Was Krankheit uns nutzt

Was Krankheit uns nutzt

Haben Sie schon einmal den Begriff „Sekundärer Krankheitsgewinn“ gehört? Hinter diesem etwas pompös klingenden Namen steckt ein ganz einfaches Prinzip.

Es geht nämlich darum,

was Krankheit uns nützt.

„Wie? Was? Was soll das denn? Warum soll meine Krankheit einen Nutzen für mich haben?“ mag sich die eine oder der andere jetzt empört fragen und mich zur Spinnerin erklären.

Das ist ein Gedanke, der sehr schwer zu akzeptieren sein kann, vor allen Dingen, wenn man schon schwer erkrankt ist oder eine sehr komplizierte und/oder chronische Erkrankung hat, die sehr leidvoll ist.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Meine eigene Krankheitsgeschichte erstreckt sich über einen Verlauf von rund 20 Jahren. 

Wie ich heute, dank der medialen Medizin von Anthony William weiß, muss alles

mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber begonnen haben,

das ich Mitte der 30er bekam und über eineinhalb Jahre lang nicht mehr loswurde. Dann kam zuerst der Hashimoto, dann, langsam die Fibromyalgie, die sich über die Jahre schleichend verschlimmerte. Drei Trennungen, die mich so aus der Bahn geworfen haben, dass ich mich jahrelang nicht davon erholte. Kein Wunder, dass sich irgendwann eine Nebennierenschwäche dazu gesellte.

In einer psychosomatischen Klinik ließ ich mich zur Einnahme von Psychopharmaka überreden wegen Schlafstörungen. Das half ein bisschen. Gegen die Schlafstörungen. Aber ich nahm davon zu, innerhalb von ein paar Monaten wog ich 20 kg mehr und erkannte mich selbst nicht mehr, wenn ich in den Spiegel sah.

(Was habe ich nicht alles unternommen, um abzunehmen. Nix klappte. Das war der totale Frust. Einmal habe ich mit meiner damaligen Partnerin einen Monat strikt nach Atilla Hildmann gegessen. Sie hat abgenommen. 5 kg. Die Personen im Begleitbuch haben auch abgenommen. Ich nicht. Allenfalls ein halbes Kilo).

Am schlimmsten war die Erschöpfung.

Und die war so allumfassend, dass klar war, ich werde meinen alten Beruf als Fremdsprachenassistentin nicht mehr ausüben können. Viel zu viel Stress.

Ich habe ja schon auf diesem Blog erzählt, dass ich aufgrund meiner vielen Fehlzeiten (30 Tage im Jahr) unglaublich arbeitswillig war, was fast alle meine Arbeitgeber nach Strich und Faden ausgenützt haben, indem sie mich die Arbeit von 2–3 Sekretärinnen erledigen ließen.

Damals wusste ich nichts von meiner Hochsensibilität. Ich wusste nicht, was ich mir antat. später wusste ich nicht, wie ich da rauskommen sollte. Aber mein Körper, mein Geist und meine Seele wussten es.

Irgendwann habe ich mir natürlich die Frage gestellt, warum sich bei mir nichts veränderte, obwohl ich mir so eine Mühe gab?

Ich suchte nach Antworten.

Und fand den „sekundären Krankheitsgewinn“.

Die Idee, dass mein Zustand mir in irgendeiner Form nutzen könnte, war sehr neu für mich. Schließlich wünschte ich mir nichts sehnlicher, als wieder gesund zu werden. Außerdem hängt diesem Begriff für mich so etwas wie „Schuld“ an, wie den eigenen Zustand selbst verursacht zu haben. Dem ist natürlich nicht so. Obwohl es den sekundären Krankheitsgewinn unbestreitbar gibt, wird er doch vom Unbewussten, von

unseren inneren Wächtern, unserer internen Sicherheitspolizei,

gesteuert und ist für Vernunft und klare Logik nicht zugänglich.

Mir fällt ein, dass die vielen Auszeiten, die ich in meinem Arbeitsleben hatte, vielleicht auch ein sekundärer Krankheitsgewinn waren. Früher habe ich nur verstanden, dass ich von Zeit zu Zeit offenbar solche Auszeiten brauche, da mein System einfach überfordert ist. Ein paar Tage Ruhe waren wie ein Reset.

Eine zeitlang habe ich mich durchaus intensiv mit dem sekundären Krankheitsgewinn beschäftigt. Sehr weit bin ich bei mir aber nicht gekommen. Aufmerksamkeit bekam ich dadurch, ja. Das ist sicherlich für viele, viele Menschen ebenso. Aber sonst?

Im Prinzip kann eigentlich alles zu einem sekundären Krankheitsgewinn werden,

habe ich so nach und nach erfahren. Z. B. die Aufrechterhaltung eines gewissen Status Quo. So kann Krankheit dafür sorgen, dass sich nichts verändert, nichts verändern kann und nichts verändern darf. (Das entbehrt nicht einer gewissen Tragik, weil Krankheit ja auch immer einen Zustand anzeigt, der nicht akzeptabel ist.) Irgendwo habe ich z. B. einmal einen Podcast gehört, in dem eine Frau erzählte, dass sie selbst es sich nicht erlaubte gesund zu werden, weil sie sonst ihren Mann hätte verlassen müssen. Eine Krankheit kann also immer auch dafür sorgen, dass wir uns gewissen Dingen nicht stellen (müssen). Auch hier sind sicherlich die inneren Wächter am Werk.

