Schmerz lass nach!

als hochsensibler Mensch fürchte ich mich vor dem Zahnartzt

Von Monika Richrath

„Nach dem dritten Burnout und div.  sog. „Autoimmunkrankheiten“ (chronische Herpesinfektion, Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche, HPU) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.“

12. August 2018

Wenn Sie merken, dass Sie beim Lesen dieses Artikels in Stress geraten, klopfen Sie doch einfach beim Lesen Ihre Handkante, wie auf dem Foto gezeigt.

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Eigentlich hatte ich nur eine ganz kleine Blogpause geplant, um wieder einmal tief durchzuatmen, schöne Dinge mit meiner Nichte zu unternehmen und meine Seele ein bisschen baumeln zu lassen. Leider ist dieser schöne Plan nicht so richtig aufgegangen, denn ich musste mich unerwartet sehr intensiv mit dem Thema Schmerz auseinandersetzen – dies war schlussendlich auch der Grund dafür, dass meine Blogpause sich dann sehr in die Länge gezogen hat …

Ein Zahn, genau gesagt, der Zahn Nr. 12,  hat mein aktuelles Schmerzdebakel ausgelöst. Eigentlich ist Nr. 12 schon lange tot. Und weil ich immer wieder mit den Zähnen zu tun habe und mein Zahnfleisch sich in einem chronisch schlechten Zustand befindet, hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich merkte, dass ich es diesmal nicht mit der üblichen Zahnfleischentzündung zu tun hatte, sondern viel mehr im Busch ist …

Beim Zahnarzt stehe ich mit meiner Hochsensibilität besonders auf Kriegsfuß

(Dazu habe ich schon verschiedene Beiträge veröffentlicht.)

Es beginnt damit, dass ich Schmerzen wahrnehme, wenn noch gar nichts zu sehen ist (häufig muss ich tatsächlich mehrmals zum Arzt, bis die Ursache erkannt werden kann)

Die Spritzen tun mir so weh, dass im Grunde genommen nach der Spritze schon alles gelaufen ist, weil ich mich so anstrengen muss, nicht zu weinen und „groß, stark und erwachsen“ zu bleiben, dass ich dann schon in einem emotionalen Ausnahmezustand bin.

Mir ist erst vor kurzem klargeworden, dass alle Arten von Zahnarztbesuchen vermutlich bei mir verschiedene Erlebnisse von Polypenoperationen als Kind triggern (ich nehme an, wegen der weißen Kittel und der Instrumente). Vielleicht ist das der Auslöser einer großen Zahnarzt-Angst, von der ich mich in meinen frühen Erwachsenenjahren habe verleiten lassen, jeglichen Zahnartztbesuch für den unglaublichen Zeitraum von zehn Jahren überhaupt zu meiden. Was dann wiederum dazu geführt hat, dass ich heute mindestens alle 3 Monate zum Zahnarzt gehen muss … und wenn ich das nicht tue, rächt sich das auf jeden Fall. Zum Zahnarzt zu gehen, bedeutet für mich einen Megastress.

Danach bin ich immer völlig fertig und geschafft

und muss mir was Schönes gönnen, wenn ich dann wieder essen darf (zum Glück dauert das heute ja nicht mehr so lange wie früher!). Zumindest habe ich dann die Gewissheit, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis ich wieder hin muss.

Diesmal war es leider anders. Mein Zahnfleisch blies sich auf und entwickelte sich zu einer Megaentzündung –  ich erspare Ihnen die hässlichen Einzelheiten – jedenfalls musste ich alle paar Tage hin und hatte sogar schon die private Telefonnummer meiner Ärztin für den Fall, dass ein Notfall am Wochenende einträte … Zum Glück kam es nicht so weit. Das Antibiotikum schlug allerdings nur sehr zögerlich an und wenn es eine Sache gab, die mir in dieser Zeit wirklich half, dann waren es die Endorphine, die ich zu diesem Zeitpunkt aus anderen Gründen eingenommen habe. Zuguterletzt hat sich dann herausgestellt, dass ich eine große Zyste an der Zahnwurzel habe, die operiert werden muss. Und es gab dann noch einmal einen Schreck, als ich erfuhr, dass es nur eine 50%ige Erfolgschance gibt …Dummerweise musste ich mich AN ORT UND STELLE ENTSCHEIDEN. Und wie viele andere hochsensible Menschen auch, habe ich ein echtes Problem mit schnellen Entscheidungen. Also habe ich mich für die Lösung mit dem (wie mir schien) geringsten Aufwand entschieden. Erstmal Zyste raus und auf Heilung hoffen.

