Ich bin Referentin beim großen online Schlafkongress

Ich bin Referentin beim großen online Schlafkongress

Aktuell werden wir alle gerade vor große Herausforderungen gestellt, manche vollkommen unerwartet. Nun habe ich heute morgen noch schnell einen Newsletter verschickt, um Sie auf den großen online Schlafkongress aufmerksam zu machen, bei dem ich u. a. als Referentin mit dabei bin, da musste ich leider die Erfahrung machen, dass die meisten Internetseiten, mit denen ich arbeite, gar nicht funktionieren. Daher hat mein Newsletter offenbar nicht den richtigen Link gespeichert. Deswegen also mache ich hier  noch einmal ein bisschen Werbung für den Kongress.

Schlaf, guter und richtiger erholsamer Schlaf ist gerade jetzt ein ziemlich wichtiges Thema. Ich könnte mir vorstellen, dass sich  viele Menschen schlaflos herumwälzen, angesichts der aktuellen Entwicklung des Weltgeschehens. Jeden Tag gibt es etwas Neues, Stress auslösendes, mit dem man fertig werden muss. 

Dabei ist Schlaf an sich sowieso ein riesengroßes Thema, weil so viele Menschen heutzutage nicht mehr gut schlafen können.

Deshalb freue ich mich sehr, dass ich als Referentin beim

Großen online Schlafkongress

mit dabei bin, der vom 20. bis 29. März 2020 kostenlos online stattfindet.

Es sind viele interessante Referenten dabei, die das Thema „Schlaf“ aus vielen Blickwinkeln beleuchten und sich mit „Gesundheit“ im allgemeinen befassen. Wie bei allen online-Kongressen müssen Sie sich zuerst registrieren und können sich dann die jeweils freigeschalteten Interviews 24 Stunden lang kostenlos ansehen. 

Es wird sicherlich spannend und vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, sich diesem Kongress intensiver zu widmen, weil man mehr zuhause ist. Und ich hoffe sehr, dass es dann auch geht. Sehr gerne würde ich Ihnen mehr verraten, aber ich habe gerade selbst keinen Zugriff.

Das Interview mit mir geht am 23. März um 19:00 Uhr online und ist dann für 24 Stunden verfügbar.

Hier geht es zum Sendeplan

P. S. Vielleicht haben Sie es schon gemerkt, dass bei mir seit einiger Zeit ziemlich der Wurm drin steckt, Sie bekommen deutlich weniger zu lesen, mein Blog erscheint nur noch in unregelmäßigen Abständen.

Das war von mir gar nicht so geplant, denn die Themen gehen mir nach wie vor nicht aus. Es ist nur so, dass ich seit einem guten halben Jahr vor sehr vielen persönlichen Herausforderungen stehe, die mich viel Kraft kosten, so dass ich einfach nicht die Energie für wöchentliche Blogbeiträge habe. Ich versuche es vorerst mit einem zweiwöchentlichen Rhythmus und bitte um Verständnis, wenn es trotzdem mal nicht klappt. Offenbar geht online gerade bei mir nur eine Art Notbetrieb …

Bleiben Sie gesund, versuchen Sie,  sich nicht stressen zu lassen, bis bald

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

Schwarze Erinnerungen – Kinderverschickung

Schwarze Erinnerungen – Kinderverschickung

Im Herbst letzten Jahres ist eine Art Bombe in mein Leben geplatzt, die in einer fb-Gruppe auftauchte, in der ich Mitglied war. Ein Link zu einer Reportage über die Initiative ehemaliger Verschickungskinder einer befreundeten Buchautorin. Sofort war das Gefühl von damals da. Ein paar Tage habe ich mir die Reportage angesehen – als ich mich dem gewachsen fühlte.  Dafür sofort einen Kurzbericht auf der Seite der Initiative im Netz hinterlassen. Daraufhin hat mich jemand kontaktiert, der ebenfalls in diesem Heim war und heute habe ich schließlich mit einer Frau gesprochen, die ein paar Monate nach mir in Schloss Ratzenried gewesen ist und mir mit ihren Erinnerungen einen Rahmen gegeben hat. Vielen Dank, Barbara! In meiner Erinnerung ist diese Zeit wie mit einem schwarzen Schleier überzogen und sowieso schwarz-weiß. Als könnte ich das nicht richtig wahrnehmen.

Natürlich gibt es keinen ganz unmittelbaren Zusammenhang mit dem Thema Hochsensibilität, außer dem, dass Kinderverschickung das Potential besitzt, zu einer eventuell vorhandenen Traumatisierung eines hochsensiblen Kindes weitere hinzuzufügen.

 

Ich war, siebenjährig, vom März bis April 1970 mit meiner Schwester, damals zehn Jahre alt, im Antonius-Heim in Schloss Ratzenried im Allgäu, zu einer sog. „Kinderverschickung“. In meinem Gedächtnis lief dieser Aufenthalt bis zu der Reportage als „Kuraufenthalt.“

Meine Erinnerungen waren sehr dürftig, aber das, woran ich mich erinnere, ist immer präsent.

Jedes Mal, wenn ich heiße Milch rieche, fange ich an zu würgen.

Dann ist sofort der Stress, der Ekel wieder da, diese Tortur, die Ohnmacht. Denn morgens zum Frühstück gab es heiße Milch mit Haut. Vor der Haut habe ich mich schon immer geekelt. Aber man musste die Tasse leeren, koste es, was es wolle. Es gab kein Pardon. Eines Morgens hat sich nun tatsächlich ein Mädchen, das die Milch nicht herunterbrachte, übergeben. Sie bekam eine Ohrfeige und wurde ins Bett geschickt. Das fand ich schlimm. Das Mädchen tat mir so leid. Aber natürlich wollte ich nicht, dass mir das auch passiert.

