Mein Leben als Scannerin

Von Monika Richrath

„Nach dem dritten Burnout und div.  sog. „Autoimmunkrankheiten“ (chronische Herpesinfektion, Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche, HPU) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.“

23. August 2020

Wenn Sie merken, dass Sie beim Lesen dieses Artikels in Stress geraten, klopfen Sie doch einfach beim Lesen Ihre Handkante, wie auf dem Foto gezeigt.

Sie wollen mehr wissen über das Klopfen und seine Wirkung? Möchten Sie Stress, Erschöpfung und Schwierigkeiten mit der Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität auflösen? Lernen Sie kostenlos die Basics der Klopfakupressur.

Wie fast alle Artikel auf meinem Blog hat auch dieser Blogbeitrag eine Vorgeschichte, eine ziemlich lange sogar.

Von Scannern habe ich schon vor längerer Zeit gehört und habe in den vergangenen sechs bis zwölf Monaten immer wieder andere Menschen gefragt, ob sie keine Lust haben, einen Artikel über Scanner für meinen Blog zu schreiben, jetzt weiß ich warum …

Wie es so ist: große Veränderungen beginnen häufig mit einer kleinen Sache. Dieses Jahr war ich bei dem Kongress von Lisa  Laufer „Vom Jobfrust zur Jobmagie“, einem Kongress für hochsensible und vielbegabte Menschen als Referentin mit dabei und habe mir natürlich auch die meisten anderen Interviews angehört. Dort bin ich irgendwo zum ersten Mal auf eine Definition des Begriffs „Vielbegabung“ gestoßen, der irgendwie in mein Gehirn fiel und dort liegenblieb.

Vorher war das für mich ein sehr schwammiger Begriff – ich glaube, ich verband damit so eine Art Superintelligenz, wohingegen ich zwar ziemlich viele Sachen ganz gut kann, aber nirgendwo herausragend bin. Das schien auf mich also nicht zuzutreffen …

Nun fiel aber in einem Interview der Begriff Scanner und es gibt sogar einen Test dazu, den man machen konnte (sogar in Verbindung mit Hochsensibilität), was ich unverzüglich tat. Und siehe da:

Ich bin eine Scannerin!

Das ist nun schon eine Weile her und ich hatte Zeit, mich an den Gedanken zu gewöhnen und auch, mich ein bisschen schlau zu machen. Vor allen Dingen mit DEM Scannerbuch „Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast“* von Barbara Sher.

Das wirklich Überwältigende daran ist, dass es sich anfühlt, als hätte jemand einen Schleier über mir weggezogen, so dass ich

mich nun in einem ganz neuen Licht betrachten

und auch würdigen kann. (Ganz ähnlich wie bei der Entdeckung meiner Hochsensibilität bzw. Hochsensitivität.)

Dazu gehört zum Beispiel:

  • eine nie versiegende Neugierde und Wissbegierde, ich will alles (na ja, fast, es gibt auch Grenzen) sehen, untersuchen, begreifen
  • Verstehen wie die Welt funktioniert
  • Mir gefällt der Akt des Denkens
  • Ich liebe es, wenn mein Geist intellektuell herausgefordert wird (natürlich ohne Überforderung!)
  • Ich brauche Kreativität
  • Ich kann mich für so vieles begeistern
  • Ich brauche Abwechselung
  • Zuviel Routine ermüdet und langweilt mich
  • Ich lerne (heute) gerne (in der Schule war das anders)
  • Ich kann mich sehr gut in mir völlig unbekannte Wissensgebiete einarbeiten
  • In einer kreativen Phase sprudele ich nur so über vor Ideen (wenn es mir gut geht)
  • Ich freue mich, wenn ich neue Menschen, Orte und Erfahrungen kennen lerne
  • Ich freue mich, wenn ich anderen Menschen mit meinem Wissen weiterhelfen kann
  • Ich kann gute Fragen stellen und andere Menschen dabei unterstützen, herauszufinden, was los ist und was sie eigentlich wollen
  • Ich bin eine Grenzgängerin und gehe an viele Orte, an die andere Menschen nicht gehen

Scanner ist aber nicht Scanner. Barbara Sher unterscheidet sie

in verschiedene Typen,

die sich jeweils ganz unterschiedlich verhalten.