Ich habe meine Zahn-OP ordentlich vorher beklopft, was mir auch geholfen hat – immerhin bin ich nach der OP vollkommen ohne Schmerzmittel ausgekommen!

Das hat mich auf die Idee gebracht, mich einmal näher mit dem Thema Schmerz zu beschäftigen. Ich habe mich gefragt, ob hochsensible Menschen vielleicht mehr Schmerzrezeptoren haben als andere, weniger empfindliche Menschen?

Schmerz wird definiert als ein unangenehmes, vielleicht auch heftiges Sinneserlebnis, das mit Gewebeschäden verbunden sein kann, aber nicht zwangsläufig verbunden sein muss. Die tatsächliche Funktion von Schmerz ist es, uns zu warnen und darauf aufmerksam zu machen, dass uns evtl. eine solche Gewebeschädigung bevorsteht. Schmerzwahrnehmung wird als

Nozizeption

bezeichnet und ist, wie andere Wahrnehmungsfähigkeiten auch, vollkommen individuell. Die Schmerzrezeptoren werden dementsprechend Nozizeptoren genannt. Rund 3 Millionen davon soll unser Körper besitzen. Dabei handelt es sich um die verzweigten Enden von Nervenfasern, die in allen schmerzempfindlichen Geweben unseres Körpers vorkommen. Sie reagieren empfindlich auf Dehnung, Druck oder Temperatur. Der so aufgenommene Reiz wird in ein elektrisches Signal umgewandelt und über spezielle Nervenfasern an das Nervensystem im Rückenmark gesendet (dabei sind bestimmte Nervenfasern für bestimmte Schmerzformen zuständig). Von dort aus werden die Schmerzsignale dann ins Gehirn geschickt, um uns zur Handlung zu bewegen.

Die Antwort auf die Frage, ob hochsensible Menschen vielleicht mehr Schmerzrezeptoren haben als andere muss ich leider schuldig bleiben. Aber wenn wir uns vor Augen halten, dass Hochsensibilität erwiesenermaßen mit einer intensiveren Verarbeitung der Sinneseindrücke einhergeht, reicht das fürs erste vielleicht schon. Ob es nun daran liegt, dass wir mehr Schmerzrezeptoren haben oder uns vielleicht bestimmte Neurotransmitter im Gehirnstoffwechsel fehlen, die für die Verarbeitung von Schmerzreizen benötigt werden oder noch etwas ganz anderes wird hoffentlich noch jemand in diesem Leben erforschen … Sicher ist:

Die Schmerzwahrnehmung ist nie ganz gleich,

was nicht nur mit unterschiedlichen Tageszeiten zu tun hat, sondern auch individuellen Befindlichkeiten, bzw. mit der Gefühlsverarbeitung, die ebenfalls am Schmerzgeschehen beteiligt ist.

Besonders tragisch wird es,

wenn der Schmerz chronisch wird,

obwohl der ursprüngliche Schmerz schon lange nicht mehr besteht. Menschen mit Fibromyalgie wissen jedenfalls ein Lied davon zu singen. Für chronischen Schmerz kommen offenbar jeweils unterschiedliche Ursachen in Betracht.

Bei Fibromyalgie geht man z. B. davon aus, dass die Nervenenden geschädigt wurden. Beim Reizdarmsyzndrom hingegen haben Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen mit einem Reizdarm über mehr Schmerzrezeptoren im Dickdarmggewebe verfügen als andere … man kann offenbar also mehr Schmerzrezeptoren verfügen …

