Stressfalle Aufschieberitis

Stressfalle Aufschieberitis

STRESSFALLE AUFSCHIEBERITIS

Kennen Sie das auch? Eigentlich ist Ihr Schreibtisch pickepackevoll und Sie haben total viel Dinge zu erledigen. Aber irgendwie mögen Sie sich gar nicht an den Schreibtisch setzen. Plötzlich fallen Ihnen lauter Dinge ein, die Sie vorher noch ganz unbedingt erledigen müssen – selbst wenn es sich um Tätigkeiten handelt, die Sie sonst auch gerne mal aufschieben. Hauptsache, Sie kommen um den Schreibtisch herum …

etwas von links nach rechts räumen können hochsensible gut

copyright: Bru-NO-1981758 Pixabay

Erst, wenn es sich überhaupt nicht mehr vermeiden lässt, nehmen Sie nur zögerlich am Schreibtisch Platz und beginnen sich, mit den Aufgaben zu beschäftigen, die vor Ihnen liegen.

Vielleicht gibt es E-Mails, die beantwortet werden müssen. Aber keine davon ist einfach. Es muss immer etwas zusätzlich erledigt werden, vielleicht müssen Sie etwas nachsehen, erst mit einer anderen Person sprechen oder vielleicht eine innere Entscheidung treffen, wie Sie zu der Angelegenheit stehen. Sie starren Ihre E-Mail an und fühlen sich gelähmt. Überfordert mit der Angelegenheit. Und dann – welch eine Erleichterung – fällt Ihnen ein, dass Sie sich gar nicht heute entscheiden müssen. Morgen ist auch noch ein Tag. Vielleicht fällt Ihnen morgen die Entscheidung leichter.

Schon schlägt sie wieder zu – die Aufschieberitis

Eine Last fällt von Ihren Schultern. Erleichtert machen Sie die E-Mail wieder zu und schieben Sie bildlich gesehen wieder zurück auf den Stapel der unerledigten Dinge.

Am nächsten Tag das gleiche Spiel.

Das geht so lange, bis die Deadline nun wirklich dringend wird oder vielleicht noch überschritten wird. Prompt stehen Sie als jemand da, der unzuverlässig ist. Irgendwie scheinen Sie offenbar den Druck von außen zu brauchen, um wirklich in die Gänge zu kommen, sagen Sie sich vielleicht. Vielleicht beschleicht Sie sogar das Gefühl grundsätzlich einfach faul zu sein, nicht in der Lage zu sein, von sich aus initativ zu handeln?

Ich kenne Sie ja nun gar nicht – und natürlich hat Aufschieberitis mit Hochsensibilität an sich gar nichts zu tun, sondern ist ein Problem, das viele Menschen haben. Aber denn noch glaube ich, dass das Thema für Supersensible besonders interessant ist. Sich entscheiden zu müssen ist Stress pur für viele HSP. Vielleicht ist die Prokrastination (so der wissenschaftliche Name) deshalb besonders attraktiv, weil wir so ungern Entscheidungen fällen. Ich glaube das liegt an mehreren Faktoren:

  1. Hochsensible Menschen ziehen Konsequenzen immer in ihre Überlegungen mit ein. Sei es, dass ihnen entweder bewusst ist, welche Konsequenz(en) eine Handlung mit sich zieht, sei es, weil sie um die Konsequenzen wissen und diese nicht abschätzen können, sie aber fürchten.
  2. Wir wollen so gerne immer alles perfekt machen. Die meisten von uns mögen keine Fehler, weder die eigenen, noch die der anderen. Es könnte also gut sein, dass unsere Entscheidung sich als nicht richtig erweist. Möglich, dass wir das viel schlimmer bewerten, als es für andere tatsächlich zu sein scheint. Außerdem kratzt es sehr an unserem Perfektionanspruch.

Ich selbst habe übrigens auch eine ausgesprochen lästige Aufschiebeangelegenheit, die ich kaum in den Griff bekomme. Meine wunderbare neue Wohnung hat eine Schwachstelle: die winzige Küche, in der richtiges Kochen eigentlich nur dann möglich ist, wenn man peinlich Ordnung hält. Und es muss nur einmal geschehen, dass ich keine Lust habe, das Geschirr gleich nach dem Kochen und Essen zu spülen, dann sieht es sofort so überwältigend unordentlich aus, dass ich überhaupt keine Lust mehr habe, überhaupt in die Küche zu gehen – was dann bedeutet, dass ich dann auch nicht koche  (was wiederum nicht gut ist für mich, weil ich mein eigenes Essen am besten vertrage) und die Küche immer unordentlicher wird, weil ich einfach alles immer nur abstelle. Dabei weiß ich theoretisch natürlich ganz genau, dass es nur eine einzige Möglichkeit gibt für mich und meine Küche: immer sofort nach dem Essen zu spülen. Damit die Küche immer ordentlich ist und von mir gerne betreten wird.

Am meisten ärgert mich dann der total unnötige Stress, den ich mir selbst bereite. Denn das ist im Grunde genommen das Schlimmste an der Aufschieberitis, dass man sich selbst so unter Druck setzt. Und den Druck mit jedem Mal weiter erhöht. Denn jeder Blick in die Küche zeigt mir ja „Oh, da wartet diese Unordnung auf mich. Das muss ich noch erledigen.“

Das ist so was von überflüssig.

Kürzlich habe ich in einem Bücherschrank  das Buch „Simplify your Life“ von Werner Tiki Küstenmacher gefunden und darin herumgeschmökert. Und ich habe einen Tipp gefunden, den ich schon öfter gelesen habe (allein dieses Buch habe ich bestimmt schon 2–3 Mal gelesen), aber diesmal ist er auf besonders fruchtbaren Boden gefallen – vielleicht, weil ich endlich verstanden habe, dass ich mir mit der Aufschieberitis das Leben selbst vermiese. Der Rat lautet: nehmen Sie etwas nur einmal in die Hand und entscheiden Sie sofort, wie Sie die Angelegenheit lösen. Das ist schon alles.

hochsensible Menschen brauchen Ordnung

chaos-ordnung-chaostheorie-tafel-1536612/Geralt/Pixabay

Und ich habe eine Entscheidung getroffen

Die Entscheidung, auf meinem Schreibtisch nicht mehr alles bloß von links nach rechts zu räumen und einen Zettel nicht öfter als 2mal in die Hand zu nehmen. Immer gleich zu entscheiden, was ich in einer bestimmten Sache tun möchte. Denn ich muss es ja sowieso machen, früher oder später. Früher bedeutet: mit weniger Druck.

Und schon am Tage der Einführung ist mir bewusst geworden, was für eine Erleichterung dieses Vorgehen ist, einfach, weil der Druck auf einen selbst entfällt, den man sich macht, weil etwas noch zu erledigen ist.

Der Selbstabwerter

Bei vielen hochsensiblen Menschen ist der Selbstabwerter (gibt es eine Selbstabwerterin?) sehr aktiv. Der hat bei solchen Gelegenheiten nämlich Oberwasser, weil er Ihnen Gelegenheit gibt, Sie so richtig schön runterzuputzen. Ihm (oder ihr?) kann man damit wunderbar das Wasser abgraben, wenn man sich immer gleich entscheidet.

Noch was geschieht dann:

Sie haben viel mehr Zeit!

Weil Sie weniger Zeit mit unnötiger Räumerei verbringen, weniger Zeit mit unnötigen Ausweichtätigkeiten und weniger Zeit sich selbst zu beschimpfen. Da wird Energie frei, die Sie mit anderen, schönen Dingen und Tätigkeiten füllen können. Der beste Effekt kommt zum Schluss:

Sie erleben sich selbst als eine kraftvolle Persönlichkeit

die Ihr Leben aktiv gestaltet. Und das ist wirklich unbezahlbar.

Leiden Sie auch unter Aufschieberitis? Was unternehmen Sie um dagegen anzugehen? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

In meinem kostenlosen E-Mail Kurs lernen Sie, wie Sie besser mit Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität umgehen können.