Es mag Zufall gewesen sein, dass ich eine Herpesvireninfektion bekam.

Glaube ich allerdings nicht wirklich. Letzten Endes ist es auch egal. Fest steht, mein Weg in die Krankheit dauerte 10 Jahre und genauso lange brauchte ich für den Weg hinaus.

Ich hatte durchaus mal lichte Momente, 

wo mir ganz deutlich klar wurde, dass ich mich ohne meine Krankheiten immer noch als unangepasste Sekretärin in mies bezahlten Zeitarbeitjobs durchs Leben schlagen würde. Eine berufliche Selbstständigkeit war für mich vollkommen unvorstellbar. Dass ich meinen Lebensunterhalt u. a. damit verdienen könnte, andere Menschen dabei zu unterstützen, zu sich selbst zurückzufinden, lag vollkommen jenseits meiner Vorstellungskraft. Dass ich so gut oder wertvoll sein könnte um eine solche Arbeit zu machen. Dass ich dafür von anderen Menschen Geld bekommen könnte ebenfalls …

Jetzt hatte ich es viel besser:

Mittlerweile hatte ich Behindertenprozente, einen Rehabilitandenstatus und galt aufgrund meiner Geschichte, Einschränkungen und meines Alters als „schwer vermittelbar“.Ich konnte in aller Ruhe mein Coachingangebot aufbauen und bezog über einen sehr langen Zeitraum ergänzende Leistungen vom Jobcenter.

Im Laufe der letzten Jahre ist noch die ein oder andere Tätigkeit hinzugekommen, und es hat sich (sehr, sehr langsam) herauskristallisiert, dass mein Angebot richtig ist und es eine Zielgruppe dafür gibt …

Manchmal ist mir – ganz flüchtig nur – in den Sinn gekommen, dass ich vielleicht aber trotzdem krank bleiben muss, damit ich weiter Geld vom Jobcenter bekommen kann? Darauf hatte ich natürlich keine Antwort. Ich habe das sogar mal eine Zeitlang beklopft. Ohne Erfolg leider. (Damals kannte ich das Thema Sicherheit noch nicht).

Vor ein paar Jahren wurde meine Körpermaßnahmen dann zielgerichteter, ich begann eine Behandlung bei einer Heilpraktikerin, behandelte meine HPU und meinen lausigen Darmstatus. Ich begann, glutenfrei zu leben, Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, meine Nebennierenschwäche zu behandeln. 

Allmählich ging es mir besser, ich hatte wieder etwas mehr Energie. Ich nahm aber immer noch nicht ab und blieb offenbar in der Gesamtsituation gefangen, auch dann noch, als ich mich konkret mit der Herpesviren-Infektion beschäftigte.

Es war mir schon klar, dass ich irgendwo,

tief drinnen, eine panische Angst

davor hatte, dass ich in die „normalen Strukturen“ zurückgeschickt werden könnte. Zurück zu den Männern in Anzügen und in den Office-Alltag, dem ich mich einfach nicht mehr gewachsen fühlte. Das hatte mir soviel Leid verursacht, um nichts in der Welt wollte ich da wieder hin. 

Auf der anderen Seite wurde immer klarer, dass ich mich endlich finanziell abnabeln muss. Es war echt schwer, dieses kleine Stück finanzielle Sicherheit aufzugeben.

In den letzten Monaten haben sich die Ereignisse in meinem Leben überstürzt. Ich wurde quasi gezwungen, das Jobcenter und die damit verbundene Sicherheit loszulassen und endlich mir selbst und meinen Fähigkeiten zu vertrauen. Vor ein paar Wochen habe ich festgestellt, dass ich wieder fast gesund bin. Und plötzlich nehme ich auch wieder ab. Problemlos.

Mir war sehr schnell klar, dass das nur einen Grund haben kann:

es nützt mir nichts mehr, krank zu sein.

Offenbar hat der Körper seine eigene Wahrheit, an der er unerschütterlich festhält. Aber alles, was er getan hat, tut er nur, um mich zu unterstützen. Diese Erkenntnis hat mich sehr glücklich gemacht. Und seitdem tue ich alles, was ich kann, um meinerseits meinen Körper zu unterstützen. 

Ich bin noch lange nicht da, wo ich hin will, aber jetzt erkenne ich mich zumindest wieder, wenn ich in den Spiegel schaue und habe das Gefühl, mir zu gehören. Das ist unbezahlbar.

Haben Sie selbst auch vielleicht schon einen Nutzen für sich im Kranksein entdeckt? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Bild von silviarita auf Pixabay 

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

In meinem kostenlosen E-Mail Kurs lernen Sie, wie Sie besser mit Stress, Überforderung und Erschöpfung aus der Hochsensibilität umgehen können.

Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

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Was mich am Klopfen begeistert

Was mich am Klopfen begeistert

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Klopfparade „Was begeistert dich am Klopfen“ von Michaela Thiede teil, und freue mich sehr, dass dies eine gute Gelegenheit ist, zu erzählen, wie ich eigentlich zum Klopfen gekommen bin.

Meine erste Begegnung mit der Klopfakupressur

hatte ich schon ganz früh, Anfang der 90er Jahre, als die Klopftechnik noch in den Kinderschuhen gesteckt hat. Dort wurde sie mir im Rahmen eines Qi Gong Kurses von der Lehrerin als chinesische Klopftechnik vorgestellt. Ich war sofort elektrisiert. Ich wusste sofort: DAS IST MEIN DING! Vielleicht weil ich mich nach dem Klopfen sofort besser fühlte als vorher.

