Die Liebe empathischer Menschen

Die Liebe empathischer Menschen

DIE LIEBE EMPATHISCHER MENSCHEN

Schon lange habe ich mich beim Lesen eines Buches nicht mehr so gesehen und erkannt gefühlt - was sich wunderbar anfühlte. Gleichzeitig habe ich mich beim Lesen aber auch pausenlos vor Scham gewunden, eben weil ich mich darin zu 300 % selbst wiedererkannt habe …

*

Unbequeme Wahrheiten hören vermutlich die wenigsten Menschen gern. Und doch bin ich wirklich froh, dieses Buch gelesen zu haben, denn nachdem ich diese Wahrheiten nun aufgenommen und verarbeitet habe, habe ich natürlich auch den Beschluss gefasst, etwas an meinem Liebesverhalten zu verändern. Von daher bin ich sicher, dass Die Liebe empathischer Menschen mich nun eine ganze Zeitlang begleiten wird.

Schon der Untertitel des Buches

Die Gratwanderung zwischen wahrer Liebe und seelischen Verletzungen

machte mich ziemlich neugierig. Ich glaube ja, dass ich sie schon gefunden habe, die „wahre Liebe“, hadere aber immer wieder mit seelischen Verletzungen.

Grundsätzlich hat es mir übrigens sehr gut gefallen, dass Herr Rohleder über empathische Menschen schreibt, und Hochsensibilität eher als Extremform der Empathie betrachtet. Hier fühlte ich mich sehr gut aufgehoben.

Wie schon in „Die Berufung für Hochsensible“ greift der Autor auch in diesem Buch auf das  theoretische Konstrukt des „Drei-Ich-Modell nach Luca Rohleder© “ zurück: das NEUGEBORENEN-ICH (NI), ERWACHSENEN-ICH (EI),  und das HÖHERE-ICH (HI).

Neugeborenene verfügen nach der Geburt über Urinstinkte oder Reflexe, denn sie sind allein nicht überlebensfähig. (Mit den Instinkten sind der Zugriff des HÖHEREN-ICHs auf die Informationen der UNSICHTBAREN WELT gemeint). Das Gehirn ist noch nicht vollständig ausgereift, die Festplatte quasi unbeschrieben und einige Teile des Gehirns entwickeln sich erst durch bestimmte Lernprozesse. Wenn Sie Kinder haben, haben vielleicht selbst schon die Erfahrung gemacht, dass sie in jungen Jahren eine gewisse Übersinnlichkeit besaßen, die sich in späteren Jahren verloren hat.

Empathische Menschen zeichnen sich nach Luca Rohleder dadurch aus, dass sie die Anbindung an die UNSICHTBARE WELT nicht vollständig verloren haben. An einem bestimmten Zeitpunkt vor oder nach der Geburt kam die Entwicklung eines herkömmlichen Inneren Kindes zum Erliegen. An seine Stelle trat das NEUGEBORENEN-ICH. Herr Rohleder glaubt, dass dies bei allen Extremformen der Hochsensibilität kurz vor oder nach der Geburt geschehen sein muss, bei den empathischen Menschen irgendwann danach. Er schreibt so schön „Empathische Menschen stehen noch mit einem Bein in der UNSICHTBAREN WELT.“ Mit der UNSICHTBAREN WELT sind das intuitive Wissen von Zusatzinformationen über Umwelt, Umfeld und andere Menschen gemeint. Das HÖHERE-ICH stellt dabei die Verbindung zur UNSICHTBAREN WELT dar. Vielleicht haben empathische Menschen deshalb oft das Gefühl, nicht auf die Erde zu gehören?