Ihre E-Mail-Adresse wird bei meinem E-Mail-Provider Active Campaign gespeichert. Sie können sich jederzeit problemlos aus dieser Liste austragen. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

„Das hat mir eigentlich ganz gut geholfen …

„Das hat mir eigentlich ganz gut geholfen …

DAS HAT MIR EIGENTLICH SEHR GUT GEHOLFEN …

… aber dann ging es mir besser und ich habe nicht mehr so oft geklopft.“ Das ist eine der Aussagen, die ich am häufigsten höre, nicht nur von meinen Klienten und Klientinnen, sondern auch von Menschen, die die Klopfakupressur im Rahmen meines E-Mail-Kurses ausprobieren.

Bild: Uschi_Du, Pixabay

Häufig bekomme ich geradezu euphorische Reaktionen,

wie zum Beispiel diese:

„Ich bin ja so dankbar für die Erfahrung, klopfakkupressur ausprobiert zu haben! …Ich bin immer noch erstaunt und verblüfft und kann es kaum glauben,aber der Stress,die Selbstvorwürfe und die Traurigkeit sind einfach weg! Ich ertappe mich dabei wie ich singe oder Pfeife, ich schlafe tief und wache erholt auf (und das trotz nächtlicher Störungen unseres jüngsten) und habe wieder Geduld mit den Kindern und bin einfach viel mehr „da“!“

Diese Person schrieb mir später noch einmal, dass sie nach einigen Tagen klopfen ruhiger und gelassener sei und daraufhin einfach das Klopfen vergesse. Erst, wenn die Lage sich wieder verschlimmere, erinnere sie sich daran und würde wieder mit dem Klopfen beginnen.

Ich denke, so geht es sehr vielen Menschen, die die Klopfakupressur ausprobieren. Ich hatte mir schon länger vorgenommen, hierzu einmal einen Beitrag zu verfassen.

Mein Lebenslauf motiviert offenbar viele Menschen

Auf diesem Blog erzähle ich viel über mich selbst und das Erleben meiner Hochsensibilität. Das tue ich bewusst, es ist mir schließlich ein Herzensanliegen, Sie davon zu überzeugen, dass es möglich ist, leichter oder besser mit Hochsensibilität umzugehen und es einen Weg aus ständiger Überforderung und chronisch erhöhtem Stresslevel gibt. Und was könnte überzeugender sein als meine eigene Lebensgeschichte?

Ich habe mich um 180° gedreht

  • von der sozialen Katastrophe, mit der der Umgang schwierig war zu jemandem, mit dem andere Menschen (bestimmt nicht alle!) gerne zusammen sind,
  • von jemandem, der so schüchtern war, dass er Augenkontakt mit Fremden vermied zu jemandem, der Spaß daran hat, Seminare vor fremden Menschen zu halten,
  • von jemandem, der depressiv und chronisch niedergeschlagen war zu einem fröhlichen Menschen,
  • von jemandem, der nichts und niemandem vertraute in eine äußerst vertrauensvolle Person (tatsächlich muss ich mir heute manchmal sagen lassen, dass ich naiv sei)

Aber das ging natürlich nicht über Nacht

Obwohl die Zeit, die es dauerte, natürlich sehr kurz war gemessen an der Spanne meines Lebens. Klienten und Klientinnen, die über einen langen Zeitraum klopfen, erreichen häufig ebenso spektakuläre Verwandlungen – schließlich bin ich nichts Besonderes. Nur eine Sache unterscheidet die langjährigen KlopferInnen nämlich von den anderen:

Beharrlichkeit

Beharrlichkeit ist das A und O beim Klopfen, jedenfalls wenn Sie grundlegende Veränderungen Ihres Lebens anstreben. Im Prinzip kann jedeR ja erreichen, was ich erreicht habe (außer es liegen sehr schwerwiegende Traumata vor, oder Ihnen ist das Klopfen grundsätzlich unangenehm oder Sie mögen diese Methode einfach nicht).  Für kurzfristige Verbesserungen mag ein gelegentliches oder kurzfristiges Klopfen ausreichen (Sie sehen ja an dem oben erwähnten Feedback, dass es auch so funktioniert) – es ist allerdings davon auszugehen, dass Sie dann immer eher an der Oberfläche bleiben, statt wirklich etwas aufzulösen. Aber vielleicht soll das auch so sein, denn

Veränderung kann Angst auslösen

vor allen Dingen, wenn man seine eigene Identität schon mit den gegenwärtigen Zuständen verknüpft hat. Wenn ich von mir denke, dass ich die Person bin, die immer überfordert ist und mich unmöglich mit der Welt befassen kann, weil ich permanent auf dem Rückzug bin, kann der Gedanke an Veränderung sehr viel Stress auslösen. Wenn ich nicht mehr diese Person bin, wer bin ich denn dann überhaupt? Und will ich eigentlich wirklich in der Welt erscheinen?

Was Klopfakupressur bewirken kann,

also, die wahre (wirkliche) Veränderung, die durch langfristiges Klopfen entsteht, ist die (Rück)eroberung der Selbstbestimmung – was sehr viel damit zu tun hat, wie Sie sich der Welt zeigen und wie die Welt Sie wahrnimmt. Allein der Gedanke, seine Bedürfnisse bestimmt gegenüber anderen zu äußern kann sich bedrohlich anfühlen und natürlich tatsächlich auch im Außen durchaus zu Schwierigkeiten führen. Das möchte ich an dieser Stelle nicht verheimlichen. Schließlich sind die anderen von Ihnen gewohnt, dass Sie immer zurückstecken und nehmen Ihre Bedürfnisse darum vielleicht nicht ernst. Aber es ist u. a. ja gerade dieses Gefühl, dass Ihre Bedürfnisse nicht gesehen werden, das Ihnen Stress bereitet. Unter anderem. Manchmal mehr, manchmal weniger. Und wenn man es schafft, seine Bedürfnisse (ruhig!) auszudrücken, dann hat man schon sehr viel geschafft und erlebt sich weniger als Opfer oder Spielball anderer, ist weniger ohnmächtig.

Die Klopfakupressur tut hochsensiblen Menschen gut

Bild: privat

Das kann den ganzen Blick auf die Welt ändern

und auch den Blick auf sich selbst. Ich selbst habe ganz ganz ganz lange Zeit gedacht, ich gehöre gar nicht zur Gesellschaft, ich stehe vollkommen außerhalb, weil ich so anders bin. (Viele hochsensible Menschen erleben etwas Ähnliches). Das war Isolation pur. Dieses Gefühl habe ich vollkommen hinter mir gelassen. Mittlerweile denke ich, dass ich ein Teil der Gesellschaft bin, ein Teil sogar, der etwas Wichtiges zur Gesellschaft beiträgt und habe ein Gefühl für meinen eigenen Wert entwickelt.

Wie können Sie das nun schaffen?

Am einfachsten ist es wirklich, sich ein Klopfritual zu schaffen, eine kleine Auszeit für sich selbst. Die 2–5 Minuten am Tag haben Sie immer übrig, ganz egal, ob Sie Kinder haben, kranke Eltern pflegen oder beruflich sehr eingebunden sind. Es ist vollkommen egal, zu welcher Tages- oder Nachtzeit Sie das machen, ob Sie dabei sitzen, liegen oder laufen …Nur eine Einschränkung gibt es: wenn Sie das Klopfen grundsätzlich belebt, sollten Sie es nicht vor dem Schlafengehen machen, das wäre dann kontraproduktiv.

Sie haben noch nie von Klopfakupressur gehört, sind aber neugierig? Dann probieren Sie sie einfach einmal aus. Wenn Sie sich hier eintragen, können Sie  an meinem kostenlosen E-Mail-Kurs teilnehmen. Das ist vollkommen unverbindlich und verpflichtet Sie zu nichts.

Fällt es Ihnen auch schwer, am Ball zu bleiben? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

In meinem kostenlosen E-Mail Kurs lernen Sie, wie Sie besser mit Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität umgehen können.

