Leichen im Keller

Von Monika Richrath

„Nach dem dritten Burnout und div. Autoimmunkrankheiten (chronische Herpesinfektion, Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche, HPU) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.“

22. März 2015

Ich habe jede Menge Leichen im Keller. Sie auch? Dabei habe ich schon

total aufgeräumt in den letzten zehn Jahren, mich intensiv mit meiner Hochsensibilität beschäftigt, falsche Glaubenssätze mit Klopfakupressur aufgelöst, jede Menge Seminare und Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung besucht, kurzum mich ganz eingehend mit mir selbst auseinander gesetzt. Aber trotzdem kommt es häufig vor, dass, wenn ich gerade eine Baustelle erfolgreich und konstruktiv aufgelöst habe, an anderer Stelle eine neue entsteht, die meine Aufmerksamkeit verlangt. Bisweilen ist das sehr anstrengend und manchmal habe ich das Gefühl, ich komme einfach nicht voran oder (noch schlimmer) ich gehe wieder zurück!

Als ich mich kürzlich mit dem Inhalt für mein Webinar beschäftigt habe (danke an alle BesucherInnen) ist mir aber noch einmal so richtig klar geworden, welche Kehrtwendung mein Leben genommen hat. Als junge, unglückliche (ich fürchte auch hochgradig depressive) Erwachsene fühlte ich mich extrem ausgeliefert, nicht nur anderen, sondern auch mir selbst und meinen scheinbar übermächtigen Empfindungen und Gefühlen. Ich wusste ja ja nicht, was mit mir los war. Von Hypersensitivität hatte in den 7oer Jahren noch niemand gehört. Von Anfang habe ich immer an mir selbst gezweifelt, daran, dass das, was ich empfand, seine Berechtigung hatte, nicht nur vollkommen schräg war. Alles, was ich sehen konnte, war, dass andere nicht so zu sein schienen wie ich. Scheinbar mühelos bewältigten sie Kontaktaufnahme, Kommunikation und Freundschaften, Dinge, die für mich schwierig bis unmöglich waren. Ich machte mich stets so klein wie möglich, zog mich so in mich zurück, dass es für andere Menschen schwierig war, mich überhaupt zu erreichen. (Meine Mutter sagte einmal, sie habe mich in der Kindheit hauptsächlich von hinten gesehen …)

Was meine (ich fürchte, ich muss es so nennen) Sozialphobie noch schwieriger machte, war, dass ich mir meine Schwierigkeiten selbst ankreidete als persönliches Versagen. Ich wusste genau, wie ich sein wollte (oder sollte?). Schon im Kindergarten und in der ersten Klasse war mir klar, dass es so etwas gibt wie „Alphamädchen“, diejenigen, die Mädchen, die beliebt sind, mit denen alle spielen wollen. Dazu gehörte ich einfach nicht.

Das Gefühl persönlichen Versagens veränderte sich auch nicht, als ich Ende der 80er Jahre meine erste Therapie begann. Zwar war ich froh um die Hilfe und schämte mich deswegen nicht, aber das Gefühl, eine Art von Krücke zu benötigen, die andere eben nicht brauchen, hielt sich noch Jahrzehnte.

Im Grunde genommen habe ich erst in den letzten beiden Jahren verstanden, dass es so etwas wie eine Art von Normalität einfach nicht gibt, auch wenn dieses einem von den Medien und den „Organen der Gesellschaft“ vorgegaukelt wird. Im Internet habe ich dazu gefunden, dass ca. 25 % aller Menschen in Deutschland einmal in ihrem Leben an einer Angststörung leiden - was sicherlich nur die Menschen erfasst, die deswegen überhaupt Hilfe suchen. Warum die einen es alleine schaffen und andere nicht hängt sicherlich häufig auch nur von Kleinigkeiten ab, z. B. ob man aus dem sozialen Umfeld Unterstützung erfährt oder nicht …

Kurzum, wir haben alle Leichen im Keller - und was uns unterscheidet ist höchstens die Fähigkeit, wie wir damit umgehen: ob wir sie ignorieren, noch einen Stock tiefer tragen oder endlich mal ans Tageslicht bringen, damit sie sich auflösen können. Die Klopfakupressur ist übrigens super geeignet zum Auflösen allerlei Schwierigkeiten. Hier finden Sie eine Klopfanleitung.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen sehr schönen Frühlingsanfang!

Ihre
Monika Richrath

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

In meinem kostenlosen E-Mail Kurs lernen Sie, wie Sie besser mit Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität umgehen können.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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Zu den Dingen, mit denen ich mich im Augenblick intensiv befasse, gehört Bindung mit ihren vielfältigen Aspekten und die Auswirkungen von Bindungserfahrungen auf unser Leben.

7 Kommentare

  1. Moin,
    ich kenne das sehr gut, ich vergesse auch oft, was ich schon alles erreicht habe. Allerdings vergesse ich auch nicht was ich schon alles in meinem Leben gemacht habe. Ich gebe zu die Überforderung, die ich mir lange Zeit zugemutet habe, steht mir als Spiegelbild noch ab und zu im Weg. Oder schützt sie mich?

    Ich habe mein Leben um 180 Grad gedreht, vom Megavertriebler zum Ernährungsberater. Viele Ideen, doch in dem Moment wenn es um´s Umsetzen geht, dann kommt die Blockade, das schlechte Gewissen, das kannst du so nicht machen usw.

    Ich habe schon sehr viele „Glaubenssätze“ mit EFT und mit EMDR aufgelöst und letzte Woche kam ganz laut: Das kannst du so nicht machen, das ist Schwachsinn! hervor. Ich war happy wie Bolle:-) Mt EFT ran und was war das für ein kreativer, freudiger Tag und auch die danach. Doch das umsetzen von den neuen Ideen ist immer noch blockiert, mit Leere.

    Ist wohl noch nicht so weit und ich brauche noch Zeit! Geduld meine Stärke haha

    VG Nick

    Antworten
  2. Ich bin 20 Jahre alt und als junge Frau werden viele Anforderungen an mich gestellt. Es ist nicht immer leicht alles zu schaffen. Als mir vor zwei Jahren mein Neurologe mir gesagt hat, alle meine Panikattacken könnten daraus resultieren, habe ich begonnen mich damit zu beschäftigen. Ich fühle mich seitdem weniger allein. Habe weniger Schwierigkeiten mich zu überwinden. Ich bin glücklicher.
    Ich habe gelernt das alles in eine Gabe zu verwandeln. Ich unterhalte mich viel mit Menschen und habe Freunde. Richtige Freunde. Manchmal verwirre ich sie weil ich durch ihren Geruch erraten kann ob sie traurig sind und weil ich immer weiß wie sie sich fühlen und so gut wie immer wieso. Anfangs hat mich das noch gestresst aber heute sind nur noch große Gruppen stressig für mich, in denen sich hauptsächlich Menschen befinden, zu denen ich eine starke emotionale Verbindung habe. Gruppen in denen zum Beispiel diskutiert wird, sind für mich kein Problem mehr. Auch mit Kindern und Tieren komme ich jetzt sehr gut klar. Gerade Kinder lieben mich. Und das ist ein großartiges Gefühl und ich wünsche es allen, die noch an sich arbeiten. Auch wenn es immer Probleme geben wird, so werden manche Dinge trotzdem besser.

    Antworten
    • Vielen Dank für Deinen Kommentar, Anna! Und Hammer: das mit dem Geruch kenne ich auch, allerdings nur bei einer bestimmten Person … Herzliche Grüße, Monika

      Antworten
      • HALLI HALLO IHR LIEBEN „GLEICHGESINNTEN“

        BIN GRAD ZUM ERSTEN MAL HIER AUF DEINE WEBSEITE;LIEBE MONIKA; GEKOMMEN UND BIN TOTAL „BAFF“::::::ALLES WAS ICH DA LESE IN DEINEM TEXT ÜBER DICH SELBST; TRIFFT HAARGENAU AUF MICH ZU !!!! ICH DANKE DIR SEHR!!! ICH BRACHTE ALL DIESE LEBENBEDROHLICHEN SYMPTOME NIE MIT HYPERSENSIBILISIERUNG IN VERBINDUNG!!
        AUCH DEIN TEXT „LEICHEN IM KELLER“ ERWECKTE BEI MIR GROSSES „ERSTAUNEN“; WEIL AUCH HIER ES VIELE PARALELEN ZU MIR UND MEINEM „SOZIALPHOBISCHES LEBEN“ GIB T UND KANN ICH (LEIDER) BESTÄTIGEN : IST SCHON ALLES DERMASSEN HART UND DRAMATISCH :::::UND DA MACHT FRAU SICH DESWEGEN NOCH SELBST FERTIG; AUCH ICH VERURTEILE MICH UND ARBEITE STÄNDIG GEGEN MICH::::::::::::::::
        ICH BIN MALWIEDER IN EINEM SEHR TIEFEN TIEF; TOTAL RATLOS UND BRAUCHE DRINGEND HILFE
        ICH KENNE EFT SCHON;HAB EIN BUCH HIERZU UND SEINERZEIT MACHTE ICH BESTIMMTE KLOPFPUNKTE:::::ABER NICHT AUSDAUERND:::::(GEDULD IST MANGEWARE)
        AUCH DACHTE ICH; ACH NUN FÄLLT MIR DAS „FACHWORT“ NICHT EIN:::::::JETZT HAB ICHS WIEDER:::::UMKEHRUNG
        DAS DAS BEI MIR DER FALL IST; ALSO DAS MEIN UNTERBEWUSSTSEIN GEGEN DIE HILFE ARBEITET (HAB SCHON UNZÄHLIGE „DINGE IN DER ALTERNATIVMEDIZIN“ AUSPROBIERT UND IMMER MIT KEINEN POSITIVEN „ERGEBNISSEN“!! WAS MICH TOTAL RESEGNIEREN LIEß)
        DESWEGEN DACHTE ICH; DAS ICH FÜR DIE EFT UNBEDINGT PROFESSIONELLE HILFE BRAUCHE UND ZWEIFELE DARAN; DASS ICH DAS SO GANZ ALLEIN PACKE !!!!!

        ICH WEIß NICHT;OB ES HIER DER PASSENDE PLATZ IST FÜR MEINE FRAGE AN DICH :DU BIST IN KÖLN;NICHT WAHR? ICH WOHNE IN SÜDBELGIEN; NAH AN LUXEMBOURG
        KANN FRAU ZU DIR KOMMEN;HAST DU EINE „PRAXIS“?? ODER KENNST DU JEMANDEN;DER GENAU SO WIE DU ARBEITET IN LUXEMBOURG ODER BELGIEN????
        LIEBE GRÜSSE VON ANDREA

        Antworten
        • Liebe Andrea, ich habe dir schon eine E-Mail geschickt 🙂 Herzliche Grüße, Monika

          Antworten
    • Vielen Dank, liebe Sabine! Das ist eine gute Gelegenheit um die im Artikel enthaltene Zahl zu korrigieren. Kürzlich bin ich nämlich auf die Angabe gestoßen, dass in Deutschland ca. 40 % aller Menschen einmal in ihrem Leben an einer psychischen Erkrankung leiden … Liebe Grüße, Monika

      Antworten

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