Die befreiende Macht der Wut

Von Monika Richrath

„Nach dem dritten Burnout und div. Autoimmunkrankheiten (chronische Herpesinfektion, Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche, HPU) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.“

16. Oktober 2016

Es ist wie ein Kick: Plötzlich wird mir kurz ganz heiß und dann schwemmt etwas durch meinen ganzen Körper, eine mitreißende, unendliche Welle, die meinen Adrenalinspiegel hochtreibt, elektrisiert und mich antreibt, jetzt sofort etwas zu unternehmen. Irgendwas, Hauptsache bewegen. Es ist wie ein kleiner Rausch, eine Befreiung, eine emotionale Reinigung im Schnellverfahren.

Als es das erste Mal geschah, wusste ich gar nicht, was los war und konnte mit all diesen rauschhaften Gefühlen gar nichts anfangen. Aber ich fühlte mich unendlich lebendig. Das war schön. Irgendwann dämmerte mir dann:

So fühlt sich Wut an!

Es ist im Grunde genommen sehr traurig, aber bis vor noch nicht allzu langer Zeit (1-2 Jahre) wusste ich weder wirklich, was Wut ist, noch wie sie sich anfühlt, oder wie herrlich dieses Gefühl von elektrisierender Lebendigkeit ist, das Wut mit sich bringt.

Wütend zu sein war verboten

Das hatte verschiedene Gründe. Zum einen fand ich die Wut anderer Menschen höchst bedrohlich, zum anderen habe ich, wie viele andere hochsensible Menschen, schon ganz früh damit begonnen, meine eigenen Gefühle einfach zu ignorieren. Im Blogbeitrag der letzten Woche hatte ich über die Graphic Novel Wer ist hier die Mutter? von Alison Bechedel geschrieben. Darin geht es um eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zu ihrer Mutter. Vieles davon hat ein Echo bei mir ausgelöst. Am nachhaltigsten hat mich die Feststellung getroffen, dass ihre Mutter es von ihr (Alison) brauchte, dass sie (Alison) die Mutter nicht braucht. Da Kinder sich bemühen, ihren Eltern zu helfen, hat Alison ihre Gefühle und Bedürfnisse ignoriert und unterdrückt, um diesem (unausgesprochenen) Anspruch möglichst gerecht zu werden. Ich habe ähnlich reagiert, um meine (alleinerziehende) Mutter (von fünf Kindern) zu entlasten (zumindest von mir). Was ich nicht wusste:

Wut lässt sich nicht auslöschen

negieren, ignorieren und auch nicht wirklich unterdrücken. Wut ist ein sehr mächtiges Gefühl. Sie lässt sich vielleicht transformieren in ein anderes, gesellschaftlich etwas akzeptierteres Gefühl, z. B. Traurigkeit. Sicher ist aber:

Nicht ausgelebte Wut richtet sich gegen uns selbst

Wut ist für den Körper Stress. Studien belegen, dass häufig unterdrückte Wut Krankheiten hervorrufen kann, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und das Risiko für Herzinfarkt steigen lässt. Manche Psychologen glauben, dass Essstörungen, Alkoholismus und Depressionen durch unterdrückte Wut ausgelöst werden.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Wut dem Organ Leber zugeordnet. Die Leber sorgt für den freien Energie- und Blutfluss im Körper. Wenn das s.g. Qi nicht mehr frei im Körper zirkulieren kann, wird unsere Kreativität blockiert und unser Wohlbefinden beeinträchtigt. Der Wissenschaftler Jean- Pierre Barral (der vom Times Magazin unter die 100 bedeutendsten Pioniere der Alternativmedizin des 20/21. Jahrhunderts gewählt wurde)  hat folgende Funktionsstörungen der Leber identifiziert:

  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Fettiges Haar, Schuppen, fahler Teint
  • Überempfindliche Haut
  • Weiße, belegte Zunge und Mundgeruch
  • (Übelriechender) Schweiß
  • Überempfindlicher Geruchssinn
  • Empfindliches Zahnfleisch
  • Gereizte Schleimhäute
  • Dunkler Urin
  • Körperliche Erschöpfung
  • Schlaflosigkeit/Wenig erholsamer Schlaf
  • Schwindel
  • Verdauungsprobleme
  • Geistige Erschöpfung
  • Sinkende Leistungsfähigkeit im Sport

Puh, eine ganz schön schreckliche Latte … Hellhörig geworden bin ich natürlich durch die verschiedenen Überempfindlichkeitssymptome. Vielleicht gibt es  hier eine Schnittstelle zur Hochsensibilität?

Die Leber ist das zentrale Organ unseres Stoffwechsels, hier wird nicht nur Galle produziert, sondern es werden auch Nahrungsbestandteile verwertet, abgebaut und ausgeschieden, ebenso wie Medikamente und Giftstoffe. Die Leber ist also unser Entgiftungsorgan. Die Leber ist aber auch ein Speicherorgan. (Darum wird davon abgeraten, zu häufig die Leber von Tieren zu verzehren, weil sich dort die Schadstoffe anreichern.) In der TCM wird die Leber einerseits als General angesehen, der die innere Ordnung von Körper und Seele aufrecht erhält, andererseits aber auch als „Mutter aller Emotionen“, die nicht nur Blut und Nährstoffe speichert und so für Vitalität sorgt, sondern auch alle vor- und nachgeburtlichen Ereignisse aufzeichnet. Sie kontrolliert die Sinnesorgane und reagiert empfindlich auf emotionale Belastungen, vor allen Dingen im Beziehungsbereich. Gefühle, Erfahrungen und Emotionen werden also auch durch die Leber entgiftet.

Falls Sie das zweifelhaft finden, probieren Sie doch einmal diese Übung für den Lebermeridian von Stefan Metzler aus Österreich eine Zeitlang aus. Sie werden feststellen, dass nicht nur die Verdauung viel besser funktioniert, sondern Sie für den eigenen Körper und dem, was Sie ihm zuführen, sehr viel aufmerksamer sind, auf allen Ebenen.