Ihre E-Mail-Adresse wird bei meinem E-Mail-Provider Active Campaign gespeichert. Sie können sich jederzeit problemlos aus dieser Liste austragen. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

Was Freundschaft für mich bedeutet

Was Freundschaft für mich bedeutet

 WAS FREUNDSCHAFT FÜR MICH BEDEUTET

Ich glaube nicht, dass es einfach nur ein Klischee ist, dass die meisten hochsensiblen Menschen eher wenig Freunde haben. Das habe ich nun einfach so dahingeschrieben, aber schon drängen sich mir jede Menge Fragen auf. Was ist ein Freund oder eine Freundin? Es mag stimmen für die überwiegend introvertierten Hochsensiblen, die sich nicht so gerne in größeren Menschengruppen aufhalten, weil dies schnell zu Überforderung führt. Aber was ist mit den extravertierten Hochsensiblen? Vielleicht ist auch die Annahme mit den Freunden falsch, vielleicht geht es eher um gute Freunde als Freunde an sich …

Freundschaft ist nicht einfach für hochsensible MenschenWas macht einen guten Freund aus?

Diese Frage wird jedeR sicherlich anders beantworten. Ich glaube aber, dass meine Hochsensibilität da wirklich maßgeblich mitbestimmt.  Jemand, mit dem ich nicht reden kann, kann nie ein Freund werden. Für mich ist ein guter Freund (tatsächlich habe ich eher gute Freundinnen) jemand, mit dem ich über alles reden kann, jemand, zu dem die Verbindung nie abreißt, auch wenn sie manchmal sehr dünn wird, jemand, der sehr viel von mir weiß und jemand, von dem ich sehr viel weiß.

Tatsächlich kann ich meine guten Freundinnen an einer Hand abzählen

Darüber hinaus sind meine wenigen Freundinnen über das ganze Land zerstreut und sind eher Fern-Freundschaften. Das finde ich total schade, aber so ist es eben. Freundschaften entwickeln sich, oder eben nicht, oder verlassen ein gewisses Stadium nie.

Freundschaften sind für mich eigentlich Liebesbeziehungen

ohne Sexualität und mit einem anderen Vorzeichen. Es gibt ja diesen Spruch „Ein Freund ist jemand, der dich kennt und dich trotzdem liebt.“ Das „trotzdem“ darin hat mich immer schon gestört. Für mich haben Freundschaften Liebesbeziehungen gegenüber den Vorteil, dass das Wissen über den anderen einfach anders bewahrt und nicht eingesetzt wird um die Freundschaft zu verändern. Jedenfalls ist es so bei meinen Freundschaften. Vermutlich habe ich in Sachen Freundschaften ziemlich hohe „Qualitätsansprüche“ …

Vertrauen

Einer Freundin muss ich vertrauen können und zwar bedingungslos. Ich bin in dieser Hinsicht ziemlich geschädigt.

Ich war ein total einsames Kind

trotz meiner vier Geschwister. Bestimmt habe ich in irgendeinem Artikel schon erwähnt, dass ich an einer geradezu pathologischen Schüchternheit litt und es sich  für mich wahnsinnig schwierig bis unmöglich gestaltete, mit anderen Kindern außerhalb meiner Familie in Kontakt zu treten. Ich glaubte nicht, dass mich irgendjemand interessant finden könnte und gerne mit mir zusammen wäre.

Es gab natürlich immer wieder Ausnahmen

Im zweiten Schuljahr hatte ich einen ganz entzückenden Freund namens Alvaro. Wir haben uns sogar geküsst, aber wieso und warum dass dann vorbei war, daran erinnere ich mich nicht mehr. Danach kam dann sehr lange Zeit niemand mehr. Im Wesentlichen ging ich meine ganze Kindheit hindurch

Zweckgemeinschaften

mit anderen Menschen ein. Keine Spur von Zuneigung, auf beiden Seiten nicht. Wenn ich mir das so recht überlege, waren es häufiger Kinder, die aus dem Klassengefüge herausfielen, dort auch keinen rechten Platz hatten. Häufig wuchsen sie in wesentlich mehr Wohlstand auf als ich und ich genoss das sehr, bei anderen Menschen zu sein, wo man fühlen konnte, dass es mehr Geld gab. Wo man an einem ganz normalen Wochentag nachmittags Rosinenstullen bekam (den gab es bei uns nur an Festtagen). Wo man fernsehen konnte - ganz ganz große Motivation für mich …

Leider nahm es oft ein schlechtes Ende

Sobald die Mütter (Väter kamen in unserem Alltag meistens nichts vor) mitbekamen, dass ich aus ganz anderen wirtschaftlichen Verhältnissen kam, kamen sie auf die Idee, mir Strumpfhosen zu schenken. Gebrauchte natürlich. Ich habe mich natürlich artig bedankt (ich wusste, was sich gehört), aber das war dann meistens auch der Beginn des Anfangs vom Ende. Rosinenbrote in der Woche und Fernsehgucken war ok, Almosen nicht.

Meiner sozialen Defizite war ich mir nur zu deutlich bewusst

In jeder, wirklich jeder Klasse, die ich besucht habe (aber ich nehme an, das wird auch in den Klassen heute noch so sein), gab es einen Kern wirklich beliebter Kinder. 3-4 Mädchen (meistens blond), in die sich alle Jungen verliebten und 3-4 Jungen, in die sich alle Mädchen verliebten. Die Alpha-Mädchen und die Alpha-Jungen. Die Mädchen spielten in der Pause Vater-Mutter-Kind. Neidisch und sehr eifersüchtig schielte ich auf diese Gruppe, während ich bei den Eisenbahnfahrern mitmachte. Das totlangweiligste Spiel, das Sie sich nur vorstellen konnten: wir verbrachten die gesamte Pause damit, eine imaginäre Bahnstrecke zurückzulegen, zu tuten oder die Bremse zu ziehen - ich könnte weinen, wenn ich heute nur daran denke. Denn das fühlte sich total danach ein, ein LOSER zu sein (obwohl ich das Wort damals natürlich noch nicht kannte). Die Alternative dazu wäre gewesen, wirklich für alle deutlich sichtbar alleine herumzustehen, das hatte ich schon probiert. Den Eisenbahnfahrern hatte ich mich aus purer Verzweifelung angeschlossen, aber mir war selbst klar, dass ich mich schämte, für alle sichtbar allein zu sein.

Der Wechsel aufs Gmynasium brachte eine Veränderung

Tatsächlich bekam ich eine Freundin. Jemand aus meiner Grundschulklasse kam auf das gleiche Gymnasium wie ich und weil wir uns schon kannten, setzten wir uns zusammen in eine Bank. Das war der Beginn einer großartigen Zeit. Zum ersten Mal hatte ich eine richtige Freundin! Ich verbrachte viel Zeit mit K. Wir schafften uns sogar identische T-Shirts an mit unseren Namen drauf. Wir verstanden uns ziemlich gut, interessierten uns beide für Bücher, Filme und Musik … bis irgendwas passierte. Ich habe keine Ahnung mehr, was es war. Irgendwann zogen wir einen Strich auf der Mitte des Pultes und wehe, eine kam mit dem Ellenbogen drüber, dann gab es Krach … In der nächsten Klasse saßen wir dann nicht mehr zusammen in einer Bank.

Alles wie gehabt

Jetzt war ich wieder allein. K. hatte ganz schnell eine neue Freundin, G., die dann mit ihr in der Bank saß. Ich weiß nicht mehr, wer mein Banknachbar war. Ich erinnere mich an eine kurze Verbundenheit mit einem Mädchen, die aufhörte, als die Mutter des Mädchens tot aufgefunden wurde. Hat sie die Schule gewechselt? Ich weiß bloß, dass ich in den Pausen wieder alleine war. Kurzfristig habe ich es noch einmal mit Eisenbahnfahren probiert, es aber gleich wieder aufgegeben, das war zu doof.

Allmählich änderten sich die Dinge

Ich habe mich oft geärgert, dass ich mich mit K. verkracht hatte. G. und sie passten überhaupt nicht zusammen. Ich weiß gar nicht, wann und wo die Wende eingeläutet wurde, ich schaffte es im Laufe der Zeit doch, mir einen Platz im Klassengefüge zu schaffen und ich hatte sogar die ein oder andere Freundin. Mädchen, die auf mich zukamen und mit mir befreundet sein wollten. Aber es stellte sich dann jedesmal heraus, dass es einen Zusammenhang hatte mit meinem nahenden Geburtstag, zu dem die betreffende eingeladen zu werden hoffte. War der Geburtstag vorbei, dann wandte sich diese Freundin dem Mädchen zu, das als nächstes Geburtstag haben würde. Ganz schön traurig, könnte ich heute sagen. Damals war ich nur verstört. Ich begriff einfach nicht, wieso ich gestern noch die beste Freundin von jemand gewesen war und heute nur noch die zweitbeste, obwohl ich gar nichts gesagt oder getan hatte um so degradiert zu werden.

