Macht Sie das glücklich? Magic Cleaning

Von Monika Richrath

„Nach dem dritten Burnout und div.  sog. „Autoimmunkrankheiten“ (chronische Herpesinfektion, Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche, HPU) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.“

26. Juni 2016

Wenn Sie merken, dass Sie beim Lesen dieses Artikels in Stress geraten, klopfen Sie doch einfach beim Lesen Ihre Handkante, wie auf dem Foto gezeigt.

Sie wollen mehr wissen über das Klopfen und seine Wirkung? Schreiben Sie sich hier in meinen kostenlosen E-Mail Kurs ein und lernen Sie die Basics der Klopfakupressur.

Vor einem Monat hatte ich über den Stress geschrieben, den neue Medien mir als hochsensibler Mensch

bereiten und daraus ist eine richtige Ereignisskette entstanden: Weil mir daraufhin klar wurde, dass auch die vielen Newsletter, die ich bekomme, mich stressen, habe ich mit einer großen Aufräumaktion begonnen. 50 Newsletter habe ich schon gelöscht und ich bin immer noch nicht am Ende! Unterwegs habe ich übrigens noch eine Mitstreiterin gefunden, Bettina, Schott, die auf ihrem kreativitätsmeetsblog zu einer richtigen Digitale Heilfastenkur anregt. (Finde ich wunderbar!)

Nachdem ich nun schon mit Ausmisten angefangen hatte, lag es nah, damit gleich weiterzumachen. Habe ich schon erwähnt, dass ich Ausmisten liebe? (Eigentlich war ich ja der Meinung, ich habe nicht mehr viel auszumisten, aber dann wurde ich doch eines Besseren belehrt.) Als meine Partnerin mit dem Buch

„Magic Cleaning - Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“

der Japanerin Marie Kondo ankam, habe ich ihr das Buch jedenfalls fast aus der Hand gerissen und es in einem Rutsch durchgelesen. Die Grundprinzipien der jungen Japanerin sind simpel, aber streng. Letztendlich geht es dabei nur um eine einzige Frage, die man sich stellen soll, wenn man den Gegenstand in die Hand nimmt:

„Macht mich das glücklich?“

Klingt doch supereinfach, oder? Ich machte mich sofort ans Werk. Von wegen, ich habe nichts auszumisten! Allerdings hat diese einfache Frage ihre Tücken. Ziemlich bald merkte ich, dass es mir wahnsinnig schwer fiel, überhaupt bei dieser Frage zu bleiben, ob mich ein Gegenstand glücklich macht oder nicht. Teilweise musste ich es ersetzen durch „Brauche ich das wirklich?“ und es hat eine Weile gedauert, bis ich mich zu der „Glück-Frage“ zurückkämpfen konnte.

Viele interessante Erkenntnisse

kamen mir beim Aufräumen. Ich habe festgestellt: Die meisten Secondhand-Klamotten fühlen sich nicht gut an. Einige Kleidungsstücke, die ich secondhand gekauft habe, wurden dagegen sofort zu einer Art zweiten Haut. Und dass ich, gegen meinen Willen, irgendwie zur Bewahrerin der Sachen meiner Mutter geworden bin. Ich musste mir also eingestehen, dass die meisten der Dinge, die ich von meiner Mutter habe, mich nicht glücklich machen (natürlich gibt es auch hier Ausnahmen), vor allen Dingen, weil in meinem Kopf Bilder entstehen, wenn ich die Dinge ansehe. Meistens sind es keine schönen Bilder, ich sehe, wie ich diesen Gegenstand im Krankenhaus auf den Nachttisch stelle und jenen am Rollstuhl hängen … Das war schon nicht leicht. Aber ich habe gemerkt, dass es notwendig ist, meine Mutter kommt nicht zurück, wenn ich ihre Dinge bewahre. Das einzige, was passiert ist, dass diese Dinge eine Last für mich darstellen. Also habe ich mir einen Ruck gegeben, jeden Gegenstand in die Hand genommen und zu ihm gesagt:

„Danke, dass du bei mir warst!“

und zur Seite gelegt. Der Effekt ist unglaublich. Ich habe das Gefühl ich kann wieder atmen und

meine Wohnung ist groß genug für alles, was ich habe.