Es ist wichtig, dafür zu sorgen, dass wir Frust, Zorn und Ärger nicht in uns hineinfressen

Aber das ist leichter gesagt als getan. Wut ist kein gesellschaftlich akzeptiertes Gefühl. Vielleicht, weil wir Wut automatisch mit Schädigung einer anderen Person assoziieren. Heutzutage sogar noch weniger als früher, weil viele Menschen Wut aus spirituellen Gründen ablehnen oder uns von spirituellen Führern jedweder Couleur suggeriert wird, dass Wut und alle negativen Gefühle schlecht sind, die keineswegs ausgelebt werden dürfen. Wissen Sie was? Ich halte das für grundfalsch. Ich glaube:

Wir müssen unsere Wut spüren. Hochsensible Menschen ganz besonders

Eben weil viele von uns den Hang haben, sich selbst hintenanzustellen, unsere Bedürfnisse an denen anderer ausrichten, uns weniger wichtig nehmen als andere. Wut hilft uns, Grenzen zu ziehen und unser Revier abzustecken. Bis hierher und nicht weiter. Unsere Wut hilft nicht nur uns, uns selbst wichtiger zu nehmen, sondern auch anderen dabei, uns und unsere Bedürfnisse wichtiger zu nehmen.

Sie glauben gar nicht, wie toll und befreiend es für KlientInnen ist, wenn Sie in einer Coachingstunde bei mir mal so richtig schimpfen dürfen. Die meisten denken nicht einmal Schimpfworte … da ist einfach ein Loch, das ich aus eigener Erfahrung nur zu gut kenne. Mittlerweile habe ich aber in dieser Hinsicht eine sehr wertvolle Erfahrung gemacht:

Wut ist nicht gefährlich!

Wut ist zwar ein sehr heftiges Gefühl, aber wenn Sie sich erlauben, die Wut wahrzunehmen, anzunehmen und den Stress körperlich abzubauen, ist es schon gut. Im Idealfall sprechen Sie die Wut auch aus. Es ist aber nicht notwendig, oder förderlich, jemanden wirklich zu schlagen o. ä. Die Wut will einfach gesehen werden. Danach kann sie wieder gehen.

Wie kann man lernen, wütend zu sein?

Ich empfehle die EFT-Klopfakupressur. Durch das regelmäßige Klopfen wird man sanft und völlig unaufgeregt zu sich selbst und seinen Gefühlen zurückgeführt. Manchmal eben auch zu Wut. Falls Sie grundsätzlich nicht wütend werden können, wäre das eine Supergelegenheit, die Klopfakupressur mal auszuprobieren und einen entsprechenden Satz 14 Tage lang zu klopfen.

Ich bin immer noch nicht oft wütend. Aber wenn ich wütend bin, freue ich mich und genieße das belebende, reinigende Gefühl, das damit einhergeht.

Wie geht es Ihnen? Können Sie Wut spüren und Wut zeigen?  Ich freue mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

Bild: Dilanranjith via Pixabay

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

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Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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47 Kommentare

  1. Hallo Monika,
    danke für Deine E-Mail!
    Ich kann jeden Satz von Dir unterchreiben. Mit 18 J. habe ich nach einem Streit mit meinem Vater vor Wut meine Schlafzimmertüre zugeknnallt und mich eingeschlossen…..und…..die Türe auch nicht sofort auf sein Bitten hin wieder geöffnet.
    Das fand ich ganz schlimm und hatte ewige Zeit ein schlechtes Gewissen.
    Viel zu viele Jahre hatte auch ich ein „übernommenes“ Bild in mir, wie Frauen sein MÜSSEN!!!!!
    Männer durften immer schon „lospoltern“. Ihnen wurde es nachgesehen.
    Mit dem Satz: „schei nicht so“, hab (auch)ich mir ein schlechtes Gewissen einreden lassen.
    Stillschweigend, bis auf wenige Ausnahmen, habe ich immer alles gemacht/getan, was man von mir erwartet hat und mich durchs Leben gekämpft: „Augen zu und durch“ Zähne zusammenbeißen und durch“
    Erst jetzt weiß ich, das ich mehere Schockerlebnisse verdrängt/abgespalten hatte.
    Die beschriebenen (Krankheits-) Symtome kenne ich fast alle aus leidvoller Erfahrung.
    Als dann 2009 Jin Shin Jyutsu „zu mir kam“ , begann für mich ein „neuer Weg“, dem ich bis heute treu geblieben bin.
    Die EFT-Klopftechnik finde ich eine super Ergänzung, vor allem, das ich mich, auch wenn ich mal schreie, mich selber lieben und akzeptieren darf.
    Langsam verschwinden meine Schlafstörungen und ich komme wieder „in meine Kraft“. Vor allem, weil ich gelernt habe, Grenzen zu setzen! NEIN zu sagen!
    Mein Schreien hat mich bis jetzt vor Gallensteinen bewahrt, obwohl ich vom Thypus her dazu neige.
    Wohl aber hat meine Schilddrüse schon in jungen Jahren rebelliert und wurde vor 14 Jahren fast vollständig entfernt; und….die Autoimmunerkrankung: AKNE INVERSA hat mir viele OP`s beschert!
    Heute geht es mir recht gut und lebe viel bewußter meine Hochsensibilität und „schere mich nicht mehr um die Meinung Anderer!!!!!
    Liebe Grüße Gertrud

    Antworten
    • Vielen Dank Gertrud. Ich freue mich immer, wenn ein Post so gut ankommt 😉 Wut ist offenbar ein echtes Thema … mir haben schon einige Leute geschrieben, dass ihre Leberenergie ganz schön gelitten hat unter der mangelnden Fähigkeit, Wut wahrzunehmen und auszudrücken. Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  2. schade lb. Monika, das mein Komenntar bis jetzt der Einzigste ist. Daraus schußfolgere ich, das das Thema für viele scheinbar so SENSIBEL ist, das sonst keiner darüber öffendlich reden möchte.
    Die geballte Ladung Wut sehen/erleben wir ja täglich um uns herum. Da kann man leichter über die Anderen reden als über sich selbst.
    Viele Grüße Gertrud

    Übrigens: die Übung…en von Stefan Metzler habe ich mir ausgedruckt und werde einige ausprobieren!