Halten wir an dieser Stelle erst einmal fest, dass Sie als empathischer Mensch über ein NEUGEBORENEN-ICH verfügen. In der prägenden Phase werden Sie daher vermutlich ein gewisses empathisches Liebesideal entwickeln, das geprägt ist von Ehrlichkeit, Bedingungslosigkeit, Engagement und Selbstlosigkeit - Ihre Vorstellung von WAHRER LIEBE. Vielleicht werden Sie niemals aufhören, nach diesem Ideal zu suchen … Dieses Ideal orientiert sich an der Zeit ihrer Geburt, als ihre Mutter höchstwahrscheinlich vollkommen auf Sie fixiert war und Sie selbst nichts tun mussten. Ein Teil von Ihnen hat sich die Erinnerung an diese Zeit bewahrt und hört nie mehr auf, nach der bedingungslosen Liebe zu suchen, die Sie erlebt haben.

Da habe ich schon ziemlich geschluckt

Denn ich habe tatsächlich selbst das Problem, dass meine Erwartung auf Händen getragen zu werden, meist nicht erfüllt wird. Erst durch das Lesen die Liebe empathischer Menschen ist mir das überhaupt klar geworden - und auch, wie schräg diese Erwartung eigentlich ist. Auch wenn ich eine sehr fürsorgliche Partnerin bin, wäre ich zu diesem selbstlosen Engagement selbst gar nicht bereit …

Außerdem geschah noch etwas Anderes, was ebenfalls in dieser prägenden Phase geschehen kann:

die Entwicklung von Urängsten.

Warum empathische Menschen so Schwierigkeiten mit der Liebe haben

*

Wenn Säuglinge das Gefühl haben, nicht beachtet und vergessen zu werden kann sich das zu einer Sache auf Leben und Tod entwickeln. Denn wenn niemand kommt und das Baby füttert, muss es sterben. Herr Rohleder hat es ganz wunderbar beschrieben: das die Instinkte eines Neugeborenen permanent dafür sorgen, sicherzustellen, dass die Eltern anwesend sind. Daher liegen Babys nur da und schauen und hören. Sobald es Anzeichen dafür gibt, dass z. B. die Mutter nicht mehr verfügbar ist, stellt dies für das Kind eine Bedrohung dar. Denn das Kind kennt nur den aktuellen Augenblick und es weiß, dass es in Gefahr ist, wenn keiner da ist …

Das NEUGEBORENEN-ICH beobachtet permanent seine Bezugspersonen um herauszufinden, ob es geliebt wird und wenn es das Gefühl hat, dass es nicht so ist, kann es Urängste entwickeln. Dies sorgt zum einen dafür, dass Sie schon als ganz kleiner Mensch übermässigem Stress ausgesetzt waren (was sich auf Ihr ganzes weiteres Leben auswirken kann), zum anderen können Sie Verhaltensweisen entwickeln, die Sie selbst behindern, auf andere Menschen befremdlich wirken und nur sehr schwer wieder loszuwerden sind. Mich z. B. triggert das Gefühl, nicht beachtet zu werden, unglaublich an und kann tagelang andauernde Stressattacken in Gang setzen …

Wachsen und werden

Natürlich ist Herr Rohleder mit seinem Latein da noch längst nicht am Ende. Im Gegenteil, nach diesen wichtigen Grundlagen geht es nun um weitere Lebensphasen

  • die vergeistigte Phase
  • die überlastete Phase
  • die lebensverneindende Phase
  • die erwachende Phase
  • die erlösende Phase
  • die liebende Phase

und darum, wie Sie die Liebe in den jeweiligen Phasen erleben. Auch das ist ungemein spannend und erhellend und baut auf den Erkenntnissen auf, die Sie als Säugling erlebt haben. Warum sind empathische Menschen im hohen Grade gerade in Liebesdingen erregbar? Warum entwickeln sie Zukunftsängste? Was ist das empathische Liebesparadoxon? Warum haben viele empathische Menschen (EM) Schwierigkeiten mit Bindung und emotionaler Nähe? Warum sind empathische Menschen häufig regelrechte Kontrollfreaks? Wie kann ich eine Bindungsphobie auflösen?