Ich entwickelte eine Taktik, um mit der Milch fertig zu werden. Ich fischte die Haut – schon leicht würgend – aus der Tasse und hängte sie über den Tassenrand. Dann verschloss ich meinen Mund weitgehend bis auf einen winzigen Spalt und nahm dann 7 winzige Schlucke direkt hintereinander. Wenn ich genug Mut gesammelt hatte, gab es die nächsten 7 Schlucke. So ging es. Aber meine ältere Schwester bekam ihre Milch auch nicht herunter. Ich weiß nicht mehr, ob sie mich darum gebeten hat, ihre Milch auch zu trinken, aber ich befürchte, ich könnte diese schreckliche Aufgabe auch einfach so übernommen haben. Ich wollte ja nicht, dass meine Schwester geschlagen wird. (Ich finde heute, dass dies ein ganz typisches hochsensibles Verhalten ist, sich eine sehr schwere Bürde aufzuladen, mit der man im Grunde genommen nicht fertig werden kann, nur damit andere nicht leiden müssen …)

In Ratzenried hatte ich

die erste Panikattacke meines Lebens.

Das kam so: Aus irgendwelchen Gründen wurde ich aus dem Schlafsaal in ein Turmzimmer verlegt. An und für sich eine Verbesserung, in dem Turmzimmer standen weniger Betten und der Turm an sich war ja auch aufregend. Um den Umzug vollständig zu machen, wollte ich mein Handtuch, das im Erdgeschoss an einem Haken hing und meine Waschsachen mit in den Turm nehmen. Da hatte ich mich aber geschnitten. Unten lief ich ein paar „Tanten“ über den Weg, die mich so richtig zusammenfalteten, was mir denn einfiele, mein Handtuch einfach vom Haken zu nehmen? Ich war total verstört. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich daraufhin ins Bett geschickt wurde oder freiwillig ins Bett ging. Woran ich mich sehr deutlich erinnere, ist, dass ich dann wenig später die erste Panikattacke meines Lebens erlitt. Ich guckte auf meine Hand und bemerkte die geschwollenen blauen Adern auf dem Handrücken, die mir so noch nie aufgefallen waren. Warum waren die so geschwollen? Wurden die nicht immer dicker? Ich begann mich sehr aufzuregen und am Ende war ich davon überzeugt, jetzt sterben zu müssen. Ich war ganz allein. Es gab niemanden, bei dem ich gerade hätte Trost suchen oder finden können. Irgendwann habe ich mich (natürlich) wieder beruhigt. Aber ich war danach sehr erschöpft und ich glaube, ich habe auch lange, lange Zeit niemandem davon erzählt. Meiner Schwester sicherlich nicht. Das war viel zu unaussprechlich.

Heute glaube ich, dass diese Panikattacke direkt ausgelöst worden ist durch das Verhalten der „Tanten“, das für mich wie ein Angriff war, vollkommen unverständlich, ungerecht und auch traumatisch, weil ich mich klein, hilflos und ausgeliefert fühlte.

Ich habe natürlich nach der Reportage mit meiner Schwester Erinnerungen ausgetauscht, sie glaubte, dass mein Umzug eine Art von Bestrafung war, dafür, dass sie ein weinendes Kind im Schlafsaal getröstet hatte. Ob ich das Kind gewesen bin, wusste sie nicht mehr. Offenbar habe ich jedoch viel geweint, ich war ja erst sieben Jahre alt und zum ersten Mal von Zuhause weg. Und nach allem, was auf der Seite der Initiative zur Kinderverschickung zu lesen ist, war es damals durchaus üblich, Geschwister einfach zu trennen.

Auch wenn ich mein Zuhause nicht besonders mochte, war es doch vertraut und überschaubar.

Sehr befremdlich ist für mich, dass ich offenbar mehrfach von Freunden oder Freundinnen geschrieben habe, die ich dort kennen gelernt haben will. Eigentlich hatte ich vor anderen Kindern Angst und wenn ich an den Aufenthalt in Schloß Ratzenried denke, dann legt sich als erstes eine unglaubliche Einsamkeit auf mich.

Das Kindererholungsheim in Ratzenried wurde

betrieben wie eine Kaserne.

Die Schlafsäle waren riesig. Barbara erinnert sich an einen Schlafsaal mit 40 Betten. Neben jedem Bett stand ein Hocker, darauf wurde abends die Kleidung sorgfältig Kante auf Kante abgelegt. Sie erinnert sich ebenfalls, dass es absolut verboten war, Geräusche zu machen. Man durfte nicht nur nicht weinen, man durfte auch nicht sprechen. Und

man durfte sich nicht umdrehen!

Das verursachte ja ebenfalls Geräusche. Wenn man solche Geräusche verursachte, musste man aufstehen und kam allein in die Dachkammer zu den Koffern.

Die Kleidung wurde in riesigen Schränken auf dem Gang aufbewahrt und jeden Tag bekam man seine Kleidung für den Tag von den „Tanten“ zugeteilt.

Man musste jeden Tag kalt duschen (kommt daher meine Abneigung gegen kaltes Abduschen?). Und auf jeden Fall musste immer aufgegessen werden. Man musste so lange sitzen bleiben, bis alles aufgegessen war. Von „gutem“ Essen konnte auch nicht so richtig die Rede sein. Vor allen Dingen gab es eine genau festgelegte Anzahl an Broten.

Und wenn man ein Päckchen mit Süßigkeiten von Zuhause bekam, durfte man nur die Hälfte davon behalten und musste die andere Hälfte abgeben, zur Verteilung an andere.

Und das Schlimme war:

man durfte nichts davon nach Hause schreiben!

Die Post wurde zensiert. Nur gute Nachrichten wurden geduldet. Die Turmepisode findet sich in meinem Brief nur mit einem einzigen Satz wieder: „Abends muß ich immer runter gehen und mir die Zähne putzen.“ Ein Wunder, dass das Wörtchen muss nicht der Zensur zum Opfer gefallen ist.