    Antworten
    • Vielen Dank, Gertrud. Vielleicht liegt es daran, dass meine Position nicht sehr populär ist, heutzutage setzen ja viele Menschen alles daran, möglichst keine „negativen“ Gefühle zu entwickeln … und Wut per se als „böse“ betrachten … Das kann ja zum Glück jedeR halten, wie er/sie mag … ich jedenfalls heiße meine Wut jetzt immer willkommen 😉 Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  3. in der anfänglichen beschreibung habe ich mich voll wiedergefunden. 😀
    es ist auch erst ca. ein halbes jahr her und ich bin 36 jahre alt. da sagte jemand etwas zu mir und plötzlich spürte ich diese hitze im bauch, die explosionsartig expandieren wollte. da ich gar nicht wusste, was das ist, war ich erst einmal sehr überfordert mit der wahrnehmung und mit der energie und der frage, was ich damit machen sollte. ich kannte dieses gefühl nicht, ich deutete erst später, dass das wut war und wusste gar nicht, wie man das ausdrückt und bin auch sehr gehemmt es auszudrücken. aber es war großartig! 😀 so kraftvoll und lebendig, wie du es beschreibst.

    ich freue mich auf dieses gefühl. trotzdem ist es auch beim klopfen nicht so einfach, dafür die tore zu öffnen. es kombiniert sich mit sehr starker angst, bis schockgefühle. da gibt es noch viele verbote. nicht laut sein, die stimme darf nicht laut werden, der körper darf nicht strampeln usw.. eine echte herausforderung. 🙂

    ich habe aber auch erst vor ca. 3 monaten mit dem klopfen angefangen. bin sehr gespannt wie sich das alles so weiter entwickelt.

    danke für den beitrag!

    Antworten
    • Liebe Sophie,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Vielleicht kann es hilfreich sein, wenn du aus den einzelnen Verboten Klopfsätze machst … Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  4. Liebe Monika,

    danke für deinen Blog. Mensch, ich bin an sich erst seit ein paar Jahren auf dem Weg, mich und meine Gefühle überhaupt mal wahrzunehmen. Früher hatte ich keine Ahnung darüber und funktionierte nach Vorstellungen meiner Mitmenschen. Bis meine gesundheitliche Lage mich dazu brachte, hinzuschauen. Zu hinterfragen. Ein langer Weg, der mich nach und nach auch zur Wut brachte. Mein Kopf weiß nun, wie wichtig es ist, jedes aufkommende Gefühl da sein zu lassen und zu durchfühlen. Aber in jeder Zelle ist es noch nicht wirklich angekommen. Gerade wurde mir bewusst, dass ich heute morgen meinen kleinen Sohn davon abgehalten habe, wütend sein zu dürfen. :((( Schrecklich, wie stark die erlernten Glaubenssätze (Konditionierung) sind… Ich kenne mich mit EFT noch gar nicht aus, noch nie von gehört… Bin gespannt, wie das geht. 🙂 Lässt sie sich auch bei Kindern einsetzen?

    LG Tatjana

    Antworten
    • Vielen Dank, Tatjana, ja, es ist ein langer Weg :-/

      Auf jeden Fall kann man auch mit Kindern klopfen. Schau Dir doch bitte mal meinen aktuellen Blogbeitrag dieser Woche an. Da habe ich ein EFT-Buch für Kinder rezensiert. Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  5. Das ist hoch interessant. Ich bin sehr erstaunt über Ihre Erfahrungen, bisher das Gefühl von Wut gar nicht gekannt zu haben. Das ist für mich schwer vorstellbar, da mich Wut schon immer begleitet hat und noch ein sehr großes Thema für mich ist.
    Ich habe schon als Kind häufig Wut gefühlt, vor allem über Ungerechtigkeit (nicht nur) mir gegenüber. Unterdrücken musste ich sie aber auch ständig und durfte sie nicht zeigen. Immer bekam ich Sätze zu hören wie „sei lieb“ oder „mach die Faust in der Tasche und sag bloß nichts!“

    Ich denke, dass Wut für HSP eigentlich gar nichts ungewöhnliches ist. Denn wir spüren doch solche Sachen wie Ungerechtigkeit und Missstände sehr deutlich, bei mir auch oft verbunden mit völliger Hilflosigkeit, weil ich meistens nichts dagegen ausrichten kann.
    Mich packt die Wut bei so vielen Alltagsdingen, vor allem im Auto, wenn mir wieder mal jemand auf der Stoßstange hängt oder mir halb auf meiner Spur entgegenkommt usw. usw…. Und ich weiß dann immer nicht wohin damit und hab manchmal das Gefühl, schier platzen zu müssen. 🙁 Ich merke zunehmend, dass mir dieses ewige wütend-werden überhaupt nicht gut tut und will auch endlich daran arbeiten.

    Die in Stefan Metzlers Übungsseite aufgeführten Symptome habe ich tatsächlich alle, kaum zu fassen. Ich wusste zwar, dass ich u.a. ein Leberproblem habe – aber das hier so zu lesen gibt mir gleich wieder neue Impulse.
    DANKE für diesen Beitrag! 🙂

    Antworten
    • Vielen Dank, Martina! Meine Erfahrung aus meinen Seminaren und Coachings mit KlientInnen ist, dass Wut wirklich ein Superproblem ist, weil viele sich überhaupt nicht trauen, Wut überhaupt wahrzunehmen! Ich glaube, das schließt Wut über Ungerechtigkeit trotzdem nicht aus … vielleicht, weil man sich da emotional und gedanklich eher für andere einsetzt als sich selbst? Die Idee kam mir gerade …

      Herzliche Grüße, Monika

      Antworten
  6. Liebe Monika,
    dein Artikel berührt mich sehr. Ich kann meine Wut ganz oft nicht leben. Zu oft kenne ich die dahinter liegenden Beweggründe anderer Menschen, die mich verletzen, sodaß ich meine Wut zurückhalte, in der Annahme sonst nur Öl ins Feuer zu gießen. Es macht für mich keinen Sinn, mit meiner eigenen Wut neue Verletzungen zu erzeugen.
    Allerdings schwappt dann oft eine Traurigkeit über mich, die mich am eigenen Leben hindert, ich mich zurückziehe und in Hoffnungslosigkeit versinke.
    Du schreibst, Traurigkeit ist oft getarnte Wut. Da ist bestimmt etwas dran. Doch wie kann ich meine Wut leben, ohne weiteren Schaden anzurichten?
    Gruß von einer seeehr nachdenklichen Margarete

    Antworten
    • Vielen Dank, liebe Margarete. Ich habe in der Zwischenzeit viel darüber nachgedacht, wie es eigentlich gekommen ist, dass ich jetzt einen Zugang zu meiner Wut bekommen habe. Ich denke, das Singen hat mir dabei sehr geholfen. Dadurch haben sich offenbar verschiedene Kanäle geöffnet, ziemlich schnell habe ich gemerkt, dass ich jetzt einfach den Mund aufmachen kann und es kommt etwas heraus und manchmal weiß ich vorher nicht, was. Ich habe aufgehört, mich selbst zu zensieren. Die Wut kam dann ganz automatisch hinterher.

      Du schreibst, es macht für dich keinen Sinn, mit deiner Wut neue Verletzungen zu erzeugen. Aber macht es Sinn, dass du damit dich selbst verletzt? Oder dass andere Menschen dir ihre Wut auch einfach so zumuten? Letzten Endes geht es zunächst einmal darum, die eigene Wut wahrzunehmen. Alles andere kommt später … Ich finde jedenfalls, dass Wut sich weit weniger schrecklich anfühlt als die Angst vor der Wut …

      Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  7. Liebe Monika,

    ich muss mich noch mal für das Thema bedanken. Mich beschäftigt das jetzt schon seit ein paar Tagen, und ich denke es ist wohl grad wichtig mich damit zu beschäftigen.
    Und mir ist noch etwas wesentliches dazu eingefallen, auch weil es gerade aktuell ist und ich aus diversen Gründen eine Art leise, schwelende Wut auf jemanden empfinde.
    Ich weiß nicht wie es bei anderen aussieht, aber bei mir ist das so:
    ich verstecke meine Wut nicht aus „Nettigkeit“ heraus, um den anderen nicht zu verletzen oder vor den Kopf zu stoßen. Nee.
    Ich will nicht ihn schonen. Sondern ich lasse die Wut nicht raus aus Angst davor, verlassen und nicht mehr „lieb gehabt“ zu werden!
    Ich würde ihm so gerne mal die Leviten lesen und ihm an den Kopf pfeffern, wie satt ich seine Lügen habe. Aber ich hab einfach nur Angst davor, seine Freundschaft zu verlieren. So einfach ist das. 🙁
    Und ich vermute, nein, ich weiß, dass das frühe Kindheitserfahrungen sind. Bist du nicht brav, dann hat dich der Papa/die Mama nicht mehr lieb. Du wirst ignoriert und erst wieder beachtet, wenn du „normal“ geworden bist.

    Ja, klingt nach Küchenpsychologie, aber ich bin mir sicher, dass es da seine Ursache hat. Denn so in der Art ist das bei uns immer gelaufen, und sicher bei vielen anderen Familien auch. Uns wurde regelrecht abtrainiert, eigene Gefühle, vor allem aber Wut und Aufbegehren, zuzulassen. Die einen werden sich vielleicht komplett vom fühlen „verbotener“ Gefühle verabschiedet haben, andere haben sie zwar gespürt, aber ewig mit aller Kraft den Deckel drauf gehalten, damit ja nichts an die Oberfläche kommt.

    Muss ich mich noch darüber wundern, Autoimmun- und weitere Krankheiten entwickelt zu haben …?!? 🙁

    Liebe Grüße
    Martina

    Antworten
    • Liebe Martina, ich finde nicht, dass das nach Küchenpsychologie klingt. So wird es vermutlich sein – bei mir ist es auch so :-/ gewesen. Diverse Autoimmunerkrankungen habe ich übrigens auch :-/

      Liebe Grüße, Monika
      P. S. Ich mag sehr den Spruch „Man ist nie zu alt für eine glückliche Kindheit“ 😉

      Antworten
  8. Hallo Monika, mich läßt das Thema Wut auch noch nicht los. Ich schaue jeden Tag gespannt nach, ob noch neue Beiträge kommen…..
    Schon seit 2 Jahren „kocht“ immer wieder Wut in mir hoch, wenn die Sprache auf eine bestimmte Person kommt oder ich durch irgendwelche Umstände daran denke/kombiniere.
    Diese Person hat es(wieder mal) GESCHAFFT, mir mit einer verbalen Drohung ein schlechtes Gewissen einzureden und hat dann kurz darauf den irdischen Lebensweg „verlassen“, onhe Ausspache.
    Da ja bekannt ist, das HSP`s nicht vergessen können und alles „bei Bedarf “ wiederkeuen, brauche ich viel länger, die Wut zu tranformieren. Ich will sie aber nicht mehr in Trauer umwandeln.
    Allso…..klopfen, klopfen, klopfen…..schreien, schreien, schreien……dürfen…und mich trotzdem lieben
    Liebe Grüße Gertrud

    Antworten
    • Liebe Gertrud, vielen Dank. Mir fällt spontan etwas ein: Hast du schon einmal probiert, dieser Person einen Brief zu schreiben und den Brief dann verbrannt – um die Aussprache zumindest deinerseits nachzuholen?

      Liebe Grüße,
      Monika

      Antworten
  9. Liebe Monika,
    ah, danke, danke danke, für Deine Anregung!!!! In meiner Blockade habe ich genau daran nicht gedacht, obwohl mir die „Thechnik“ nicht fremd ist.
    Da ich durch ein Jenseitsmedium schon viele Botschaften von Verstorbenen erhalten habe, wollte ich mich auch diesbezüglich an das Medium wenden.
    Obwohl für mich die Einstellung gilt: „NUR DIE WAHRHEIIT MACHT MICH FREI“, wäge ich immer noch ab: finaziell und durch die (tiefsitzende) Angst vor der „Antwort“, diese Frau zu kontaktieren oder doch einen anderen Weg zu gehen.
    Vielleicht soll ich noch genauer auf dieses Thema schauen und ich habe da „einen blinden Fleck“!
    Liebe Grüße Gertrud

    Antworten
    • Vielen Dank, Gertrud. Mir ist die Methode mit dem Brief eingefallen, weil es ein guter Weg ist, zumindest deine Gefühle dorthin zu bringen, wo sie hingehören …

      Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  10. Hallo,
    das ist ein spannendes Thema, wenn auch das hier Geschilderte für mich sehr schwer nachvollziehbar ist. Ich habe das gegenteilige Problem: Ich kann meine Wut schlecht kontrollieren und ecke damit häufig an. Darunter leide ich schon mein ganzes Leben lang.
    Eine Erfahrung hat mich aber ein Stück weit von den Selbstzweifeln befreit: Jemand sagte mir, dass das nicht allein mein Problem sei, sondern dass das von der Gesellschaft, in der man lebt, abhängt. „In Italien würde man sagen, du hast Temperament!“ Nur ein Satz, und der hat so viel für mich geändert…
    Heute empfinde ich Menschen, die kein lautes Wort vertragen und sich lieber total verbiegen, als einen Konflikt zu riskieren, als pathologisch harmoniebedürftig. Und lerne immer noch was dazu: Vor ein paar Tagen ist mir klar geworden, dass die vielen Schimpfwörter, die ich vom Stapel lasse, wenn ich allein bin und für die ich mich immer geschämt habe, einfach ein Ventil sind und total nützlich, denn weil es kein anderer mitbekommt, tut’s auch keinem weh!

    Antworten
    • Vielen Dank, Andrea. Ich kann mir gut vorstellen, dass das auch nicht so einfach ist … Herzliche Grüße, Monika

      Antworten
      • Heißt das, dass du „privat“ dir alles mögliche von der Seele fluchst einfach nur um Dampf abzulassen? Ich führe ein Video Tagebuch wo ich alles rauslasse aber ich fühle mich manchmal schlecht, weil diese Video Einträge so negativ sind.

        Antworten
        • Ich selbst fluche tatsächlich gar nicht so oft, aber ich lasse meine KlientInnen fluchen und es ist immer wunderschön zu sehen, welche Erleichterung das bringt …

          Antworten
  11. Ich war vor kurzem in REHA und in der Gruppentherapie ging es um die eigene Geschichte… Der Therapeut stiftet die Menschen dazu an über ein belastendes Ereignis zu reden und die Emotionen klar auszusprechen.

    In der vorletzten Woche war ich dann an der Reihe und es ging über ein Trauma das ich mal erlebt habe. Vor 15 Jahren ungefähr.
    Ich fing dann an über mich zu erzählen, ohne zu wissen das die Geschichte um ein Trauma handelte, fing klein an und der Therapeut leitete mich durch die Geschichte, fragte nach und sorgte dafür, dass ich meine Perspektive verändere, sodass ich richtig wütend wurde. Äußerlich war ich ganz ruhig, aber innerlich war ich heftig am kochen…

    Er merkte, dass ich bereit war zu überkochen, dass ich die Wut rauslassen wollte und beendete seine Worte mit: „Lassen sie es einfach raus“

    Ich wusste nicht wie, aber die Wut in meiner Magengegend war kurz vorm Überkochen… hätte ich es weiter unterdrückt, wäre mein Kopf wie eine Glühbirne geplatzt XD
    Ich ballte dann meine Fäuste und spannte den gesamten Arm an und zog die zu meinem Körper und fing an zu schreien… So laut ich konnte…

    Es war einfach unglaublich! Ich fühlte mich richtig lebendig! Wie lange nicht mehr und da merkte ich wie tot ich in Wirklichkeit war. Die Energie strömte nur so durch meinen Körper und ich fing zu schwitzen an… Ich war so Glücklich wie lange nicht mehr und wie es bei mir so ist, versuchte ich auch dieses Gefühl zu unterdrücken.
    Es war einfach… Pure Energie! Energie die ausreicht, alle psychischen Probleme zu lösen und selbst eine Persönlichkeitsstörung zu beseitigen!

    Aber leider kann man diese Energie nicht selbstständig entfesseln, weil man jemanden braucht der einem die Emotionen spiegelt.
    Ich hatte am folgenden Tag keine Schlafstörungen und war am morgen hell wach… Leider hielt der Effekt nicht lang, weil es noch soviel zu beseitigen gibt.

    Es hat sich gelohnt! Ich unterdrücke keines meiner Emotionen mehr 🙂

    Antworten
    • Wow, Patrick, vielen Dank für das Teilen dieser Geschichte. Der erste Schritt ist gemacht! Es lohnt sich immer 🙂 Herzliche Grüße, Monika

      Antworten
  12. Ich habe kein Problem damit in Wut zu geraten. Ganz im Gegenteil: es gibt Trigger, die mich zu einem Wutzwerg mutieren lassen. Jedoch fühle ich mich dabei hilflos. Ich kann mich bewusst wütend triggern und ich kann dafür sorgen, die Trigger zu vermeiden. Schwierig wird es wenn die Trigger-Momente mich „kalt erwischen“ oder ich weiß, dass sie kommen könnten (drohendes Monster). Meistens tauchen die Trigger in langjährigen Beziehungsdynamiken auf wenn Sie gepaart mit einer Ungerechtigkeit sind.
    Ich habe Wut noch nie als etwas Schönes betrachtet, etwas Elektrisierendes, etwas Lebendiges. Aber es stimmt total! Es ist genau so. Bis jetzt hat mich meine Wut verzweifelt, weil ich immer noch daran arbeite, wie ich damit umgehe. Denn die Herausforderung ist nicht nur das komplette Abtraben der Wut sondern auch, dass ich während der Wut nicht in den defensiven Modus verfalle. Die Wut ist wie ein High und wie ich die Situation handle ist dann nachträglich meist ein langanhaltendes Low. Mein Umfeld kann mit dem Thema wenig anfangen, da sie noch relativ unaufgeklärt durchs Leben marschieren. So kommen oft Tipps und Ratschläge, die mir a) nicht helfen und b) mich noch mehr frustrieren. Denn oft nehme ich defensiv den Unterton „es liegt an dir“ wahr. Und das hinterlässt bei mir die folgenden Gefühle: Klein, erschöpft, hilflos, unsicher, zweifelnd – und das mag ich nicht!
    Deshalb hier meine Herangehensweise (sie wird täglich ausgebaut und erweitert 🙂 ): Ich kann etwas tun! Denn das Beste, was ich für mich erreichen kann, ist, dass ich mich aus der jeweiligen „Emotions-Sackgasse“ rausmanövriere in dem ich ins Handeln komme.
    Bewegung hilft (abtraben) um die erste Wut loszuwerden. Damit einher geht das wortwörtlich Wunschdenken: „Ich habe den Eindruck, dass…. Für die Zukunft wünsche ich mir….“. Egal wie wütend ich bin, ich versuche nur diese Formulierung zu nutzen, egal wie Banane das mein Gegenüber findet. (Sorgt dafür, dass ich mich danach nicht schlecht fühle weil ich während der Wu schon konstruktiv war. Wütend-konstruktiv, aber immerhin konstruktiv!
    Mir konkret zu überlegen, was ich mir eigentlich tatsächlich für die Zukunft in genau dieser Situation wünsche, hilft mir ungemein mich zu zentrieren und ins vorwärtsdenkene Handeln zu kommen. Mein Umfeld irriertiert dieses „Wunschorientierte Denken“. Sie kategorisieren es als pseudo psychotherapeutischen oder esotherischen Humbug. (was mich wiederum ärgert, da es unfair und unreflektiert ist).
    Der Dritte Teil besteht darin zur Ruhe zu kommen zu reflektieren wie ich es gemacht habe, mich zu loben und „in den Arm zu nehmen“, den Psychologischen Erstehilfekasten rauszuholen, und mich vielleicht ein wenig zu verwöhnen.
    Denn der Umgang damit ist für mich eine große Herausforderung. Durch das probieren bin ich mir selber näher gekommen und bin darüber unendlich dankbar und erleichtert.
    Wunsch an die Redaktion: Ich selber bestücke meinen psychologischen Ersthilfekasten kontinuierlich weiter und es würde mich sehr interessieren, darüber einen Artikel von Ihnen zu lesen und vor allem auch die Tipps und Tricks der anderen zu erfahren. Wäre das nicht etwas für ihre Webseite?

    Antworten
    • Vielen Dank, liebe Sophie! Das ist nun die andere Seite der Medaille. Die meisten hochsensiblen Menschen, die ich kenne, haben riesige Schwierigkeiten damit, Wut überhaupt zuzulassen und auch nur mal ansatzweise auszuleben … So, wie Sie Ihre Wut beschreiben, könnte ich mir schon vorstellen, dass es da noch viele Möglichkeiten gibt, leichter damit umzugehen. Als Klopfcoach lege ich Ihnen dazu natürlich gerne die Klopfakupressur ans Herz … Herzliche Grüße, Monika Richrath

      Antworten
      • Liebe Frau Richrath, ja das habe ich auch gemerkt als ich die Kommentare gelesen habe. Das Wut-äußern etwas schwieriges sein kann war mir gar nicht bewusst. Das ist eine für mich total spannende Perspektive und ich verstehe jetzt ein paar meiner hochsensiblen Freunde sehr viel besser. Somit ein großes Dankeschön an Sie für den Artikel. Das Klopfthema ist mir auch neu, das schaue ich mir sehr gerne genauer an!

        Antworten
  13. Hallo Monika,

    Deinen Text finde ich sehr interessant. Ich gehöre auch eher zu den Menschen, die sagen, dass man seinen Gefühlen – ob schlecht oder gut – Raum geben sollte.

    Ich war als Kind schon oft sehr wütend und konnte damit gar nicht umgehen. In meiner Familie war das verpönt – also habe ich die Wut unterdrückt. Sie kam wieder in meiner Jugend. Damals habe ich sehr viele Sachen in meiner Wut kaputt geschlagen. Ich habe die Wut dann wieder unterdrückt, weil ich von mir erwartete, die ‚Ausbrüche‘ unter Kontrolle bringen zu müssen.
    Seitdem war meine Wut verschwunden. Allein in meinen Beziehungen kam sie leider in aller Wucht zum Ausdruck.

    Heute versuche ich wieder ‚Kontakt‘ zu meiner Wut aufzunehmen. Vor allem spüre ich des öfteren, die Wut, die ich als Kind hatte, die dadurch entstanden ist, dass ich mich unfair behandelt fühlte und in Situationen kam, die mir Unrecht taten. Ich glaube, dass es wichtig ist, sich mit diesen vergessenen Gefühlen auseinander zu setzen, denn ich vermute, dass viele depressive Verstimmungen oder das Gefühl der ‚Ohnmacht‘ mit der unterdrückten Wut zusammenhängen.

    Liebe Grüße,
    Yvonne

    Antworten
    • Vielen Dank, liebe Yvonne, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Ich bin 100 % einverstanden, mit dem, was du sagst und habe dem nichts hinzuzufügen 😉 Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  14. Liebe Monika,

    Danke für diesen Beitrag. Es ist genau das, was ich heute gebraucht habe.
    Ich hatte heute so eine Situation, die etwas Vorgeschichte bedarf, aber ich versuchsdenke kurz zu fassen.
    Ein bekannter meines Freundes, mit dem ich mich alles andere als gut verstehe (er hält mich für falsch, heimtückisch, bin nicht gut für meinen Freund) stand heute morgen vor unserer Tür und ist einfach reingekommen, hat mich nicht mal gegrüßt. mein Freund war total überrumpelt, seit dem er mich schlecht macht, haben sie auch eigentlich keinen kontakt miteinander. Das beste ist, dass er nicht mal den mut hat mir ins Gesicht zu sagen was er mir unterstellt.
    Als er dann heute da war hielt ich es nicht mehr aus und habe ihn darauf angesprochen. Er sagte nur das er mit unsympathischen leuten nicht spricht und will das mein Freund mit ihm raus geht, einen trinken. Aber mein Freund wollte nicht und erdie versucht ihn weiter zu überreden. Also forder ich ihn auf die wohnung zu verlassen. Natürlich hört er nicht auf mich und sagt er spricht mit meinem freund nicht mit mir. Während dieser Zeit habe ich schon das Gefühl hochsteigen gespürt. Es war so stark, dass ich gezittert habehaben und in dem moment als er die wohnung nach mehrmaligem auffordern, nicht verlassen wollte, hab ich die wut einfach zugelassen. Ich habe begonnen ihn zu provozieren, zu beleidigen und ihm meine Meinung ins Gesicht zu brüllen. Ich bin so geladen gewesen, dass ich ihm schon die glasflasche, die auf dem Tisch stand übern sSchädel ziehen wollte, habe aber dann nach der spritzflasche daneben gegriffen und ihm wasser ins gesicht gespritzt. Dann hab ich ihn geschubst und gegen die schulter geboxt. Ich habe schon zum schlag ins Gesicht ausgehohlt, aber dann hat sich mein freund schon dazwischen gestellt und ich habe das gesicht verfehlt. Aber diese Aktion hat seine wirkung nicht verfehlt und unter weiteren Beschimpfungen habe ich ihn aus der wohnung vertrieben.
    Grundsätzlich bin ich kein freund von gewalt und bin eher der ruhige, sensible typ, der alles in sich rein frisst, aber dieser Ausbruch hat sich verdammt befreiend angefühlt. Vorallem, da sich die Emotionen seit Monaten angestaut haben.
    Danach hatte ich aber einen kleinen Zusammenbruch, ich war zittrig und musste weinen. Vielleicht aus wut? Ich kanns mir nur schwer erklären. Ich habe Depressionen und mache mir auch häufig Gedanken darum, was andere von mir denken. Für ihn bin ich jetzt eine agressive psychopatin. Andererseits habe ich ihm die grenze gezeigt und hoffe, dass er sich nun fern hält. Ich fühle mich ein bisschen wie ein Tier. Wir haben uns angebellt wie zwei hunde, die um ihr Territorium streiten und als ich angegriffen habe, hat er den schwanz eingezogen und ist gegangen. Ich habe erreicht was ich wollte, vielleicht war die Vorgehensweise eher primitiv, aber manche Leute verstehen keine andere Sprache.
    Ich hoffe ich bin jetzt kein schlechter mensch dadurch, und bitte verurteilt mich nicht. Ich weiß, dass es gesellschaftlich nicht akzeptabel ist, sich so zu verhalten.
    Danke, fürs lesen und für den Blog. Er hat mich nach dieser situation wieder aufgebaut.
    Liebe grüße, anonym

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    • Hallo, was du zeigst, zeigt eigentlich vor allem, wie wichtig es ist, seine Gefühle beizeiten auszudrücken, bevor sie so entgleisen können …Herzliche Grüße, Monika

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  15. Sehr guter Beitrag.
    stimmt haargenauso wie ich es auch sehe.

    Bei mir treffen noch imense Rückenprobleme am Lendenwirbel und einer Blockade am Nacken auf der ganz steif wurde. Ich war in einer Schon haltung.
    In letzter Zeit…erlebe ich auch eine geistige erschöpfung weil man mir den mund verbietet.
    ich kann es nur auf eine weise kanaliesieren und das schon mein Leben lang.
    In letzter Zeit unterdrückt ,unterjocht und man macht mich mundtot.
    Näheres privates will ich nicht erzählen aber..
    leider weiss ich nicht wie ich damit umgehen soll.
    ich merke selber das ich mich etwas gehen lasse, nicht gesund esse und nur noch ans schlafen denke.
    Ist es den verkehrt?Soll ich wirklich eine Pause von allem legen?
    Momentan ist mein Herz ziemlich weit auf Reisen und bin ziemlich erschöpft deswegen..

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    • Hallo, probiere es doch mal mit dem Klopfen aus. Das hilft, zu den Gefühlen zurückzukommen. Herzliche Grüße, Monika

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  16. Der Beitrag ist eine Weile her, aber für mich gerade sehr aktuell. Einerseits habe ich versucht, mich mit dem Buddhismus auseinanderzusetzen und bin genau an dem Punkt, etwas zu akzeptieren, nicht weitergekommen. Wie so oft, lasse ich diesen Punkt einfach aus, wenn ich meditieren will, dann tue ich es einfach, wenn ich nicht wütend bin und denke nicht weiter darüber nach. Wie du schreibst, Wut aus spirituellen Gründen abzulehnen, ist nicht der richtige Weg. Ich wünschte, es gäbe mehr Kritik dazu.

    Andererseits habe ich oft das Gefühl, wütend zu sein sei nicht in Ordnung, was mich in ein Dilemma bringt, denn ich finde durchaus, dass ich ausdrücken darf, was nicht passt. Während ich den ersten Teil des Problems vorläufig gelöst habe und mich freue zu lesen, dass auch andere damit kämpfen, ist Teil 2 mein aktuelles Thema. Ich bin immer wieder überrascht, was sich als die eigentliche Herausforderung herausstellt.

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    • Liebe Anna, ja, das ist eine große Herausforderung, zu lernen, dass es in Ordnung ist wütend zu sein und überhaupt anderen Menschen unsere Gefühle zuzumuten. Aber: die muten uns ihre Gefühle ja auch zu. Pausenlos. Und sie fragen vorher nicht … Liebe Grüße, Monika

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  17. Hallo,
    in manchen Gegenden ist Wut weniger wohlgelitten als in anderen.
    Es betrifft allerdings keineswegs nur Frauen, und Männer dürfen eher weniger als Frauen dieses Gefühl zeigen. Das ist meine Erfahrung und die meiner Angehörigen. Ich meine damit, dass man von Nachbarinnen denunziert und jede Regung gemeinschaftlich protokolliert und das dann an die Wohnungsvermietungsgesellschaft und so weiter gestreut wird, mit dem Ergebnis dass alle von einer Partei fast aus der Wohnung geflogen wären etc. Die Frauen sind halt am Drücker, also die Wut ausleben, aber sich bewusst sein, dass das heute direkte Folgen für die hat, an denen man seine wut gegebenenfalls auslässt. (Meinen bin ich seitdem auch los).

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    • Hallo, es geht nicht darum, dass man seine Wut auslebt oder sie an anderen auslässt, sondern es geht darum, seine Wut zu SPÜREN und was das mit einem macht und daraus die Konsequenzen zu ziehen … Herzliche Grüße, Monika Richrath

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  18. Ich bin oft sehr verzweifelt da ich meine Wut Aggression und Migräne nicht steuern kann. Ich bin wütend vor lauter Schmerz körperlich wie auch seelisch da viele Verletzungen in der Vergangenheit passiert sind. Möglicherweise ist die Migräne eine Vererbung da meine Oma ja auch sehr daran gelitten hatte! Es ist sehr schwer mit diesem Leid zu leben dass ich manchmal echt ans Sterben denke – Möchte wieder in meine Lebensfreude zurück kommen!

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    • Liebe Sigi, hast du dich schon einmal mit dem Buch „mediale Medizin“ beschäftigt? Chronische Eppstein-Barr-Infektionen können auch chronische Migräne auslösen. Herzliche Grüße, Monika

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      • Danke für die Buch Empfehlungen!

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        • Gerne! Herzliche Grüße, Monika

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  19. Hallo,

    früher konnte ich Wut überhaupt nicht spüren. Geschweige denn es rauslassen, wenn mich jemand anfuhr und meine Hände zu zittern begannen.
    Das war auch immer ein zentraler Aspekt meiner Therapie. Mir zu erlauben mich zu wehren.
    Ein Mal gab es dann eine Stuation in welcher ein Mann mich anpöbelte. Ständig sprach er mich mit „Du“ an. Und obwohl ich ihn mehrfach darauf hinwies, dass wir uns nicht kennen und er mich mit „Sie “ ansprechen möge, genauso wie ich ihn (denn wir beide waren erwachsene Menschen und keine Jugendlichen), meinte er nur, er spräche mit mir so wie er wolle.
    In diesem Moment rauschte die Wut geradezu durch mich. Ich sah nur noch rot, brüllte ihn an und ging fast auf ihn los. Ein Freund, welcher dabei war, hielt mich zurück. Scheinbar war der Kerl von mir so erschrocken, dass er die Flucht ergriff. Und fortan, wenn wir einander begegneten, die Distanz suchte.
    Ab diesem Moment ist mein Wutempfinden von es überhaupt nicht fühlen können, ins andere Extrem übergegangen.

    Seiner Wut Luft zu machen kann dennoch sehr befreiend sein. Vor allen Dingen, weil viele dazu neigen es über Jahre hinunter zu schlucken. Dabei ist es ein Gefühl wie viele andere auch, die eben zur menschlichen Natur gehören.

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  20. Ich bin erstaunt, wie vielen es genauso es wie mir. Ich habe mit 33 Jahren erst gelernt, Wut richtig zu spüren (dank einer Psychotherapie). Ein verdammt schwieriger Weg, dieses Gefühl kommen zu lassen und es wieder einfach gehen zu lassen bzw. dem Ausdruck zu verleihen….Vielen Dank an alle Beiträge und für diesen schönen Text Monika

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  21. Danke für diesen Austausch! Bei mir ist es so, dass ich trotz enormer Hochempfindlichkeit immer schon meinen Mund aufgemacht habe bei Wut. Als Kind gabs dafür schmerzhafte „Kopfnüsse“ von den Eltern, weggeschlossen werden etc. damit ich still bin.
    Später als Erwachsene bis kürzlich (bin 52 Jahre alt) habe ich mir von niemandem etwas gefallen lassen ohne meine Wut unmissverständlich nach Außen zu lassen, sobald mir „Unrecht“ geschah. Meine Wut bei z.B. Tierrechtsverletzungen fühlt sich aber anders an, viel schmerzhafter. Bei Themen die mich direkt betreffen, spüre ich kaum den Schmerz dahinter, sondern werde zur Kampfmaschine, die garantiert das letzte Wort hat und die am Ende gewinnt (z.B. bei unberechtigter Mieterhöhung etc.).

    So war es immer bis zur Wende vor einigen Monaten. Bei einem sehr langwierigen Streit (über 3 Jahre heftigste Streiterei) mit meinem spirituellen Lehrer, eskalierte meine Wut dermaßen, dass ich einen Herzinfarkt bekam und nur eine Notoperation am Herzen mein Leben retten konnte Ich forderte vergebens all die Jahre von diesem Lehrer eine Entschuldigung dafür, dass er in meiner Abwesenheit alle Gruppenteilnehmer einer schamansichen Ausbildung aufforderte, zu sagen, was sie an mir nicht mögen und wie sie mich finden (weil ich ihn offen in dieser Gruppe kritisiert hatte). Manche nahmen diese Einladug an und zogen voller Freude böse über mich her, andere jedoch waren empört und verließen die Gruppe und erzählten mir davon.
    Deshalb forderte ich jahrelang dass dieser Lehrer sich dafür bei mir entschuldigt und am Besten sogar diese Entschuldigung an alle damaligen Gruppenteilnehmer weiterleitet. Er aber verweigerte dies. Also bin ich mit Anmeldung hin und forderte, dass er meine Klientendaten vor meinen Augen löscht. Aber er sagte dann, dass er nun einen Anwalt einschaltet um mich loszuwerden und ließ mich nicht vor seinen PC. Ich platzte vor Wut und bekam diesen Herzinfarkt.

    Erst als ich fast gestorben wäre, erfuhr er über einen gemeinsamenn Freund davon, dass ich in der Uniklinik liege und bat diesen Freund zwischen uns zu vermitteln. Doch da mein Herz 5 Stunden nicht schlug und ich künstlich beatmet wurde, machte ich sensationelle spirituelle Erfahrungen und war plötzlich voller Liebe und konnte loslassen. Auch den Kontakt zu ihm loslassen in Liebe und dem Vermittler liebevoll sagen, dass sich jetzt alles aufgelöst hat und er gar nichts unternehmen muss.
    Fazit: In meinem Fall war meine riesige Wut nicht gut für mich, sondern hätte mich getötet, wenn nicht die Ärzte durch einen brutalen Eingriff mein Leben gerettet hätten. Seitdem trage ich viele große Narben am Körper die mich daran erinnern, dass jede Wut nach Außen auch immer mich selbst verletzt.

    Erst heute schätze ich den Frieden und muss nicht mehr überall mich wehren (z.B. wenn an der Kasse jemand ohne Blickkontakt sich vor mich drängt etc.). Da es für mich eine Todeserfahrung war, ist es für mich wichtig hier klarzustellen, dass im Moment der Todesgefahr wir plötzlich trotz dieser Angst einfach unfassbar viel Liebe plötzlich in uns spüren und wir ganz klar erkennen, dass wir tatsächlich „unsere Feinde in Wirklichkeit lieben“. Ich habe daraus gelernt, dass Menschen auf die ich wütend bin, einfach nur mein Altes triggern, weshalb ich diese Leute im Hier und Jetzt einfach loslassen kann und die Zeit sinnvoller nutze, indem ich meinen Schmerz akzeptiere, reinlasse, zuordne in die Kindheit. Mein Schmerz ist all mein Reichtum heute. Denn er ist meine Stärke.

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    • Wow, Angela was für eine Geschichte. Vielen Dank fürs Teilen! Und ja, unser Schmerz zeigt uns, wo es langgeht. Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  22. Liebe Monika .. vielen lieben Dank für deinen tollen Artikel.. ich habe nach 43 Lebensjahren nach dem Tod meiner Mutter vor neun Monaten ENDLICH meine Wut spüren können. Ich bin sehr dankbar für die Energie, die mir meine Wut gibt. Die letzten dreißig Jahre meines Lebens bin ich zwischen Manien und Depressionen hin- und hergependelt und habe viele Facetten dieser Erkrankung überlebt, dafür sehr viel Geld, Respekt vor mir selber und Freunde verloren. Die Manien waren die einzigen Phasen in meinem Leben, in denen ich lebendig sein konnte. Das bin ich jetzt dank meiner Wut auch, leider ist dieses Gefühl im Moment so mächtig, dass ich mit dem Zuviel an Energie im Moment mir und meinem Umfeld eher schade. Ich bin sehr unbeherrscht. Ich weiß, dass ich meine Wut brauche, um meine Grenzen aufzuzeigen und zu respektieren- etwas, was ich früher nie konnte. Was kann ich tun, um meiner Wut, etwas von ihrem Zuviel an Kraft zu nehmen, bzw. nicht mehr so hässlich zu meinem Umfeld zu sein. Ich gehe davon aus, dass sich das mit etwas Gewöhnung auch von alleine einpendelt, aber gibt es sowas wie einen Nothilfe Plan für Zuviel Wut ?? Danke für deinen Rat. Liebe Grüße Stefanie

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    • Liebe Stefanie, ja, habe ich. Mein Notfallplan ist: Klopfe die Wut. Kein Einstimmungssatz, sondern einfach alle Punkte durch klopfen und dabei sagst du entweder immer nur „Wut“ oder „Ich bin wütend“ oder „Stinkwütend“, was auch immer du sagen möchtest. Wenn du an der Handkante angekommen bist, fängst du wieder an der Augenbraue an und das machst du so lange, bis sich das Gefühl verändert hat.
      Liebe Grüße, Monika

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