Meine Zahngeschichte ist noch nicht zuende

leider, leider. Die Zyste wurde operiert und eine Woche lang habe ich mich super gefühlt. Nach einer Woche war es vorbei, der Zahn beginnt wieder zu pochen und zu drücken und ich denke, der will doch raus. Mist. Hätte ich mich doch besser anders entschieden. Am Sonntagmorgen, wo ich den letzten Absatz dieses Artikels schreibe, sitze ich hier, während mein Zahn weiter sanft vor sich hin pocht. Der Chirurg hat sich glattweg geweigert, ihn zu ziehen („Wieso? Sieht doch alles super aus. Sie müssen Geduld haben.“) Meine Zahnärztin ist jetzt im Urlaub und mir bleibt nichts, als darauf zu warten, dass sie wiederkommt, ohne die Gewissheit zu haben, dass es mir gelingen wird, sie davon zu überzeugen, dass es sinnvoll ist, mir den Zahn zu ziehen … Vielleicht beschäftige ich mich in der Zwischenzeit einmal mit dem Thema holistische Zahngesundheit …

Was für Erfahrungen machen Sie mit Ihren hochsensiblen Zähnen? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

 

Bildquelle: Pixabay

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als EFT-Coach und Trainerin und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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9 Kommentare

  1. Monika

    „Was für Erfahrungen machen Sie mit Ihren hochsensiblen Zähnen?“
    Die Frage schockiert mich gerade, da ich noch nie auf die Idee gekommen bin, meine Zähne könnten hochsensibel sein – so wie ich vermutlich – aber ganz bestimmt sind sie es! Bei mir ist nichts einfach, auch ich spüre Schmerzen, wo kein Zahnarzt (zunächst) etwas findet, auch bei mir sind die Schmerzen von der übrigen Gefühlslage abhängig usw. – gerade mache ich ebenfalls mit dem 12er rum. Vor einigen Wochen hatte ich an dem Zahn unerträgliche Schmerzen, um dann von meinem ZA zu erfahren, dass dieser Zahn mir gar nicht weh tun dürfte, weil er wurzelbehandelt sei… nach mehrmaligem Hinrennen machte er endlich eine 3 D-Aufnahme und sah angeblich eine gebrochene Wurzel, diese sei für die Schmerzen verantwortlich, und der Zahn müsse gezogen werden. Ähm, wie bitte, ich dachte, ich dürfte da keine Schmerzen haben? Dann holte ich mir bei einer ZÄ eine Zweitmeinung, die war nicht fähig, sich die mitgebrachten Aufnahmen anzuschauen, sie hätte kein Programm dafür (?), also schleppte ich ihr meinen LapTop an, da sah sie nun einen Stift, der aus der Zahnwurzel in die Umgebung austrat – der Zahn hat aber keinen Stift… okay, egal, sie meinte auch, der Zahn müsse raus… Der Witz an dem Ganzen: Ich habe genau seit dieser 3D-Aufnahme keine Schmerzen mehr. – Natürlich will ich meinen Zahn dann auch nicht hergeben, aber man ‚droht‘ mir mit Bakterien, die sich verteilen könnten… Könnten! So, und nun soll ich mich entscheiden. Kann hier irgendjemand nachvollziehen, dass ich mich nicht entscheiden kann? Besonders nach meiner Vorgeschichte: Bei wichtigen Dingen hole ich mir immer mehrere Meinungen ein, wäge sie sorgfältig gegeneinander ab – und entscheide mich stets falsch. 🙂
    Soviel mal zum Thema Zähne von mir.
    Und danke, Frau Richrath, für die informative Seite.
    (Ich wollte schon an anderer Stelle ein Lob absenden, es scheiterte aber an der Technik.)
    Viele Grüße von (auch einer) Monika

    Antworten
    • Monika Richrath

      Liebe Monika, vielen Dank! Nicht schön, natürlich, dass Sie auch mit einer ähnlichen Problematik herummachen müssen, aber gerade finde ich: geteiltes Leid ist halbes Leid.
      Es gibt einen Zusammenhang mit Emotionen, für die 12 habe ich gefunden: Schuld, Machtlosigkeit, Demoralisierung, Egoismus, brutale Enttäuschung, Schreck, unerfüllte Liebessehnsucht, Willenslähumung, Gefühl des Verletztseins, Ungeduld, Angst, Selbstmitleid, Angst davor, auf eigenen Füßen zu stehen, beleidigt sein, Unausgeglichenheit, Angst, Entsetzen, Verärgerung, Kraftlosigkeit, sich gedemütigt fühlen, Eifersucht, Sehnsucht, Überforderung, Scham, Schock, Minderwertigkeit, Wertlosigkeit – für mich macht das alles Sinn.

