Die Geheimnisse des gesunden Schlafs – eine Rezension

Die Geheimnisse des gesunden Schlafs – eine Rezension

Der Titel des Buches verspricht nicht zu viel. Behandelt werden mehr als die üblicherweise genannten Ursachen für Schlafstörungen und auch zum Thema Auflösen der Schlafstörungen wird viel ganzheitliches und nicht übliches Wissen vermittelt.

Ein interessant zu lesender Ratgeber mit vielen persönlichen Einblicken. Aufgrund der vielen im Buch vorkommenden Übungen, Checklisten, Fragebogen zur Ursachenerforschung und einer Vorlage für ein Schlafprotokoll kann das Buch auch als Arbeitsbuch genutzt werden, wenn man wieder gut schlafen möchte.

Ich lese bei Büchern immer zuerst die Rückseite. Schon hier hat mich die Lust gepackt, das Buch zu lesen. Die Fragen, die dort gestellt und im Buch beantwortet werden, lassen sofort vermuten, dass es sich um einen Ratgeber zum Thema Schlaf handelt, der neue und interessante Fakten verspricht.

Das Buch hat mir viele Impulse gegeben, sich mit mir und meiner inneren Haltung zum Schlaf auseinanderzusetzen: auch mit meinen Glaubenssätzen und meinen Bedürfnissen.

Ich arbeite beruflich viel mit Menschen, die unter Schlafstörungen leiden und werden Ihnen das Buch wärmstens zur Lektüre ans Herz legen.

Ulrike Schlüter

Monika Richrath
Die Geheimnisse des gesunden Schlafs*
Dielus Edition
ISBN 978-3-9819383-8-8
19,95 EUR

Ulrike Schlüter

Ulrike Schlüter

Hausbesuchspraxis Ulrike Schlüter

Heilpraktikerin, 
Ernährungsberaterin
und Autorin

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Die drei schlimmsten Dinge

Die drei schlimmsten Dinge

Ich sage es Ihnen am besten gleich – wo Sie noch aufhören können zu lesen – dieser Artikel könnte etwas in Ihnen antriggern und Stress auslösen. Darum möchte ich, bevor ich einsteige, einmal ausdrücklich sagen: Sie lesen auf eigene Gefahr und ich bin nicht verantwortlich für eventuelle Zustände oder Befindlichkeiten, in die Sie durch das Lesen geraten können.

Auch dieser Artikel geistert schon seit Ewigkeiten durch mein Bewusstsein. Man kann sich natürlich (zu recht) fragen, wenn ein Artikel beim Lesen blöde Gefühle auslösen könnte, warum schreibe ich ihn überhaupt? Warum halte ich nicht einfach meinen Mund? 

Ich kann meinen Mund aus dem einfachen Grunde nicht halten, weil es auf diesem meinem Blog vor allem um Wahrheit geht, um Dinge, die ich für mich als wahr (und wichtig!) erachte. Um Dinge, die auch für Sie wichtig und wahr sein könnten. Das entscheiden ja letzten Endes Sie selbst, was auf Sie zutrifft. Sie entscheiden, was Sie damit machen. Das war jetzt ein sehr langer Disclaimer. Ich eiere hier so herum, weil ich davon überzeugt bin, dass alle

diese Dinge in Zusammenhang mit Hochsensibilität stehen.

Ich kenne sie nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern alle meine Klienten haben zumindest eins dieser Dinge erlebt. Dabei geht es nicht um einmalige, sondern immer wiederkehrende Vorkommnisse, die

unser ganzes Leben beeinflusst haben

und immer noch beeinflussen. Vielleicht haben Sie sogar das Gefühl, dadurch zu der Person geworden zu sein, die Sie heute sind. Wenn Sie also merken, beim Lesen springt Sie etwas an, dann klopfen Sie bitte entweder die Handkante (Wie auf dem Bild links) oder den Schlüsselbeinpunkt.

 

1. Sie wurden nicht willkommen geheißen

Das trifft die tiefsten Ebenen der menschlichen Existenz, quasi vom Augenblick der Zeugung an. Es ist ja leider immer noch so, dass Kinder nicht unbedingt in Momenten der Freude und Liebe gezeugt werden, es gibt viele andere Umstände, die von Gewalt bis zu Achtlosigkeit reichen können, in denen Frauen schwanger werden, obwohl es nicht „geplant“ war. (Die Frage der Zuständigkeit oder Verantwortung müssen wir hier mal völlig außer Acht lassen, denn sonst geraten wir auf Abwege.)

Ok., schwanger also, dann fügt man sich vielleicht in diese Umstände. Früher wurde dann sofort geheiratet und damit jahrelang zwei Menschen zusammengepfercht, die vielleicht gar nichts miteinander zu tun hatten, sich vielleicht nicht einmal geliebt haben oder einander im Grunde ihres Herzens ablehnten.

Heute wird vielleicht nicht mehr unbedingt geheiratet. Nun kommt also ein Kind und man wird es bekommen. Das ist aber nicht das gleiche wie ein Kind willkommen heißen.

Es gibt natürlich die Möglichkeit, dass man zwar in Liebe gezeugt wird, aber man trotzdem nicht willkommen ist, weil die Eltern, vor allen Dingen die Mutter, vollkommen überfordert ist mit dieser Aufgabe. Vielleicht ist sie nicht bereit, ihr eigenes Leben aufzugeben. Vielleicht hat sie auch das Gefühl, selbst noch gar nicht wirklich gelebt zu haben (Früher ging es ja häufig direkt vom Elternhaus in die Ehe).

Dies sind alles Umstände, die bewirken können, dass man sich einfach nicht willkommen fühlt. Ich habe mich nun schon eine Weile mit Geburtstraumata beschäftigt. Letzten Endes bedeutet diese allererste Erfahrung für uns, wenn wir auf die Welt kommen, dass wir in diesem Leben nicht willkommen sind. Und wir wissen und spüren das. Daran schließt sich gleich das nächste schlimme „Ding“ an:

2. Wir werden nicht beachtet/emotional misshandelt

Es gibt Studien, aus denen hervorgeht, dass emotionale Misshandlung genauso schlimm ist wie körperliche Misshandlung. Es reicht, wenn einem die eigenen Eltern immer wieder Dinge sagen wie „Du kannst aber auch gar nichts richtig machen“, wenn sie vollkommen lieblos sind, sich weigern, mit uns zu sprechen (manchmal tagelang), uns niemals in den Arm nehmen usw. Die ganze Palette umfasst

  • Beschimpfen
  • Verspotten
  • Erniedrigen
  • Ignorieren
  • Liebesentzug
  • Quälen
  • Einsperren
  • Rolle des Sündenbocks zuweisen
  • Isolieren von Gleichaltrigen
  • Bedrohen
  • Zu starken Behüten/Erdrücken
  • Keine Grenzen setzen
  • Überforderung durch unangemessene Pflichten
  • Vertrauter eines Elternteils werden
  • Bevorzugung von Geschwistern usw.

Man weiß heute, dass sich

das Gehirn entwickelt mit den Erfahrungen, 

die wir in unseren ersten drei Lebensjahren machen. D. h., wenn wir in dieser Zeit immer wieder die Erfahrung machen, dass wir alleine sind oder nicht sicher, können sich im Gehirn entsprechende Schaltkreise ausbilden, die dazu führen, dass wir ängstliche und unsichere Menschen werden.

Man weiß auch, dass unser Immunsystem durch diese Erfahrungen auf Jahre hinaus geschädigt wird, weil sich die Entzündungswerte im Blut erhöhen oder wir chronische Schmerzen entwickeln. Es gibt eine interessante Studie der Wissenschaftlerin Marije Stoltenberg der Universität Leiden. Sie kam 2012 zu dem Ergebnis, dass 36,3 % aller Kinder weltweit emotionale Misshandlung erfahren. Puh, da muss man erst einmal tief durchatmen.

Kommen wir zum 3. Punkt, der eigentlich zur emotionalen Misshandlung gehört, aber da ich ihn immer wieder als besonderen Stolperstein für meine Klient*innen erlebe, hier also als Extrapunkt:

3. Wir dürfen nicht wir selbst sein.

Das kann viele Gründe haben. Wenn wir fast immer nur Ablehnung erfahren von den Eltern, konzentrieren wir uns vielleicht darauf, doch noch Anerkennung zu bekommen. Daraus kann z. B. die für viele hochsensible Menschen so wichtige Triebkraft des PERFEKT-SEIN-MÜSSENS entstehen. Irgendein Teil unseres Unbewussten ist vermutlich zu dem Entschluss gekommen, dass wir nicht gut genug sind, denn sonst würden unsere Eltern uns ja lieben oder anders behandeln. Und wir strampeln uns ein Leben lang ab, etwas zu bekommen, was wir nicht bekommen können, bzw. nicht mehr. In jeden Fall richten wir uns  dann danach,

was die Eltern wollen,

bzw. was sie als richtig erachten. Wir versuchen, so zu sein, wie unsere Eltern uns haben wollen: lieb, fleißig, unauffällig, anspruchslos. Oft genug sind wir all dies aber nicht, wir sind eigentlich laut oder lebenslustig, oder aufmüpfig, oder wütend. Aber da wir uns so nicht zeigen dürfen – denn dann gibt es noch mehr oder wieder Ablehnung – geben wir uns selbst nach und nach auf und versuchen, der gewünschte Mensch zu werden, das Aschenputtel, das alle Arbeit erledigt, der/die 1er Schüler*in, Vertraute/r der Mutter, die alle ihre Sorgen und Eheprobleme bei uns ablädt usw. Am Ende

wissen wir nicht mehr, wer oder was wir sind.

Im schlimmsten Fall können wir nicht einmal sagen, was unsere Bedürfnisse sind. Weil wir es einfach nicht wissen. Weil man uns nicht erlaubt hat, Bedürfnisse zu äußern, vielleicht nicht einmal, welche zu haben …

Puh, das Schreiben dieses Artikels war auch für mich ein Kraftakt.

Ich vermute, dass all diese Dinge einen Zusammenhang haben mit Hochsensibilität.

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Von Herzen, Ihre Monika Richrath

Bild von RachelBostwick auf Pixabay

Die 3 schlimmsten Dinge

Ich bin zwar keine Wissenschaftlerin, aber die neugierige Forscherin in mir möchte gerne mehr wissen. Darum habe ich eine Umfrage zu dem Thema erstellt, ich freue mich, wenn Sie mitmachen. Ihre E-Mail Adressen werden nicht gespeichert.

7 Fehler, die Coaches machen können

7 Fehler, die Coaches machen können

Die berufliche Selbstständigkeit ist für viele hochsensible Menschen der einzige Weg, überhaupt am Arbeitsleben teilnehmen zu können. Hier gilt es, die häufig mit der Hochsensibilität einhergehenden Wesenseigenschaften wie z. B. Empathie als Triebfeder für Veränderung zu nutzen – die eigene und die anderer. Viele hochsensible Menschen entscheiden sich daher dafür Coach zu werden.

Dies bringt aber neue Herausforderungen mit sich. Ich habe daher in diesem Artikel 7 Fehler aufgelistet, denen ich in meinem Leben begegnet bin, manchmal sind sie mir bei anderen aufgefallen (als (potentielle) Klientin), die meisten habe ich aber selbst auch irgendwann einmal begangen …

1. Fehlende Empathie

Dass jemand Coach ist, bedeutet noch lange nicht, dass jemand dann unbedingt auch hochsensibel ist. Ich bin im Laufe der Zeit einigen Menschen online begegnet, die definitiv die Hauruck-Methode (oder besagt: Haudraufmethode) bevorzugen. Kürzlich war ich auf facebook einmal geschlagene fünf Minuten Mitglied einer Marketinggruppe, weil mir der Auftritt der Moderatorinnen ein physisches Unbehagen verursachte.

Falls Sie auf der Suche nach einem Coach sind, ist es immer empfehlenswert, sich über die Person zu informieren. Ich selbst lasse mich nicht von jemandem coachen, der nicht hochsensibel ist. Zwar habe ich das noch nie so explizit festgelegt, ich vermute aber, dass ich das intuitiv mache.

Aber selbst wenn jemand erwiesenermaßen hochsensibel ist, bedeutet das nicht automatisch, dass man immer empathisch behandelt wird. Mir selbst hat übrigens neulich auch jemand vorgeworfen, ich hätte es an Empathie mangeln lassen. Zum Glück kann ich damit mittlerweile ganz gut umgehen. Es kommt häufig vor, dass Menschen „einfach nur so“ mit mir sprechen und die Last ihres Lebens bei mir ablegen möchten. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass das für mich ziemlich belastend ist.

Viele Coaches bieten etwas Ähnliches an wie ich mit meinem Startergespräch. Man muss also nicht die Katze im Sack kaufen und kann schauen, ob die Chemie stimmt und ob man sich die Zusammenarbeit miteinander vorstellen kann.

Zu fehlender Empathie gehört für mich auch ein

fehlendes bzw. unvollständiges Bewusstsein für die Bedürfnisse der Zielgruppe.

Diesem Fehler begegne ich vor allen Dingen online immer wieder. Einmal habe ich ein superspanndes Webinar besucht, das sich explizit mit dem Thema Hochsensibilität beschäftigte, die Organisatorin war hochsensibel, der Referent war hochsensibel, das Webinarthema beschäftigte sich mit Hochsensibilität. Dann war es aber so: es gab aber drei geöffnete Fenster: in einem war der Referent zu sehen. In einem anderen Fenster sah man die Moderatorin, die dauernd Geräusche machte und auf ihrem Computer herumklickte, im dritten Fenster lief der Chat. Ich bin dabeigeblieben, weil ich das Thema so spannend fand, aber hinterher war ich total erschöpft und auch empört über diese völlig unnötige Strapaze. Außerdem fand ich es so schade für den Referenten, der so natürlich nicht die Aufmerksamkeit bekam, die er verdient hatte …

2. Die eigene Methode für die beste halten

Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten zur Entfaltung und zum Wachstum. Als Coach verschreibt man sich meistens einer, höchstens zwei verschiedenen Methoden, die man dann für den universellen Weg für alle hält. Letzteres ist definitiv ein Fehler, weil man den individuellen Menschen dann nicht mehr wahrnimmt. Die Klopfakupressur ist zum Beispiel nicht für jeden was. Es gibt Menschen, die damit überhaupt nicht können. Das ist dann so. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Veränderung und Wachstum können nur dann geschehen, wenn Körper UND Geist gleichermaßen begeistert sind.

Kürzlich hat mir jemand aus meinem Kontaktpool geschrieben: „Wenn Sie Gott gefunden haben, brauchen Sie nichts mehr.“ Autsch. Kontakt löschen. Schade. Das bringt mich direkt zu

3. Sich für unfehlbar halten

Ich versuche, relativ konstant meinen Kontaktkreis zu erweitern und schreibe Menschen an, von denen ich das Gefühl habe, es könnte passen. Auf Xing kommt es dabei häufiger mal zu Irritationen, dass ich, als Coach, andere Coaches anschreibe. Das finde ich ein wenig seltsam. Als wäre man dadurch, dass man als Coach arbeitet, unfehlbar, als hätte man nicht eigene Themen und Schwierigkeiten, die anzusehen und zu bearbeiten sich lohnen würde. Auch wenn ich Coach bin, bleibe ich ein Mensch mit menschlichen Schwierigkeiten, die erst dann aufhören, wenn ich tot bin. Mit so jemandem würde ich als Klientin niemals zusammenarbeiten. Für mich ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe das A und O im Coaching. Vor allen Dingen, aber nicht nur, als Klientin. Wie soll Veränderung in mir entstehen, wenn ich das Gefühl habe, mein Gegenüber ist mir überlegen?

4. Eigene Widerstände nicht reflektieren

Dieser Punkt ist mir besonders wichtig. Nachdem ich einmal ein längeres Seminar zu diesem Thema mitgemacht habe, ist mir auch klargeworden, warum. Dieser Punkt ist im Grunde genommen sehr eng mit Punkt 3 verbunden. Es sind ja immer zwei Menschen, die in einer Coachingbeziehung miteinander in Kontakt treten.

Im vergangenen Jahr habe ich mich viel von anderen Menschen coachen lassen. Vor allen Dingen in einem Fall habe ich irgendwann bemerkt, dass ich mich nach dem Coaching viel schlechter fühlte als vorher. Was daran lag, dass mein Coach einfach auf ihren Methoden beharrt hat und sich überhaupt nicht damit beschäftigen wollte, warum etwas für mich nicht ging. Ich fühlte mich richtig schlecht, nicht gesehen. Spannenderweise kam das Seminar zum Thema Widerstände genau zu diesem Zeitpunkt in mein Leben und ich konnte mich entscheiden, dieses Coaching zu beenden – damit fiel eine Last von meinen Schultern. Ich fühlte mich wie befreit!

5. Coacheritis

Eine sehr gute Methode, andere Menschen vor den Kopf zu stoßen und gegen sich aufzubringen ist die Coacheritis, die vor allen Dingen frischgebackene Coaches gerne befällt. Das hängt natürlich eng mit Punkt 2 zusammen, mit der Begeisterung für die eigene Methode und ihren Möglichkeiten. Das möchte man gerne in die Welt hinaustragen (gerne auch in den Freundeskreis)! Leider schießt man dabei häufig über das Ziel hinaus.

Andere Menschen möchten nicht gedrängt werden, dieses oder jenes Problem zu bearbeiten. Am liebsten mit einem selbst. Sie möchten selbst entscheiden, ob und wann sie das Problem bearbeiten und mit wem. Ich vermute, es bringt praktisch niemals was, wenn Sie zu jemandem sagen, „Das könntest du mal bearbeiten.“ Denn damit erheben Sie sich automatisch in eine übergeordnete Position und die Augenhöhe ist sofort flöten. Für den oder die andere ist das unangenehm. Ab sofort hat sie überhaupt keinen Grund mehr, mit ihnen zusammenzuarbeiten – wenn sie es je in Erwägung gezogen haben sollte. Ich kenne so eine Person, die mit anderen praktisch nur als Coach spricht. Das ist grottenunangenehm. Auch wenn ich vermute, dass das letzten Endes nur Tarnung ist und anderes verbergen soll, vermeide ich Begegnungen mit dieser Person.

6. Zu viel Werbung

Die meisten hochsensiblen Menschen sind extrem allergisch gegen Werbung – jedenfalls so lange, bis sie selbst Coach werden und sich mit der Notwendigkeit auseinandersetzen müssen, Werbung zu betreiben um auf sich aufmerksam zu machen. Zu diesem Thema möchte ich auf jeden Fall noch einmal einen extra Artikel schreiben – ich denke, das lohnt sich.

Ich bin selbst schon mal aus einer Gruppe bei facebook rausgeflogen, weil ich meinen Blogbeitrag gepostet habe und in der Seitenleiste mein Buch zu sehen war. Damals war ich ganz schön empört, dass sich jemand darauf fokussierte statt auf den interessanten Artikel … Ich habe daraus aber gelernt und halte mich von solchen Gruppen fern, bzw. lese die Gruppenbeschreibungen vorher aufmerksamer 😉

Von TeilnehmerInnen meiner kostenlosen Kurse habe ich schon öfter die Mitteilung erhalten, dass sie meinen Auftritt als unaufdringlich empfinden, das freut mich natürlich. Offenbar habe ich das richtige Maß gefunden  …

7. Mangelempfinden

Ich bin jetzt ja schon ein paar Jahre dabei und ich kann sagen, dass ein Mangeldenken wirklich äußerst schädlich ist. Vor allen Dingen für einen selbst, weil Verbitterung ziemlich ausufern kann und völlig unnöter Stress ist.

Das kann praktisch alles beinhalten, z. B. wenn man denkt, man kennt so viel potentielle KlientInnen, denen man viel Gutes tun könnte, aber die kommen nicht einmal auf die Idee, zu einem zu kommen!

Dazu möchte ich gerne etwas anmerken. Sie können niemals wissen, was für jemand anderen gut ist. Jeder hat seine Gründe dafür, etwas zu unternehmen oder eben weiter zu leiden. Möglicherweise möchten die, die Sie als potentielle Klienten betrachten, sich sowieso eher von jemandem behandeln lassen, der sie nicht kennt. Vielleicht würden sie sich im Coaching mit Ihnen unterlegen fühlen (Siehe Punkt 5). Vor allen Dingen möchten Sie vielleicht die Freundschaft mit Ihnen nicht aufs Spiel setzen …

Wenn keine Klienten zu Ihnen kommen, hat das in erster Linie immer mit Ihnen zu tun und weniger mit anderen. Blockaden und Glaubenssätze können eine Rolle spielen, zum Beispiel, wenn Sie insgeheim glauben, keinen Erfolg zu verdienen. Dann ist es viel sinnvoller, aktive Glaubenssatzarbeit zu betreiben, statt sich zu grämen.

Eine spirituelle Weisheit, die mir einmal auf einem online-Kongress über Geld zugeflogen ist: Es kann bei Ihnen niemand Kunde werden, wenn Sie auch bei niemandem Kunde sind. Stimmt zu 100% – kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Als hochsensibler Coach können Sie unglaublich davon profitieren, sich mit anderen hochsensiblen Coaches zusammenzuschließen. Gedanken wie: „Die anderen könnten mir die KlientInnen wegnehmen“ sind nicht nur unglaublich unproduktiv und angsterzeugend, sondern auch unglaublich falsch. Coaching beruht weniger auf Methoden, sondern im wesentlichen auf Persönlichkeit – Ihrer! Die Menschen arbeiten mit Ihnen zusammen, weil Sie sie mögen, weil sie zu Ihnen Vertrauen haben und weil Ihre Geschichte ihnen vielleicht Hoffnung schenkt.

Was für Erfahrungen haben Sie gemacht als Coaches, oder auch als KlientIn? Es wäre auch ein guter Rahmen, sich über mich zu beschweren … 😉 Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildnachweise: Pixabay

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

In meinem kostenlosen E-Mail Kurs lernen Sie, wie Sie besser mit Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität umgehen können.

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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Extrawurst

Extrawurst

Manchmal hadere ich mit meiner Hochsensibilität. Zum Beispiel, wenn ich das Gefühl habe, ich brauche immer eine Extrawurst – eine Situation, die zu meinem Leidwesen ziemlich häufig vorkommt.

Möglicherweise sind solche Situationen von außen betrachtet leicht schräg.

Es beginnt damit, dass mir jemand etwas anbietet, meist zu essen, eine kleine Süßigkeit, wie eine Praline oder ein Bonbon. Das ist immer Stress.

Meine erste Frage lautet dann immer (wenn ich es nicht genau weiß): „Ist da Zucker drin?“ Meist ruckt die Tüte oder der Teller dann noch etwas näher in meine Richtung, mit der fröhlichen Antwort „Nein.“ Dann muss ich sagen „Dann leider nicht“ – was sowieso schon schwer zu sagen ist, weil es eben nicht die erwartete Antwort ist. Manchmal (je nach Verfassung) sage ich noch zur Erklärung „Von Süßstoff wird mir schlecht.“ oder „Ich vertrage keinen Süßstoff.“

In diesem Augenblick fühle ich mich nie gut.

Es tut mir so leid, dass ich ein kleines Geschenk ablehnen muss. Ich habe das Gefühl, ein Verbindungsangebot abzulehnen, was überhaupt nicht meine Absicht ist. Sowieso ist das mal wieder typisch hochsensibel:

ich mache mir einen totalen Kopf

über eine ganz kleine Sache, an die die die meisten anderen Menschen keine Gedanken verschwenden. Das Schräge daran ist:

meine Ablehnung ist eine mühsam erkämpfte Errungenschaft.

Früher (und selbst heute kommt das zu meinem Leidwesen immer wieder vor), habe ich nämlich meistens auf meine Extrawurst verzichtet – eben um der Verbindung willen. Da ich sehr viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten habe, passierte es im Grunde genommen sehr häufig, dass ich so Dinge zu mir nahm, die meinem Körper nicht sehr zuträglich waren. Aber ich war bereit, für diesen kurzen Moment der Verbindung den ganzen restlichen Tag mit einem Blähbauch herumzulaufen, supernervös zu sein oder mich sonst in irgendeiner Form unwohl zu fühlen. Ich war schlicht und einfach nicht in der Lage, mich abzugrenzen, auch in diesem kleinen, für mich sehr wichtigen Bereich, nicht. Ein Bonbon ist eben nicht nur ein Bonbon.

Nicht normal

Ganz abgesehen davon, dass jedes Mal, wenn mir etwas angeboten wird, sich irgendwie im Hinter (oder Vorder-?)grund etwas öffnet, als würde ich auf eine Szene in einem Theaterstück sehen, mit den Beteiligten als Darstellern. Das Stück heißt Normalität. Und alle anderen (meist findet das ganze in Gruppensettings statt), sind eben normal und können das Angebotene essen, nur ich nicht. „Ich bin eben nicht normal.“ Auch wenn ich weiß, dass das totaler Unsinn ist, und dass Normalität, so wie ich sie mir vorstelle, überhaupt nicht existiert, sondern nur eine Vorstellung in meinem Kopf und anderen Köpfen ist, schaffe ich es irgendwie nicht, diese Vorstellung abzulegen. Vielleicht sollte ich das mal klopfen, das wäre sicherlich sehr lohnend. Jedenfalls eine schöne Idee für ein neues Klopfvideo.

Vielleicht hatte es auch noch mit einer anderen Verhaltensweise zu tun, die ganz typisch für HSP ist:

Das Befinden anderer Menschen wichtiger einzustufen als das eigene.

Was war schon ein Abend Unwohlsein, wenn ich dafür niemanden gefühlt zurückweisen musste?

Das Bedürfnis nach Verbindung ist ja kein Bedürfnis, das nur HSP empfinden, es ist eines der wichtigsten menschlichen Bedürfnisse überhaupt. Ohne Verbindung mit anderen können wir uns nicht richtig entwickeln. Ich glaube, dass viele hochsensible Menschen sich mit der Ablehnung eines Verbindungsangebotes eher schwer tun, weil Verbindung selbst ein äußerst schwieriges Thema ist.

Das Gefühl anders zu sein, nicht in Ordnung,

schräg, zu komisch, überempfindlich usw., das viele hochsensible Menschen schon von Kindesbeinen an erfahren, führt häufig dazu, dass wir die Sicht der anderen auf uns selbst übernehmen. Dabei leidet nicht nur unser Selbstwert und unsere Selbstachtung. Wenn wir uns oft oder dauernd als anders als die anderen erleben, führt das oft zu einem Gefühl der Isolation, wir halten uns nicht für liebenswert, wir erleben uns nicht als mit anderen verbunden und in der Welt aufgehoben.

Außerdem haben sehr viele hochsensible Menschen ein sehr genaues Empfinden für soziale Interaktionen und ihre Bedeutung. Von daher ist es kein Wunder, dass ich mich so furchtbar schwer damit tue, ein Bonbon abzulehnen, das ich besser nicht annehmen sollte.

Verbindung zu mir

Im vergangenen Jahr ist sehr viel passiert. Die Arbeit mit meinen KlientInnen wirkt sich auf die eine oder andere Weise immer auch auf mein eigenes Leben aus. Außerdem klopfe ich selbst natürlich auch immer noch auch meine eigenen Themen.

Allmählich beginne ich ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass mein Verhalten, kleine Geschenke anzunehmen, weil ich es aus den o. g. Gründen einfach nicht über mich bringe, sie abzulehnen, mir unglaublich schadet, auf ganz vielen Ebenen, nicht nur auf der körperlichen. Denn jedes Mal, wenn ich etwas annehme, was ich nicht vertrage, verlasse ich mich selbst, gehe ich aus der Verbindung zu mir und meinem Körper heraus. Und: Ich kann keine gute Verbindung aufbauen zu anderen, wenn ich keine gute Verbindung zu mir habe. Und wenn der Preis der Verbindung zu jemandem ist, dass ich die Verbindung zu mir vollkommen verliere … dann stimmt einfach etwas nicht. Aber zum Glück lässt sich daran ja arbeiten …

Kennen Sie solche Situationen? Wie gehen Sie damit um? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildquelle: Pixabay

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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Gestatten: Hochsensibel – eine Rezension

Gestatten: Hochsensibel – eine Rezension

Manche Bücher finden auf sehr verschlungenen Wege zu mir. Von Gestatten: Hochsensibel – Wie hochsensible Menschen den Alltag meistern – hatte ich noch nie gehört, habe aber die Autorin Jasmin Schindler online kennengelernt. Nachdem ich ein bisschen auf ihrem Blog healthy habits herumgesurft bin, den sie mit ihrem Freund Patrick Hundt betreibt, war ich sehr neugierig auf das Buch.

Gestatten hochsensibel von Jasmin Schindler

*

Um es gleich vorweg zu nehmen:

Das Buch hat mich sehr begeistert

denn es hat etwas geschafft, was ich bislang noch in/mit keinem anderen hochsensiblen Buch so intensiv erlebt habe: Es sorgt dafür, dass ich mich als Leserin sofort als Teil einer großen Gemeinschaft fühle. Auch wenn ich meine Hochsensibilität weitestgehend akzeptiert habe, gibt es doch auch immer wieder Momente, in denen ich mit meiner besonderen Empfindlichkeit hadere und je nach dem Stand der aktuellen Befindlichkeit bin ich mir der Unterschiede zu anderen, weniger sensiblen Menschen auch deutlich bewusst. Nun, ich habe dieses Buch begonnen und fast sofort (d. h. nach den Einleitungsseiten) fühlte ich mich weniger komisch, etwas weniger seltsam, sondern als Teil einer etwas schrägen Community.

Diesen Effekt hat die Autorin auf einfache, aber äußerst effektive Weise erreicht: indem sie

16 unterschiedliche Menschen

zu Wort kommen lässt. Zum Teil handelt es sich dabei um Autoren und BloggerInnen (ein sehr praktischer Nebeneffekt ist, dass uns unterschiedliche HSP-Blogs auf dem Serviertablett präsentiert werden) wie Eva-Maria Bläsi, David Cain, Jean-Christoph von Oertzen (den ich auf diesem Blog auch schon einmal interviewt habe), Silvia Christine Strauch (ihr Buch habe ich ebenfalls auf diesem Blog renziert  oder Rolf Sellin. Darüber hinaus hat sie auch LeserInnen ihres eigenen Blogs interviewt und nicht zuletzt schreibt sie auch über sich selbst. Das finde ich überaus sympathisch, vor allen Dingen gefällt mir ihre Art, sehr nüchtern und ernsthaft mit den eigenen Unzulänglichkeiten im Umgang mit der eigenen Hochsensibilität umzugehen. Frau Schindler schreibt sozusagen aus dem Schwarm heraus und das sorgt (zumindest bei mir) dafür, dass ich mit dem Lesestoff insgesamt vollkommen anders umgehe, und viel eher geneigt bin, die gemachten Vorschläge und Strategien auszuprobieren, weil es niemals ein „Sie sollten“ oder „Sie müssen“ gibt. Das finde ich sehr angenehm.

Außerdem bringt es mir als Leserin sofort eine ganz spürbare Entlastung, nicht auch immer alles zu 100 % auf Anhieb schaffen zu müssen. Natürlich ist das Wissen, dass es sehr vielen anderen hochsensiblen Menschen ähnlich geht wie mir, sowieso hilfreich.

Das Buch ist sehr gut strukturiert und in 12 Kapitel unterteilt, die sich jeweils mit

12 Strategien für den hochsensiblen Alltag

befassen, die auf jeden Fall wichtig sind für ein gutes Leben von Hochsensibilität und helfen Stress zu vermeiden, z. B. Hochsensibilität akzeptieren, mit seiner Energie haushalten, Input reduzieren, sich mit Gleichgesinnten umgeben, seine Komfortzone ausdehnen und mehr spielen. Das waren aber beileibe noch nicht alle.

Ganz besonders haben mir die beiden letzten Kapitel über die Komfortzone ausdehen und das mehr spielen gefallen, in denen ich noch interessante Erkenntnisse über mich selbst gewinnen konnte. Außerdem weiß ich ja selbst aus eigener Erfahrung, wie tükisch das ist, wenn man immer zuhause bleibt, weil „draußen“ Überforderung droht. Ab und zu müssen wir doch über unseren Schatten springen und etwas wagen, was für uns eine Herausforderung darstellt! Schon um unseren Selbstwert zu pushen (der leidet, wenn wir immer zuhause bleiben).

Das Spiele-Kapitel bildete für mich ein sehr überraschendes, aber gelungenes Finale.

Wie immer möchte ich nicht allzuviel verraten, damit Sie dieses wunderbare Buch, das im Eigenverlag erschienen und damit nur über Amazon erhältlich ist, in aller Ausführlichkeit entdecken und genießen können.

Die Anschaffung lohnt sich in jedem Fall

Wenn es etwas gibt, die mir an diesem Buch weniger gefällt, dann ist es der Titel, der nicht einmal ansatzweise vermuten lässt, was für wunderbare Dinge in diesem Buch stecken und das Cover, das sich mir nicht so recht erschließen wollte.

Auf jeden Fall findet dieses Buch einen Platz in der kleinen Buchauswahl, die ich zu meinen Seminaren mitnehme. Ich wünsche ihm noch ganz viele begeisterte LeserInnen!

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildquelle: Pixabay

Gestatten: Hochsensibel
Wie hochsensible Menschen den Alltag meistern*
Jasmin Schindler
ISBN 9781981797615

12,99 EUR

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

In meinem kostenlosen E-Mail Kurs lernen Sie, wie Sie besser mit Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität umgehen können.

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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Ich kann einfach nicht NEIN sagen

Ich kann einfach nicht NEIN sagen

Ganz vorsichtig und sacht umrundet sie unsere kleine Gruppe, bleibt immer wieder prüfend stehen, spürt und horcht, schüttelt dann den Kopf und nimmt die Runde wieder auf. Wenn sie an mir vorbeikommt, schließe ich die Augen, um mich nur ja nicht durch ein Grinsen zu verraten, das sich irgendwie auf meinem Gesicht ausbreiten will oder eine andere Reaktion, die sie in die Irre führen könnte. Sie bleibt schließlich stehen. „Hier?“ und zeigt auf eine Stelle zwischen zwei anderen TeilnehmerInnen.

Wir befinden uns gerade in einem meiner Seminare, wo es tradtionell am Morgen des zweiten Tages zum Einstieg eine Übung gibt, die „Tor der Liebe“ heißt. Es ist eine äußerst spannende Wahrnehmungsübung, die von jeder Gruppe unterschiedlich aufgenommen wird und immer wieder neue Erkenntnisse hervorbringt.

Die Person, die ihre Wahrnehmungsfähigkeiten ausprobieren möchte, entfernt sich von der Gruppe. Ihre Aufgabe wird es sein, herauszufinden, an welcher Stelle der Kreis durchlässig ist – wo sich das Tor der Liebe befindet – ohne dabei mit den anderen TeilnehmerInnen zu sprechen. Diese stehen in einem Kreis mit dem Gesicht nach außen und verabreden, welche beiden nebeneinanderstehenden Personen das Tor der Liebe sein möchten. Diese beiden denken das Wort JA, während die Person die Gruppe umkreist. Alle anderen denken das Wort NEIN.

Es ist unglaublich spannend, was dann passiert

selbst, wenn man nicht die Person ist, die die Gruppe umkreist. Jede hat einen anderen Ansatz.  Es gibt immer wieder TeilnehmerInnen, die es gleich auf Anhieb schaffen.  Andere verlassen sich nicht auf ihr Bauchgefühl, sondern suchen die Antwort in den Gesichtern. Wieder andere spüren die richtige Antwort und trauen ihrer Wahrnehmung nicht. Kürzlich kam sogar eine Teilnehmerin auf die Idee, es kinesiologisch auszutesten (mit Erfolg!) Ich selbst habe es übrigens noch niemals geschafft, das Tor der Liebe zu finden, weil ich mich immer durch andere  Emotionen ablenken lasse, die vage bei mir ankommen und die ich nicht einordnen kann. Neulich hat jedoch eine Teilnehmerin in einem Seminar eine (für mein Empfinden) bahnbrechende Bemerkung gemacht. Sie sagte

„Es fällt mir so schwer, nein zu sagen

– wie soll die andere das wirklich wahrnehmen können?“ Und ich merkte, dass es mir genauso ging. Ich versuche mir  das NEIN bildlich vorzustellen, in Großbuchstaben und Fettdruck, aber ich merkte selbst, dass überhaupt keine Energie dahinter war, mein NEIN war ganz kraftlos, eher wie ein zartes Flüstern als eine mit Nachdruck vorgebrachte Äußerung.

Das war wie eine Erschütterung

denn mir wurde klar, dass, wenn es mir schon nicht gelang in einem spielerischen Kontext ein kräftiges NEIN zu produzieren, es in meinem realen Leben noch viel weniger der Fall sein würde. Und dass dies vielleicht der Grund dafür ist, warum es mir einfach nicht gelingen will, andere Menschen davon abzuhalten, bestimmte Dinge zu tun.

Früher war es sogar noch schlimmer.

Da war mir zwar bewusst, dass es Dinge gab, die mir nicht gut taten, aber ich hatte so wenig Selbstbewusstsein, dass es ausgeschlossen schien, mich entschieden zur Wehr zu setzen und für mich selbst und meine Belange einzutreten. Ich glaubte, wenn ich dies täte, würde sich die betreffende Person von mir abwenden und für immer verschmähen. Und das erschien mir schier UN-ER-TRÄG-LICH! Dies war also etwas, was es um jeden Preis zu vermeiden galt. Also sagte ich anderen nie, was mir nicht passte und was ich nicht wollte. Das Ergebnis war natürlich, dass ich dann irgendwann so voller Groll steckte (denn ich bin darüberhinaus auch sehr nachtragend), dass ich von mir aus die Beziehung kappte. So kann man natürlich auch durchs Leben gehen.

Aber an mir nagte doch das Bewusstsein, für andere kein gleichwertiger Partner zu sein, jemand, dem man auf Augenhöhe begegnet, sondern immer unterlegen – die Verbindung zu

„minderwertig“

kommt mir da ganz automatisch. Zu all den anderen gemischten Gefühlen gesellte sich dann auch noch Neid auf die anderen (die das konnten, was ich nicht konnte) und Scham über die eigene Unfähigkeit, ganz abgesehen von dem Stress, der sich aus der Situation ergibt.

Ich wusste natürlich lange Zeit nicht, dass die Unfähigkeit NEIN zu sagen, etwas ist, was häufig mit Hochsensibilität verbunden ist, da das häufig seit frühester Kindheit empfundene Gefühl des Andersseins viele hochsensible Menschen dazu verleitet, sich an ihre erwachsenen Bezugspersonen und deren Werte anzupassen. Als Kinder haben wir ja keine andere Wahl. Als Kind muss es für uns bedrohlich sein, wenn wir das Gefühl haben, dass wir

für unsere Empfindlichkeit abgelehnt werden

– in einem Alter, wo wir Zuspruch und Ermutigung brauchen, um psychisch gut gedeihen zu können. Es erscheint nur logisch, dass viele HSP die Überlebensstrategie entwickeln, möglichst nichts zu tun, was ihre Bezugspersonen gegen sich aufbringen könnte. So verlernten wir häufig schon von klein auf, unsere eigenen Interessen mit Nachdruck zu vertreten.

Gottseidank kann man diese Überlebensstrategie auch wieder verlernen, selbst, wenn es einige Zeit und Mühe braucht. Das geht nicht so über Nacht.

Ich selbst weiß auch erst seit ein paar Jahren, wie toll es sich anfühlen kann, laut zu sagen

„ICH WILL DAS NICHT!“

Der Weg dorthin war ganz schön steinig – und ganz sicher bin ich immer noch nicht am Ende angelangt! Es könnte auf jeden Fall schon einmal helfen, das NEIN-Sagen zu klopfen. Durch die Klopfakupressur merken Sie schneller (auf unaufgeregte Weise) was Sie eigentlich wollen und können es auch eher aussprechen.

Ich habe schon öfter den Einwand gehört, dass Beziehungen sich durch das Klopfen verschlechtern können. Das kann natürlich vorkommen, denn es kann ja sein, dass andere Menschen Sie vorher überhaupt nicht richtig für voll genommen haben, weil Sie sich  nicht gewehrt haben. Wenn Sie beginnen, sich zu wehren, sind andere oftmals erst einmal verdutzt, weil Sie sich anders verhalten als gewohnt. Aber das ist an sich ja nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil. Sie begeben sich jetzt auf Augenhöhe und das ist wunderbar für das Selbstbewusstsein. Sie sind jetzt eben nicht mehr bequem. Sie sind jetzt jemand, mit dem man rechnen muss. Vor allem sind Sie ein gleichwertiger Partner, dessen Bedürfnisse genauso viel gelten wie die des anderen.

Es kann auch vorkommen, dass sich Ihre Beziehungen dadurch verbessern, dass Sie Ihre Bedürfnisse besser kommunizieren. Vielleicht stößt das bei Ihrem Gegenüber auf Erleichterung … man kann es nicht wissen.

Sicher ist jedenfalls, dass es für unsere Selbstwerdung wichtig ist, uns auszudrücken, anderen unsere Wünsche und Bedürfnisse mitzuteilen. Auch unser Selbstbewusstsein und unsere Selbstachtung werden dadurch unglaublich gepusht – außerdem können sich dadurch eine Vielzahl ungeahnter Nebeneffekte ergeben, z. B. im Berufsleben, im Freundeskreis usw. Darum wäre dies ein Thema, das anzugehen sich für hochsensible Menschen immer lohnt …

Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bildquelle: Pixabay
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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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