Das hat in mir ein ziemliches Misstrauen gesät

das auch heute noch dann und wann mal wieder aufpoppt und Stress verursacht … Es ist ein bisschen kurios, dass mir das vorhin nicht eingefallen ist. Aber natürlich ist ein Freund jemand,

dem ich vertrauen kann und für den ich alles tun würde

Puh, alle möglichen Gefühlszustände haben mich durchlaufen, während ich über die Geschichten meiner Freundschaften nachgedacht habe. K. habe ich übrigens zurückerobert, mit sehr, sehr viel Geduld und dem Wissen, dass wir viel besser zueinander passten als K. und G. Und wir waren richtig lange befreundet, mindestens zwanzig Jahre lang.

Leider nahm es aber auch ein schlechtes Ende mit uns

Nachdem wir unglaublich lange Zeit durch dick und dünn gegangen sind, hatte ich mehr und mehr den Eindruck, für K. nur noch ein Teil der Clique zu sein, die sie gerne um sich scharte. Ich fühlte mich nicht mehr gesehen und zunehmend unwohl. Und irgendwann habe ich die Freundschaft dann richtig beendet. Dieses Schicksal haben auch andere Freundschaften erlitten. Dass eine Freundschaft sich einfach so verliert, kenne ich kaum. Aber ich finde das ist ok so.

Freundschaften haben einen sehr hohen Stellenwert für mich

und ich finde es gut, sie zu beenden, wenn es einfach nicht mehr passt (genauso, wie man eine Liebesbeziehung beendet, die nicht mehr passt). Ich habe schon öfter gelesen, dass hochsensible Menschen dazu tendieren, mehr in Beziehungen zu sehen als ihr Gegenüber, bzw. der- oder diejenige zu sein, die die Beziehung am Laufen hält. Für mich stimmt das ganz definitiv.

Was haben Sie für Erfahrungen mit Freundschaften? Wie viele Freunde haben Sie? Was machen Sie, wenn die Chemie nicht mehr stimmt? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.
Herzlichst,

Ihre Monika Richrath

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

Mein erstes Mal

Mein erstes Mal

MEIN ERSTES MAL

In der letzten Zeit ist es auf diesem Blog so ernst zugegangen, dass ich dachte, auch meine LeserInnen könnten jetzt wieder einmal etwas bei mir zu lachen bekommen. Diese Woche geht es um mein erstes Mal - im Fitnessstudio. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Trampolinspringen sehr gut für das Lymphsystem ist …

ein Fitnessstudio ist eine ganz schöne Herausforderung für einen hochsensiblen Menschen

copyright: nattanan23, Pixabay

Vielleicht erinnern Sie sich, dass ich im letzten Jahr damit begonnen habe, meine (zum Teil langjährig gehegten und gepflegten) Wünsche in die Tat umzusetzen. Das Wasserski war leider ein totaler Reinfall, bzw. dafür war ich wirklich 20 bis 30 Jahre zu spät dran. Was solls … das hat den Weg für die Umsetzung neuer Wünsche frei gemacht.

Trampolinspringen

hat mich schon als Kind begeistert und je schwerer und dicker ich aufgrund meiner diversen Immunkrankheiten (Hashimoto, Fibromyalgie und Nebennierenschwäche) wurde, umso größer und dringender wurde der Wunsch nach Leichtigkeit. Mein Wasserhaushalt ist schon vor Jahren aus dem Gleichgewicht geraten. (Die einzige Ursache, die ich bislang dafür ausmachen konnte, war die Einnahme eines Antidepressivums - aber leider hat sich auch nach dem Absetzen des Antidepressivums mein Körpergewicht nicht mehr reguliert, obwohl dies schon über acht Jahre her ist.)

Schon vor Jahren

hatte ich ein Buch in die Hand bekommen, in dem Trampolinspringen als besonders efffektiv für das Lymphsystem angepriesen wurde. Mir war sofort klar, dass ich das eigentlich probieren müsste.

Das Lymphsystem

ist ein wenig das Aschenputtel in Sachen Entgiftung, dabei ist es so wichtig für das Immunsystem. Das Lymphysystem ist quasi die Kläranlage des Körpers und der Körper ist immer nur so gesund wie sein Lymphystem.

Lymphe ist eine wässrige Gewebeflüssigkeit, von der die Zellen unseres Körpers umspült werden. Die Zellen erhalten Nahrung und Sauerstoff aus dem Blut über diese Flüssigkeit. Umgekehrt werden Zellgifte über die Flüssigkeit wieder an das Blut abgegeben.

Das Lymphsystem besteht aus dem Lymphgefäßsystem (mit der Lymphflüssigkeit und den Lymphknoten) und den lymphatischen Organen. Wenn vom Lymphsystem die Rede ist, wird jedoch meistens das Lymphgefäßsystem gemeint, so will ich es hier auch halten. Das Lymphgefäßsystem zieht sich durch fast den ganzen Körper, ist jedoch ein offenes System, nicht wie der Blutkreislauf geschlossen. Es beginnt praktisch mit den kleinsten Lymphkapillaren im Gewebe und endet im Blutkreislauf des Körpers. Die eigentliche Reinigung der Flüssigkeit findet in den Lymphknoten statt, die man sich wie eine Art Filter,- oder Aufbereitungsstation vorstellen kann.

Das wichtige dabei ist: Das Lymphsystem hat keinen eigenen Antrieb, so wie das Blut vom Herzen angetrieben wird. Normalerweise geschieht dies durch die Atembewegungen der Lunge oder Muskelkontraktionen im Körper.  Die Lymphkanäle sind mit Einwegklappen ausgestattet, die sich bei Druck von außen öffnen und dann wieder schließen, wenn der Druck nachlässt. Diesen Vorgang kann man sehr gut unterstützen durch diverse Maßnahmen. Trampolinspringen ist eine davon. Durch das Auf- und Abspringen werden die Ventile im Körper geöffnet und der Abtransport der Lymphflüssigkeit unterstützt.

Und wenn das Lymphsystem nicht gut funktioniert?

Zunächst verlangsamt sich der Lymphfluss, dies kann zu Schwellungen (Ödemen) und Wassereinlagerungen führen. Wenn das Reinigungssystem an sich nicht mehr funktioniert, kann es zu einer schleichenden Vergiftung des Körpers kommen und chronische Krankheiten können sich entwickeln und ausbreiten.

Ich wusste eigentlich schon lange, dass mein Lymphsystem nicht gut funktioniert. Ich habe auch schon diverse Male Lymphdrainage bekommen - absolut herrlich –  aber hielt nie lange genug an. Und letzten Endes bin ich von passiven Methoden vollkommen abgekommen. Ich muss gestehen, dass ich mir erst bei der Recherche für diesen Artikel aufgegangen ist, dass für mich hier wirklich Handlungsbedarf besteht - zumal ich mittlerweile auch weiß, dass ich eine Schwermetallvergiftung habe. (Offenbar habe ich wirklich alles mitgenommen, was man so mitnehmen kann.)

Mir war also klar, dass Trampolinspringen für mich wirklich sehr gut sein könnte. Ich hatte schon erwogen, mir ein eigenes kleines gebrauchtes Trampolin anzuschaffen, war bisher aber aus Platzmangel daran gescheitert. Dann las ich irgendwo von Jumping Fitness, Trampolinübungen in der Gruppe, äußerst praktisch, die Anschaffung eines eigenen Trampolins würde sich erübrigen. Später fand ich heraus, dass sich in meinem Viertel die einzige Jumping-Fitness-Möglichkeit meiner Stadt befindet. Ich konnte mich trotzdem nicht zu einem Besuch aufraffen. Ich glaube, ich fürchtete, dass Trampolinspringen nicht so richtig kompatibel mit meiner Blase sein könnte …

Außerdem habe ich eine tief verwurzelte Scheu vor Fitnessstudios. Ich stelle mir vor, dass ein Fitnessstudio nicht so richtig kompatibel ist mit meiner Hochsensibilität, eine Umgebung, die schon per se nicht gerade reizarm sein kann. Alles, was ich in Filmen über Fitnessstudios gesehen habe, fand ich höchst abschreckend. Zum Beispiel könnte ich mir niemals vorstellen, auf einer Maschine Fahrrad zu fahren und dabei Fernsehen zu gucken. Fahradfahren ist für mich eine sinnliche Erfahrung und das Erleben der Natur ist untrennbar damit verbunden.