      Übrigens habe ich in meiner Stadt nun mal nach einem ganzheitlichen Zahnarzt gesucht, gefunden und einen Termin vereinbart. Bestimmt gibt es noch Dinge/Testmethoden, die anderes zutage bringen als die herkömmlichen Methoden … Ich wünsche gute Besserung! Herzliche Grüße, Monika

      Antworten
  2. Beate

    Liebe Monika,

    als hochsensible Leserin mit einer fetter Zahnarztphobie (seit frühester Kindheit), die noch dazu ein doppeltes Schleiftrauma und mehrere Wurzelbehandlungen hinter sich hat und sich im Zahnarztstuhl so verspannt, dass sie danach tagelang Muskelschmerzen hat und am Behandlungstag anschließend gerädert ins Bett flüchtet, lese ich deinen Beitrag natürlich mit tiefster Anteilnahme. Ich hoffe, es geht dir und deinem Zahn wieder besser oder sogar wieder richtig gut! Mein erster Kommentar zu deinem Text war übrigens so lang, dass ich deine Geschichte zum Anlass nehmen werde, in Bälde selbst etwas zu hochsensibler Haut und hochsensiblen Zähnen zu schreiben. Das hatte ich schon länger vor, aber bisher fehlte irgendwie der Anstoß. Den hast du mir jetzt gegeben!

    Ganz herzliche Grüße an dich und deinen Zahn, falls er noch bei dir sein sollte.
    Beate

    Antworten
    • Monika Richrath

      Oh vielen Dank, liebe Beate, dein Mitgefühl tut mir sehr gut! Ich bin schon gespannt auf deinen Artikel 🙂 Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  3. Tina

    Ohje, das ist ja schrecklich, Monika. Mein Mitgefühl! Auch an alle anderen die da grad was am laufen haben!
    Das schlimmste was ich je erlebt habe war, dass mir für Brücken in einer Sitzung 5 Zähne abgeschliffen wurden. Danach hatte ich 14 Tage lang höllische Schmerzen, die sich der ZA nicht erklären konnte.
    Mit den verblendeten Metallbrücken hatte ich dann mehrere Jahre Probleme und Schmerzen, wo der ZA wieder ratlos war woher sie kamen, bis mir eine andere ZA Praxis empfohlen wurde, der ich nun vertraue. Heute hab ich Vollkeramik und bin damit happy! Ich fahre da eine Stunde bis in die Eifel, ist mir aber egal.
    Trotzdem ist jede Behandlung so ein Stress für mich,dass ich Tage brauche um mich zu erholen. Anspannung pur, davon dann Schmerzen im ganzen Körper und Erschöpfung ohne Ende. Teilweise zittere ich am ganzen Leib, obwohl es gar nicht weh tut und ich keine ZA Phobie habe und eigtl. gar kein Grund dafür vorhanden ist.
    War als Kind schon so, hatte sich später gelegt, doch durch die mega Schleifaktion kam das wieder… war wohl tatsächlich ein regelrechtes Trauma.

    Ich wünsche gute und schnelle Besserung!
    LG Tina

    Antworten
  4. Kathi Keinstein

    Mit den Zähnen habe ich ja auch schon so manche Geschichte hinter mir – die bewegteste, welche ich aus Chemikersicht verbloggt habe, hatte wohl mein Backenzahn 16 (von mehreren Füllungen über ein Keramikinlay bis schliesslich zur Wurzelbehandlung). Dabei hatte ich aber das Glück, (fast) immer Zahnärzte mit Talent für die Anästhesie zu haben.

    Inbesondere meine jetzige Zahnärztin in der Schweiz und ihre Stuhlassistentinnen verstehen sich auf eine perfekte Oberflächenanästhesie, sodass Spritzen so gut wie gar nicht wehtun (mein vorheriger Zahnarzt in Deutschland konnte das auch – es liegt also nicht daran, dass hier bessere Wirkstoffe zugelassen wären). Nur wenn es an die besonders fiesen Frontzähne geht (vor einem Monat erst gabs bei mir eine kleine Karies an 11 und 21 zu reparieren) kitzelt das so fies in der Nase….