Der zyklische Scanner kennt seine Interessensgebiete, zwischen denen er sich abwechselt. Sie unterscheidet auch noch in die „Untertypen“: Doppelagent, Sybille und Tellerjongleur“.

Im Gegesatz dazu verliert ein Sequenz-Scanner nach einer Weile das Interesse an einem Projekt und nimmt es nie wieder auf. Hier gibt es wieder Unterscheidungen zwischen „Serienspezialisten“ und „Serienmeistern“.

Universalisten gelten als „Hans-Dampf-in-allen-Gassen“, weil sie sich mit sehr vielen Dingen beschäftigen, sich jedoch nirgendwo ganz besonders hervortun. Lt. Barbara Sher liegt den Universalisten hauptsächlich die persönliche Zufriedenheit und das Zusammensein mit anderen Menschen am Herzen.

Wanderer lassen sich einfach auf neue Dinge ein, die ihnen über den Weg laufen, auch wenn diese scheinbar gar nichts miteinander zu tun haben. Später können Sie vielleicht entdecken, dass all ihre unterschiedlichen Interessen einen gemeinsamen thematischen Hintergrund haben.

Ausprobierer wollen gerne ausprobieren und schließen Dinge gerne mit einer Art Abschlussarbeit ab.

Turbowechsler hingegen wechseln so schnell die Interessensgebiete, dass ihnen das selbst Angst machen kann. So etwas wie ein Abschluss ist dann auch nicht möglich. Lt. Barbara Sher sind Turbowechsler besonders geeignet, Potential zu entdecken.

Sie sehen also, alle diese Scanner-Typen sind sehr verschieden. Fast allen ist gemein, dass sie in beruflicher Hinsicht vor großen Herausforderungen stehen, weil die meisten sich kaum vorstellen können, ihr Leben lang bei einer Sache zu bleiben.

Sowieso ist das

Nicht-bei-einer-Sache-bleiben-können

wohl das, was viele Scanner quält und stresst – jedenfalls solange sie nicht wissen, dass sie Scanner sind. Denn man ist dafür als Scanner einfach nicht geschaffen. Wir haben diesen regen Geist – was sicherlich in Verbindung mit Hochsensibilität auch noch mal extra problematisch sein kann.

Ich bin ein wenig von Ehrfurcht ergriffen, weil ich jetzt erst verstanden habe,

wie wunderbar mein Leben ist,

was für passende Strukturen ich mir geschaffen habe, um mich und meine Fähigkeiten bestmöglich zur Entfaltung zu bringen, z. B. habe ich mehrere berufliche Standbeine, denen ich mich abwechselnd widme. Ich habe diesen Blog, der es mir erlaubt, meiner kreativen Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: dem Schreiben und der es mir ermöglicht, meine Nase in 1001 verschiedene Wissensgebiete zu stecken und mein Wissen darüber weiterzugeben.

In der letzten Zeit haben Sie nicht so viel von mir gelesen, das lag daran, dass ich mit meiner Seite vor allerlei technischen Herausforderungen stand (die noch nicht alle bewältigt sind), denn wie Scanner so sind, versuche ich erst einmal, selbst herauszufinden, ob ich ein Problem nicht lösen kann …

Manchmal habe ich zugegebenermaßen auch darüber nachgedacht, ob ich aufhören soll zu bloggen, aber diese Frage stellt sich nach dem neuen Wissen, das zu mir gekommen ist, nicht mehr. Für mich selbst ist dieser Blog einfach perfekt, weil er mir die Möglichkeit gibt, meinem Geist Ausdruck zu verleihen.

Das ich so lange gebraucht habe, um zu erkennen, dass ich selbst eine Scannerin bin, liegt vermutlich daran, dass die Strukturen, die ich mir geschaffen habe, über einen sehr langen Zeitraum langsam, langsam gewachsen sind. Vielleicht habe ich den Blick immer mehr auf die verbindenden als auf die trennenden Elemente gerichtet. Wer weiß.

Wenn Sie sich irgendwo wiedererkannt haben, empfehle ich jedenfalls, Barbara Sher zu lesen. Sie hat tolle Ideen für passende Berufsvorschläge, die man nicht in kurzer Zeit über hat und auch über Lebensstrategien.

Haben Sie sich wiedererkannt? Wie war es für Sie, als Sie gemerkt haben, dass Sie Scanner*in sind? Wie immer freue ich mich, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Von Herzen, Ihre

Monika Richrath

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay 

 

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