Meine extrem geruchsempfindliche Nase kräuselte sich schon alleine bei der Vorstellung intensiven Schweißgeruchs, der sofort unliebsame Erinnerungen an Schulsport heraufbeschwören würde.  Möglicherweise habe ich auch gefürchtet, unter lauter schlanken und fitten Menschen keine allzu rühmliche Figur abzugeben … denn ich bin nicht schlank und fit bin ich erst recht nicht.

Als mir nun aber kürzlich eine Bekannte erzählte, dass sie genau diese Jumping-Fitness-Kurse besucht, war sofort klar: Das ist die Einladung mit dem Scheunentor, die ich einfach nicht abschlagen kann, zumal es die Möglichkeit gibt, dort als externer Gast ohne weitere Verpflichtungen teilzunehmen.

So machte ich mich also eines Samstags auf zum

ersten Besuch meines Lebens in einem Fitnessstudio.

Es ist wie ein Eintritt in eine andere Welt. Ein sehr modernes Ambiente. Sehr viele schlanke Menschen in stylischen Outfits - mit Zubehör. Ich habe nichts dabei, außer einem T-Shirt und meiner bequemen Sporthose. Einen Wasserbehalter habe ich an der Kasse bekommen. Immerhin ein wenig Ausrüstung. Im Umkleideraum stelle ich fest, dass alle außerdem ein Handtuch dabei haben. Und Schuhe. Ich habe keine Schuhe. Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass das Trampolinspringen barfuß erfolgt. Falsch gedacht. Bei der Gelegenheit muss ich auch noch feststellen, dass das T-Shirt einen Fleck hat und die Hose ein Loch.

Um das Maß der Peinlichkeit vollzumachen, funktioniert meine automatische Karte für den Spind nicht. Auf Socken tapse ich zwei Stockwerke durch das Gebäude zur Kasse hinunter und wieder zurück. Nachdem verschiedene Menschen meine Karte ausprobiert haben, steht nun fest, dass sie einfach nicht funktioniert. Noch einmal auf Socken in das Erdgeschoss, mir eine neue Karte geben lassen und wieder zurück. Zum Glück finde ich das selbst zum Schreien komisch und bin gleichermaßen erheitert wie peinlich berührt. Hoffentlich trete ich beim Springen nicht auf die Hose und reiße sie mir selbst vom Körper. Das wäre der Gipfel. Eigentlich wollte ich mich in die hinteren Reihen verkrümeln, aber als die Kursleitern alle Neulinge nach vorne bittet, komme ich dieser Aufforderung natürlich artig nach, obwohl ich eigentlch lieber außer Sichtweite geblieben wäre. Hoffentlich sagt sie nur nichts vor versammelter Mannschaft darüber, dass ich keine Schuhe habe …

DAS könnte mir tatsächlich so peinlich sein, dass ich in Zukunft wegbleiben würde. Meine Schmerzgrenze in Sachen Peinlichkeit ist ziemlich niedrig, vielleicht ist das eine der Nebenwirkungen der Hochsensibilität?

Das Trampolinspringen ist dann ganz anders als ich dachte. Es geht darum, zu Musik Tanzschritte auf dem Trampolin zu vollführen. Das erinnert mich an Disco (jippieh!), macht Superspaß, trainiert den Beckenboden und verbessert die Koordination. Da habe ich noch jede Menge Nachholbedarf. Ich komme gerade eben mal so mit. Nach einer halben Stunde beginne ich jedoch auf die Uhr zu schielen und mir das Ende der Stunde herbeizuwünschen. Aber auch wenn ich sehr in Stress gerate dabei (Koordination ist auch nicht so meine Stärke), steht für mich jetzt schon fest, dass es gar keine Frage ist, dass ich wiederkomme. Vorher muss ich aber noch ein bisschen Beckenbodentraining machen …;-)

Beschäftigen Sie sich mit Ihrem Lymphsystem? Haben Sie Tipps? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Ich wünsche Ihnen noch schöne Ostertage!

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

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Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

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Was durch ein Bild deutlich wird

Was durch ein Bild deutlich wird

WAS DURCH EIN BILD DEUTLICH WIRD

Mit der  Kunsttherapeutin Elvira Schmitz verbinden mich ganz besondere Umstände: Frau Schmitz war die Kunsttherapeutin meiner Mutter und hat meine Mutter im Sterbeprozess unterstützt. Vor kurzem jährte sich der 2. Todestag meiner Mutter und ich freue mich sehr, dass Frau Schmitz bereit ist, sich mit mir über ihre Arbeit zu unterhalten.

Ich zeige Elvira Schmitz einen von mir gebastelten Baum und bitte sie, etwas dazu zu sagen.

Schmitz: Der Baum ist ein schönes Sinnbild für die kunsttherapeutische Begleitung. Der  Baum als Selbstbild, das die momentane Lebenssituation abbildet. Es ist mir wichtig, der begleiteten Person Raum zu lassen für das, was in ihr wachsen  möchte. Dabei gilt es, nicht die Richtung des Wachstums vorzugeben, sondern die Wachstumsbestrebungen zu fördern. Ein Baum ist dafür ein gutes Beispiel.

Warum ist das „Raum lassen“ so wichtig?

Schmitz: Durch das Zulassen eigener Bilder und Symbole kann sich der Mensch ohne Leistungsdruck entfalten. Die nicht wertende und empathische Begegnung mit der Therapeutin kann  befreiend und inspirierend wirken. Die Ganzheit  des Menschen wird angesprochen. Dies ermöglicht ein langsames und vertrauensvolles Hineinwachsen in die therapeutische Beziehung. Eine Beziehung die angst- und wertfrei ist.

Ist das immer so?

Schmitz: Natürlich kommt auch hinzu, dass der Mensch sich zeigen möchte, und das ist auch gut so. Durch das Zeigen wird ja auch viel von der Persönlichkeit des Gegenübers sichtbar. Und das finde ich so spannend am Miteinander. Ist das bei Ihrer Arbeit auch so?

Bei mir ist es auch so, aber anders. Wenn ich einen Vergleich machen müsste, dann geht es bei mir eher in die Entfaltung. Und wenn ich mir angucke, was mit meiner Mutter geschehen ist, dann war der Prozess umgekehrt, der ging von außen nach innen.

Ja ganz definitiv. Vor allem auch, weil meine Mutter so wahnsinnige Angst vor dem Tod hatte und ich finde, es ist immer noch ein Mysterium und Wunder, dass sie es geschafft hat, loszulassen. Und Sie haben ihr dabei wahnsinnig geholfen.

Schmitz:Ihre Mutter habe ich als eine sehr direkte und im positiven Sinne fordernde Frau erlebt. Sie suchte ein klares und aufrichtiges Gegenüber. Dies ist in einer therapeutischen Beziehung meist einfacher als in einer Familiensituation. In dem Buch „Eine Rose hält das Gleichgewicht“, das ich über die Begleitung ihrer Mutter geschrieben habe, wird dies deutlich.

Können Sie das genauer beschreiben?

Schmitz: Ihre Mutter war bereit, mich als kompetente Begleiterin anzunehmen. Jemand, der der zuhört, nicht bewertet und Raum schafft für Gedanken und Gefühle. Das Besondere unserer Beziehung aber war, dass ihre Mutter mir erlaubte, für sie zu malen.

Wegen ihrer Erkrankung konnte sie das selbst nicht mehr. Durch dieses Verfahren, das in der Kunsttherapie als Bilddiktat bekannt ist, konnte ihre Mutter das ausdrücken, was ihr auf der Seele lag, und was nicht in Worte gefasst werden kann: Angst, Hilflosigkeit, Trauer, aber auch Hoffnung und Lebensfreude. Und dies trotz der schweren Erkrankung und dem Wissen um den nahen Tod.

Wie sind Sie dazu kommen, das zu machen, was Sie jetzt tun?