Vor allem, seit ich meine Sachen so sortiere, wie Marie Kondo es empfiehlt, das ist wirklich der Hammer. Kleidungsstücke werden gefaltet oder gerollt und dann gestellt. Manchmal gucke ich jetzt in meine Schubladen, nur um mich an dem Anblick zu erfreuen! Es gibt wieder Raum in meiner Wohnung und das Kochen macht endlich wieder Spaß, weil ich jetzt mehr freie Arbeitsfläche habe.  Der Wohnungsraum an sich verändert sich, die Bindung zu meinem Raum verändert sich ebenfalls, mir kommt es so vor, als würde dadurch meine Persönlichkeit auf eine ruhige und nachhaltige Weise gestärkt. Ich fühle mich zuversichtlicher, auch weil ich weiß, dass ich diese Ordnung nun besser beibehalten kann - vielleicht für immer … Das ist natürlich toll, denn ich bin sicher:

bei Hochsensibilität ist Unordnung ein großer Stressfaktor.

Das TIME Magazine zählt Marie Kondo zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Das kann ich mir gut vorstellen. Mein Leben hat sie jedenfalls ganz nachhaltig verändert. Unten habe ich einen kleinen Clip von Youtube eingestellt, in dem Marie Kondo selbst zu Wort kommt. Im Buch erzählt sie übrigens, dass sie selbst von sich glaubt, dass sie als Kind mit der Aufräumerei begann, weil sie sich als mittleres von drei Kindern mehr Aufmerksamkeit wünschte. Die hat sie nun ja reichlich. Und ich finde, es ist eine wunderbare Mutmachgeschichte über, das, was man erreichen kann.

Apropos erreichen: Mit dem Ausmisten bin ich noch lange nicht fertig. Damit werde ich mich in den nächsten Wochen beschäftigen.

Bis zum 19. Juli ist mein Blog in Sommerpause - falls wir uns nicht persönlich im EFT-Seminar Hochsensibilität in der Arbeitswelt im Juli im Frauenbildungshaus Zülpich  begegnen.

Wie ist es mit Ihnen? Stresst Unordnung Sie auch? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Ihre
Monika Richrath

Bildquelle: pixabay

Vielleicht gefällt Ihnen auch …

Tief verbunden – eine Rezension

Tief verbunden – eine Rezension

Auf dieses Buch habe ich mein Leben lang gewartet! Diesem Umstand schreibe ich die Tatsache zu, dass ich es nur zwei...

Der Sinn des Ganzen

Der Sinn des Ganzen

Eigentlich war ich, seit ich mich erinnern kann, eine eingefleischte Pessimistin. Sozial gestört, depressiv, konnte...

3 Kommentare

  1. Katharina

    Ich bin auch hochsensibel und leide unter Ängsten. Aus diesem Grunde hat mich Marie Kondos Buch eher verstört. Meiner Ansicht nach leidet sie unter einer ausgewachsenen Zwangsstörung, das sah man, finde ich, gerade an den Kindheitsgeschichten im Buch ganz gut. Und ich habe schon genug Unsicherheiten, da muss ich mir eine Zwangsstörung nicht auch noch dazu anschaffen :-).

    Antworten
    • Monika Richrath

      Hallo Katharina, es ist mir schon bewusst, dass das, was Marie Kondo über sich selbst und ihre Kindheit geschrieben hat, sich sehr nach Zwangsstörung anhört. Aber als hochsensibler Mensch profitiert man ungemein von einer aufgeräumten Umgebung – die ist einfach sehr viel reizarmer unt tut gut 🙂 Herzliche Grüße, Monika Richrath

      Antworten
      • Katharina

        Aufgeräumt ja, aber nicht so zwanghaft. Ich denke, sie macht den Leuten mit ihren Tipps erst ein schlechtes Gewissen und anschließend fühlt man sich dann wirklich besser, weil das schlechte Gewissen weg ist. Aber ohne das Buch hätte man sich vielleicht gar nicht erst mies gefühlt. Z. B. Ihre Faltmethode für die Kommoden. Was hab ich mich angestrengt und geplagt und Zeit verschwendet. Bis ich gemerkt habe, dass das einfach der totale Unsinn ist. Sie funktioniert nur dann richtig, wenn die Schubfächer voll sind. Ansonsten, wenn man z. B. mal paar Tage nicht gewaschen hat, purzelt gerne alles beim Rausziehen der Schublade um. Es ist Zeitverschwendung und setzt einen noch dazu unter Druck, die Schubladen immer entsprechend voll zu halten.

        Antworten

Antworten auf Monika Richrath Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pin It on Pinterest

Shares
Share This