    Gar nicht lustig war dagegen, dass sich die Wurzelentzündung im 16er anfangs zwar äusserst schmerzhaft in der ganzen Kieferhälfte bemerkbar machte, auf dem Röntgenbild nicht auszumachen war. So konnte die Ärztin nicht ausmachen, welcher Zahn tatsächlich der Übeltäter war (eine äusserliche Ursache gab es nicht). Zum Glück gibt es hierzulande ein hochwirksames Schmerzmittel, das ich sehr gut vertrage. Damit sollte ich mich übers Wochenende bringen…allerdings war die Wurzel wohl schon nach 24 Stunden tot genug, um vorerst nicht mehr wehzutun. Erst 11 Monate später hat sie sich wieder wirklich schmerzhaft gemeldet – und dann war der Röntgenbefund eindeutig. Dementsprechend als erlösend habe ich die Wurzelbehandlung dann auch empfunden.

    Meine Strategie für langwierige Zahnbehandlungen ist übrigens: Ich mache mir ein Hörbuch an, mit Ohrstöpsel-Kopfhörer an einem einfachen MP3-Player, den ich blind bedienen kann (beim Bohren im Oberkiefer muss ich schliesslich doch mal auf Pause drücken), mache die Augen zu (grelle Lampe…) und beame mich mental regelrecht weg.

    Ganz allgemein bin ich übrigens auch schon zu der Vermutung gekommen, dass sich das Allgemeinbefinden auf die Zahngesundheit auswirken mag: Seit zwei oder drei Jahren – nachdem und während ich immer mehr zu mir selbst finde – ist meine Dentalhygienikerin immer voll des Lobes, ich hätte ja so viel weniger Zahnstein als früher (und ich merke selbst, dass das Zahnfleisch sich entsprechend viel weniger entzündet – zudem hat Frau Doktor seit dem viel weniger Arbeit mit mir 😉 ), obwohl ich gar nicht so viel mehr Mühe in die Mundhygiene investiere.

    Ich bin jedenfalls gespannt, was da noch erforscht werden mag.

    Liebe Grüsse,
    Kathi „Keinstein“

    Antworten
    • Monika Richrath

      Vielen Dank, liebe Kathi!Bei mir ist es leider auch wie eine Art Krimi, bin gespannt, ob sich die Ursache finden und abstellen lässt :-/ Liebe Grüße, Monika

      Antworten
  5. anne

    Ich bin ganz gerührt… Nicht von der schmerzvollen Erfahrung, die Sie machen mussten (das tut mir auch wirklich leid! Ich kenne so einen Sch… nur zu gut!!) … sondern, weil es also vielleicht auch hier eine Ursache in der hochsensiblen Art gibt…dass die Zähne deswegen alle nach und nach von Dannen ziehen… die ganzen Eindrücke, Empfindungen, Stress etc… Zähne zusammenbeißen und durch… Das war immer mein Mantra, aufgedrückt bekommen von Hinz und Kunz… kein Wunder, dass die armen Beißerchen irgendwann schlapp machen…
    Vielen Dank für all die Geistesanregungen, darüber mache ich jetzt erst mal ein Nickerchen. Morgen gehts auch wieder zum Zahnarzt und ich fürchte mich erstens vor dem Aufenthalt dort, obwohl das endlich mal eine tolle Praxis mit sehr angenehmen Leuten ist…. und vor den Tagen danach mit Nackenstarre und pochenden Kopfschmerzen. Und nein, ich bin alles andere als ein Hypochonder 😉 Aber hier verstehen sicher alle, wie das gemeint ist 🙂
    Viele liebe Grüße

    Antworten
    • Monika Richrath

      Vielen Dank, liebe Anne, das denke ich auch, dass alle das verstehen … Meine Zahngeschichte ist übrigens noch lange nicht vorbei … Seufz, ich könnte gerade ein update dazu schreiben, wenn ich es nicht selbst so dermaßen leid wäre … Herzliche Grüße und toi toi toi für den Termin morgen!

      Antworten

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