Schade, dass ich keine Gelegenheit mehr hatte, mit meiner Mutter über unseren sog. „Kuraufenthalt“ zu sprechen. Den Postkarten, die meine Mutter uns geschickt hat, ist jedenfalls nicht zu entnehmen, dass sie irgendetwas geahnt haben könnte. Wie denn auch? Damals war man wohl der Meinung, den Kindern etwas Gutes zu tun. Wir sollten aufgepäppelt werden. Unsere Eltern, selbst Kriegskinder, die zu einem großen Teil sicherlich selbst noch mit schwarzen Pädagogikmethoden groß geworden sind, kamen kaum auf die Idee, dass die ganze Idee hinter der Verschickung höchst fragwürdig war.

Ich war äußerst befremdet, als ich unter dem Briefwechsel zwischen meiner Mutter und uns Kindern eine Postkarte fand, die augenscheinlich von den „Tanten“ im Heim selbst verschickt worden war. Es war ja nicht unsere Handschrift. Hat meine Mutter sich da nicht gewundert? Das werde ich wohl nie mehr erfahren.

Viele Dinge aus meinen eigenen Briefen sind mir ganz unverständlich. Im Grunde ist ja fast jeder Satz kodiert. Bis zu dem Gespräch mit Barbara konnte ich mir nicht erklären, warum ich schon so viele Schallplatten gehört hatte. Ganz sicherlich war uns kein eigener Zugang zu einem Plattenspieler erlaubt. Das wäre ja richtiggehend unter selbstermächtigtes Handeln zu verbuchen gewesen. Und das wurde auf Schloss Ratzenried nicht geduldet. Sowieso fand alles grundsätzlich in der Gruppe statt.

Barbara klärte mich darüber auf, dass wir alle zusammen abends eine Schallplatte hörten, die natürlich von den „Tanten“ ausgewählt wurde.

Richtig absurd ist es ebenfalls, dass man kurz vor der Heimfahrt Andenken kaufen konnte für zuhause (damals war es noch üblich, dass man von Reisen Andenken mitbrachte für die Daheimgebliebenen), Baumscheiben mit einer gemalten Ansicht von Schloss Ratzenried darauf zum Beispiel. Andere Gelegenheiten, eventuelles Taschengeld auszugeben gab es nicht.

Heute mutet es mich ein wenig seltsam an, dass die Briefe, die damals zwischen Bonn und Ratzenried in meiner Familie hin und her gingen, voller Zeichnungen und Anspielungen auf das Osterfest sind, ich selbst aber nicht die leiseste Erinnerung an das Osterfest habe. Als klaffe da ein Loch in meinem Leben, oder als hätte Ostern ohne mich stattgefunden. Ich kann nur vermuten, dass es eine bodenlose Enttäuschung war …

Sind Sie auch zur Kinderverschickung gewesen? Ich freue mich, wie immer, wenn Sie Ihre Erinnerungen mit uns teilen und kann Sie nur ermutigen, auch auf der Seite der Initiative eine Nachricht zu hinterlassen. Es gibt mittlerweile schon Gruppen für bestimmte Heime. Ich bin jedenfalls megafroh, dass ich jemanden gefunden habe, der meinen Erinnerungen auf die Sprünge geholfen hat. Zumindest weiß ich jetzt, warum alles, was Schloss Ratzenried betrifft, hinter einem schwarzen Schleier verborgen war – und ein bisschen hat sich der Schleier ja schon gehoben. 

Übrigens hat meine liebe hochsensible Autoren-Kollegin Beate Felten-Leidel eine ganze, äußerst lesenswerte Artikelserie zum Thema Kinderverschickung geschrieben, darunter auch zwei Berichte von Freundinnen.

Von Herzen,

Ihre Monika Richrath

Der hochsensible Blick

Der hochsensible Blick

Ich besuche relativ regelmäßig Filmvorführungen und tausche mich hinterher mit anderen über den Film aus. Filme, die mich begeistern, veranlassen andere zu entnvervtem „Ach, wie langweilig“. Darum ist mir klargeworden, dass es für mich offenbar eine Art hochsensiblem Blick gibt, der dazu führt, dass ich bestimmte Filme meide und anderen den Vorzug gebe.

Darum habe ich mir einmal Gedanken gemacht darüber, wie ein Film für mich beschaffen sein muss, damit er mir gefällt …

Er muss ruhig sein

Das beinhaltet sehr viele Dinge. Meine Hochsensibilität äußert sich z. B. darin, dass ich mega bewegungsempfindlich bin und schnelle Bewegungen in meinem Umfeld mich in sehr kurzer Zeit sehr nervös machen. Harry Potter ist mir z. B. aus diesem Grund ein Graus. Auch Action Filme scheiden da von vornherein aus oder auch Science Fiction (die meisten jedenfalls).

Einen ruhigen Film zu sehen, bei dem ich mich so richtig entspannen kann, impliziert meistens auch eine ruhige Kameraführung, lange Kamerafahrten und wenig Schnitte. Also möglichst wenig Stress beim Schauen.

Ruhig bedeutet auch, dass es möglichst keine Hintergrundmusik gibt. Nicht weil ich per se nicht mit diesem zusätzlichen Reiz zurecht komme, sondern, weil es mich immer ärgert, dass durch die Musik meine Emotionen manimpuliert werden. Ich möchte bitteschön selbst entscheiden, ob ich traurig oder gerührt sein möchte und nicht dazu gezwungen werden. Dem kann ich mich in der Regel nicht entziehen. Hintergrundmusik führt bei mir letzten Endes immer dazu, dass ich mich durch den Ärger vom Filmgeschehen entferne.

Inhalt

Das ist natürlich ein sehr großer Komplex. Einerseits soll der Inhalt mich fesseln, darf auf der anderen Seite aber nicht zu gewalttätig sein.

Trotzdem liebe ich

Krimis

sehr, aber nicht jeden, natürlich. Mit dem Tatort habe ich schon vor Jahren abgeschlossen, da viel zu viel Aufregung vor dem Schlafengehen. Am liebsten habe ich britische Krimis, zu meinem großen Leidwesen habe ich allerdings mittlerweile den Großteil der englischen Krimiserien durch, auf die ich ohne Netflix Zugriff habe.

Ich glaube übrigens, dass Krimis trotz potentieller Gewaltszene für hochsensible Menschen durchaus eine sehr geeignete Filmlektüre sind, weil sie hochsensiblen Werten entgegenkommen:

  • Es geht meistens um Gerechtigkeit, darum, dass Übeltäter bestraft werden und die Toten (oder andere Geschädigte) Gerechtigkeit erfahren.
  • Es geht auch darum, eine Ordnung wiederherzustellen.

Ich liebe außerdem alles, was sich in weiterem und engerem Sinn mit

Naturwissenschaft

beschäftigt. Auch das hat, glaube ich, durchaus einen Zusammenhang mit Hochsensibilität: Ich will verstehen, wie die Welt funktioniert und das Leben. Aus diesem Grunde mag ich

Tierfilme

so gerne. Weil sie mir ein Fenster geöffnet haben in Bereiche, die mir früher vollkommen verschlossen waren.

Jetzt wächst mit jeder neuen Doku, die ich mir ansehe, meine Ehrfurcht vor dem Leben auf dieser Erde, von den Wundern, die die Natur uns schenkt.

Jeder Film trägt dazu bei, mich meines Platzes im Großen und Ganzen zu vergewissern: Dass es dieses Universum gibt, dass ich ein Teil davon bin, welch ein Glück ich habe, die Schönheit dieser Erde erleben zu dürfen (Ich gehe davon aus, dass dies für die nachfolgenden Generationen immer schwieriger werden wird.).

Natürlich lache ich auch total gerne. Aber grobschlächtiger Humor geht dar nicht. Oder Clips, bei denen darüber gelacht wird, dass andere Menschen sich weh tun.

Am liebsten sehe ich

Dramedy-Filme,

die so sind wie das Leben selbst, wo Trauer und Komik immer nebeneinander existieren. Ich mag Geschichten über Menschen, die sich weiterentwickeln, innerlich wachsen. Ich mag Filme, die mich berühren, auch solche, die mir manchmal tagelang „nachlaufen“.

Immer noch gefallen mir auch ganz besonders Filme, die sich in irgendeiner Form mit dem Thema Tod auseinandersetzen, weil dieses Mysterium für mich nach wie vor spannend und faszinierend ist.

Und ich mag (wirklich wirklich)

Tiefsinn und philosophische Betrachtungen über das Leben.

Vor kurzem habe ich noch einmal „Das brandneue Testament“ gesehen. Das ist so richtig nach meinem Geschmack, sehr skuril, sehr schräg, aber sehr viel Hintersinn …

Ich mag

Filme, die das Leben feiern,

sich zum Beispiel mit der Freude des Essens beschäftigen, wie Julie & Julia, (selbst wenn ich mittlerweile Essen zu mir nehme, das gar nichts mehr mit dem Essen im Film zu tun hat). Ich mag aber das Gefühl der Fülle und Lebensfreude und Sinnlichkeit, die Filme über Essen vermitteln.

Es ist ganz verrückt, aber während ich dies aufschreibe, fallen mir lauter Filme ein, die ich sehr gerne wieder einmal sehen würde, weil sie die von mir beschriebenen Eigenschaften aufweisen. Dabei überkommt mich ein Gefühl großer Fülle, dass es immer genug schöne Dinge geben wird, die ich Lust habe, mir anzusehen …

Jetzt sind Sie am Zug. Was sehen Sie gerne? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

 

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So lösen Sie Widerstände auf

So lösen Sie Widerstände auf

Seit ich im Jahre 2010 mit meiner Klopfakupressur-Ausbildung begonnen habe, habe ich unzählige unterschiedliche Klopftechniken kennengelernt und eingesetzt. Aber keine hat mein Leben so tiefgreifend verändert wie die „Ja-Aber-Technik“ von Dr. Susanne Marx (die übrigens meine Klopflehrerin ist), die diese vergangenes Jahr beim Klopf-Kongress vorgestellt hat. Daher möchte ich Ihnen an dieser Stelle dieses unglaublich geniale Tool vorstellen.

Die Ja-Aber-Technik beschäftigt sich mit Widerständen. Immer, wenn wir etwas verändern möchten, es aber partout nicht erreichen können, haben wir es mit Widerständen zu tun.  Widerstände sind unglaublich mächtige Glaubenssätze, die wir über uns und die Welt entwickelt haben, vielleicht sogar zu einem Zeitpunkt, an dem wir Dinge noch gar nicht in Worte fassen konnten.

Als Säuglinge, Kleinkinder oder aber auch schon im Mutterleib sind wir extrem schutzlos und auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Ohne diese besondere Zuwendung können wir nicht überleben.

Dabei hilft es uns, alles, was wir erleben, in einen Kontext einzuordnen, womit wir im Grunde genommen ja auch als Erwachsene nicht aufhören.

Allerdings gibt es einen sehr entscheidend Unterschied zu unserem Leben als Erwachsene. Als Baby fehlt uns bis zu einem gewissen Alter die Fähigkeit zur Abstraktion und distanzierten oder kritischen Betrachtung. Alles, was wir erleben,  beziehen wir auf uns. Wir können gar nicht anders,

als uns als den Mittelpunkt unserer Welt zu sehen.

Das ist einfach natürlich so vorgegeben.

Selbst, wenn dieses System uns beim Überleben nützt, so ist es doch sehr fehleranfällig, nämlich dadurch, dass uns in diesen Augenblicken die Fähigkeit fehlt, das ganze Bild zu sehen. Wir sehen nur: Mama macht dies und Papa das, aber wir sind nicht in der Lage, die Ursache des Verhaltens von Mama und Papa wirklich zu verstehen. Wir geben uns dann eine Erklärung, nämlich z. B. die, dass Mama und Papa sich so und so verhalten, weil wir etwas gemacht haben, was nicht gut war oder auch, dass wir nicht gut (genug) sind. Aus diesen Erklärungsversuchen bilden sich dann unsere Grundüberzeugungen.

Sie glauben gar nicht, wie viele Menschen sich mit Glaubenssatz

„Ich bin nicht gut genug.“

herumplagen. Ich selbst übrigens auch. Sharon King schreibt in ihrem Buch über Matrix Birth Reimprinting Heile Deine Geburt, heile dein Leben*, dass dieser Glaubenssatz z. B. alle dienigen betrifft, die den Zeitpunkt ihrer Geburt nicht selbst bestimmen durften, also durch einleitende Geburtsmaßnahmen, Kaiserschnitt etc. auf die Welt gekommen sind.

Nicht gut genug zu sein ist ein sehr mächtiger Glaubenssatz, der sich in alle Lebensbereiche hinein erstrecken und ausbreiten kann. Letzten Endes ist es ein Satz, der uns wirklich davon abhalten kann, unser Potential zu leben, in welcher Richtung auch immer.

Kommen wir zu zurück zu den Widerständen.

Stellen wir uns vor, Sie suchen eine neue Arbeitsstelle, aber egal, was Sie unternehmen, es klappt einfach nicht. Ihr Glaubenssatz, nicht gut genug zu sein, sorgt dafür, dass Sie gar nicht erst in die Situation kommen müssen, dies zu empfinden.

Denn letzten Endes geht es immer um Ihre Sicherheit.

Ihr System weiß ja schon, dass dies für Sie viel Stress bedeutet, vor dem es Sie schützen will. (Vielleicht ist Sicherheit im Zusammenhang mit Hochsensibilität ganz besonders wichtig, weil wir möglicherweise einfach zu wenig Sicherheit erfahren haben zu den Zeiten, an denen es besonders wichtig gewesen wäre.)

Sie können das im Grunde auf jede beliebige andere Situation übertragen, z. B. Beziehung, Wohlstand, Wohnung usw.

Es gibt viele verschiedene Gründe für Widerstand,

z. B. Sicherheit ist ein sehr großes Thema.

Manchmal wird eine Entwicklung boykottiert durch die inneren Systeme (die inneren Wächter), weil sich das gewünschte Ergebnis einfach nicht sicher anfühlt, also im Grunde genommen, gefürchtet wird. Manchmal nicht für uns, manchmal aber auch nicht für andere. (Dies kann z. B. der Fall sein, wenn wir glauben, dass wir für andere sorgen oder Verantwortung übernehmen müssen).

z. B. Loyalität

Es kann z. B. vorkommen, dass wir Ansichten und Lebensweisen unserer Eltern oder anderer Menschen übernommen haben. Manchmal ist es das einzige, was uns wirklich mit diesen Menschen verbindet. Dann können wir einfach nicht loslassen, weil wir das Gefühl haben, diese Menschen dann zu verraten.

z. B. Selbstbild

Dies ist ein äußerst starker Widerstand. Wenn ich ein bestimmtes Bild von mir habe, kann es sehr bedrohlich sein, dieses Bild von mir loszulassen. In dem Artikel „Eine Frage der Identität“ habe ich mehr dazu geschrieben.

z. B. etwas nicht wert sein

Manche Grundüberzeugungen können sich miteinander verschränken und verstärken. Aus der Überzeugung ich bin nicht gut genug kann sich sehr schnell die Überzeugung entwickeln, etwas nicht zu verdienen. Das ist nur ein winziger Schritt.

z. B. keine Erlaubnis haben

Sie werden sich wundern, was bei diesem Widerstand alles zum Vorschein kommen kann. Nicht nur, dass man sich selbst häufig die Erlaubnis verweigert, etwas zu bekommen oder zu tun, nein, auch die Familie, die Arbeitskollegen, Partner*in, Exen, Gesellschaft, Gott und  sogar das Unviersum können Ihnen etwas nicht erlauben (wenn Sie dies glauben).

z. B. Groll

Manchmal ist das eigene Leid, alles, was man hat. Dann kann man das Gefühl entwickeln, dass man umsonst gelitten hat, wenn man den Groll loslässt. (Das ist sehr verständlich, aber trotzdem ein Eigentor, denn Groll schadet letztendlich nur dem eigenen Körper und der eigenen Psyche und nicht der Person, der man grollt.)

Und natürlich kann es einen sehr großen Widerstand gegen Veränderung selbst geben. (Deswegen beginnt man beim klassischen Klopfen ja jeden Satz mit „Auch wenn …“ um dem Widerstand der Veränderung mit diesem Thema vorbeugend zu begegnen.)

Wenn wir das Gefühl haben, dass alle Veränderung irgendwie bedrohlich ist, wird es uns natürlich schwer fallen, Veränderung überhaupt zu begrüßen.

Das Problem mit den Widerständen ist, dass man sie zum einen in der Regel nicht kennt, zum anderen nicht weiß, wo sie herkommen.

Und da kommt die geniale Ja-aber-Technik ins Spiel. Es ist nämlich gar nicht notwendig, zu wissen, wo die Widerstände herkommen um sie auflösen zu können. Auch das Auflösen ist denkbar einfach, fast schon langweilig. Aber das bedeutet, dass im Grunde genommen jedeR das machen kann, ohne in alten Wunden herumstochern zu müssen. Und ich verspreche Ihnen: es ist unglaublich effektiv!

Sie formulieren einen gewünschten Satz mit dem gewünschten Ziel.

Sie testen diesen Satz kinesiologisch aus mit Ja/Nein.

Sollte sich herausstellen, dass es einen Widerstand gibt, klopfen Sie diesen ganz klassisch mit der „negativen“ Form („Auch wenn ich nicht …) 2 Runden.

Dann testen Sie wieder kinesiologisch aus. Es hat dann auf jeden Fall eine Veränderung gegeben. Wenn nicht von einem „Nein“ zu einem „Ja“, doch immerhin zu einem „Vielleicht“ oder „Unentschieden“. Das ganze Prozedere können Sie ja zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen.

Es geht übrigens auch ohne das kinesiologische Austesten. Frau Dr. Marx verwendet in ihrem Miniworkshop, den ich hier verlinke, eine andere Technik, die jedeR anwenden kann.

Jetzt bin ich natürlich neugierig, ob Sie die Ja-aber-Technik ausprobiert haben, welche Erfahrungen Sie damit gemacht haben und welche Veränderungen sich dadurch für Sie ergeben haben.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

HPU-Diagnose und dann?

HPU-Diagnose und dann?

In letzter Zeit werde ich immer wieder von verzweifelten Menschen angeschrieben, die das Thema HPU für sich entdeckt haben. Kein Wunder, denn man geht davon aus, dass rund  11 % der Bevölkerung an der Stoffwechselstörung HPU leiden. Häufig genug gibt es einen ziemlich hohen Leidensdruck und die Anzahl der Ärzte, geschweige denn Therapeuten, die je davon gehört haben, ist eher gering.  Selbst bei medizinischen Fachleuten, bei denen man davon ausgehen könnte, dass sie sich kontinuierlich weiterbilden …

Es gibt die lustige? traurige? schräge? Geschichte, dass ich einem Professor der Endokrinologie von HPU erzählte. Der Professor drehte sich um und tippt was in seinen Computer. „Oh“, dachte ich „der ist aufgeschlossen!“ und habe mich schon gefreut. Weit gefehlt. Nach kurzer Zeit dreht der Professor sich wieder um „Das kennen die Amerikaner nicht.“ (Dies ist umso witziger, als die KPU, eine Stoffwechselstörung, die der HPU sehr ähnlich ist und gleich therapiert wird, von Amerikanern „entdeckt“ wurde.)

Außerdem habe ich vor kurzem noch einmal die Ergebnisse des Fragebogens angesehen, den ich seinerzeit online gestellt hatte. Diese sprechen wirklich für sich. Bis jetzt haben 2.272 Menschen den Fragebogen ausgefüllt, 89,7 % davon sind weiblich.

91 % bezeichnen sich als hochsensibel.

Von diesen wissen 22,6 % dass sie eine HPU haben und 69,1 % vermuten es. Diese Zahlen bestätigen zum einen, dass HPU und KPU hauptsächlich Frauen betreffen, zum anderen, dass es offenbar einen Zusammenhang mit der Hochsensibilität zu geben scheint, bzw. vielleicht sogar eher die biochemischen Zusammenhänge mit der Hochsensibilität. Mehr dazu können Sie in meinem ersten Artikel HPU und Hochsensibilität nachlesen. Dort finden Sie auch den Link zum Online-Test für die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer HPU. Endgültige Sicherheit kann natürlich nur ein richtiger Befund bringen.

Offenbar scheinen HPU und KPU zu einer

grundsätzlichen Verarbeitungsschwäche

zu führen. Die schlechte Entgiftungsfähigkeit des Körpers ist hierbei sicherlich nur ein Aspekt. Denken Sie nur einmal daran, dass einerseits z. B. ein Merkmal der Hochsensibilität die viel gründlichere (vielleicht auch langsamere?) Verarbeitung ist. Andererseits kommt es häufig genug vor, dass manche Dinge überhaupt nicht verarbeitet werden können aufgrund von Überforderung, oder dass hochsensible Menschen oft ein Problem mit „Loslassen“ haben, egal, ob es sich um Menschen, Orte, Gedanken oder Gefühle handelt. Ein sehr bezeichnendes Merkmal der HPU ist z. B. das „nicht träumen“ – was ja letzten Endes auch mit der Verarbeitung des eigenen Lebens zu tun hat. Ich bin natürlich keine Wissenschaftlerin, und will Ihnen das auch nicht als die Weisheit letzter Schluss verkaufen, aber für mich macht das alles einen sehr logischen Sinn.

Daher dachte ich, es wäre eine gute Gelegenheit, das Thema noch einmal in meinem Blog aufzugreifen. Es ist nicht nur so, dass die Liste der Therapeuten sehr klein ist, sondern häufig sind davon auch Menschen betroffen, für die der Besuch beim Heilpraktiker einfach unerschwinglich ist. Das sorgt wiederum für Stress, was doppelt schlecht ist, weil Stress dazu führt, dass die Prozesse in der HPU noch schneller laufen und sich Symptome verschlimmern. Darum erzähle ich weiter unten noch einmal genauer, was ich seinerzeit unternommen habe. Aber beachten Sie bitte: wenn Sie dies nachmachen möchten, tun Sie dies vollkommen auf eigene Gefahr.

Nochmal kurz:

Bei der HPU (Hämopyrrollactamurie) und KPU (Kryptopyrrolurie) ist die innere Membran der Mitochondrien gestört. Wenn Ihnen die  „Mitochondrien“ noch kein Begriff sind: Jede der 70 bis 100 Billionen Zellen des menschlichen Körpers enthält eine Zellmembran, einen Zellkern und verschiedene sog. Zellorganellen. Diese bezeichnen eine kleine, abgeschlossene Funktionseinheit in der Zelle, die eine ganz spezifische Aufgabe hat, wozu auch die Mitochondrien gehören. Zu den wichtigen Aufgaben, die die Mitochondrien erfüllen, gehören zum Beispiel die Produktion unserer Lebensenergie (die man auch ATP nennt), sondern neben anderem mehr auch die sog. Hämsynthese. Das Häm-Molekül wird an der inneren Membran der doppelwandigen Zellwand der Mitochondrien hergestellt.

Das Häm-Molekül

erfüllt viele verschiedene Aufgaben im Körper. Es wird gebraucht

  • zur Entgiftung der Leber
  • zur Bildung von Schilddrüsenhormonen
  • zur Bildung von Hämoglobin
  • zur Speicherung von Vitamin D3
  • zur Bildung von ATP
  • für den Muskelstoffwechsel.

Acht enzymatische Schritte sind normalerweise notwendig, um in einem gesunden Körper Häm herzustellen. Die HPU führt jedoch dazu, dass sich  die Zahl dieser Schritte reduziert, weil mehrere Enzyme nicht richtig arbeiten. Auch ist das gebildete  Häm ist für den Körper dann unbrauchbar, weil es verändert ist und damit nicht funktionfähig. Der Körper versucht, dieses unbrauchbare Molekül loszuwerden, indem er Zink, Mangan und P5P anhängt um es wasserlöslich zu machen. Anschließend kann es über die Nieren ausgeschieden werden. Zink, Mangan und P5P fehlen dem Körper aber jetzt.

Die Stoffwechselabläufe, die durch die HPU fehlerhaft ablaufen sind: die Entgiftung, der Sauerstofftransport in Blut und Muskulatur und die Energiegewinnung.

Das ist aber noch nicht alles. Es gibt

jede Menge Symptome und körperliche Schwierigkeiten.

Mit einigen habe ich mich schon auf diesem Blog beschäftigt. Zum Beispiel:

  • Nebennierenschwäche
  • Schilddrüsenstörungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis)
  • ADS/ADHS
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Schwierigkeiten im Verdauungsbereich
  • Menstruation, Fruchtbarkeit und Schwangerschaft
  • Infektionen (z. B. Borreliose oder HBV-Infektionen)
  • Halswirbelsäulentraumata
  • Zahnprobleme
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Angststörungungen
  • Osteoporose
  • chronische Erschöpfung und Burnout
  • Medikamentenunverträglichkeit

Natürlich wird stets empfohlen, eine/n Heilpraktiker*in zu rate zu ziehen. Ich habe seinerzeit alleine mit der HPU-Therapie begonnen. Es wurde mir dann aber doch mulmig, als es darum ging, das P5P (Pyridoxal-5-Phosphat) einzunehmen. Vielleicht wegen des Namens, der in meinen Augen sehr pompös klang. Ich habe mir dann doch eine Heilpraktikerin gesucht, die HPU auf ihrer Webseite erwähnte. 

Es hat sich dann aber herausgestellt, dass es doch noch 1001 verschiedene körperliche Themen gab, die viel dringender als HPU waren. Im Nachhinein habe ich mir dann gedacht, dass ich das auch ruhig alleine hätte angehen können. Ich sage an dieser Stelle noch einmal, falls Sie irgendetwas nachmachen möchten, tun Sie es auf eigene Gefahr. 

Ich halte es aber für sehr sinnvoll, vor dem Start einen richtigen HPU-Test bei KEAC zu machen. Damit Sie Ihre Werte kennen und die Möglichkeit einer Überprüfung haben.

Die Verarbeitungsschwäche ist auf jeden Fall ein Knackpunkt der HPU, sowohl in den Symptomen als auch in der Therapie.

Viel hilft nicht zwangsläufig viel,

eher im Gegenteil. Wenn man hier nicht ganz besonnen vorgeht, kann man Gefahr laufen, psychotische Schübe auszulösen und das möchten Sie ganz sicher nicht. 

Wenn Sie nicht sowieso bei einem Heilpraktiker*in in Behandlung sind und vielleicht schon länger Zink und/oder Mangan nehmen,

fangen Sie ganz winzigklein an.

Zwar gibt es im Netz die Empfehlung, Zink 30 Minuten vor den Mahlzeiten zu sich zu nehmen, aber meine Erfahrung ist, dass Zink auf nüchternen Magen Übelkeit verursacht. Das wäre schon ein denkbar schlechter Start. Zu beachten gibt es ebenfalls, dass Zink mit Antibiotika (z. B. Tetracyclinen), Kaffee und schwarzem und grünen Tee reagieren kann und eher im Abstand von ein paar Stunden eingenommen werden sollte. Bei Vorliegen von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Ich erinnere mich ehrlich gesagt, nicht mehr sehr genau, aber vermutlich habe ich meine halbe Zinktablette abends eingenommen, damit sie mit keinen anderen Mitteln in die Quere kommt. KEAC empfiehlt die Einnahme nach einer warmen Mahlzeit.

Wie gesagt, ich habe sehr, sehr klein begonnen. Allerdings mit einem guten Zinkpräparat aus der Apotheke. Die Dosis lag bei etwas weniger als 13 mg. 

Nach vier Wochen habe ich dann die ganze Tablette genommen (25 mg). Wiederum vier Wochen.

Dann habe ich begonnen, täglich Mangan einzunehmen. Der Tagesbedarf liegt bei 2–5 mg täglich. Auch hier kann man klein beginnen und die Dosis ein paar Wochen später aufstocken. Die Überdosierung von Mangan kann zu Magen-Darm Störungen, neurologischen und parkinsonähnlichen Störungen, Psychosen, Atemwegsbeschwerden, Sprachstörungen, Blutdruckerhöhungen und Kopfschmerzen führen, auch hier gilt also: Sachte, Sachte! Und am besten auch hier die Einnahme nach einer wamen Mahlzeit.

Da ich soweit alles gut vertragen habe, habe ich dann begonnen, täglich 50 mg Pyridoxal-5-Phosphat oder B6-Phosphat morgens einzunehmen. Es ist nur diese ganz besondere Form von Vitamin B6, die den entscheidenden Unterschied ausmacht. Erst nach ein paar Wochen getrennter Einnahme von Zink, Mangan und P5P habe ich begonnen, an die Einnahme des Kombi-Präparats von KEAC zu denken (Es ist natürlich wesentlich günstiger als alle Medikamente zusammen). 

Auch hier können Sie wieder/weiter einschleichen. Ich habe z. B. zunächst die Kinderversion probiert, bevor ich mich an das Präparat für Erwachsene machte. Ich will nicht unerwähnt lassen, dass ich das Kombipräparat für Erwachsene nicht sehr gut vertragen habe, erst das Umschwenken auf das Kombipräparat mit Magnesium hat dafür gesorgt, dass ich das Präparat gut einnehmen konnte.

Dr. J. Kamsteeg erwähnt irgendwo in seinem Buch „HPU und dann …?“, dass die HPU mit der Therapie sich innerhalb von sechs Monaten bessern sollte, ich habe die Präparate mindestens ein Jahr lang zu mir genommen. Natürlich sollte am Ende noch ein neuer Test gemacht werden um zu überprüfen, wie sich die Werte verändert haben.

Jetzt bin ich natürlich neugierig, wer von Ihnen sich schon selbst quasi auf den Weg gemacht hat, was haben Sie unterwegs erlebt, haben Sie Tipps, die Sie den anderen auf den Weg mitgeben möchten? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

Image by allinonemovie from Pixabay 

Literaturempfehlung

Dr. Tina Maria Ritter/Dr. Liutgard Baumeister-Jesch
Stoffwechselstörung HPU*
VAK
ISBN 978-3-86731-152-6
18,50 EUR

Jede*r braucht eine Schutzmütze!

Jede*r braucht eine Schutzmütze!

Ich glaube, Mützen haben Ewigkeiten ein sehr stiefmütterliches Dasein unter den Kopfbedeckungen geführt. Für mich waren Mützen lange Zeit etwas, was hauptsächlich mit Kindheit verbunden war – im wesentlichen keine gute Erinnerung. Ganz frühe Erfahrungen mit Hochsensibilität waren bei mir unweigerlich mit unliebsamen Körpererfahrungen mit „Materie“ verbunden. Meistens war die Mütze kratzig, und schon deshalb schrecklich, sie wurde unter dem Kinn zugebunden und man sah damit unweigerlich affig aus … 

Erst die  „Nerds“ (wann genau das war, weiß ich nicht mehr), haben für mich die Mütze wieder interessant gemacht. (Dabei stand ich sowieso auf Kopfbedeckungen, allerdings vornehmlich solche, mit denen man eher cool aussah, wie Hüte zum Beispiel, Basecaps usw. ) Vorbei waren die eierwärmerähnlichen Zeiten. Plötzlich bekamen Mützen interessante Formen und Designs.

Dann kam ein kalter Winter und ich legte mir die erste warme schöne Mütze zu.

Mittlerweile habe ich eine ganze Kollektion …

Vor ein paar Jahren hatte ich zum ersten Mal seit langer, langer Zeit wieder Ohrenschmerzen. Das erste, was mir dazu einfiel, war, mir einen warmen Schal um den Kopf zu binden. Welch ein angenehmes Gefühl das war … Aber warum eigentlich den Schal, ich konnte es doch viel bequemer haben mit meiner Mütze …

Das war so schön.

Auch ohne Schmerzen. Eine Mütze anzuhaben, verschafft mir

ein ganz einzigartiges Gefühl von Schutz.

(Hochsensibilität bringt häufig eine gesteigerte Empfindlichkeit gegen kratzige Wolle mit sich. Daher ist es natürlich ist es sehr wichtig dabei, dass die Mütze absolut nicht auf dem Kopf kratzen darf, ein Inneres aus Fleece oder Baumwolle ist auf jeden Fall ratsam.)

Vielleicht schwingt dabei doch noch ein wenig von der Energie des sich Kümmerns von seiten der Eltern mit, die um das Wohlergehen ihres Sprößlings besorgt waren. Jetzt kümmere ich mich selbst um mich. Mit einer Mütze auf dem Kopf fühle ich mich behütet und geschützt, irgendwie in Sicherheit, irgendwie gefeit gegen den Unbill der Welt, besser gewappnet, mir kommt es dann so vor, als käme ich besser mit dem Stress in meinem Leben zurecht.

Ganz viele hochsensible Menschen haben auch ein echtes Problem mit Grenzen. Viele wissen oder erleben oft nicht, wo eigentlich der eigene Körper aufhört. Oder spüren zu viel von anderen Menschen. Da kann es super angenehm sein, die eigenen Körpergrenzen direkt zu erleben. Zu spüren:

hier hört mein Körper auf.

Alles, was Ihren Körper berührt, kann dabei helfen. Ich fühle mich z. B. mittlerweile nur wohl beim Einschlafen, wenn ich ein Kissen vor mir und eins im Rücken habe, weil ich so ein genaueres Gefühl für meinen Körper bekomme. Wenn ich die Mütze aufhabe, ist es ähnlich. Die Mütze verleiht meinem Kopf eine Grenze und das ist äußerst angenehm.

Im vergangenen Jahr hatte ich angefangen, mich mehr mit dem Thema Trauma zu beschäftigen. Über eins sind sich alle Trauma-Expert*innen einig: zur Überwindung von Trauma gehört unweigerlich auch

die Zurückeroberung der Verbindung mit dem eigenen Körper.

Dabei kann auch eine so simple Sache helfen, wie eine Mütze zu tragen – obwohl ich Ihnen hier natürlich nicht weismachen möchte, dass Sie durch das Tragen einer Mütze ein Trauma überwinden können. Im wesentlichen geht es darum, dem Körper angenehme Empfindungen zu verschaffen.

Meine Mütze bereitet mir jedenfalls ein unglaublich angenehmes körperliches Wohlgefühl. Auch durch die Wärme, die dadurch in meinem Körper entsteht.  Da ich immer Untertemperatur habe, weiß ich das sehr zu schätzen.

Kürzlich bin ich sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Obwohl keine dringende Notwendigkeit dafür bestand, habe ich einfach einen Nachmittag lang meine Mütze nicht ausgezogen, sondern auch noch einen weichen Schal dazu getragen, ebenso wie Handschuhe ohne Finger. Einfach nur, weil es sich so wunderbar angenehm kuschelig anfühlte. Vielleicht sollte ich mir auch noch ein paar Pulswärmer anschaffen 😉

Der Begriff „Schutzmütze“ ist mir erst heute eingefallen. Ich bin ziemlich darüber begeistert. Für mich ist die Schutzmütze etwas wie

eine Art „Tarnkappe“,

nur, dass ich dabei nicht unsichtbar werde, sondern dass die Mütze für mich andere gute Eigenschaften aufweist.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Haben Sie auch eine Form von „Schutzbekleidung“? Wie sieht sie aus und wie fühlen Sie sich darin?

Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

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