Dieses Buch ist wirklich spannend

von der ersten bis zur letzten Zeile. Ich hoffe, ich konnte Sie ein bisschen neugierig machen. Ich habe ganz bewusst nur einen Aspekt des Buches so ausführlich beschrieben, in der Hoffnung, dass Ihnen das Lust auf mehr macht. Die Liebe empathischer Menschen ist meiner Meinung nach eine Anschaffung fürs Leben. Dazu kommt noch, dass Herr Rohleder seinen Schreibstil ganz entscheidend verbessert hat. Mein Lesefluss wurde nicht mehr durch inneres Aufbegehren gestört, sondern ich konnte mich ganz und gar auf den (wie ich finde äußerst wertvollen) Inhalt konzentrieren. Das Buch bekommt einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal und ich bin ganz sicher, dass ich es in absehbarer Zeit wieder zur Hand nehmen und noch einmal lesen werde. Bestimmt auch um die ein oder andere Erkenntnis zu beklopfen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Liebe gemacht? Kennen Sie die oben beschriebenen Phänomene von sich selbst? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Herzliche Grüße,
Ihre
Monika Richrath

Die Liebe empathischer Menschen*
Luca Rohleder
dielus edition
ISBN 978-3-9817975-8-9

22,99 EUR

NEU!

Erscheint am 8. Oktober 2018 im Buchhandel

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

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Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

9 Dinge die sich für HSP nicht sicher anfühlen

9 Dinge die sich für HSP nicht sicher anfühlen

HOCHSENSIBILITÄT KLOPFAKUPRESSUR

9 Dinge
die sich für HSP
nicht sicher anfühlen

MONIKA RICHRATH

Milliarden Euro werden jährlich ausgegeben von Konsumenten, auf der Jagd nach Glück, Liebe, Gesundheit, Geld, Erfolg, Familie usw.  Sind nicht die Grundpfeiler des westlichen Kulturkreises auf den Erwerb dieser Dinge ausgerichtet? Darüber könnte man ganze philosophische Abhandlungen verfassen, merke ich beim Schreiben dieses Artikels. Oder politische. Da mein Thema aber eher psychologischer Natur ist und ich mich mit Hochsensibilität befasse, möchte ich auf etwas ganz anderes hinaus.

Wir geben uns unglaubliche Mühe zu Glück, Liebe, Gesundheit (davon können Hochsensible ganz besonders ein Lied singen), Geld und Erfolg zu kommen - vermutlich geben wir auch eine Menge Geld aus unser Ziel zu erreichen. Denken Sie an die Liebesfilme im Kino oder Fernsehen, wenn sich die beiden ProtagonistInnen endlich in die Arme fallen und impliziert wird, dass sie bis ans Ende ihrer Tage glücklich werden. Was ist dann? Ist das wirklich das Ende?

Fängt dann nicht erst alles an? Ist das nicht vor allem der Beginn von Furcht? Eine Furcht, die vielleicht viele Menschen insgeheim plagen mag, aber von hochsensiblen Menschen besonders wahrgenommen wird? Furcht ist vielleicht auch  ein zu starkes Gefühl, darum verwende ich den Begriff „nicht sicher“.

Ich habe in diesem Artikel zehn Dinge aufgelistet, die sich vor allem für HSP nicht sicher anfühlen können. Das meiste davon kenne ich aus eigenen Erfahrungen.

1. Der Besitz von Geld

Betrifft bestimmt Abermillionen von Menschen, die potentierte Form davon sind Menschen, die Millionen im Lotto gewinnen und nach ein paar Jahren von Hartz IV leben müssen, weil sie das Geld zum Fenster rausgeworfen haben. Ich hätte Ihnen gerne einen

Seniorin schüttelt ein leeres Sparschwein

Prozentsatz an verarmten Lottogewinnern im Verhältnis zu wohlhabenden Lottogewinnern insgesamt zur Verfügung gestellt, aber leider keinen gefunden. Vielleicht gehören Sie ja auch zu den Menschen, denen der Besitz von Geld unheimlich ist und die darum alles daran setzen, ihr Geld so schnell wie möglich wieder auszugeben, damit sie ihren Status Quo wieder herstellen können. Man leidet dann zwar unter dem Geldmangel, fühlt sich aber wohler damit, als wenn man keinen Geldmangel hat. Ich habe selbst lange Zeit dazu gehört und ich kann Ihnen versichern, es hat gedauert, bis ich herausgefunden habe warum (und natürlich hatte es überhaupt nichts mit Geld an sich zu tun).

2. Sich verlieben

Für hochsensible Menschen kann sich der Prozess des Verliebens anfühlen, wie sich auf dünnes Eis zu begeben. Zum einen werden die Verliebtheitsgefühle oft intensiver wahrgenommen, was alleine schon für Aufregung sorgen kann. Ich bin in so einem Zusammenhang schon vor Glück richtig krank geworden. Aber bis Sie wissen, ob Ihre Gefühle erwidert werden oder nicht schwanken Sie vermutlich zwischen Rückzug und vorsichtigem Vortasten. Es gibt nicht nur Schmetterlinge im Bauch, sondern auch das Gefühl eines Ausgesetztseins (so habe ich es jedenfalls immer empfunden). Und vergessen Sie nicht - Bewertungen spielen hier eine wichtige Rolle, nämlich, wie der/die Angebetete Sie bewertet, ob er Sie annehmen, für gut befinden wird, für geeignet für eine Beziehung. Und wenn das nicht passiert, fühlen wir uns meistens mit unserem ganzen Wesen abgelehnt (sofern wir nicht sehr abgeklärt sind). Sehr viele Menschen lösen dieses Problem auf eine höchst einfache, aber effektive Weise: sie verlieben sich in unerreichbare Menschen, die sie sowieso „nicht bekommen“ können, so können sie intensive Liebesgefühle ausleben, ohne jemals befürchten zu müssen, mit „zuviel Nähe“ umgehen zu müssen - ich weiß, wovon ich spreche - einen unendlich langen Zeitraum meines Lebens (10 Jahre) bin ich als Single durchs Leben gegangen - ohne zu verstehen, dass ich selbst es war, die diesen Zustand aufrecht erhielt.

3. Eine Beziehung eingehen

Die erste „Hürde“ ist genommen und Sie sind bereit, sich auf jemanden einzulassen. Jetzt kommt der Alltag ins Spiel. Alle Vorlieben, Lebenserfahrungen, Macken und Geschichten der beiden PartnerInnen prallen (mitunter heftig) täglich aufeinander. Auch das ist ein Prozess, der sich nicht sicher anfühlen kann. Ich bin einmal einer Frau begegnet, die sich aufgrund der Hochsensibilität nicht mehr auf eine neue Beziehung einlassen wollte,  die andauernden Erklärungsnöte empfand sie als zu stressig und kräftezehrend. Es kann schwierig sein, sich auf eine neue Beziehung einzulassen, wenn Sie unsicher sind, wie gut Sie darin mit Ihrer Hochsensibilität aufgehoben sind. Oder wenn Sie nicht wissen, wie Sie sich Freiräume verschaffen und Respekt dafür.

4. Zusammenziehen

Als hochsensibler Mensch sollten Sie es sich sehr gut überlegen, ob Sie wirklich mit Ihrer Beziehung zusammenziehen möchten. Idealerweise ist IhrE PartnerIn ebenfalls hochsensibel, so dass Sie Ihre Bedürfnisse vielleicht besser kommunizieren können, aber, was wenn nicht? Das fühlt sich sehr unsicher an. Es gibt viele Punkte, die bedacht werden wollen. Können Sie sich überhaupt regenerieren, wenn jemand anderer immer da ist? Einfach nur zu erleben, dass man nicht allein ist - manche Menschen fühlen sich schon gestört von Geräuschen, die andere machen (und ich spreche dabei nicht von Schnarchen).  Haben Sie einen Rückzugsraum für sich selbst?  Persönlich glaube ich ja, dass die meisten hochsensiblen Menschen einen Raum benötigen, der nur ihnen gehört, was das Zusammenziehen von vornherein ausschließt, aber vielleicht sind Sie da ja anders gepolt. Für mich fühlt sich jedenfalls allein das Gefühl nicht sicher an, keinen Platz mehr zu haben, an dem ich die Bestimmerin bin, wo alles auf mich ausgerichtet ist und wo ich sein darf, wie ich will.

5. Heirat

Heiraten ist Beziehung in Potenz. Ich glaube ja, für hochsensible Menschen ist eine Heirat noch einmal eine ganz besondere Nummer. Heirat fühlt sich für mich auch nicht sicher an. Seit ich Luca Rohleder gelesen habe, weiß ich warum. Jetzt weiß ich, dass hochsensible Menschen sehr freiheitsliebend sind. Für mich ist Freiheit daher nicht einfach nur ein sinnentleerter Begriff. Ich glaube an Freiheit. Meine eigene und die anderer Menschen. Und ich will die Freiheit besitzen, mich jeden Tag neu für meine Partnerin zu entscheiden. Aber natürlich will ich nicht ausschließen, dass es doch eines Tages einmal eine „Commitment-Ceremony“ gibt, das ist eben etwas anderes als eine Heirat, mehr eine Würdigung der gemeinsamen Liebe und Achtung für den gemeinsamen Lebensweg, als ein offiziell behördlich besiegeltes Miteinander.

6. Kinder

Sich für ein Kind zu entscheiden ist ebenfalls eine schwierige Entscheidung, die sich nicht sicher anfühlen kann. Abgesehen von Befürchtungen, die die Schwangerschaft und Geburt selbst betreffen können, könnte vielleicht das Gefühl von Kontrollverlust hier eine Rolle spielen. Wenn Sie sich für ein Kind entscheiden, wissen Sie einfach nicht, was auf Sie zukommt. Die meisten Menschen unterschätzen offenbar vollkommen, welche Anforderungen Kinder an einen stellen, auf welche Weise sich das Leben ändern wird, wenn Kinder da sind. Werden Sie als hochsensibler Mensch dem gewachsen sein? Am wichtigsten: Sie können nun nicht mehr einfach aussteigen. 18 Jahre lang.

7. Eine Arbeitsstelle zu bekommen

Eine Arbeitsstelle zu bekommen kann sich ebenfalls nicht sicher anfühlen, vor allen Dingen, wenn man durch äußere Umstände gezwungen wird, diese Arbeit anzunehmen, sich selbst aber keinesfalls sicher ist. Schwierig ist vielleicht daran nicht einmal die Arbeit selbst, sondern eher das Drumherum: man muss mit neuen Kollegen auskommen (was sich besonders schwierig anfühlen kann, wenn man schon dementsprechende negative Erfahrungen gemacht hat), man muss sich einen Platz suchen im Unternehmensgefüge und sich dauernden Bewertungen unterziehen. Besonders schwierig wird es natürlich, wenn man sich im Grunde genommen überhaupt nicht arbeitsfähig fühlt (was ja viele HSP betreffen dürfte), am Rande oder inmitten eines Burnouts steht.

8. Ein Geschenk zu bekommen

Bekommen Sie gerne Geschenke? Eigentlich eine tolle Sache, sollte man meinen. Nun, ich kenne einige Menschen, für die das Erhalten von Geschenken der pure Stress, nicht sicher ist. Sie mögen ihre Geschenke nicht öffnen, wenn sie dabei beobachtet werden und sehen sich lieber alles in Ruhe alleine an. Ich selbst habe damit eigentlich kein größeres Problem - so dachte ich jedenfalls. Aber einmal habe ich in einer solchen Situation einmal richtig doof reagiert, so dass ich denke, da habe ich vielleicht doch noch Besserungsbedarf: Als mir Seminarteilnehmerinnen ganz unterwartet zum Seminarende eine liebe Karte schenkten … die dann von mir spontan kaum beachtet wurde - über die ich mich aber natürlich im stillen Kämmerlein riesig gefreut habe! Das wurmt mich heute übrigens immer noch 😉

9. Gesund werden

Ich glaube, dies ist eine Furcht, die viele HSP betreffen dürfte. Zugegebenermaßen klingt es erstmal sehr komisch. Vor allen Dingen, weil viele hochsensible Menschen mit körperlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und sich nichts sehnlicher wünschen, als gesund zu sein, ohne diese Schwierigkeiten.  Aber so einfach ist es eben nicht. Vielfach gibt es ja den sog. „sekundären Krankheitsgewinn“, etwas, das dafür sorgt, dass wir krank bleiben, weil der Gewinn, den wir aus der Krankheit oder den Schwierigkeiten ziehen, letztendlich größer ist als der Wunsch, wieder gesund zu sein. Für mich liegt z. B. ein sekundärer Krankheitsgewinn darin, dass ich von Behörden anders behandelt werde, (aufgrund meiner Autoimmunkrankheiten gelte ich als „Rehabilitandin“), was mir einen gewissen Schutz bietet. Bestimmte Anforderungen werden nicht mehr an mich gestellt. Diesen Schutz aufzugeben fühlt sich für mich sehr nicht sicher an. Ich arbeite aber ganz intensiv daran, diese Furcht zu überwinden und den Schutz, den mir mein Gesundheitsstatus gibt, aufzugeben. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass mir das irgendwann auch gelingen wird.

„Nicht sicher“ klopfen

Natürlich können Sie alles, was sich für Sie nicht sicher anfühlt, wunderbar mit der Klopfakupressur in Angriff nehmen, z. B., indem Sie den 2. Satzteil anders formulieren: Anstelle von „liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz“, könnten Sie sagen … „bin ich sicher“ oder „bin ich in Sicherheit“. Ein ganzer Beispielsatz für das Thema Gesundheit könnte z. B. dann lauten „Auch wenn es sich für mich nicht sicher anfühlt, gesund zu sein, bin ich in Sicherheit.“

Nun sind Sie am Drücker. Was ist für Sie nicht sicher? Wie immer freue ich mich über Ihre Kommentare.

Bis bald! Herzlichst, Ihre
Monika Richrath

Besser umgehen mit Hochsensibilität.

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Monika Richrath

Monika Richrath

Richrath EFT Lösung

Nach dem dritten Burnout und drei Autoimmunkrankheiten (Fibromayalgie, Hashimoto, Nebennierenschwäche) ist mir endlich klar geworden, dass ich nicht funktionieren kann in den üblichen Strukturen der Arbeitswelt und ich habe den Mut gefunden, mich selbständig zu machen. Seit 2011 arbeite ich als Coach und Trainerin für Klopfakupressur und bin die Autorin dieses Blogs.

Die hier angewandte EFT* basierte Klopfakupressur orientiert sich weder an dem „Official EFT“/Optimal EFT“ von Gary Craig noch gibt sie dessen Inhalte wieder, sondern meine persönliche Sicht und Erfahrungen sowie das Verständnis von und mit der Arbeit mit der Klopfakupressur.

*EFT = Emotional Freedom Techniques, Begründer Gary Craig

Lieber allein?

Lieber allein?

 

Seit ich begonnen habe, mit hochsensiblen Menschen zu arbeiten, habe ich den Eindruck gewonnen, dass empfindsame Menschen überproportional häufig als Single leben.

 

Die Frage ist nur: warum? Liegt es daran, dass sie keine geeigneten PartnerInnen finden (niemanden, den sie lieben können), sie sich nicht trauen, sich zu offenbaren, weil sie Ablehnung fürchten, daran, dass sie Angst vor Nähe und Intimität haben, sich nicht abgrenzen können, sie die Intensität ihrer Gefühle nicht gut aushalten oder weil sie nicht loslassen können? Bestimmt gibt es noch andere Gründe, die mir jetzt gerade nicht einfallen.

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