Schmitz: Als Kind hatte ich viele Bilder im Kopf und habe mir meine eigenen Fantasie-Räume geschaffen. Angeregt durch illustrierte Kinderbücher begann ich zu zeichnen und zu malen. Da bin ich ganz in meine Bildwelt eingetaucht und konnte meinen Fantasien Ausdruck verleihen und sie sichtbar machen. Dabei habe ich mich pudelwohl gefühlt. Und genau dieses Wohlfühlen ist das, was ich in der kunsttherapeutischen Begleitung erreichen möchte. Denn dieses wunderbare Gefühl ermöglicht auch hochbelasteten Menschen, sich nicht als krank und hilflos, sondern als stark, aktiv und schaffend zu empfinden. Das sind die Ressourcen, die wir in uns tragen und die uns helfen, zu leben.

So geht es mir ja auch mit dem Zeichnen. Wenn ich jetzt gerade noch einmal einen Schritt zurückgehe, dann haben Sie sich nicht von Anfang an gesagt, ich mache jetzt etwas mit Kunst?

Schmitz: Es hat mich immer dorthin gezogen, aber klar war es nicht. Manchmal trifft man im Leben  Menschen, die einen auch ohne große Worte auf den Weg bringen können. Ich hatte das Glück und habe freie Kunst an der FH in Köln studiert.

Und wie ging es weiter?

Schmitz: Durch den Tod meinen Vaters bin ich in den Hospiz-und Palliativbereich „geführt“ worden.   Dieser Verlust hat in mir eine tiefe Trauerphase ausgelöst. Als ich diese Trauer nicht mehr allein tragen konnte, bin ich zu meiner Zen-Lehrerin gefahren und habe dort ein Seminar zu und über Rainer Maria Rilke belegt. Dort fand meine Trauer ihren Platz in Gedichten und Bildern. Diese Erfahrung hat mich zum nächsten Lebensschritt geführt.

Wie sind Sie zur Hospizarbeit gekommen?

Schmitz: Ich las in der Zeitung einen kurzen Artikel mit dem Titel „Wer gründet mit mir einen ambulanten Hospizdienst?“ Da bin ich hin und habe gemeinsam mit anderen Menschen einen ambulanten Hospizdienst gegründet. Dort war ich im Vorstand tätig und  habe kranke und sterbende Menschen begleitet. Das war genau das, was ich suchte.

Gibt es noch andere Einflüsse?

Schmitz: Meine Malkurse für Erwachsene und Kinder. Neben dem Vermitteln  kreativer Techniken ist es mein Anliegen, die Freude am Malen zu fördern. Weniger Technik, dafür mehr malerische Selbsterfahrung. Zu schauen, was und wie der Mensch malt und nur Hilfestellung anzubieten, wenn es gewünscht wird. Das habe ich bei Arno Stern in Paris gelernt: Wertschätzend wachsen lassen.

Was bedeutet „Wertschätzend wachsen lassen in diesem Zusammenhang?“  

Schmitz: Unbedachte Worte können viel zerstören, besonders im kreativen Bereich. Das bekomme ich immer wieder von Menschen aus deren Schulzeit geschildert. Aussagen wie: „Du kannst nicht malen“, „das ist falsch“ oder „das sieht nicht aus“ führen dazu, dass erwachsene Menschen diese Urteile ein Leben lang mit sich herumtragen.

Wertschätzend wachsen lassen ist meine Antwort auf falsche Glaubenssätze, die verhindern, dass kreatives Tun und die Freude daran zu einer heilsamen Ressource wird.

Und was hat Sie dazu gebracht Kunsttherapie zu studieren?

Schmitz: In meinen Kursen erlebte ich häufig Menschen, die sich in Lebenskrisen befanden. Ich wurde mit Depressionen, schwerwiegenden Erkrankungen und Trauer konfrontiert. Ich fühlte ich mich nicht genügend gerüstet, was mich veranlasste, Kunsttherapie zu studieren.

Das ist also eine richtige Ausbildung?

Schmitz: Ja, ein Vollzeitstudium, das mit dem Master of Arts abschließt. Von morgens bis abends in den Vorlesungen zu sitzen war ungewohnt für mich, weil nicht so selbstbestimmt wie mein Leben vor dem Studium. Aber es war gut. Ich habe viel gelernt und erfahren, dass ich vieles intuitiv richtig gemacht hatte. Seither arbeite ich als Kunsttherapeutin mit dem Schwerpunkt hospiz- und palliative kunsttherapeutische Begleitung. Dazu gehört auch der Bereich der Trauerbegleitung.

Findet man als Kunsttherapeutin eine Anstellung?

Schmitz: Ich wollte von Anfang an freiberuflich arbeiten. Im Palliativbereich bin ich als freie Kunsttherapeutin für das Zentrum für Palliativmedizin am Malteserkrankenhaus in Bonn und die Palliativstation „Saunders“ in der Uniklinik in Bonn tätig. Daneben betreue ich auch Klienten auf Honorarbasis.

Ist es denn immer so, dass es geht wie bei meiner Mutter, dass Sie für die Leute malen?

Schmitz: Nein, nicht immer. Ich male nur dann für Menschen, wenn sie selbst nicht mehr malen können oder wollen. Bei einer älteren Dame habe ich es erlebt, dass sie nach anfänglichen Versuchen das Malen mir überlassen hat. Das gibt es auch.

Und wenn die Leute selber noch malen können, dann sprechen Sie mit Ihnen?

Schmitz: Ja. Es ist wichtig gemeinsam zu erkunden, was die Person interessiert, was und wie sie malen oder modellieren möchte. Um das herauszufiltern zeige ich verschiedene Materialien und motiviere, diese auszuprobieren. Wenn ein Material, z.B. Pastellkreide, ausgewählt wird, kann ein Thema entstehen. Dazu bringe ich unterschiedliche Bildmotive als Vorlage zum Malen mit. Wenn jemand Tiere mag, dann kann ich daran anknüpfen und ein Bildmotiv als Vorlage und Inspiration zum Malen anbieten. Natürlich kann auch ohne Vorlage aus der Fantasie gemalt werden.

Ist das Verfahren immer gleich?

Schmitz: Es gibt viele Herangehensweisen. Es kann auch sein, dass die Person weiß, was sie malen möchte, oder es ergibt sich ein Thema aus dem Gespräch. Es ist immer individuell und von Mensch zu Mensch verschieden. Wichtig ist, dass es eine genaue Auftragsklärung gibt. Was wünscht sich die Person von der Begleitung, welche Vorstellungen und Erfahrungen gibt es?

Was machen Sie, wenn kein Bilddiktat gewünscht ist?

Schmitz: Meistens male ich während der „Malzeit“ auch, damit die begleitete Person sich nicht beobachtet oder im schlimmsten Fall bewertet fühlt. Wenn sich während des Malens ein Gespräch entwickelt, sollte wertschätzend über die Inhalte des Bildes gesprochen werden. Dann wirken Worte klärend. Auf der Bildebene können selbst schwere und belastende Situationen mit wohltuendem Abstand betrachtet werden. Dies ermöglicht ein schrittweises Herangehen und Entdecken der Ressourcen des Malenden. Auf jeden Fall wirken die Bilder über den Malmoment hinaus.

Wie bei meiner Mutter

Schmitz: Ja, ihre Mutter ist ein wunderbares Beispiel, weil sie im Detail über ihr Tun reflektierte. Jede Farbnuance war ihr wichtig. Sie verband  damit bestimmte Assoziationen. Zum Beispiel  erinnerte sich ihre Mutter bei der Farbe Lila an einen lilafarbenen Rucksack, den sie von einer ihrer Töchter zum 50. Geburtstag geschenkt bekam. Und welche Gefühle damit verbunden waren.

Ich stelle mir vor, dass Ihre Arbeit sehr befriedigend sein muss …

Schmitz: Sehr. Diesen Moment mitzuerleben, wenn ein Mensch seine Erfahrung mit einem teilt und sich vertrauensvoll auf die malende Kommunikation einlässt. Und über das Malen für sich einen Erlebnisraum öffnet, der wieder mit dem Leben verbindet oder versöhnt. Und das alles trotz leidvoller Erkrankung.