Aber wie es so geht, damals hatte ich noch Schwierigkeiten mit Gruppen und ich glaube, es war das einzige Mal, dass ich diesen Kurs überhaupt besucht habe.

Ein paar Jahre später

brachte mir eine Freundin freudestrahlend eine Anleitung aus dem Internet mit, die sie mir überreichte mit den Worten: „Ich habe gedacht, das ist etwas für dich.“ Eine Klopfanleitung, wie sich herausstellte. Ich war hocherfreut und probiere das eine Zeitlang aus, vergaß es dann aber wieder.

Noch ein paar Jahre später, als ich selbst in einer emotionalen Notsituation steckte, kam mir das Klopfen wieder in den Sinn und ich suchte mir selbst eine Anleitung im Netz. Irgendwas habe ich aber nicht richtig gemacht, ich hatte nicht den erhofften Erfolg. Aber da ich verstanden hatte, dass

das Klopfen für mich richtig ist,

habe ich mich dann zu einem Kurs angemeldet um es jetzt wirklich richtig zu lernen. Das war 2009. Seitdem klopfe ich.

An der Klopfakupressur begeistert mich vieles

Ganz oben auf meiner Liste steht die Effektivität. Ich selbst habe in meinen ersten 1–3 Jahren (zugegebenermaßen fast täglichen Klopfens) mehr Veränderung erreicht als in 20 Jahren Psychotherapie. Noch dazu mit sehr viel weniger Aufwand, denn ich habe im ersten Jahr nie mehr als zwei Sätze geklopft und in der Folge nie mehr als einen Satz. Dabei bin ich übrigens geblieben.

An der Klopfakupressur gefällt mir ansonsten vor allem, dass sie

so unglaublich flexibel ist,

dass man sich sein Klopfritual so einrichten kann, wie es einem gefällt. Ich betrachte schon das Einrichten selbst als eine Art Akt der Selbstliebe.

Für hochsensible Menschen, die ja tendenziell eher auf andere schauen, als sich selbst, ist es also eine sehr gute Sache, sich zu überlegen, was ihnen gefällt, und wie sie den Klopfvorgang für sich gestalten wollen, so dass sie sich damit wirklich wohl fühlen. Welche Formulierung soll im Einstimmungssatz (Setup) verwendet werden? Welche Art der Abkürzung? Gibt es Punkte, die unangenehm sind? Wie wirkt das Klopfen auf mich und gibt es eine Tageszeit für mein Klopfritual, mit dem ich für mich das meiste herausholen kann?

Die Flexibilität bezieht sich auch noch auf andere Dinge, z. B. dass man das Klopfen

je nach Situation unterschiedlich anwenden kann,

z. B.

  • in einer ganz akuten Stress-Situation zur sofortigen Beruhigung
  • oder zur Bewältigung einer schwierigen Lebenssituation
  • oder zum Auflösen von Blockaden, Schmerzzuständen oder Belastungen aus der Vergangenheit, die sich bin die Gegenwart auswirken
  • oder für thematische Arbeit (wie ich das ja für Hochsensibilität anbiete).

Außerdem finde ich es grandios, dass ich das Klopfen

so gut für hochsensible Menschen anpassen kann.

Es gibt ja einiges im normalen Klopfprotokoll, was für hochsensible Menschen eher schwierig ist:

zum Beispiel die Stress-Skala.

Immer wieder höre und erlebe ich, dass der Umgang mit der Stress-Skala für hochsensible Menschen hochgradig stressig ist. Das kann an dem Bemühen liegen, immer alles ganz genau richtig machen zu wollen. Perfekt eben. Oder daran, dass man sich schlecht entscheiden und festlegen kann … was dann so schwierig ist, dass man lieber gar nicht klopft. Jedenfalls ist dies eine Hürde, über die hochsensible Menschen dann oft nicht hinwegkommen, dann eben nicht klopfen, obwohl sie merken, dass das Klopfen für sie angenehm ist.

Daher verwende ich die Stress-Skala meistens nicht, um diese Hemmschwelle zu entfernen.

Es geht ja auch anders.

Sowieso gilt beim Klopfen für hochsensible Menschen, dass

weniger mehr ist.

Und viel nicht zwangsläufig viel hilft.

Obwohl man sich ja sagen könnte, das wirkt jetzt so gut, ich klopfe jetzt ganz, ganz viele und löse alle meine Themen sofort auf. Ich kann Sie nur inständig bitten, das nicht zu tun, sich selbst zuliebe.

Dies betrifft ebenfalls die Dauer. Ich selbst habe schon gehört, dass manche Klopfcoaches grundsätzlich nur zweistündige Sitzungen machen. Das wäre für mich unvorstellbar. Nicht nur für meine Klient*innen, sondern auch für mich selbst. Was meine Klient*innen angeht, ist manchmal schon eine Stunde zuviel und es geht nicht länger als 30 Minuten. 15 Minuten habe ich auch schon gehabt.

Wenn ich noch länger nachdenken würde, fielen mir bestimmt noch andere Beispiele ein, aber fürs erste habe ich meiner Begeisterung für die Klopfakupressur genug Raum gegeben.

Vielleicht haben Sie ja Lust, bei der Blogparade von Michaela Thiede mitzumachen.

