten. Das wichtigste zuerst. Der Auftrag hat einen Termin.

11:00

Den Auftrag aus dem Download-Ordner in den richtigen Ordner kopieren und öffnen. Was soll ich heute essen? Was ist denn das, das ist ja eine Übersetzung! Nochmal das Postfach öffnen und die Auftragsbeschreibung lesen.

11:13

Übersetzung erledigt, ok, jetzt kann ich ein Rückpaket erstellen. Wo ist die Funktion? Ich kann sie nirgends finden. Uff, gefunden, aber wo ist jetzt das Paket gelandet? Übersetzerprogramm wieder öffnen, neues Paket erstellen. Was wird mir als Speicherort vorgeschlagen? Ach der Monat März. Dort ist das Paket gelandet. Also zurück ins Mailprogramm, Paket zurückschicken – fertig. Aber da ist eine Nachricht einer Klientin, im Eifer des Gefechts habe ich vor einigen Tagen offenbar vergessen, die Zusammenfassung zu verschicken. Also das auch noch nachholen.

11:20

Was soll ich essen? Erst noch den Auftrag in die Auftragsliste eintragen. Die Liste ist noch nicht für April eingerichtet, also erstmal alles auf dem Blatt löschen, Blatt umbenennen, Auftrag eintragen – fertig. Noch schnell zwei Rechnungsnummern vergeben. JETZT gehe ich einkaufen. Weiß immer noch nicht, was ich essen soll. Im Kühlschrank ist noch Fenchel, wie wäre es mit Buletten dazu aus dem Anne Fleck-Buch? Ich schmeiße mich aufs Sofa, nachgucken, was ich brauche, dazu noch schnell eine kleine Einkaufsliste schreiben und los gehts. Unten finde ich noch ein paar Briefe im Briefkasten.

11:55

Eigentlich ist jetzt Pause, aber ich kann es mir doch nicht versagen, beim Nachhausekommen einen der Briefe aufzumachen. Meine erste Umsatzsteuer-Voranmeldung.

13:00

Das Essen war super. Danach habe ich mich hingelegt und meine Trancedatei Selbstsabotageprogramme löschen gehört. Ich bin gerade so richtig schön halb weg, da klingelt es. So ein Mist. Ob das jetzt für mich ist? Es steht aber außer Frage, die 3 Stockwerke herunterzustürzen. Ich gucke aus dem Fenster, ob ich dort einen Wagen eines Paketdienstes stehen sehe. Ich sehe nichts und lege mich wieder hin.

13:25

Zurück am Schreibtisch. Ich scanne eine Vollmacht für die Steuerberaterin ein, während ich mir einen Tee koche. Das gibt einiges Gerenne zwischen Küche und Büro. Scan versenden – fertig. Es wird Zeit, mich auf die nächste Sitzung vorzubereiten. Erst nochmal ins Postfach gucken, da warten drei Nachrichten, von denen eine beantwortet werden muss. Ich habe wieder Kopfschmerzen. Ach, da waren doch noch zwei Rechnungen zu schreiben, das kann ich gerade erledigen. Ich öffne meine Webseite. Was ist denn das, ich hatte die Aktualisierungen heute morgen doch gemacht, oder doch nicht? Nachdem ich die erste Rechnung ausgedruckt habe, wird mir klar, dass die Umsatzsteuer-Nr. fehlt. Wo kann ich das nochmal ändern? Nach einigem Herumsuchen finde ich die entsprechende Einstellung, aber im Entwurf lässt es sich nicht mehr ändern. Ich schreibe die Nr. irgendwo hin, Hauptsache, sie ist drauf.  Jetzt noch bereitlegen: Kalender, Schreibzeug, Uhr. Mich vertiefen in die Unterlagen, was haben wir letztes Mal gemacht?

15:05

Die Sitzung ist vorbei, die Zusammenfassung geschrieben und verschickt. Jetzt kann ich mich an die zweite Rechnung machen. Dazu muss ich wieder eine neue Seite öffnen. Huch, da fehlt die Mwst. Wer ist der Auftraggeber? Schnell im Mailprogramm nachsehen, ach US, dann keine Mwst. Aber halt, die wollen ja keine Dollar, sondern Euro. Also Währungsrechner öffnen, Betrag umrechnen, Rechnung speichern, hochladen und einreichen. Puh, endlich erledigt.

15:30

Um 16:00 h habe ich einen neuen Klienten. Seine Ausgangsbeschreibung habe ich schon ausgedruckt, jetzt nehme ich mir die Zeit, sie sorgfältig zu lesen um mir zu überlegen, wo wir anfangen.

17:02

Die Sitzung war schön, jetzt nur noch schnell die Zusammenfassung schreiben. Aber bevor ich damit anfangen kann, muss ich nochmal ins Postfach gucken. Mist, die Korrektur der Übersetzung. Kurz das Programm öffnen, Korrekturen annehmen, speichern, zurücksenden.

17:17

Eigentlich hatte ich gehofft, heute evtl. die Zeit zu haben, eine Lektion aus meinem Trauma-Kurs zu wiederholen. Das kann ich mir wohl abschminken. Ich bin fix und fertig. Noch schnell die neuen Termine in den Terminkalender eingeben. Das letzte Protokoll verschicken. Uff, das wars für heute.

Ich bin sehr neugierig, wie es Ihnen gegangen ist beim Lesen dieses Beitrages. Haben Sie sich wiedererkannt?

Ich selbst habe die verschiedensten emotionalen Zustände beim Verfassen durchlebt. Beim Schreiben selbst wurde mir ganz Angst und bange, weil ich eine Ahnung davon bekommen habe, wie stressig mein Arbeitsalltag trotz allem ist. Dass die ruhigsten Momente des Tages die Zeit war, mit denen ich mit Klienten geklopft habe, stimmt mich schon sehr nachdenklich.  Beim Abtippen allerdings erfasste mich eine unglaubliche Heiterkeit. Vor allen Dingen, weil ich natürlich nun ganz klar sehen kann, dass diese Art von Stress „hausgemacht“ ist und ich meine Arbeitsabläufe einfach besser organisieren muss. Da ist noch sehr viel Handlungsbedarf. Als allererstes schreibe ich mal einen Speiseplan für die Woche.

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bild von ThePixelman auf Pixabay

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Monika Richrath

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Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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