Ich fühle mich beschenkt, dass ich Menschen auf diese spezielle Weise begleiten kann. Dazu gehört auch, von der Lebensgeschichte berührt zu werden, ohne die therapeutische Aufgabe der Begleitung aus den Augen zu verlieren. Hierfür ist der Malprozess ihrer Mutter beispielhaft.

Ich verstehe das sehr gut, das ist bei mir ja auch nicht anders.

Schmitz:  Die Beziehung ist das, was trägt. Und künstlerisches Tun ist ein wunderbares Beziehungsangebot. Aber auch ihr Angebot, oder Musik, Tanz, Theater, Singen und vieles mehr.

Wie sehen Sie denn Hochsensibilität, wenn ich die Frage mal ganz vage formulieren soll, denn Sie sind doch auch hochsensibel, oder?

Schmitz: In meinem Beruf sollte ich das sein.

Wenn ich Ihnen so zuhöre dann denke ich, Sie können nicht nicht hochsensibel sein. Das geht irgendwie gar nicht. Haben Sie sich damit schon einmal auseinandergesetzt?

Schmitz: Eine Freundin, die selbst Therapeutin ist und mein Buch über ihre Mutter gelesen hat, sagte zu mir: „Weißt du, ich habe dein Buch gelesen. Und dann ein Buch über Hochsensibilität. Das musst Du unbedingt lesen. Du bist auch eine davon!“

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Frau Schmitz!

"Eine Rose hält das Gleichgewicht"

„Eine Rose hält das Gleichgewicht“ zeigt die außergewöhnliche Auseinandersetzung einer starken und mutigen Frau mit ihrer schweren Erkrankung. Komplett gelähmt und unfähig zu sprechen, schuf sie bewegende Bilder durch die Hilfe einer Kunsttherapeutin, die das Malen nach genauen Angaben stellvertretend übernahm. Über mehrere Monate hinweg wurde dieser Sterbeprozess durch ein Team verschiedener Berufsgruppen der Pallativversorgung begleitet.

Die vorliegende Geschichte ist zwar keine Siegesgeschichte, aber eine Lösungsgeschichte: „Die Rose trägt den Kopf recht eigenwillig und trotzig. Geschwungen, aber mit einer gewissen Kraft. Von hier aus sieht es aus, als sei die Blüte das Nest. Fast wie ein Triumph.“

Kurzbeschreibung und Bestellung:  http://www.malzeit-praxis.de/malzeit-mobil/

Weitere Infos zu Elvira Schmitz

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

7 Unterschiede – Traumatisierung oder Hochsensibilität

7 Unterschiede – Traumatisierung oder Hochsensibilität

7 UNTERSCHIEDE TRAUMATISIERUNG ODER HOCHSENSIBILITÄT

Es gibt zwei Arten der Hochsensibilität …

  • Die eine ist genetisch bedingt und angeboren. Die „echte Hochsensibilität“. Diese ist nicht ablegbar genau wie die Augenfarbe.
  • Die zweite entsteht durch Traumatisierung. Die erhöhte Sinneswahrnehmung und auch der Hang zur Überreizung gehen zurück, wenn das Trauma verarbeitet ist.

Eine These, die zurzeit im Internet grassiert, besagt, die Hochsensibilität sei immer auf ein Trauma zurückzuführen ist. Einige meiner Seminarteilnehmer sind dadurch sehr verunsichert und suchen nach einem Trauma, wo eventuell gar keins ist.

Gleichzeitig ist diese These, wenn man sich genau mit Hochsensibilität auseinandergesetzt hat genauso nahe liegend - aber falsch. Warum? In vielen Aspekten haben die Hochsensibilität und die Auswirkungen von Traumatisierungen das gleiche Gesicht.

Das Modell des Stresstoleranzfensters erklärt die Zusammenhänge

Jeder Mensch hat eine emotionale Komfortzone. Wie groß diese Komfortzone ist, hängt zu einem großen Teil von unserer Fähigkeit der Selbstregulation ab. Also davon, wie gut wir mit Über- oder Unterstimulation umgehen können. Schaffen wir es nicht, uns bei Überstimulation zu regulieren, läuft unsere Hormonproduktion auf Hochtouren und unser Körper reagiert mit Flucht oder Kampfimpulsen.

Beispiel: Wenn ich im Winter dick angezogen in ein Kaufhaus gehe, wird es mir sehr schnell unerträglich warm. Einfach die dicken Sachen ausziehen, ist nicht immer möglich, wenn ich schon einiges an Taschen trage. Ich fange an zu schwitzen, es fängt überall an zu jucken und meine Kleidung fühlt sich tonnenschwer an. Da ich in diesem Geschäft unbedingt etwas besorgen will, bleibt mir im Moment nur, die Situation auszuhalten. Ich habe also subjektiv nicht die Möglichkeit mein Unbehagen zu regulieren. Es dauert keine 5 Minuten und meine Adrenalinproduktion ist in Gang gesetzt. Da ich mir die Flucht verwehrt habe, komme ich in den Kampfimpuls. Besser, wenn man mir dann nicht in die Quere kommt.

In diesem Moment ist meine Komfortzone überschritten und ich rase in die Übererregung. Komme ich dann wieder in angenehmere Gefilde dauert es ungefähr 5 Minuten, und ich habe mich akklimatisiert. Nach meiner Erfahrung benötigt ein traumatisierter Mensch wesentlich länger um sich zu beruhigen.

Hochsensible haben genetisch bedingt ein schmaleres Stresstoleranzfenster, damit sie schneller auf Reize reagieren können. Dies dient zur Erhaltung der Art und findet sich auch bei allen höheren Säugetieren. Auch bei Ihnen sind, wie beim Menschen, ca. 20 Prozent hochsensibel.

Auch traumatisierte Menschen haben ein schmaleres Stresstoleranzfenster und gelangen leicht in die in die Über- oder Untererregung. Gleichzeitig gibt es große Unterschiede zwischen „reinen“ Hochsensiblen und traumatisierten Menschen. Selbstverständlich kann auch ein hochsensibler Mensch traumatisiert sein. In vielen Fällen ist das so. Dazu später mehr.

Es ist immens wichtig als Therapeut beides unterscheiden zu können, da der (reine) Hochsensible und der traumatisierte Mensch ein anderes therapeutisches Vorgehen benötigen. Hier kann Unwissenheit viel Schaden anrichten.

Ich habe 2007 meine erste Trauma Ausbildung gemacht. Seitdem habe ich mich sehr intensiv mit Trauma und Hochsensibilität auseinandergesetzt. Folgende Unterschiede resultieren aus meinen Beobachtungen und Erfahrungen.

 

Traumatisierte Menschen:

 

Hochsensible Menschen:

sind oftmals permanent in Bewegung. Sie tun alles, um nicht zur Ruhe zu kommen, da das für sie ein unangenehmer Zustand ist. Häufig werden sie im Urlaub krank, weil der Organismus dann kollabiert und er von der Übererregung in die Untererregung rauscht.suchen die Ruhe. Sie brauchen Zeit, gerne auch allein, ohne Input. Diese Zeiten genießen sie. Wenn sie diese Zeiten nicht bekommen, fühlen sie sich unbehaglich. Durch „Auszeiten“ kommen sie wieder in ihre Kraft.
haben eher eine egozentrische Empathie, die darauf abscannt, ob Gefahr droht. Das hält andere eher auf Distanz.haben „echte“ Empathie, durch die sich andere gesehen und verstanden fühlen.
haben oft wenig bis gar kein Körpergefühl. Sie können Köperempfindungen nur schwer wahrnehmen und benennen.haben ein extrem gutes Körpergefühl. Sie haben ein ausgeprägtes körperliches Frühwarnsystem. Hochsensible Frauen können oft Ihren Eisprung spüren und viele schildern, dass sie den Zeitpunkt der Eiverschmelzung gespürt haben und wussten, dass sie nun schwanger sind. Sie nehmen sehr differenziert Empfindungen wahr und können diese auch benennen.
neigen zur Selbstmedikation zur Beruhigung; zum Beispiel durch Alkohol oder Medikamente.tendieren eher dazu, sogar ärztlich verschriebene Medikamente nicht zu nehmen und trinken häufig gar keinen oder nur wenig Alkohol.
fühlen sich häufig allein (zum Teil auch in Gesellschaft) mit einem Gefühl der Einsamkeit.sind gerne allein, weil sie dann besser zu sich kommen.
nehmen ihr “Bauchgefühl“ nicht wahr.nehmen ihr Bauchgefühl wahr, aber leider nicht immer ernst.
Wenn Sie noch mehr Unterscheidungsmerkmale wissen möchten klicken Sie hier:

 

Das waren nur einige der Merkmale, woran man Hochsensibilität und Trauma unterscheiden kann. In den Situationen, in denen die Komfortzohne verlassen wird, sind die Reaktionen identisch.