Auf jeden Fall freue ich mich, wie immer über Ihre Kommentare hier.

Von Herzen,
Ihre
Monika Richrath

Bild von John Hain auf Pixabay

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Monika Richrath

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Wie ich meine Hochsensibilität entdeckt habe

Wie ich meine Hochsensibilität entdeckt habe

Die Tage ist mir im Netz ein Test über den Weg gelaufen, der für meinen eigenen Weg eine Schlüsselrolle gespielt hat.

Ich glaube, ich habe noch nie erzählt, wie ich eigentlich herausgefudnen habe, dass ich hochsensibel bin. Dies ist eine gute Gelegenheit, es nachzuholen.

In der zweiten Hälfter der 1990er war ich schon unterwegs in Richtung meines mittlerweile 3. Burnouts und habe versucht, so viel wie möglich über mich herauszufinden.

Eines Tages stieß ich im Internet auf eine englischsprachige Seite, die Keirsey.com heißt, auf der man einen Persönlichkeitstest machen konnte (damals unentgeltlich).

Bei diesem Test geht es um

vier verschiedene Temperament-Grundtypen:

Artisan, Guardian,  Idealist, Rational. Diese lassen sich auch wieder jeweils in 4  verschiedene Grundtypen unterteilen, die jeweils mit einem Kürzel bezeichnet werden:

Artisan: Promoter (ESTP), Performer (ESFP), Crafter (ISTP), Composer (ISFP)

Guardian: Supervisor (ESTJ), Provider (ESFJ), Inspector (ISTJ), Protector (ISFJ)

Idealist: Teacher (ENFJ), Champion (ENFP), Counselor (INFJ), Healer (INFP)

Rational: Fieldmarshal (ENTJ), Inventor (ENTP), Mastermind (INTJ), Architect (INTP).

Ich denke, dass ich so gerne Persönlichkeitstest machte, war auch der Tatsache geschuldet, dass ich keine richtige Vorstellung davon hatte, wer ich eigentlich war und von mir  selbst ohnehin nur ein sehr verzerrtes Bild hatte, weil ich meine vermeintlichen schlechten Eigenschaften überdeutlich wahrnahm, mir meiner positiven Qualitäten aber in keinster Weise bewusst war.

Ich habe also diesen Test gemacht und mein Testergebnis war:

Idealist Healer

Dort stand damals auch, dass nur 1 % aller Menschen zu diesem Typ gehören. Ich war wie vom Donner gerührt. Audrey Hepburn (mit der ich mich Zeit meines Lebens irgendwie verwandt gefühlt habe) sollte übrigens auch eine idealistische Heilerin sein.

Nur 1 %

Das erklärte alles. Das erklärte, warum ich mich so anders fühlte als alle anderen. Ich WAR anders. Es lag nicht daran, dass ich irgendwie unfähig war, mit anderen zurecht zu kommen (obwohl das ja auch eine sehr lange Zeit in meinem Leben tatsächlich so war), oder dass ich mir etwas einbildete, es war tatsächlich so.

Eine zentnerschwere Last fiel von meinen Schultern

Die Last meines eigenen Selbsts, die Last meines bisherigen Lebens. Ich hatte die Erklärung für mich selbst gefunden. Und ich SOLLTE wohl so sein, ich war offenbar so gedacht, das heißt, das meine bisherigen Erfahrungen, so bitter sie vielleicht gewesen waren, einen Sinn hatten (auch wenn ich ihn vielleicht erst einmal nicht erkennen konnte).

Falls ich jemals in die Verlegenheit kommen sollte, mein Leben auf fünf Schlüsselmomente reduzieren zu müssen, dann wäre dies mit Sicherheit einer. Denn dies war der Moment, in dem ich begann, Vertrauen zu fassen. Vertrauen in mich selbst, in die Welt und ja, auch ins Universum. Es war ja sozusagen alles gut.

Wenn Sie mögen schauen Sie sich die Seite mal an, ich weiß nicht, ob es die englische Sprache ist, aber jedes Mal, wenn ich lese, was dort über den Idealist Healer steht, werde ich total gerührt …

Da der Text ja auf englisch war, habe ich noch weiter nach dem Test in deutsch gesucht und habe diesen Test auch gefunden. Dort bekam ich sogar noch die Abkürzung INFP mit auf den Weg. Damit habe ich dann weiter gegoogelt und bin ganz schnell irgendwo in einem Forum gelandet (von denen es damals noch viele gab). Dort tauchte dann ganz schnell

der Begriff „hochsensibel“

auf.  Ach?  Diese Bezeichnung war mir vollkommen neu, aber natürlich sofort einsichtig. Dort wurde das Buch von Elaine Aron erwähnt, das damals das einzige erhältliche Buch zum Thema war. Ich habe es mir sofort bestellt, mich innerhalb von zwei Tagen hindurchgefräst. Aber dann

war es das leider für die nächsten Jahre.

Obwohl ich mich zu 100 % erkannte und endlich gesehen fühlte, fing ich zunächst einmal gar nichts mit diesem Wissen an. Es war mir damals nicht klar, dass

Erkennen ein wichtiger Schritt

ist, aber eben nur ein winzigkleiner Schritt im Vergleich zu den vielen Schritten, die die Integration und Umsetzung in das eigene Leben mit sich bringt. So hat es alles in allem noch ein paar Jahre gedauert, bis ich bereit war, mein Leben meiner Hochsensibilität anzupassen und nicht umgekehrt. Heute weiß ich

die Umsetzung ist ein lebenslanger Prozess

der nie aufhört, aber manche Schritte sind eben größer und wichtiger als andere. Das Klopfen hat mir dabei wirklich sehr geholfen, weil ich so zu mir selbst gekommen bin, und begonnen habe, mich selbst wichtig zu nehmen meine eigenen Bedürfnisse nicht mehr in den Hintergrund zu stellen, sondern mich vielmehr von ihnen leiten lasse.

Wie haben Sie herausgefunden, dass Sie hochsensibel sind? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

P.S. Der Test beruht übrigens auf Persönlichkeitstypen, die C.G. Jung entwickelt hat und dann von Isabel Briggs Myers/Katharine Cook Briggs zum Myers-Briggs Typenindikator und David Keirsey zum Keirsey Temperament Sorter weiterentwickelt wurden.

Ich mache diesen Test immer wieder mal ganz gerne zwischendurch und bin mittlerweile nicht mehr so auf die „Heilerin“ festgelegt, sondern finde mich gelegentlich auch in der „Beraterin“ wieder. Das passt ja auch gut 🙂

Bildnachweise: Pixabay

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Sieben gute Gründe keine Milch zu trinken

Sieben gute Gründe keine Milch zu trinken

Ich weiß schon sehr, sehr lange, dass Milch eigentlich nichts für mich ist. Dabei habe ich Milch als Kind und junge Erwachsene total geliebt. Bis ich 1997 oder 1998 diesen verhängnisvollen Magendurchbruch hatte. Danach war erstmal Schluss mit der Milch. Mir hatte damals jemand erklärt, dass durch die OP (man entfernte mir ein Stück des Magens) mir nun bestimmte Enzyme fehlen würden, so dass ich Milch nicht mehr verarbeiten könnte.

Damals war ich noch ganz anders in der Welt unterwegs. Von Hochsensibilität wusste ich noch gar nichts. Und ich hatte auch noch nicht angefangen, mich mit biologischen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Ich habe diese Aussage zur Kenntnis genommen, nicht weiter hinterfragt und mich als fortan als laktoseintolerant betrachtet. Jahrelang habe ich überhaupt keine Milchprodukte zu mir genommen außer Butter und Sahne (die sonderbarerweise immer gingen). Ach ja, und natürlich habe ich dabei (ich bin ja sehr experimentierfreudig) auch

Laktase-Tabletten

versucht. Sonderbarerweise funktionierten die Laktasetabletten aber nur manchmal, nicht immer. Und (das war so richtig dumm), ich habe immer erst hinterher gewusst, ob sie funktioniert haben. Oft saß ich da mit Bauchschmerzen – dann hatten sie eben nicht funktioniert.

Ich habe außerdem sehr schnell gemerkt, dass plötzlich ohne die Laktase-Tabletten die Sahne ganz schnell zum Problem wurde. Offenbar stellte der Körper seine minimale eigene Laktaseproduktion bei der Zufuhr von Laktase von außen einfach ein. Nicht gut. Gottseidank ließ sich der Prozess durch das Weglassen der Laktasetabletten wieder rückgängig machen.

Von daher war an der Milchfront erst einmal alles gut. Ich habe mich bestimmt 7 Jahre lang überwiegend vegan ernährt (wenn auch ganz bestimmt nicht so supergesund wie das heute mit veganer Ernährung verbunden ist). Dann wollte ich aber wieder andere Dinge essen, auch Fleisch usw.

Obwohl ich nach wie vor keine Milch trinke, sind Milchprodukte für mich zu einem echten Problem geworden. Vor allen Dingen Käse.

Nach Käse bin ich regelrecht manchmal süchtig

obwohl ich genau weiß, dass ich mich nach dem Genuss von Käse aufblähe wie ein Ballon, schlecht Luft bekomme und vor allen Dingen von einer alles verschlingenden und durch nichts zu besänftigenden Nervosität befallen werde – die letzten Endes auch das Einschlafen schwierig macht. Das nützt alles nichts. Manchmal stehe ich im Supermarkt Ewigkeiten vor dem Käseregal und starre sehnsüchtig wie ein Junkie auf den angebotenen Käse. Manchmal schaffe ich es, zu widerstehen, manchmal nicht. Es endet jedenfalls immer schlecht, wenn nicht.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin in solchen Fällen leider stets bereit, mir das nicht-widerstehen-können als persönliches Versagen anzukreiden. Das macht es natürlich auch nicht besser, ganz im Gegenteil.

Im Rahmen der Recherche für mein neues Buch über Schlafstörungen habe ich mich vor kurzem eingehender mit dem Thema Milch beschäftigt und ein paar schockierende Dinge über Milch herausgefunden.

Dass es nämlich jede Menge guter Gründe gibt, überhaupt keine Milchprodukte zu sich zu nehmen

– ganz gleich, ob man sie zu vertragen scheint oder nicht.

1. Grundsätzlich landet alles, womit die Kuh in Berührung gekommen ist, später in der Milch

Herbizide, Pestizide, Dioxine (Lt. WHO stammen 90% der von Menschen aufgenommenen Dioxine von Milch und Fleisch. Dioxin gilt als extrem giftige, krebsauslösende Chemikalie.), Blut, Kot, Bakterien und Viren, Hormone, Antibiotika usw. Die Kühe werden z. B. mit Antibotika gegen Euterentzündungen behandelt und bekommen offenbar vor der Geburt eines neuen Kalbes präventiv Antibiotika verabreicht.  Eine 2011 in der Zeitschrift Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlichte Studie hat  ans Licht gebracht, dass ein einziges Glas Milch an die 20 verschiedene pharmakologisch aktive Substanzen wie Schmerzmittel, Antibiotika und Wachstumshormone enthielt (untersucht wurden Kuhmilch, Ziegenmilch und Muttermilch). Gruselig, oder?

2. Milch ist an sich für Menschen ein artfremdes Getränk

Es ist dazu bestimmt, den Nachwuchs der Kuh aufzuziehen. Darum enthält es jede Menge Wachstumsfaktoren, damit das Kalb schnell groß wird.  Für erwachsene Menschen ist die Aufnahme von IGF-1 (insulinähnliche Wachstumsfaktoren) nicht nur unsinnig, sondern ungesund. Denn diese Wachstumsfaktoren werden vor allen Dingen mit Zellwachstum in Verbindung gebracht, genauer mit dem Wachstum von Tumorzellen und zwar bei Brust,- Eierstock und Prostatakrebs.

3. Milch verhindert nicht das Risiko an Osteoporose zu erkranken,

sondern erhöht vielmehr das Risiko von Knochenbrüchen. Eine 2014 veröffentlichte schwedische Langzeitstudie, in der 60.000 Frauen 20 Jahre lang und 45.000 Männer 11 Jahre lang begleitet wurden, kam zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von Milch das Risiko von Knochenbrüchen erhöhte. Das war aber nicht das einzige Ergebnis dieser Studie. Es kam ebenfalls dabei heraus, dass

4. die MilchtrinkerInnen sogar früher starben,

vor allen Dingen jene, die mehr als 3 Gläser Milch am Tag tranken (ca. 680 ml). Dieses Ergebnis wurde von den Forschern damit erklärt, dass Milch entzündliche Prozesse der unterschiedlichsten Art im Körper fördert und in Verbindung mit den erhöhten oxidativen Stresswerten, die sich ebenfalls bei den ausgemachten MilchtrinkerInnen fanden, Krankheiten auslöst. Die Bandbreite ist groß und reicht von Akne, Neurodermitis, Allergien, Reizdarm, Bluthochdruck, Arthritis, Osteoporose, chronische Nebenhöhlenentzündungen, bis hin zu Parkinson, Alzheimer und eben auch Krebs.

5. Der Verzehr von viel Milch im Kindesalter wird in Verbindung gebracht mit dem Entstehen von Diabetes Typ 1

Dazu gibt es einige Studien. Offenbar ist das Protein in der Milch, das Kasein, dafür verantwortlich. Dazu später noch mehr.

6. Milch verschleimt den Körper.

Sie können das ganz einfach selbst überprüfen, indem Sie eine Zeitlang alle Milchprodukte weglassen und dann Käse essen.

7. Die meisten Menschen können überhaupt keine Milch verstoffwechseln.

Wussten Sie, dass rund 75 % der Weltbevölkerung an laktoseintolerant ist? Diesen Menschen fehlt das Enzym Laktase, mit dem der in der Milch enthaltene Milchzucker aufgespalten wird, so dass dieser nicht vom Körper aufgenommen werden kann.In der Folge entstehen Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Blähungen, Durchfall und Erbrechen. Die Bandbreite an Symptomen geht aber noch viel, viel weiter, sie kann auch chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und Schwindel auslösen …

Dass so viele Menschen keine Milch verstoffwechseln können, ist aber auch kein Wunder. Milch ist kein Getränk für Menschen. Darum sollen Kinder mit Muttermilch gestillt werden, dann bekommen sie die ihnen von der Natur zugedachte Nahrung. Im Netz habe ich den Hinweis gefunden, dass die Laktaseaktivität sowieso nach der Entwöhnung von der Muttermilch abnimmt. In Afrika oder Asien ist es daher vollkommen normal, Laktose nicht verstoffwechseln zu können. Dass es in Westeuropa, Australien und Nordamerika anders ist, liegt vermutlich in der langen Tradition der Weidewirtschaft.
Eine Laktoseintoleranz kann angeboren sein (absolute Laktoseintoleranz), sie kann aber auch vorübergehend oder erworben sein (sekundäre Laktoseintoleranz), z. B. durch Erkrankungen des Verdauungssystems, chronische Darmerkrankungen, Zöliakie, Darmparasiten, Alkoholmissbrauch, Chemotherapie, Mangelernährung, Divertikel, Gastrektomie etc.

Ich habe ja schon eingangs erwähnt, dass ich mich selbst lange Zeit für laktoseintolerant gehalten habe. Mir ist im vergangen Jahr so langsam gedämmert, dass das möglicherweise nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Ich habe verschiedene sog. laktosefreie Produkte ausprobiert und es ging mir trotzdem schlecht.

Jetzt bin ich darauf gekommen, dass ich offenbar

eine Kasein-Unverträglichkeit

habe. Milch besteht zu 80 % aus Proteinen, dem Kasein und zu 20 % Molkeneiweiß. Bei einer Kaseinunverträglichkeit reagiert der Körper auf die Kasein-Eiweißbestandteile, weil er sie nicht verwerten kann.

Foto: Couleur/pixabay

Die Symptome der Kaseinunverträglichkeit decken sich weitgehend mit denen der Laktoseintoleranz. Aber es gibt auch noch andere Symptome, z. B. Hautveränderungen, Urtikaria, Neurodermitis, Hautstörungen, Pickel, Pustel, Juckreiz und eine Neigung zu Ekzemen. Auch Juckreiz, Ekzembildung, Pickel Pusteln, Hautrötungen oder Allergische Rhinitis und allergischer Schnupfen.

Natürlich stelle ich mir dann auch die Frage, wie sich all das auf meine Hochsensibilität auswirkt, bzw. eher andersrum, inwieweit die Symptome durch meine Hochsensibilität verstärkt werden – weil ich ja alles, was in meinem Körper vor sich geht, wie mit einer Lupe vergrößert überdeutlich wahrnehme.

Besonders fatal: Kasein enthält sog. Kasomorphine, die suchterregendes Potential haben, sie docken direkt an unsere Opiodirezeptoren an und greifen so direkt in unser Gefühlsleben ein. Mir war sofort klar, dass dort die Nervosität, die mich nach dem Verzehr von Käse befällt, herkommen muss. Und dass es jetzt wirklich an der Zeit ist für mich, die Reißleine zu ziehen und den Verzehr von allen Milchprodukten auf ewig einzustellen und mich noch einmal sehr eingehend mit meiner Ernährung zu befassen. Ich habe einen Tipp für ein superspannendes Buch bekommen, das diesen Zusammenhängen noch näher nachgeht, darüber werde ich demnächst mehr berichten.

Hat dieser Artikel neue Erkenntnisse für Sie gebracht?  Was erleben Sie mit Milch? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Ich wollte mich übrigens noch gerne für Ihre freundlichen Reaktionen auf meinen letzten Artikel bedanken, ich habe mich sehr getröstet gefühlt und mich anderen konstruktiven Dingen zugewandt anstatt mir die Haare zu raufen.

Ich gehe jetzt übrigens in eine Sommerpause, im Juli geht es mit frischer Energie dann wieder weiter.

Herzliche Grüße und eine schöne Zeit für Sie,

Ihre
Monika Richrath

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Monika Richrath

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Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

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Ohne Kunst kann ich nicht leben

Ohne Kunst kann ich nicht leben

Kunst hat in meinem Leben eine ganz besondere Bedeutung und ich bin sicher, dass es hier einen direkten Bezug zu meiner Hochsensibilität gibt. In entsprechenden HSP-Tests gibt es fast immer eine Frage oder Feststellung zum Ankreuzen, die lautet „Kunst kann mich zu Tränen rühren“ oder ähnlich. Gestern war ich im Museum und hatte ein eher schräg geartetes Kunstlerlebnis, was ich zum Anlass nehme, mir einmal Gedanken über die Kunst in meinem Leben zu machen.

Gestern war ich also spontan im Museum um mir dort die Erweiterung der August-Macke-Ausstellung anzusehen. Ausgestellt waren dort zusätzliche Skizzen und Zeichnungen Mackes. Und weil das nicht besonders lange dauerte, haben wir uns gleich anschließend noch die Gerhard Richter Ausstellung angesehen, die auch derzeit im Kunstmuseum in Bonn zu sehen ist.

Einer unbekannten Person begegnen

Ich muss sagen, ich war richtig ein wenig nervös - es war, wie eine unbekannte Person zu treffen, von der ich schon viel gehört habe. Mit Gerhard Richter habe ich mich bislang nicht besonders beschäftigt, ich habe lediglich ein paar seiner Landschaftsbilder gesehen, die mir aber sehr gefallen haben. Ich ging davon aus, dass mich dort weitere Landschaften in blauweißgrau erwarteten. Und war zunächst sehr irritiert, als ich dann Exponate vorfand, wie etwa zwei riesige, verschieden grau lackierte Flächen. Nichts, zu dem man in Beziehung treten kann, ich quasi völlig auf mich selbst zurückgeworfen wurde. (Aber wer weiß, vielleicht hat der Künstler ja genau dies im Sinn gehabt?) Ich begann mich zunehmend unwohl zu fühlen und bin im Eilschritt durch die Ausstellungsräume.

Bedrängnis

Noch schlimmer wurde es, als wir in eine höhere Etage stiegen, auf der Suche nach einem weiteren Exponat. Dort fanden wir uns in den Räumen zeitgenössischer Kunst wieder. Riesengroße Exponate, die manchmal eine ganze Wand einnahmen, häufig neonfarben, mit wilden Kritzeleien und absonderlichen Formen. Es ist vielleicht ein wenig sonderbar, aber ich war binnen von Sekunden total gestresst, ich merkte richtig, wie mir der Schweiß ausbrach und ich mich extrem unwohl fühlte. Bloß raus hier! Von diesen Bildern fühlte ich mich aufs äußerste bedrängt, verstand ich noch und dann machte ich, dass ich wieder in das graue, neutrale Foyer zurückkam, wo ich mich beruhigen konnte.

Das Gefühl, geschlagen worden zu sein

Mir fiel der letzte Ausstellungsbesuch ein, der auch kein besonderer Erfolg war: Katharina Sieverding: Kunst und Kapital in der Bundeskunsthalle. Katharina Sieverding hat Details aus Fotoaufnahmen vergrößert und hineinkopiert in andere Aufnahmen. Eine interessante Idee, nur leider ganz unverständlich ohne das ausführliche Studium der erklärenden Tafeln. Und meistens sehr, sehr politisch und im Weltgeschehen verhaftet. Womit ich mich üblicherweise weniger beschäftige. Und auch hier wieder riesige Wandformate. Als ich wieder nach Hause ging, hatte ich das Gefühl, geschlagen worden zu sein, nicht nur auf einer seelischen Ebene, sondern auch körperlich. Danach hatte ich, so fällt mir jetzt eben ein, auch längere Zeit kein Bedürfnis nach einer Ausstellung.

Ohne Kunst kann ich nicht leben

Das ist schon ein wenig seltsam, denn eigentlich kann ich ohne Kunst nicht leben. Wenn ich mir eine Ausstellung ansehe, die mich anspricht, ist es eher so, dass ich merke, dass sich in mir etwas öffnet, wenn ich vor einem Bild stehe. Ich merke, wie lange ich es schon vermisst habe, mir Kunst anzusehen. Ich frage mich dann immer, wieso es so lange gedauert hat, warum ich das nicht öfter mache? In solchen Augenblicken hat ein Kunstwerk immer etwas sehr Essentielles, etwas unbedingt Notwendiges, etwas ohne das ich nicht sein kann.

Ein wenig verstört durch das gestrige Erlebnis habe ich mich gefragt, was Kunst eigentlich für mich bedeutet  und was an Kunst für mich wichtig ist? Muss Kunst nur „schön“ sein? Darf Kunst mich nicht aufregen?

Was hat meine Hochsensibilität mit Kunst zu tun?

Sehr viel, wurde mir sehr schnell klar. Drei Dinge gibt es, die für mich im Umgang mit Kunst sehr wichtig sind, die mit relativ typischen hochsensiblen Eigenschaften zu tun haben:

1. Das Interesse am Menschen

Ich kann ein Kunstwerk niemals abgekoppelt ohne den Künstler dahinter betrachten, ich will immer auch wissen, was hat dieser Mensch erlebt, warum hat er etwas so und so gemacht, schließlich ist das Kunstwerk ja Ausdruck des Menschen, der es geschaffen hat. Und es ist auch gar nicht so selten, dass ich mich dann auf irgendeine Weise mit diesem Menschen verbinde, selbst wenn er schon tot ist und ich ihn persönlich niemals kennenlernen kann.

2. Das Bedürfnis verstehen zu wollen

Für mich ist es ganz wichtig, Kunst verstehen zu können, also, dass ich verstehen kann, was auf einem Bild oder einer Fotografie abgebildet ist, ohne dass mir jemand das noch erklären muss. Abstrakte Kunst z. B. macht mich meist ärgerlich, weil sie sich meinem unmittelbaren Verständnis entzieht und ich zu einfachen Formen und Linien auch keinen besonderen Bezug habe.

Jetzt ist dazu noch eine weitere, technische Komponente gekommen. Seit etwas mehr als einem halben Jahr nehme ich regelmäßig Zeichenunterricht. Das führt dazu, dass ich Zeichnungen nicht nur einfach ansehe um das Ergebnis zu bewundern, sondern ich sehe sie mir genauer an um herauszufinden, welche Techniken der Künstler verwendet hat, um bestimmte Effekte zu erzielen usw.

3. Das Bedürfnis nach Harmonie

Hochsensible Menschen haben häufig ein besonderes Bedürfnis nach Harmonie, die sich in vielfältiger Form äußern kann. In meinem Fall bezieht sich die Harmonie in der Kunst auf die verwendeten Farben, ist mir klargeworden. Grelle Neonfarben empfinde ich als so aufdringlich, dass ich nicht einmal hinsehen mag. Wenn es keine Harmonie gibt in einem Kunstwerk ist es für mich absolut unmöglich mit ihm in Beziehung zu treten. Und das ist es, was an der Kunst für mich schön ist. Ich trete in Beziehung mit etwas, das jemand anderer geschaffen hat. Oder trete ich durch etwas, was jemand anderer geschaffen hat, eher in Beziehung mit mir selbst?

Meine Kreativität wurde immer gefördert

Diese Frage lässt sich wohl genauso wenig beantworten, wie die Frage, ob die Kunst in mir selbst ist, oder ob sie mir vielleicht vererbt wurde, denn für meine Mutter war Kunst alles. Sie hat dafür gesorgt, dass Kunst in unserem Leben einfach allgegenwärtig war und hat auch dafür gesorgt, dass wir schon als Kinder immer wieder mit Formen künstlerischen Ausdrucks in Berührung kamen, indem sie uns bei verschiedenen Workshops und Kursen angemeldet hat. Und wenn ich mich für eine große Sache entscheiden müsste, die meine Mutter mir geschenkt hat im Leben und für das Leben, dann wäre es, dass sie meine überbordende Kreativität immer gefördert hat. Und dafür werde ich ihr ewig dankbar sein. Kreativer Ausdruck ist für hochsensible Menschen ja sowieso sehr wichtig.

Riesige Wandformate stören mich übrigens nicht immer. Bei Hockney oder Baselitz hatte ich gar kein Problem damit … aber möglicherweise tendiere ich doch eher zu kleinen Bildern, das muss ich einmal beobachten …  Schlichtheit finde ich ebenfalls anziehend.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Welche Rolle spielt Kunst in Ihrem Leben? Was brauchen Sie um mit einem Kunstwerk in Beziehung zu treten? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzlichst,

Ihre
Monika Richrath

 

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig