Ein Zimmer für mich allein

Von Monika Richrath

„Nach dem dritten Burnout und div. Autoimmunkrankheiten (chronische Herpesinfektion, Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche, HPU) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.“

26. Oktober 2014

Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft in diesem Jahr schon gefragt worden bin, ob ich mit meiner Partnerin nicht (mal) (endlich) zusammenziehen möchte? Nein, möchte ich nicht, auch wenn die meisten Menschen so leben. Das hat dazu geführt, dassich mich ganz intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt habe.  Ich habe natürlich ganz eigene Gründe, z. B., dass ich ohne eigenes Zimmer in sehr beengten Verhältnissen aufgewachsen bin, und zum ersten Mal einen Rückzugsraum besaß, als ich in mein erstes eigenes Zimmer zog (9 m2 und ohne Dusche!)  Das war 1980. Seitdem bin ich viel herumgezogen und habe mit verschiedenen Wohnformen experimentiert, u. a. eine 2-erWG und eine WG mit 6 anderen Personen (alleine beim Gedanken daran gerate ich schon in Stress). Ich habe auch einmal das Zusammenleben in einer Paarbeziehung ausprobiert, sechs Jahre lang. Das hat mich zu der Überzeugung gebracht, dass das Paarleben in einer Wohnung einfach nichts ist für mich. Ich gebe dann irgendetwas von mir auf, genau weiß ich nicht, was es ist, eine Unabhängigkeit oder Stärke und bin als sehr fürsorglicher Mensch dann mehr bei der anderen als bei mir. Zeit meines Lebens war es mir total schleierhaft, wie andere Menschen das machen, wie sie es aushalten können ohne eigenen Platz?

Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Hochsensibilität bin ich aber noch zu ganz anderen Einsichten gekommen. Mittlerweile ist mir klar: Es ist gar keine Frage des Willens oder der Verweigerung, als hypersensitiver Mensch BRAUCHE ich meine eigene Wohnung, einen Schutz- und Rückzugsraum zum Kraft- und Energietanken. Ich brauche einen Raum, in dem nur ich bin. Vielleicht haben Sie selbst schon einmal die Erfahrung gemacht, dass wenn man in einem völlig überreizten Zustand ist, einen schon die winzigsten Alltagsgeräusche eines anderen Menschen nerven können? Ganz zu schweigen von lautem Schnarchen Nacht für Nacht …

Am wichtigsten ist aber, dass ich einen Raum brauche, in dem ich einfach nur ich selbst sein darf. Mit allen Ecken und Kanten. Mal mehr, mal weniger hochsensibel. Ich muss mich nicht rechtfertigen für dies oder das - oder erklären, warum dies oder jenes nicht geht oder warum mir etwas jetzt schon wieder zu viel ist. Ich bin. Und ich bin gut so.

Wie ist es mit Ihnen? Haben Sie einen Schutzraum? Darum geht es in meiner Umfrage dieser Woche. Ich freue mich über Ihre Kommentare.

 

Herzlichst, Ihre

Monika Richrath

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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10 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag – zurück gefühlt in viele scheinbar unlösbare Momente einen kleinen Schlüssel gefunden mit diesem Text ohne zu suchen …. Danke

    Antworten
  2. Hallo, dieses Thema brennt mir unter den Nägeln. Sitze grad hier im WZ , kann nicht schlafen, jeder Atemzug meines (von mir geliebten) Mannes stört mich und ich traue es nicht, ihm zu sagen, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche, wie einen eigenen Raum, in dem ich auch schlafen möchte. Ich schlafe so schlecht im Beisein eines anderen. Wie schon geschrieben, jeder Atemzug, jedes Seufzen im Schlaf schreckt mich hoch, stört mich und ich fühle mich dann auch noch schuldig daran. DAss ich HSP bin, hat mich sehr erleichtert, nun muss ich mich halt auch danach einrichten, um weiterhin Kraft und Energie für meine Familie und den Alltag zu haben. Freue mich auch über Austausch.

    Ganz liebe Grüsse
    Michaela

    Antworten
    • Liebe Michaela,

      das ist sicher nicht leicht. Viele Fragen drängen sich auf, z. B. wie Dein Mann gestrickt ist. Ist er auch ein HSP? Hast Du mit Deinem Mann schon darüber gesprochen? Abgrenzung ist ja ein wirklich schwieriges Thema für HSP. Meine eigene Erfahrung ist so, dass es sich nicht nur für sich selbst als Betroffene gut und wichtig ist, sich zu outen und Entlastung von Stresssituationen zu finden, sondern, dass auch die Beziehung langfristig von der Aufrichtigkeit profitiert … Liebe Grüße Monika

      Antworten
    • Liebe Michaela,

      mir ging es haargenau wie Dir … bis ich eines Nachts den Auszug aus dem gemeinsamen Schlafzimmer beschloss. Ich hatte monatelang unter Schlafstörungen zu leiden. So quartierte ich mich im Gästezimmer ein und überlegte, was mich wohl beruhigen und meinen Schlaf fördern könnte.

      Ich wünschte mir Wärme, also legte ich ein Wärmebett unter meine Matrazenauflage. Zur Unterstützung meiner Entspannung besorgte ich mir Zirbenkiefernöl und träufelte jeden Abend ein Tröpfchen davon auf ein kleines Holzstückchen. Als dritte Maßnahme legte ich mir ein Buch zurecht mit dem Titel „Hab keine Angst mein Kind, ich beschütze Dich“. Noch ein Glas Edesteinwasser, und schon sah die Welt ganz anders aus 😉

      Das Wunder geschah und ich konnte ab der ersten Nacht wunderbar schlafen! Mein Lebensgefährte zeigte sich verständnisvoll, er hatte ja mein Leiden miterlebt.

      Inzwischen sind einige Wochen vergangen und ich freue mich nach wie vor auf MEIN Bettchen 🙂

      Wie schön ist es, nachts aufzuwachen und einfach das Licht anzumachen, ohne dass „jemand“ meckert … oder ein bisschen zu lesen … oder einfach nur dazuliegen und das UNGESTÖRTSEIN geniessen!

      Ich jedenfalls bin mit meiner Entscheidung mega froh und werde mein Räumchen noch kuscheliger gestalten. Ach, ja … ein Nackenstützkissen habe ich mir inzwischen auch gekauft. Eventuell gönne ich mir ein Bett aus Zirbelkiefer, die ja sehr beruhigend wirkt.

      Vielleicht ermutigt Dich meine Geschichte ein bisschen, ich würde es Dir sehr wünschen. Sorge für Dich!!

      Alles Liebe
      Dagmar

      Antworten
  3. Liebe Monika,

    Du hast ja SO recht!

    Ich kann das Geschriebene nur bejahen. Auch ich bin in relativ beengten Wohnverhältnissen ohne eigenen (Rückzugs-)Raum aufgewachsen. Erst mit 16 klappte es mit dem eigenen Zimmer, dieses allerdings mit (Riffel-)Glastür! Angeblich wegen der besseren Lichtverhältnisse im angrenzenden Raum, aber ich unterstelle hier: wegen der elterlichen Kontrolle…?!

    Erst mit 30 konnte ich mir den Traum meiner eigenen, kleinen Wohnung erfüllen. Und auch wenn diese aufgrund ihrer Kleinheit ständig übervoll erscheint: DAS ist mein Ort des Abschalten-Könnens.

    Ganz liebe Grüße

    Ernst

    Antworten
    • Vielen Dank, lieber Ernst 🙂 Meiner auch, und ich nehme an, das wird auch so bleiben 🙂 Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  4. Ich kann dieses Bedürfnis nach einem eigenen Schlafzimmer so gut nachvollziehen. Wenn ich allein schlafe, schlafe ich sofort und tief ein, sobald ein anderer Mensch im Zimmer ist, brauche ich viel länger, schlafe unruhig und bin morgens hundemüde. Mein Mann ist Kuschelschläfer und schläft am liebsten und angeblich besten angekuschelt, das geht bei mir gar nicht, worüber er schon unglücklich ist. Wir leben erst seit einem halben Jahr zusammen, aber seither schlafe ich nur noch schlecht, was ich früher nie tat. Getrennte Schlafzimmer sind für meinen Mann ein No-Go, aber ehrlich gesagt ist mir das inzwischen egal, lieber gefährde ich meine Ehe als den Rest meines Lebfns schlecht zu schlafen.

    Antworten
    • Vielen Dank, liebe Alleinschläferin. Vielleicht gibt es ja auch eine Art Kompromiss? Herzliche Grüße, Monika Richrath

      Antworten
  5. Was tun wenn man der Ehepartner das genaue Gegenteil von einem Minimalisten ist? Jeder Ecke vollgestopft, nahe am Messie. Jeden Tag kommen Pakete, die Verpackungen liegen oft monatelang im Schlafzimmer herum. Dort stapeln sich Klamotten in jeder freien Ecke, da sie nicht mehr in die zahlreichen Schränke passen…. Für mich ist das inzwischen der Horror. Da ich aber seit kurzem weiß, dass ich ein Sensibelchen bin, sehe ich einen Funken Hoffnung. Aber was soll ich tun? Immer wieder bettel ich um etwas(!) Ordnung, aber es wird immer schlimmer….

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    • Ich kann eigentlich nur den Rat geben, das mal zu klopfen … Herzliche Grüße, Monika Richrath

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