Die Hochsensibilität führt dazu, dass das Stresstoleranzfenster schneller verlassen wird als bei Normalsensiblen. Das ist mit den Auswirkungen einer Traumatisierung deckungsgleich.

In über 200 Seminaren zur Hochsensibilität wiederholte sich die grundlegende Teilnehmerstruktur immer wieder.
Ein Teil der Teilnehmer sind Hochsensible, die einfach Interesse daran haben mehr über sich zu erfahren (auch eine typische Eigenschaft der Hochsensiblen). Außerdem möchten Sie einige Dinge in ihrem Leben optimieren. Sie sind mit ihrem Leben und ihrem Sein generell zu frieden.

Ein Teil hat Schwierigkeiten mit einigen Herausforderungen, die die Hochsensibilität bietet, führen aber generell ein befriedigendes, glückliches Leben.

Und ein Teil leidet sehr stark unter der Hochsensibilität. Bei diesen Menschen ist eine Traumatisierung sehr wahrscheinlich. In dieser Gruppe finden sich Hochsensible und Normalsensible, die Ihre Trauma-Auswirkungen fälschlich als Hochsensibilität interpretieren oder von anderen diese Interpretation erhalten haben.

Was genau ist ein Trauma?

Es gibt verschiedene Arten von Trauma. Auf zwei gehe ich hier näher ein.

Das Schocktrauma

ist das allgemein geläufige Trauma. Hier gab es eine einmalige Situation, zum Beispiel einen Unfall als Auslöser.

Die Negativerfahrung ist im Gehirn gespeichert. Unser Organismus möchte uns nun vor weiteren Erfahrungen dieser Art schützen und geht hormonell auf „Hab-Acht-Stellung“. Die Folge ist eine innere Wachheit, die sich häufig in Unruhe und Anspannung, und eine erhöhte Reaktion auf Sinnesreize zeigt. Gibt es dann später einen Reiz, der an diese Situation erinnert (Trigger), werden wir emotional aus dem Stresstoleranzfenster geschleudert und reagieren mit heftigen Angriff/Flucht-Reaktionen (Der Sympathikus wird aktiviert. Das Stresstoleranzfenster wird überschritten) oder wir kollabieren (Der Parasympathikus wird aktiviert, wir gehen nervlich unter das Stresstoleranzfenster).

Nach der Verarbeitung des Traumas gehen die Betroffenen wieder auf ihr ursprüngliches Erregungs- und Sinneswahrnehmungsniveau zurück.

Das Entwicklungstrauma oder auch Komplextrauma

Hier ist der Betroffene wiederholt durch toxischen Stress überfordert. Das Vorderhirn und der Hippocampus schalten sich ab und wir reagieren instinktiv mit archaischen Verteidigungsreaktionen. Das Entwicklungstrauma konkretisiert eigentlich den Begriff des Komplextraumas, da es sich speziell auf unsere Erfahrungen im frühen Kindesalter bezieht.

  • Wie werden wir erzogen?
  • Was prägt uns in dieser Zeit?
  • Wie ist die Bindung zu den Bezugspersonen?

Gerade wenn wir im ersten Lebensjahr mit ständigen negativen Erfahrungen aufwachsen, erleben wir das als toxischen Stress. Dieser Stress hat in der Regel ein Entwicklungstrauma zur Folge.

Toxischer Stress kann entstehen durch:

  • Gewalterfahrungen, psychischer und physischer Art.
  • Überbehütung
  • Erziehung zur Angst (die Welt da draußen ist schlecht, nur hier bist du sicher)
  • Zwanghaftes Umfeld
  • Sehr rigide Erziehung
  • Verwahrlosung
  • Permanente Grenzüberschreitung
  • Fehlendes Spiegeln der kindlichen Wahrnehmung und der kindlichen Gefühle
  • Keine Unterstützung der Stressregulation durch die Eltern (z.B. das Baby schreien lassen)
  • Fehlender Kontakt - körperlich und emotional. Viele Menschen können sich nicht mehr angemessen mit ihrem Kind

beschäftigen. Ihnen fehlen selbst die entsprechenden Erfahrungen.

Erziehung ist ein Abbild aus unseren Erfahrungen und Möglichkeiten.

Unsere Erziehung ist immer noch geprägt aus den Vorstellungen des dritten Reiches. Babys sollte man schreien lassen, damit sie lernen sich selbst zu regulieren und den Eltern nicht auf der Nase rumtanzen. Die damals propagierte Erziehung war eine Anleitung zur Bindungsunterbrechung und damit zur frühkindlichen Traumatisierung.

Leider halten sich einige extrem schädigende Ehrziehungsvorstellungen bis heute noch hartnäckig. Eltern, die Ihre Kinder wie oben genannt behandeln, tun das nicht, weil Ihnen ihre Kinder egal sind. Sie selbst sind geprägt von ihrer eigenen Geschichte, ihren Bindungserfahrungen und ihrem Wissen. Viele sind selbst traumatisiert. Jeder erzieht nach seinen Möglichkeiten. Bei einigen sind diese Möglichkeiten einfach begrenzt.

Das kann ein tröstender Gedanke sein. Das Handeln meiner Eltern ging nicht gegen mich, sie konnten es nicht besser. Und auch wenn man selbst erzieht, kann dieser Gedanke entlastend sein. Die meisten Hochsensiblen wollen gerne alles richtigmachen. „Fehler“ in der Erziehung machen ihnen oft sehr zu schaffen. Auch das Kind braucht Erfahrungen, an denen es wachsen kann. Es ist wichtig zu erleben, dass die Eltern nicht unfehlbar sind. So kann es die eigene Unfehlbarkeit besser annehmen. Ist ein Elternteil traumatisiert, wird das Trauma häufig an das Kind weitergegeben. Um das zu verhindern, ist es meines Erachtens wichtig das Trauma zu bearbeiten.

Wo sehen sie sich nach diesem Text? Hochsensibel, traumatisiert oder beides? Geht die Tendenz in Richtung Trauma?
Ein Trauma ohne Unterstützung aufzulösen, ist kaum möglich. Hier braucht es kompetente Unterstützung; für ein zufriedenes, glückliches Leben. Leider ist gerade das Annehmen von Hilfe für viele traumatisierte Menschen sehr schwer.

Hochsensibilität und Trauma zusammengefasst:

  • Es gibt Hochsensible, „nur“ traumatisierte und hochsensible, traumatisierte Menschen.
  • Leiden sie sehr stark unter der Hochsensibilität, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie traumatisiert sind groß.
  • Viele Hochsensible sind „nur“ traumatisiert. Sie sind durch das Trauma übersensibilisiert, aber nicht hochsensibel im eigentlichen Sinne.
  • Man unterscheidet zwischen Schock- und Entwicklungstrauma.
  • Um Traumatisierungen aufzulösen, braucht es kompetente therapeutische Unterstützung.

Dies ist nur ein kleiner Einblick in ein sehr komplexes Thema. Ich schreibe gerade ein Buch über das Thema Hochsensibilität und Trauma. Es wird Ende des Jahres erscheinen.

Des Weiteren werde ich ein entsprechendes Onlineseminar anbieten. Vielleicht haben Sie ja auch Interesse, noch mehr über das Thema zu erfahren.

Ich wünsche Ihnen alles, was sie für ein befriedigendes und glückliches Leben brauchen. Es ist nicht immer einfach, aber es ist machbar. Gönnen Sie sich Zeit.

Herzliche Grüße
Sandra Quedenbaum

Sandra Quedenbaum

Sandra Quedenbaum

Sandra Quedenbaum Coaching

Erzieherin
Sozialpädagogin
Heilpraktikerin für Psychotherapie.
NLP-Lehrtrainerin
Systemische Familienberaterin
Marte Meo Therapeutin
iEMDR Coach

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Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig